DE122552C - Gewebe - Google Patents

Gewebe

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DE122552C
DE122552C DE1900122552D DE122552DA DE122552C DE 122552 C DE122552 C DE 122552C DE 1900122552 D DE1900122552 D DE 1900122552D DE 122552D A DE122552D A DE 122552DA DE 122552 C DE122552 C DE 122552C
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DE
Germany
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threads
pattern
warp threads
fabric
warp
Prior art date
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Expired
Application number
DE1900122552D
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English (en)
Inventor
W M Stevenson
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Publication of DE122552C publication Critical patent/DE122552C/de
Expired legal-status Critical Current

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    • DTEXTILES; PAPER
    • D03WEAVING
    • D03DWOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
    • D03D11/00Double or multi-ply fabrics not otherwise provided for

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Paper (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
M 122552 KLASSE 86 c. /
. (Massachusetts, V. St. Α.).
Gewebe.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. August 1900 ab.
Den Gegenstand vorliegender Erfindung bildet die Herstellung eines Gewebes, welches sorgfältig herausgearbeitete Farbeneffecte dadurch erhält, dafs sowohl Ketten- als auch Schuisfäden zur Bildung des Musters benutzt werden, wobei diejenigen Theile. des Musters, welche aus den Kettenfäden gebildet werden, erhaben oder höher liegen, so dafs sie eine Reliefbildung hervorbringen, die das Aussehen des Gewebes verbessert.
Zur Ausführung der Erfindung werden papierne Schufs- oder Füllfäden in Verbindung mit Kettenfäden verwendet, welche einerseits zur Musterbildung und andererseits zur Bildung des Gewebes dienen. Als Kettenfäden werden zweckmäfsig für jede besondere Farbe der Schufsfäden eine besondere Reihe von Kettenfäden verwendet, welche von gleicher Farbe wie die betreffenden Schufsfäden sind, so dafs an denjenigen Stellen, wo die Schufsfäden an der Oberfläche liegen, kräftige, ungedämpfte Farbeneffecte entstehen. Die aus Papier bestehenden Schufs- oder Füllfäden bieten der Zusammen- oder Niederdrückung einen viel gröfseren Widerstand als ein gewöhnlicher baumwollener, wollener oder aus sonstigem Faserstoff bestehender Faden, so dafs die verhältnifsmäisig schweren Musterkettenfäden die papiernen Schuisfäden nicht merklich eindrücken, sondern auf der Oberfläche derselben liegen bleiben, und infolge dessen in Form von Relieffiguren hervortreten. Die Bindungskettenfäden indessen, welche viel dünner und schärfer gespannt sind, drücken die papiernen Schuisfäden stärker nieder und ragen nicht erheblich über die Fläche der Schuisfäden vor, so dais jede der Oberflächen des Gewebes aus zwei Ebenen besteht, von denen die höher liegende den Theil darstellt, in welchem durch die Musterkettenfäden das Muster gebildet wird, während die tiefer liegende Ebene aus den die Muster bildenden Schufsfäden besteht. '
Fig. ι zeigt eine Ansicht eines einfachen, nach vorliegender Erfindung hergestellten Gewebes, Fig. 2 einen in vergröfsertem Maisstabe dargestellten Schnitt längs der Kette und Fig. 3 einen in vergröisertem Maisstabe dargestellten Schnitt längs der Schuisfäden. Fig. 4 stellt in Oberansicht ein Zweifachgewebe dar, welches nach vorliegender Erfindung hergestellt ist. Fig. 5 zeigt eine Unteransicht des entsprechenden Theiles des Gewebes, Fig. 6 einen in vergröisertem Maisstabe dargestellten Schnitt längs der Kette, Fig. 7 einen ähnlichen Schnitt längs des Schusses und Fig. 8 in einem ähnlichen Schnitt wie Fig. 6 ein Gewebe, welches sich von diesem durch eine gröfsere Verschiedenheit der Farbengebung unterscheidet.
In dem in Fig. 1, 2 und 3 dargestellten Gewebe wiederholen sich beständig zwei oder mehr auf einander folgende und verschieden gefärbte Muster bildende Schufs- oder Füllfäden, welche aus zusammengedrehtem Papier bestehen. Die Kettenfäden setzen sich zum
Theil aus baumwollenen oder anderem Garn bestehenden Bindungsfäden, z. Th. aus M:usterkettenfäden zusammen, die ebenfalls aus Faserstoffen bestehen. Die beiden sich ständig wiederholenden papiernen Schufsfäden ι und 2 sind mit den Bindekettenfäden i° und 2a und den Musterkettenfäden 3 durchwebt. Die Fäden ia und 2a entsprechen in der Farbe den papiernen Schuisfäden 1 bezw. 2, und jeder der papiernen Schuisfäden ist auf der Oberfläche des Gewebes durch einen Kettenfaden von seiner eigenen Farbe und auf seiner Rückseite durch einen Kettenfaden von der Farbe des anderen Schufsfadens eingebunden. Die Muster bildenden Kettenfäden sind in den gewünschten Zwischenräumen dadurch eingebunden, dafs sie unter dem einen oder dem anderen der Schuisfäden hindurchgeführt sind oder auch unter mehreren Muster bildenden Schufsfäden, je nachdem dies das Muster in Zeichnung und Farbe verlangt. Man kann so drei Farben zur Bildung der Muster