DE1164458B - Schaltungsanordnung fuer eine endlose Bandzugfoerderanlage und Verfahren zum Betriebderselben - Google Patents
Schaltungsanordnung fuer eine endlose Bandzugfoerderanlage und Verfahren zum BetriebderselbenInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. Kl.: B 61m
Deutsche Kl.: 20 k -4
Nummer: 1164 458
Aktenzeichen: 8 55135VlIId/20 k
Anmeldetag: 17. September 1957
Auslegetag: 5. März 1964
In Abbaubetrieben, beispielsweise im Bergbau unter Tage, werden zum Transport des Fördergutes
auch Bandzugförderanlagen benutzt. Diese Anlagen bestehen aus einer Fahrkonstruktion, die mit Antriebsmotoren
ausgerüstet ist und auf der nicht endlose, sogenannte Bandzüge von etwa 100 m Länge
laufen. Die Antriebsmotoren besitzen Stirnräder, die mit entsprechenden Teilen der Bandzüge im Eingriff
stehen und somit den Vorschub der Bandzüge gewährleisten. In der Fahrkonstruktion läuft — in
Analogie zu einem endlosen Förderband — ein Teil der Bandzüge als Obertrum und ein anderer Teil als
Untertrum. Es ist kein Ringverkehr vorgesehen, weil dieser gegenüber der eintrümigen Anlage mehr Platz
und eine größere Anzahl von Antrieben beansprucht.
Man hat demgegenüber auch schon daran gedacht, in Über-Tage-Anlagen die Bandzüge selbst mit Antriebsmotoren,
vorzugsweise Drehstrommotoren mit Käfigläufer, auszurüsten und über Stromschienen zu
speisen. Durch diese Maßnahme wird ein Ringverkehr wirtschaftlich. Außerdem ist eine größere
Beweglichkeit in der Wahl der Zuglängen gegeben. Ferner sind Anlagen dieser Art nicht auf Bandzugbetrieb
beschränkt. Es können bei entsprechender Anpassung der Gleisanlage und der einzelnen Zugeinheiten
auch normale Züge im führerlosen Betrieb eingesetzt werden. Die nachfolgende Beschreibung
befaßt sich jedoch nur noch mit dem Bandzugbetrieb der neuen Art.
In weiträumigen Betrieben, wie etwa im Braunkohlentagebau, kann die Bandzugförderanlage als
Ringstrecke ausgebildet werden und dabei große Längen, z. B. bis zu 10 km und mehr, besitzen. Die
Bandzuglänge richtet sich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Längen von 200 m sind möglich.
Achsdruck und erforderliche Antriebsleistung bestimmen die Anzahl der Motoren. Entsprechend der
Stromtragfähigkeit der Stromabnehmer werden nur eine begrenzte Anzahl von Motoren durch einen
Stromabnehmersatz gespeist. Entsprechend sind die Stromabnehmersätze über die gesamte Zuglänge verteilt.
Bei Bandzugförderanlagen der neuen Art, die im Gegensatz zu den Bandzuganlagen alter Art einen
wesentlich größeren Umfang besitzen, bestimmt die Einschaltleistung beim Anfahren wesentlich die
Kostenfrage. Wegen der hohen Anfahrleistung wird man zunächst daran denken, die Gesamtstrecke zu
unterteilen und für jede Teilstrecke Transformatoren ausreichender Leistung vorzusehen. Diese Maßnahme
würde aber Transformatoren bedingen, die im Dauerbetrieb nicht voll ausgelastet werden können.
