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Photographische Kamera mit verschiedenen Arbeitsbereichen Die Erfindung
betrifft eine photographische Kamera mit verschiedenen Arbeitsbereichen und mehreren
unabhängig voneinander betätigbaren Einstellern, die mehrere, in Beziehung zueinander
stehende Einstellagen bzw. Einstellbereiche aufweisen.
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Bei einer photographischen Kamera mit belichtungsmessergesteuertem
Objektivverschluß, welcher sowohl einen Blendenautomatikbereich mit Zeitvorwahl
als auch einen Manuell-Blenden-Einstellbereich besitzt, hat man bereits vorgeschlagen,
eine Sperre in Abhängigkeit von der Betätigung des Belichtungszeitstellers oder
des Blendenstellers in den Bewegungsweg des Kamera- oder Verschlußauslösers zu steuern,
wenn die beiden Steller nicht auf korrespondierende Einstellagen bzw. Einstellbereiche
gebracht sind, oder wenn der Bereichwähler in einer Zwischenstellung zwischen der
Automatikstellung und dem manuell einstellbaren Blendenbereich steht. Zweck dieser
Einrichtung ist es, Fehlbelichtungen auszuschließen. Um dieses Ziel zu erreichen,
bedarf es immer noch eines gewissen Maßes an Aufmerksamkeit durch den Photographierenden,
da nicht gesichert ist, daß in jeder Einstellage des einen Stellers nur eine einzige
Einstellmöglichkeit des anderen Stellers verbleibt. So besteht bei Einstellung des
Bereichsstellers auf den Handeinstellbereich durchaus die Möglichkeit, den Belichtungszeitsteller
entweder auf den Bereich der Momentbelichtungszeiten oder auf die Einstellage »B«
zu überführen. Auch kann bei Einstellung des Belichtungszeitstellers auf den Bereich
der Momentbelichtungszeiten der Bereichsteller immer noch entweder in die Stellung
»Automatik« oder auf den Manuellbereich gebracht werden.
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Hier Abhilfe zu schaffen, d. h. eine Kamera der eingangs erwähnten
Gattung unter geringstmöglichem Aufwand an zusätzlichen Bauteilen derart weiterzubilden,
daß Fehlbelichtungen infolge unrichtiger Einstellung der Einsteller bei Umstellung
der Kamera von einem Arbeitsbereich auf den anderen mit Sicherheit vermieden werden.
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Dieses Ziel ist erfindungsgemäß durch die Anordnung eines mit dem
Auslöser der Kamera in Wirkungsverbindung stehenden Sperrsystems erreichbar, welches
mehrere miteinander zusammenwirkende Sperrorgane umfaßt, die mit je einem der Einsteller
verbunden und in eine solche Relativlage zueinander bringbar sind, daß die Betätigung
des Auslösers ausschließlich bei Einstellung sämtlicher Einsteller auf ; die im
jeweiligen Arbeitsbereich der Kamera miteinander korrespondierenden Einstellagen
bzw. Einstellbereiche möglich ist. Dadurch ist mit Sicherheit erreicht worden, daß
jeder Einstellage bzw. jedem Einstellbereich eines der Einsteller immer die entsprechende
Einstellage bzw. der zugehörige Einstellbereich des anderen Einstellers zugeordnet
ist. Der Photographierende wird stets zwangläufig und ohne zusätzliche Gedankenarbeit
veranlaßt, beim Umstellen der Kamera auf den gewünschten Arbeitsbereich sämtliche
Einsteller in die einander zugeordnete Einstellage zu überführen, so daß es nicht
mehr vorkommen kann, daß infolge Unachtsamkeit Aufnahmen mit unrichtiger Einstellung
der in Übereinstimmung zu bringenden Einsteller gemacht werden.