verwenden, und die verschiedensten Combinationen dieser Farben durch passende Anordnung der Fäden erreichen; so kann man die Muster bildenden Kettenfäden innerhalb gewisser Grenzen auf der ganzen Fläche der zu erzeugenden Figur frei liegen lassen und so einen ununterbrochenen Farbeneffect erreichen, oder es können ununterbrochene Farbenstreifen dadurch erzeugt werden, dafs man einen der Schufsfäden an der Oberfläche frei liegen läfst. Auch kann man diese Farbenlinien durch Ueberkreuzung derselben mit Muster bildenden Kettenfäden in passenden Zwischenräumen unterbrechen. Es können auch mehr als zwei Serien von Muster bildenden, papiernen Schufsfäden und eine entsprechende Anzahl von Serien von Bindekettenfäden verwendet werden, wobei die Farbe jeder Serie dem einen der Schufsfäden entspricht, zu dessen Bindung er dient. Wegen der verliältnifsmäfsig geringen Eindrückbarkeit der papiernen Schuisfäden drücken die dicken Muster bildenden Kettenfäden diese Schuisfäden nicht merklich nieder und bilden daher erhabene oder reliefartigc Theile des Gewebes, wo diese Musterkettenfäden zur Bildung des Musters benutzt sind, wie dies aus Fig. 2 und 3 der Zeichnung leicht ersichtlich ist.
Jedes der in Fig. 4 bis 8 dargestellten Gewebe besteht aus einem Obergewebe, welches aus papiernen Schuisfäden 2 und mit diesen durchwehten Kettenfäden 2a zusammengesetzt ist und einem Untergewebe, \velches in ähnlicher Weise aus papiernen Schuisfäden 1 zusammengesetzt ist, die mit Kettenfäden ia durchwebt sind. Jedes dieser Theilgewebe ist seinem Bau nach für sich vollständig und von dem anderen unabhängig. In Verbindung mit den beiden Theilgeweben wird eine Anzahl von Muster bildenden Kettenfäden 3 verwendet, welche zweckmäisig beträchtlich breiter und dicker sind als die Kettenfäden ia und 2a, wobei diese Musterkettenfäden mit den feineren Bindekettenfäden abwechseln und je nach den Erfordernissen des Musters nach der einen oder anderen Fläche des Gewebes. geführt sind, so dafs sie nicht nur zur Musterbildung an jeder Fläche dienen, sondern auch dazu benutzt werden, um das Ober- und Untergewebe fest mit einander zu verbinden, wodurch das Gewebe ein festes Gefüge und eine grofse Dauerhaftigkeit erhält. Um die Reinheit und Dichtigkeit der Farbeneffecte im Muster aufrecht zu erhalten, ist jeder der papiernen Schuisfäden des Gewebes an der Oberfläche zweckmäfsig durch Kettenfäden von gleicher Farbe gekreuzt und eingebunden; beispielsweise können in dem in Fig. 6 und 7 dargestellten Gewebe die Schuisfäden 2 des Obergewebes roth. und die Kettenfäden 2a ebenfalls roth sein, während die Schuisfäden ι und die. Kettenfäden i° des Untergewebes weifs. sein können. Wenn dann die Muster bildenden Kettenfäden 3 grün sind, so wird auf der einen Fläche des Gewebes ein Muster in Grün und Roth und auf der anderen Seite des Gewebes ein. umgekehrtes Muster in Grün und Weifs erzeugt.
Eine gröfsere Verschiedenheit der Farbengebung· kann indessen dadurch erreicht werden, dais man in jedem der beiden Theilgewebe papierne Schuisfäden von verschiedener Farbe und ebenso Kettenfäden . von gleichen Farben wechseln läfst und so anordnet, dais jeder Schuisfäden'an seiner Oberfläche durch einen Kettenfaden von seiner eigenen Farbe gekreuzt wird; z.B. können die Schuisfäden abwechselnd roth und weifs sein. In dem Gewebe nach Fig. 8 ist jedes Theilgewebe aus abwechselnden roth'en Schuisfäden 2 und weifsen Schuisfäden 1 zusammengesetzt, welche, wie oben angegeben, aus zusammengedrehtem Papier bestehen und mit abwechselnden rothen Kettenfäden 2a und weifsen, aus Faserstoff bestehenden Kettenfäden ia so durchwebt sind, dais die rothen Kettenfäden die Oberflächen der rothen Schufsfäden kreuzen und hinter den weiisen Schuisfäden durchgehen, während die weiisen Ketteniäden die Oberflächen der weiisen Schuisfäden kreuzen und hinter den rothen Schufsfäden hindurchgehen.
Bei der Ausführung der Erfindung bei Zweifachgeweben kann man daher durch Anwendung einer einfachen Webart ttnd in einem einfachen Webstuhl ein Gewebe mit erhabenen Mustern herstellen, welche an beiden Flächen sehr verschieden sind; diese Verschiedenheit wird dabei theilweise durch die Umkeh-
rung des Musters und tlieilweise durch den Wechsel der Farben der Schufsfäden der beiden Theilgewebe erreicht.
Die nach vorliegender Erfindung hergestellten Gewebstoffe sind besonders gut als Teppiche, Decken oder andere Bodenbekleidungsstoffe zu verwenden; man kann dieselben aber auch für Vorhänge, Draperien und Tapezierarbeiten benutzen.

Claims (1)

  1. Pate nt-An Spruch:
    Gewebe, dadurch gekennzeichnet, dais es aus Muster bildenden Papierschufsfäden und dünnen, zur Bindung derselben dienenden Kettenfäden sowie' Musterkettenfäden besteht, welche infolge der geringen Eindrückbarkeit der papiernen Schuisfäden auf deren Oberfläche liegen und hier erhabene Muster bilden.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DE1900122552D 1900-08-22 1900-08-22 Gewebe Expired DE122552C (de)

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