Schaltungsanordnung für eine endlose
Bandzugförderanlage und Verfahren zum
Betrieb derselben
Bandzugförderanlage und Verfahren zum
Betrieb derselben
Anmelder:
Siemens-Schuckertwerke Aktiengesellschaft,
Berlin und Erlangen,
Erlangen, Werner-von-Siemens-Str. 50
Als Erfinder benannt:
Dipl.-Ing. Alfred Heyn, Erlangen
Dipl.-Ing. Alfred Heyn, Erlangen
Gegenstand der Erfindung ist eine Schaltungsanordnung für eine endlose Bandzugförderanlage in
Abbaubetrieben mit stromabnehmergespeistem Eigenantrieb der Bandzüge und Einteilung der Gesamtstrecke
in etwa gleichlange Blockstrecken, von welchen jede mit ihren Stromschienen für sich an eine
gemeinsame elektrische Versörgungsanlage und an die benachbarten Blockstrecken anschließbar ist. Bei
der neuen Schaltungsanordnung werden selbsttätig für jeden Anfahrvorgang — sei es nach einer vorgesehenen
Betriebspause oder einer unvorhergesehenen Betriebsstörung — solche Stromversorgungsbedingungen
geschaffen, daß für die Bemessung der die einzelnen Streckenabschnitte der Ringstrecke speisenden Transformatoren
im wesentlichen nur die Dauerleistung des Bandzugbetriebes bestimmend ist. Diese Dauerleistung
der Antriebsmotoren liegt jedoch erheblich niedriger als die zum Anfahren erforderliche Anfahrleistung.
Die neue Schaltungsanordnung für eine endlose Bandzugförderanlage ist dadurch gekennzeichnet, daß
eine Hochspannungsleitung vorgesehen ist, an die jede Blockstrecke über einen Hochspannungsschalter,
einen Transformator und Blockschalter zur Übertragung der Dauerleistung angeschlossen ist, daß die
einzelnen Blockstrecken untereinander über Trennschalter verbunden sind und daß zur Erzielung einer
selbsttätigen Zusammenschaltung der Blockstrecken zu Streckenkomplexen und der Parallelschaltung der
Transformatoren die Blockschalter und Trennschalter über je ein Steuergerät in Abhängigkeit von zuggesteuerten
und an Anfang und Ende jeder Blockstrecke angeordneten Schaltmitteln stehen, derart,
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3 4
daß die im Vergleich zur Dauerleistung bedeutend Fig. 3 den Wirkschaltplan für einen gesondert
höhere Anfahrleistung der Bandzüge durch selbst- herausgezeichneten Teil der Ringstrecke,
tätige Zugabstandshaltung, zeitlich getrenntes Anf ah- F i g. 4 die vier — bezogen auf eine Blockstrecke —
ren der Bandzüge und Parallelschaltung von Trans- steuerungstechnisch wichtigen Zugstellungen I bis IV,
formatoren, Hochspannungs- und Blockschaltern 5 Fig. 5 den Schaltzustand der Streckenkomplexe
beherrscht wird und daß mit diesen Mitteln eine vor der Einschaltung,
Sicherung der Bandzüge gegen Zusammenstöße ge- Fig. 6 den Schaltzustand der Streckenkomplexe
schaffen ist. im Förderbetrieb und
Durch die block- und trennschalterseitige Zusam- Fig. 7 den Schaltzustand der Streckenkomplexe
menschaltbarkeit freier und besetzter Blockstrecken io im Störungsfalle.