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Eine sowohl in baulicher als auch in funktioneller Hinsicht vorteilhafte,
wie auch hinsichtlich ihrer Anpaßbarkeit an den jeweiligen Kameraaufbau sich als
zweckmäßig erweisende Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Sperrsystems läßt sich
dadurch erreichen, daß die als Laschen ausgebildeten Sperrorgane an zwei unabhängig
voneinander bewegbaren, in ihrer Einstellage beispielsweise durch Steuerkanten der
Einsteller beeinflußbare Hebel gelenkig angeschlossen sind und mit ihrem freien
Ende im -Bewegungsbereich des Kameraauslösers liegen.
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Die Erfindung ist in der nachstehenden Beschreibung an Hand der Zeichnung,
die in perspektivischer sowie aufgelockerter Darstellungsweise ein Ausführungsbeispiel
des Erfindungsgegenstandes zeigt, näher erläutert.
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In der Zeichnung ist mit 1 ein gegen Wirkung einer Druckfeder
2 betätigbarer Kameraauslöser bezeichnet, der in einem aus Gründen der Übersichtlichkeit
nicht gezeigten Kameragehäuse axial verschiebbar geführt ist. Zur selbsttätigen
Belichtungseinstellung ist dem Auslöser 1 ein Abtaster 3 zugeordnet,
der in an sich bekannter Weise die Stellung des beweglichen Meßwerkteils
4 eines in die Kamera eingebauten
und vom Strom eines Photoelementes
5 gespeisten Belichtungsmessers abtastet.
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Der Abtaster 3 ist als parallel zum Kameraauslöser 1 angeordneter
Schieber ausgebildet, der unter Wirkung einer Zugfeder 6 steht. Einenends greift
die Zugfeder 6 an einem ortsfesten Stift 7, anderenends an einem Stift 8 des Abtasters
3 an, während sich der Abtaster 3 an einen Bund la des Kameraauslösers 1 abstützt.
Die Zugfeder 6 wird hierbei von der Feder 2 überwunden, so daß der Abtaster 3 bei
nicht betätigtem Auslöser die in der Zeichnung dargestellte Ausgangs- oder Ruhelage
einnimmt. Zur Zusammenarbeit mit dem beweglichen Teil 4 des Belichtungsmessers ist
am Abtaster 3 eine Stufenkurve 3 a ausgebildet, deren Stufen sich beim Niederdrücken
des Kameraauslösers 1 unter dem Einfluß der Zugfeder 6 auf den Zeiger 9 des beweglichen
Meßwerkteils 4 auflegen. Der bewegliche Meßwerkteil 4 des Belichtungsmessers
ist in einem U-förmigen Träger 10 gelagert, dessen Grundeinstellung zwecks
Berücksichtigung verschiedener Filmempfindlichkeiten mittels eines Stellknopfes
11 änderbar ist. Zu diesem Zweck ist außerdem eine am Stellknopf 11 angeordnete
Filmempfindlichkeitsskala 12 vorgesehen, die mit einer ortsfesten Marke 13 zusammenarbeitet.
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Am Kameraauslöser 1 ist weiterhin ein Bund 1b ausgebildet, dem ein
zweiarmiger, um eine ortsfeste Achse 14 schwenkbar gelagerter Auslösehebel 15 zugeordnet
ist. Der eine Arm 15a des Auslösehebels ist rechtwinklig abgebogen und liegt
im Bewegungsweg des Bundes 1 b, während sein anderer Arm 15 b
mit dem abgebogenen
Lappen 17a eines Sperrhebels 17 im Eingriff steht. Letzterer ist um eine
Achse 18 schwenkbar gelagert und durch eine Feder 19 am Auslösehebe115 in Anlage
gehalten. Der Sperrhebel 17 dient in an sich bekannter Weise dazu, eine unter
Wirkung einer Antriebsfeder 20 stehende Hauptantriebsscheibe 21 des Verschlusses
in der dargestellten Spannstellung festzuhalten. Die Antriebsscheibe 21 ist mit
einer nicht dargestellten Spannwelle drehfest verbunden, die in gleichfalls nicht
näher gezeigter Weise mit einer Spannvorrichtung, beispielsweise mit der Filmtransporteinrichtung
der Kamera, verbunden ist.