zu einem Streckenkomplex wird, da jede Blockstrecke Gemäß F i g. 1 besteht die Ringstrecke aus einer
einen eigenen Transformator besitzt, die an den Vielzahl von Blockstrecken, deren Stromschienen 1
freien Blockstrecken verfügbare Transformatorleistung für sich über die zugeordneten Blockschalter 2 an die
zur Deckung des Anfahrleistungsstoßes an den be- aus den Transformatoren 3, den Hochspannungsschal-
setzten Strecken mit herangezogen. Um auch die 15 tern 4 und der Hochspannungsleitung 5 bestehenden
Hochspannungsseite beim Anfahren nicht zu über- elektrischen Versorgungsanlage und über die zuge-
lasten, werden die Streckenkomplexe zeitlich ge- ordneten Trennschalter 6 an die Stromschienen der
staffelt eingeschaltet. Innerhalb eines Streckenkom- benachbarten Blockstrecken anschließbar sind. Hier-
plexes werden jedoch die Blockschalter gleichzeitig zu sind am Anfang und Ende der (mit mindestens
eingelegt. 20 zwei Blockstrecken Zwischenabstand fahrenden)
Es ist bereits ein Blocksystem für führerlose elek- Züge 7 die steuernden Schaltmittel 8 und an jeder
irische Bahnen bekannt, bei dem am Anfang und am Blockstrecke die entsprechend gesteuerten Schalt-
Ende von Blockabschnitten Schaltmittel vorgesehen mittel 9 vorgesehen, von denen die letzteren auf die
sind, die zusammen mit weiteren Schaltmitteln am jeder Blockstrecke zugeordneten Steuergeräte 10
Anfang und Ende eines Zuges die Ein- oder Aus- 25 arbeiten. Die Steuergeräte 10 stehen untereinander in
fahrt dieses Zuges melden bzw. auf eine Schalt- Wirkverbindung 11.
einrichtung einwirken, die ihrerseits die benachbarten Die Wendestrecken (links und rechts) sind zur Be-
Blockabschnitte im Sinne der Zugsicherung beein- nutzung als Be- und Entladestrecken von der Ver-
flußt. Die Aufgabe der Energieversorgung für den sorgungsledtung 5 auf die Spannungsquelle 12 umschalt-
Zugbetrieb ist dadurch nicht gelöst. 30 bar, deren Frequenz niedriger als die Netzfrequenz
Bei der bekannten Einrichtung sind diese für die Hegt. Für die Umschaltung dieser (mit verminderter
Anfahrleistung ausgelegten Transformatoren, Schal- Geschwindigkeit befahrenen) Blockstrecken sind die
ter, Stromzuführungen usw. bei ungestörtem, d. h. den Strecken zugeordneten Steuergeräte 10 mitbe-
normalem Fahrbetrieb nicht ausgelastet und können nutzt. Sie nehmen die Umschaltung von Netzfrequenz
infolge ihrer höheren Anschaffungs- und Unterhai- 35 auf kleine Frequenz vor, nachdem der Zug mit seiner
tungskosten einen rationellen Betrieb der Bandzug- ganzen Länge in diesen Block eingefahren ist. Sie
förderanlage in Frage stellen. Die erfindungsgemäße schalten zurück auf Netzfrequenz, bevor die Zugspitze
Schaltungsanordnung für eine Bandzugförderanlage den Block verläßt.
vermeidet eine solche unwirtschaftliche Betriebsweise In eine der Blockstrecken (links in Fig. 1) ist die
dadurch, daß — beispielsweise nach einer Störung 40 Meßstrecke 13 eingefügt, in der jeder Bandzug nach
auf einer Blockstrecke und nachfolgendem Auffahren einem Umlauf elektrisch durchgemessen wird. Sie ist
aller Bandzüge bis auf einen vorgegebenen Mindest- gegen die zugehörende Blockstrecke isoliert und vorabstand
von einer Blockstrecke — beim Anfahrvor- zugsweise an eine Gleichspannung angeschlossen,
gang der in Fahrtrichtung als erster stehende Band- Ihre Länge ist zweckmäßig kleiner als der Abstand
zug mit seinem Transformator und der jeweils davor- 45 zwischen zwei aufeinanderfolgenden Stromabnehmerund
dahinterliegenden Blockstrecke und deren Trans- sätzen des Zuges, um jeden Zugteil einzeln messen
formatoren zu einem Streckenkomplex zusammenge- zu können. Im Gleichstrommeßkreis befindet sich das
schaltet sind. Die hohe Anfahrleistung verteilt sich stromabhängige Schaltglied 14, das bei Abweichung
somit auf drei parallel geschaltete Transformatoren, des Meßstromes vom Sollwert einen entsprechenden
Schalter und Leitungen. Die übrigen Bandzüge wer- 5° Signalstromkreis betätigt.
den sinngemäß durch gleiche Streckenzusammen- Die Schaltmittel 8, 9 am Anfang und Ende der
schaltung angefahren, wenn zwischen dem zuletzt an- Züge und Blockstrecken sind in F i g. 2 näher darge-
gefahrenen Zug und dem noch stehenden Zug ein stellt. So trägt der dargestellte Bandzug 7 am Anfang
Abstand von zwei Blockstrecken erreicht ist. und Ende je ein Sendemagnetpaar 15,16 bzw. 17, 18
Da infolge der erfindungsgemäßen Steuerung der 55 mit jeweils vertauschter Position der Magnetpole. Den
Streckeneinspeisung zwischen den einzelnen Band- Magneten als steuernden Schaltmitteln stehen die
zügen immer ein Abstand von zwei Blockstrecken Magnetschalter 19, 20 als gesteuerte Schaltmittel am
vorhanden ist, stellt die neue Schaltungsanordnung Anfang und Ende jeder Stromschiene 1 (bzw. Block-
auch eine Abstandsicherung, d. h. eine Sicherung strecke) wirkungsmäßig gegenüber. Die Magnetschal-
gegen Zugzusammenstöße, dar. 60 ter sind so eingestellt, daß sie bei Vorbeifahrt des
Die Zeichnung veranschaulicht schematisch ein Bandzuges jeweils nur von einem Magneten jedes
Ausführungsbeispiel der neuen Zugförderanlage; es Sendemagnetenpaares betätigt werden. Es schaltet
zeigt also bei Fahrtrichtung von links nach recht der
Fig. 1 den grundsätzlichen Aufbau einer Ring- Sendemagnet 18 die Magnetschalter 19, 20 ein, wäh-
strecke mit nebeneinanderliegenden Fahrbahnen und 65 rend der Sendemagnet 16 sie wieder abschaltet. Ent-
Wendestrecken an den beiden Enden, sprechend schaltet bei entgegengesetzter Fahrtrich-
Fig. 2 eine Blockstrecke mit Bandzug und dazu- tung der Sendemagnet 15 ein und der Sendemagnet
gehörenden Schaltmitteln, 17 aus.
5 6
Die Fahrtrichtungsumkehr kann durch Vertauschen Zugstellung III:
zweier Phasen des Hochspannungsnetzes geschehen. £>er Bandzug ist vollständig in die Blockstrecke
Gleichzeitig müssen die Steuergeräte 10 auf die neue ι J3 eingefahren. Die Magnetschalter 19 und 20
Fahrtrichtung umgeschaltet werden (Umschaltung der liegen in Ruhestellung.
Wirkverbindungen in F i g. 3). 5
Die für den zu Anfang erläuterten Zweck erforder- Zugstellung IV:
liehe Zusammenschaltung mehrerer Blockstrecken zu Dje Zugspitze hat die Blockstrecke Ib verlassen
Streckenkomplexen bzw. die notwendige Verriegelung un(j ist auf die Strecke Ic vorgerückt. Der
derselben zur Vermeidung von Zugzusammenstößen Magnetschalter 20 liegt in Arbeitsstellung, 19 in
wird ausschließlich von den Impulsen der Magnet- io Ruhestellung,
schalter 19, 20 gesteuert. Gemäß F i g. 3 stehen, wie
schalter 19, 20 gesteuert. Gemäß F i g. 3 stehen, wie
schon erwähnt, die Magnetschalter 19, 20 der einzel- Unter Berücksichtigung dieses Sachverhaltes sei
nen Blockstrecken in Verbindung mit den jeder nun im folgenden an Hand der F i g. 5 ein normaler
Blockstrecke (bzw. Stromschiene) zugeordneten Anfahrvorgang erläutert. Beim Anfahrvorgang arbei-Steuergeräten
10. Zur Erfassung der Magnetschalter- 15 ten je nach Zugstellung entweder das unmittelbar
impulse enthalten die Steuergeräte unter anderem betroffene Steuergerät (vgl. die Züge N+1, N und
zwei (nicht dargestellte) Stützrelais (oder gleichwertige N—2) oder die beiden betroffenen Steuergeräte (vgl.