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Zur Betätigung eines gleichachsig zur Verschlußachse angeordneten,
dem Antrieb der Verschlußblätter 22 dienenden Rings 23 ist an der Antriebsscheibe
21 eine Treibklinke 24 angelenkt, welche unter Wirkung einer Feder 25 steht und
mittels eines Mauls 14 a einem Stift 26 des Rings 23 angreift.
Die Verschlußblätter 22, von denen der Übersichtlichkeit wegen in der Zeichnung
nur eines dargestellt ist, sind an Zapfen 27 des Rings 23 gelagert und mittels Schlitz
22a an ortsfesten Stiften 28 geführt, derart, daß bei einer Drehung der Antriebsscheibe
21 entgegen dem Uhrzeigersinn die Verschlußblätter 22 zwecks Öffnens und Schließens
der Belichtungsöffnung eine hin- und hergehende Bewegung ausführen.
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Gleichachsig zum Betätigungsring 23 der Verschlußblätter 22 ist im
Verschluß ferner ein Blendenbetätigungsring 29 angeordnet. Dieser trägt Stifte 30
zur Lagerung der Blendenlamellen 32, die in Schlitzen 32a an ortsfesten Zapfen
31 geführt sind. Von den Blendenlamellen 32 ist der Übersichtlichkeit wegen gleichfalls
nur eine gezeigt. An einem Stift 33 des Blendenbetätigungsrings 29 greift eine Feder
34 an, die bestrebt ist, diesen in der gezeigten, der größten Blendenöffnung entsprechenden
Ausgangslage zu halten.
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Zwecks Durchführung von Aufnahmen mit selbsttätiger Belichtungseinstellung
nach einem fest vorgegebenen Zeit-Blende-Programmist ein Programmeinstellring 35
vorgesehen, der mit dem Abtaster 3 in Stift-Schlitz-Verbindung 35a, 36 steht
und mit Steuerkurven 35b und 35c versehen ist, die der Beeinflussung des
Blendenbetätigungsrings 29 sowie eines in der Folge noch näher beschriebenen Belichtungszeitenhemmwerks
dienen. Die Übertragung der vom Programmeinstellring 35 ausgehenden Stellkräfte
auf den Blendenbetätigungsring 29 erfolgt mittels eines auf einer Achse 37 schwenkbar
gelagerten dreiarmigen Hebels 38, an dessen Arm 38a der Stift 33 des Blendenbetätigungsrings
29 unter Wirkung der Feder 34 anliegt. Die weiteren Arme 38 b und 38c des Hebels
tragen Stifte 39 bzw. 40, von denen der Stift 39 mit der Steuerkurve 35 b
des Programmeinstellrings 35 zusammenwirkt, während der Stift 40 die Verbindung
zu einer Steuerkurve 41 a herstellt. Letztere ist an einem Ring bzw. Einsteller
41 ausgebildet, welcher mit Hilfe einer Blendenskala 42 von Hand gegenüber einer
ortsfesten Marke 43 einstellbar ist. An den durch die Blendenskala 42 definierten
Handeinstellbereich, innerhalb dessen die Beeinflussung des Blendenbetätigungsrings
29 mittels der Steuerkurve 41a erfolgt, schließt sich eine mit »Auto« näher bezeichnete
Einstellage des Einstellers 41 an, in welcher an Stelle der Kurve 41 a zur Einstellung
der Blendenlamellen 22 die Steuerkurve 35 b
des Programmeinstellrings 35 tritt.
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Zur selbsttätigen Einstellung der Belichtungszeit bei Aufnahmen mit
Programm-Belichtungsautomatik ist ein mit dem Belichtungszeitenhemmwerk des Verschlusses
zusammenwirkendes Hebelgetriebe vorgesehen, das durch die Steuerkurve 35 c des Programmeinstellrings
35 beeinlußbar ist. Das Hebelgetriebe umfaßt eine Welle 45, die einenends
einen Hebel 46
und anderenends einen Hebel 47 trägt. Am Hebel 46 ist ein Stift
48 befestigt, der in die Steuerkurve 35 c des Programmeinstelh-ings 35 eingreift,
während der Hebel 47 in nachstehend noch näher beschriebener Weise mit dem Belichtungszeitenhemmwerk
in Wirkungsverbindung steht.
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Das Belichtungszeitenhemmwerk selbst besteht aus einer Trägerplatte
50, an welcher um einen Zapfen 51 ein zweiarmiger Hebel 52 gelagert ist. Die beiden
Arme dieses Hebels sind mit entgegegengesetzt gerichteten Stiften 53 und 54 versehen,
von denen der Stift 53 die Drehachse für einen mit der Hauptantriebsscheibe 21 zusammenwirkenden
Bremshebel 55 bildet, während der Stift 54 in eine Schlitzführung 47a des Hebels
47 eingreift. Auf diese Weise ist der Bremshebel 55 mit der Steuerkurve 35 c des
Programmeinstellrings 35 formschlüssig verbunden, derart, daß bei dessen Betätigung
der Bremshebel 55
gegenüber der Hauptantriebsscheibe 21 des Verschlusses relativ
verstellt wird. Der Bremshebel 55
ist mit einer Schlitzführung 55 a versehen,
in die ein an einem Antriebssegment 56 des Hemmwerks befestigter Stift 57 eingreift.
Das Antriebssegment 56, das mit weiteren, nicht dargestellten Getriebeteilen des
Hemmwerks im Eingriff steht, ist um einen Zapfen 58 an der Trägerplatte 50 schwenkbar
gelagert und und steht unter Wirkung einer in der Zeichnung ebenfalls nicht weiter
dargestellten Feder, die das
Segment in der dargestellten Ausgangslage
zu halten sucht, in welcher der Stift 57 an der Trägerplatte 50
anliegt.
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Um die Einstellung des Belichtungszeitenhemmwerks nicht nur selbsttätig
mittels des Programmeinstellrings 35, sondern auch von Hand vornehmen zu
können, ist weiterhin ein vorzugsweise als Ring ausgebildeter Belichtungszeiteinsteller
58 angeordnet, mittels welchem das Belichtungszeitenhemmwerk über den Hebel
47 unabhängig vom Programmeinstellring 35 einstellbar ist. Der Belichtungszeiteinsteller
58 weist zu diesem Zweck eine Steuerkurve 58 a auf, die
mit einem am Hebel 47 befestigten Stift 60 zusammenarbeitet. Die Einstellung
des Einstellers 58 erfolgt mit Hilfe einer an ihm angeordneten Belichtungszeitskala
59, die mit einer ortsfesten Marke 590 zusammenarbeitet. Zusätzlich zu dieser, den
Handeinstellbereich definierenden Skala 59 weist der Ring noch eine die Bezeichnung
»Auto« tragende Einstellage auf, in welcher die selbsttätige Belichtungszeiteinstellung
wirksam ist.
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Zur Ausschaltung des Steuereinflusses der Kurve 35 c im Handeinstellbereich
sowie der Kurve 58 a in der Einstellage »Auto« des Einstellers
58 auf das Belichtungszeitenhemmwerk sind diese Kurven mit Aussparungen
35 d bzw. 58 b versehen. Hiervon ist die Aussparung 35 d der
in der Zeichnung dargestellten Ausgangslage des Programmeinstellrings-35 und die
Aussparung 58 b der mit »Auto« bezeichneten Einstellage des
Belichtungszeiteinstellers 58 zugeordnet, derart, daß bei manueller Einstellung
der Belichtungszeit der Stift 48 der übertragungsvorrichtung 45 bis 48 in
der Aussparung 35 d des Programmeinstellrings 35 frei beweglich ist, während
bei Einstellung auf Programm-Belichtungsautomatik die Ausnehmung 58 b des
Einstellers 58 dem Stift 60 die erforderliche Bewegungsfreiheit einräumt. Die Steuerkurve
35d des Programmeinstellrings 35 ist mit einer elastischen Weiche versehen,
die in der Einstellage »Auto« des Belichtungszeiteinstellers 58
den Eintritt
des Stiftes 48 in die Aussparung 35 d
verhindert, im Handeinstellbereich des
Einstellers 58 dagegen zuläßt. Die elastische Weiche wird durch den Schenkel
61a einer Windungsfeder 61 gebildet, die von einem Zapfen 100 des Programmeinstellrings
35 getragen ist und sich mit ihren beiden Schenkeln 61 a und
61 b an Stiften 101 bzw. 102 abstützt.