Schaltelemente), die zusammen vier voneinander ver- den Zug N) noch mit je zwei in Fahrtrichtung vor
schiedene Stellungen einnehmen können. Diesen vier ihnen liegenden Steuergeräten zusammen. Im ersten
Schaltstellungen sind vier Zugpositionen, bezogen auf 20 Falle wirken also insgesamt drei, im zweiten Falle
eine bestimmte Blockstrecke, zugeordnet. Sie werden insgesamt vier Steuergeräte zusammen,
über die Wirkungsverbindungen 21, 22 von Steuer- Bezüglich der dabei gemäß der Erfindung zusam-
über die Wirkungsverbindungen 21, 22 von Steuer- Bezüglich der dabei gemäß der Erfindung zusam-
gerät zu Steuergerät weitergegeben. menzuschaltenden Blockstrecken arbeiten die genann-
An Hand der Fi g. 4 seien die vom Steuergerät 10 ten Steuergeräte jedoch derart, daß die jeweils nächste
der BlockstreckeIb zu erfassenden vier Zugstellun- 35 Blockstrecke vor und hinter der besetzten Blockgen
näher bezeichnet: strecke, also bei den Zügen N+1, N sowie N—2 die
Strecken n—4 und n—2, n—l und n+1 sowie n+6
Zugstellung I: und η+8 durch Schließen der entsprechenden Trenn-
Die Blockstrecke 1 b ist frei. Ihre Magnetschalter schalter (vgl. Wirkungslinie 23 in F i g. 3) zu zusam-19
und 20 liegen in Ruhestellung. 30 menhängenden Streckenkomplexen vereinigt werden.
Bei ZugiV— 1 werden in gleicher Weise die über-
Zugstellung II: läppten Blockstrecken η+3 und n+4 mit den Block-
Die Zugspitze ist in den Anfang der Block- strecken n+2 und «+5 zu einem einzigen Streckenstrecke Ib eingefahren (Überlappungsstellung). komplex zusammengeschaltet. Auf diese Weise steht
Der Magnetschalter 19 der Strecke Ib liegt in 35 den betreffenden Zügen das Leistungsvermögen von
Arbeitsstellung, der Magnetschalter 20 noch in drei bzw. vier Blockstreckentransformatoren zur VerRuhestellung,
fügung.
Aus diesem Zustand heraus fahren dann die Zügenach folgender Vorschrift zeitlich gestaffelt an:
Es schließen
zur Zeit t — t^ Blockschalter n+8, n+7, n+6
t = t1+At1 Blockschalter η+5, n+4, «+3, n+2
t = tt+2At1 Blockschalter n+1, n, n—l
t — t1+3At1 Blockschalter n—2, n—3, n—4
Es öffnen
zur Zeit t ^t1+At^ Trennschalter n+7/n+8, n+6/n+7
t = ^1+At1 + At2 Trennschalter n+4/n+5, n+3/n+4, n+2/n+3
t=t1+2At1+At2 Trennschaltern ln+1, n-lln
t = t1+3At1+At2 Trennschalter n-3/n-2, n—4/n-3
Im Dauerbetrieb ergibt sich dann der gemäß Fig. 6 55 angeschnittenen Blockstrecke als frei oder blockiert
dargestellte Ringstreckenzustand, indem alle Trenn- zurück.