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Zur Vermeidung von Fehlbelichtungen der auf verschiedene Arbeitsbereiche
ein- bzw. umstellbaren Kamera ist ein mit dem Kameraauslöser in Wirkungsverbindung
stehendes Sperrsystem vorgesehen, welches die Auslösung des Verschlusses nur gestattet,
wenn die von Hand betätigbaren Einsteller 41 und 58 sich beide entweder in der die
Bezeichnung »Auto« tragenden Einstellage oder aber in dem durch die Skalen 42 und
59 näher definierten Einstellbereich befinden. überdies ist das Sperrsystem gemäß
der Erfindung derart ausgebildet, daß es bei Einstellung der Einsteller
41 und 58 auf die im jeweiligen Arbeitsbereich der Kamera miteinander
korrespondierenden Einstellagen bzw. Einstellbereiche außer Wirkung bleibt, bei
Einstellung der Einsteller dagegen auf solche einander nicht zugeordnete Einstellagen
bzw. Einstellbereiche wirksam wird.
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Wie aus der Zeichnung ersichtlich, weist das Sperr- i system zwei
unabhängig voneinander bewegbare Hebel 62 und 63 auf, von denen der
Hebel 62 durch den Belichtungszeiteinsteller 58 und der Hebel 63
durch
den Blendeneinsteller 41 in seiner Einstellage beeinflußbar ist. Zu diesem Zweck
ist der auf einer ortsfesten Lagerachse 64 sitzende und unter Wirkung einer
Feder 65 stehende Hebel 62 einenends mit einem Stift 66 versehen, der mit der in
einen konkaven Teil 58 c übergehenden Steuerkante 58 d des Belichtungszeiteinstellers
58 zusammenarbeitet. Anderenends trägt der Hebel 62 einen Zapfen
67, an dem eine Sperrlasche 68 gelenkig angeschlossen ist, die ihrerseits
unter Wirkung einer Feder 69 mittels eines Stiftes 70 an einem ortsfesten Anschlag
71 aufliegt.
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Der mit dem Blendeneinsteller 41 zusammenarbeitende, im Ausführungsbeispiel
gleiche Form wie der Hebel 62 aufweisende Hebel 63 lagert auf einer
Achse 72, wobei der eine Arm 63 a des Hebels unter dem Einfluß einer Feder
73 mittels eines Stiftes 74 an der ebenfalls in einen konkaven Teil 41 b
übergehenden Steuerkante 41 c des Blendeneinstellers zur Anlage kommt. Anderenends
weist der Hebel 63
einen Lagerzapfen 75 auf, an dem eine Sperrlasche
76 schwenkbar angelenkt ist. Die Sperrlasche 76, die durch eine Feder
77 am abgebogenen Arm 15 a des Verschlußauslösehebels
15 angelegt ist, hat eine Aussparung 76 a, die mit dem Stift 70 der
Sperrlasche 68 zusammenwirkt. In Abhängigkeit von der Einstellung der beiden Einsteller
41 und 58, bzw. der durch den Einfluß der Steuerkanten 41 c
und 58 d
beeinflußbaren Hebel 62 und 63, kann
der Stift 70
der Sperrlasche 68 in bezug auf die Aussparung 76a der Sperrlasche
76 eine Lage einnehmen, die, wie in der Zeichnung veranschaulicht, eine Relativbewegung
der beiden Sperrlaschen durch die Möglichkeit des Eintretens des Stiftes in die
Aussparung zuläßt, oder aber im Falle einer relativen Verlagerung der Sperrlaschen
zueinander, verhindert. Befinden sich die beiden Einsteller 41 und 58, wie in der
Zeichnung dargestellt, in der Einstellage »Auto«, oder sind sie beide auf den durch
die Skalen 42 und 59 definierten Handeinstellbereich eingestellt,
so liegen sich die Aussparung 76a und der Stift 70 gegenüber. In dieser Einstellage
ist das vorstehend beschriebene Sperrsystem unwirksam, wobei der Kameraauslöser
1 entgegen der Wirkung seiner Feder so weit nach unten bewegbar ist, daß
über den Verschlußauslösehebe115 der Verschluß zum Ablauf freigegeben wird.
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Kommt es jedoch vor, daß einer der beiden Belichtungseinsteller
41 bzw. 58 die Einstellage »Auto« einnimmt, während der andere auf den Handeinstellbereich
eingestellt ist, so nehmen die beiden Hebel 62 und 63 unter dem Einfluß ihrer Steuerkanten
41 b, 41c bzw. 58c, 58d eine solche Relativlage zueinander
ein, daß dem Stift 70 die untere Kante der Sperrlasche 76 sperrend
gegenübersteht, wodurch der Kameraauslöser 1 zumindest nicht so weit nach unten
bewegt werden kann, daß eine Verschlußauslösung erfolgt.
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Wie aus der Zeichnung ferner ersichtlich, ist dem Programmeinstellring
35 ein auf einer ortsfesten Achse 80 gelagerter Sperrhebel 78 zugeordnet,
dessen Aufgabe darin besteht, bei nichtselbsttätiger Belichtungseinstellung den
Ring 35 sowie den Abtaster 3 in einer Ausgangslage festzuhalten und somit
den Steuereinfluß dieser Teile vom Blendenbetätigungsring 29 und auch vom Belichtungszeitenhemmwerk
fernzuhalten. Der Arm 78a des Hebels 78
arbeitet mit einem Vorsprung
35f des Programmeinstellrings
35 zusammen, während sein anderer
Arm 78 b mittels eines Stiftes 81 unter der Wirkung einer Feder 79 am Innenumfang
des Blendeneinstellers 41 anliegt. In der Einstellage »Auto« des Einstellers 41
steht dem Stift 81 die höchste Stelle der Steuerkurve 41 a gegenüber, welche den
Sperrhebel 78 gegen Federwirkung in der dargestellten unwirksamen Lage hält. Wird
der Einsteller 41 dagegen auf den Bereich der Blendenskala 42 eingestellt,
so gelangt der Stift 81 in den Bereich des radial tiefergelegenen Umfangsteils 41
e. Die sich hieraus ergebende Schwenkbewegung des Hebels 78 führt dessen Arm 78a
in den Bewegungsweg des Vorsprungs 35 f des Programmeinstellrings 35 und
sperrt diesen gegen eine Bewegung im Uhrzeigersinn. Für die Einstellung der Blendenlamellen
22 ist nunmehr die Steuerkurve 41 a des Einstellers 41 maßgebend, die über den Stift
40 und den Hebel 38 auf den Blendenbetätigungsring 29 einwirken kann.
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Die Wirkungs- und Bedienungsweise der erfindungsgemäßen Kamera ist
folgende: In der Zeichnung ist die Kamera auf selbsttätige, von der Beleuchtungsstärke
und der eingestellten Filmempfindlichkeit bestimmten Belichtungseinstellung nach
einem fest vorgegebenen Zeit-Blende-Programm eingestellt, wozu der Belichtungszeiteinsteller
58 und der Blendeneinsteller 41 in ihre Einstellagen »Auto« gebracht sind. In dieser
Lage der Einsteller befindet sich der Sperrhebel 78 außerhalb des Bewegungswegs
des Programmeinstellrings 35. Außerdem nimmt die Steuerkurve 41 a des Blendeneinstellers
41 eine solche Lage ein, daß sie den Stift 40 nicht mehr beeinflußt, so daß
sich der Hebel 38 mit seinem Stift 39 an die Steuerkurve 35 b des Programmeinstellrings
35 anlegen kann. Weiterhin ist der Steuereinfluß der Steuerkurve 58a des Belichtungszeiteinstellers
58 auf das Belichtungszeitenhemmwerk abgeschaltet, was dadurch erreicht ist, daß
in der Einstellage »Auto« des Einstellers 58 dessen Ausnehmung 58 b dem Stift
60 gegenübersteht. Schließlich liegen die beiden Hebel 62 und 63 mit ihren Stiften
66 und 74 jeweils in dem konkaven Teil 41 b bzw. 58 c der Einsteller 41 und 58,
was zur Folge hat, daß der Stift 70 und die Aussparung 76 a der Lasche 76 die in
der Zeichnung dargestellte Lage einnehmen. Wird nun bei dieser Einstellung der Kamera
der Auslöser 1 zum Zwecke der Durchführung einer Aufnahme niedergedrückt, so folgt
der Abtaster 3 dieser Bewegung unter Wirkung der Feder 6 so weit nach, bis eine
seiner Stufen 3 a auf den Zeiger 9 des beweglichen Meßwerkteils 4 auftrifft. In
Abhängigkeit von dieser Bewegung des Abtasters wird gleichzeitig auch der Programmeinstellring
35 im Uhrzeigersinn gedreht. Dies wiederum hat zur Folge, daß der Stift 48 der mit
dem Belichtungszeitenhemmwerk zusammenarbeitenden 1Tbertragungsvorrichtung 45 bis
48 in der Einstellkurve 35e entlanggleitet und entsprechend dem zurückgelegten Weg
durch Verstellen des Hebels 52 und damit des Bremshebels 55 die Belichtungszeit
einstellt. Gleichzeitig mit der Belichtungszeiteinstellkurve 35c kommt bei der Drehbewegung
des Programmeinstellrings 35 auch die Blendeneinstellkurve 35 b zur Wirkung,
derart, daß sie über den Stift 39 den Hebel 38 entgegen dem Uhrzeigersinn schwenkt,
der seinerseits den Blendenbetätigungsring 29 und die mit ihm in Wirkungsverbindung
stehenden Blendenlamellen 32 in eine dem zurückgelegten Weg des Rings 35 entsprechende
Lage bringt. Damit ist die selbsttätige Belichtungseinstellung nach einem fest vorgegebenen
Zeit-Blende-Programm beendet.
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Beim weiteren Niederdrücken des Kameraauslösers 1 trifft dieser mit
dem Bund 1 b auf den Arm 15 a des Auslösehebels 15 auf und schwenkt
den Hebel im Uhrzeigersinn, wobei die Ausnehmung 76a der Lasche 76 eine Relativbewegung
bezüglich des Stiftes 70 gestattet. Dies hat zur Folge, daß der mit dem Arm
15 b des Auslösehebels zusammenarbeitende Sperrhebel 17 außer Eingriff
mit der Spann- und Antriebsscheibe 21 des Verschlusses gebracht wird und diese zum
Ablauf freigibt.
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Je nach der Einstellung des Bremshebels 55 des Belichtungszeitenhemmwerks
wirkt nun die unter Wirkung ihrer Feder 20 ablaufende Antriebsscheibe 21 mittels
ihres Vorsprungs 21 a über eine kürzere oder längere Wegstrecke auf den Bremshebel
55 ein. Hierbei schwenkt die Antriebsscheibe 21 den Bremshebel 55 um seine Achse
53 und gelangt nach Zurücklegen einer die Belichtungsdauer bestimmenden Wegstrecke
wieder außer Eingriff mit dem Hebel. Gleichzeitig wird bei diesem Vorgang der über
die Treibklinke 24 und den Stift 26 mit der Antriebsscheibe 21 gelenkig verbundene
Antriebsring 23 hin-und herbewegt, wobei die Verschlußblätter 22 aus der
gezeigten Schließstellung heraus auf ihre größte öffnungsweite schwingen und anschließend
wieder in ihre Schließstellung zurückkehren.
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Zur Durchführung von Aufnahmen mit manueller Einstellung von Belichtungszeit
und Blende ist es lediglich erforderlich, die Einsteller 41 und 58 von der Einstellage
»Auto« nach rechts zu drehen, bis die erwünschten Blenden- bzw. Belichtungszeitwerte
der Skalen 42 und 59 den ortsfesten Marken 43 bzw.
590 gegenüberstehen. Bei diesem Einstellvorgang bewegen sich die Stifte 66
und 74 aus dem konkaven Teil 41 b bzw. 58 c der Steuerkanten 41 b, 41 c bzw.
58 c. 58 d heraus, wobei die Hebel 62 und 63 um den gleichen Betrag im Uhrzeigersinn
verschwenkt werden, während der Stift 70 und die Aussparung 76a der Lasche 76 ihre
bisherige Relativlage zueinander beibehalten. Beim Drehen des Blendeneinstellers
41 kommt ferner die Steuerkurve 41 a zur Wirkung, die über den Stift 40 sowie den
Hebel 38 auf den Blendenbetätigungsring 25 einwirkt und diesen in eine der eingestellten
Blendenöffnung entsprechende Lage bewegt. Außerdem wird beim Drehen des Belichtungszeiteinstellers
58 der Bremshebel 55 des Hemmwerks mittels des nunmehr von der Steuerkurve 58 a
gesteuerten Hebelgetriebes 45 bis 48 relativ zum Vorsprung 21a der Verschlußantriebsscheibe
21 eingestellt, wobei sich der mit dem Programmeinstellring 35 zusammenwirkende
Stift 48 des Getriebes gegen die Wirkung der Feder 61 in die Aussparung
35 d des Programmeinstellrings 35 hineinbewegt. Schließlich gelangt bei der
vorerwähnten Einstellbewegung des Blendeneinstellers 41 der Stift 81 zur
Anlage an der konzentrisch verlaufenden Steuerkante 41 e des Blendeneinstellers,
wodurch der Sperrhebel 78 unter Wirkung seiner Feder 79 entgegen dem Uhrzeigersinn
verschwenkt wird, was sowohl eine Verriegelung des Programmeinstellrings 35 als
auch des mit diesem verbundenen Abtasters 3 in ihrer Ausgangslage zur Folge hat.
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Wird nach der in vorbeschriebener Weise vorgenommenen Einstellung
der Kamera der Kameraauslöser 1 niedergedrückt, so nimmt dieser den Hebel 15 und
die Sperrlasche 76 mit, während der Abtaster
3 infolge der Verriegelung
des Programmeinstellrings 35 seine Ausgangslage beibehält. Der Hebel 15 löst
über den Sperrhebel 17 die Spann-und Antriebsscheibe 21 aus, die ihrerseits
den Verschlußblätterantriebsring 23 in der bereits beschriebenen Weise betätigt.
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Im vorstehenden ist die Erfindung an Hand einer photographischen Kamera
beschrieben, deren Einsteller 41 und 58 für Blende und Belichtungszeit wahlweise
entweder auf eine zu Aufnahmen mit selbsttätiger Belichtungseinstellung nach einem
fest vorgegebenen Zeit-Blende-Programm führenden Einstellage »Auto«, oder auf einen
die freie Wahl von Belichtungszeit und Blende ermöglichenden Einstellbereich einstellbar
sind. Darüber hinaus hat die Erfindung jedoch Bedeutung für Kameras jeder Art, die
mittels Einsteller auf wenigstens zwei Arbeitsbereiche ein- bzw. umstellbar sind,
wobei jedem Arbeitsbereich bestimmte, miteinander korrespondierende Einstellagen
bzw. Einstellbereich der Einsteller zugeordnet sind. Immer erbringt die erfindungsgemäße
Anordnung des vorbeschriebenen, dem Kameraauslöser zugeordneten Sperrsystem den
Vorteil, daß Fehlbelichtungen infolge unrichtiger Einstellung der auf mehrere miteinander
in Beziehung stehende Einstellagen bzw. Einstellbereiche der Einsteller mit Sicherheit
ausgeschaltet sind.