schalter geöffnet und alle Blockschalter geschlossen Blockiert nun ein Zug eine bestimmte Blockstrecke
sind (vgl. Wirkungslinie 24). in einer Stellung wie Position II oder III gemäß
Im folgenden seien noch zwei Störungsfälle (Zug F i g. 4, so wird das zugeordnete Steuergerät relativ
blockiert) in Anlehnung an Fig. 3 und an Hand der 60 zum nachfolgenden Zug dann in den Kreis der zu-
Fig. 7 näher erläutert. Es sei für den ersten Fall an- rückmeldenden Steuergeräte eingezogen, wenn der
genommen, daß sein Netzversagen vorliegt. nachfolgende Zug in die vorletzte Blockstrecke vor
Im Normalfall ist — wie erläutert — die Stellung der blockierten Strecke einfährt. In Analogie hierzu
der Stützrelais in den Steuergeräten von der Zug- rücken auch die übrigen Züge bis auf eine Blockstellung
im Bereich von drei Blockstrecken abhängig. 65 strecke Zwischenabstand aneinander heran (Auf-Die
Steuergeräte der in Fahrtrichung voraus liegen- schließen der Züge), da die zusammenarbeitenden
den beiden Blockstrecken melden die Blockstrecken Steuergeräte der nachfolgenden Züge nacheinander
jeweils zum Steuergerät der gerade befahrenen oder die gleichen Besetztimpulse erhalten. Zugleich geben
die Steuergeräte nacheinander einen entsprechenden Abschaltimpuls (vgl. die Wirkungslinie 25 in F i g. 3)
auf die Blockschalter und setzen somit die voll in die Blockstrecken eingefahrenen Bandzüge still. Der dann
vorhandene Schaltzustand der Förderstrecke ist für eine Teilstrecke aus F i g. 7 ersichtlich.
Es sei erwähnt, daß sich dieser Schaltzustand auch dann ergibt, wenn die Störung auf ein Netzversagen
(Spannungsloswerden der Blockstrecke n) zurückgeht. Auch in diesem Fall werden die Blockschalter von
der Störungsstelle rückwärtslaufend über die genannte Wirkverbindung 25 jedes Blockschalters mit
dem Steuergerät der vorausgehenden Blockstrecke abgeschaltet.
Bei der Anordnung nach Fig. 7 ist die Blockstrecke η durch den Zug N blockiert. Die nachfolgenden
Züge sind bis auf eine freie Blockstrecke an diesen und aneinander herangerückt. Alle Blockschalter
sind geöffnet. Von den Trennschaltern sind jedoch bereits in Vorbereitung auf den neuen Anfahrvorgang
die benachbarten Blockstrecken (soweit zulässig) mit den besetzten Strecken selbsttätig zusammengeschaltet.
So ist die Stromschiene der blockierten Blockstrecke η mit denen der Nachbarstrecken n—l und n+1 ordnungsgemäß
im Sinne der Erfindung verbunden. Bei den übrigen Blockstrecken«—2, n—4 und n—6 ist
nur eine Verbindung mit der jeweils rückwärtigen Blockstrecke zustande gekommen.
Um auch bei diesem Anfahrvorgang eine Zusammenfassung mehrerer Blockstrecken im Sinne der
Erfindung zu erreichen, werden, nachdem die Blockstrecken n+1 und n—1 mit der Blockstrecke η zu
einem Streckenkomplex zusammengeschaltet sind und der Zug N (durch zusätzlichen Steuereingriff, wiederkehrende
Spannung od. dgl.) abgefahren ist, die von den nachfolgenden Zügen besetzten Blockstrecken
mit der jeweils vor und hinter ihnen liegenden Blockstrecke erst dann in gleicher Weise zu
einem Streckenkomplex zusammenschaltet, wenn zwischen dem zuletzt abgefahrenen Zug und dem
noch stehenden Zug ein Abstand von zwei Blockstrecken erreicht ist.
Es ergibt sich also folgender Ablauf des Anfahrvorganges:
Blockschalter n+1, η, η—1
Trennschalter n/n+1, η—l/n
Es schließen
zur Zeit t — tt
Es öffnen
zur Zeit t = I1+At2
Es schließen nach Freimeldung des Blockes η (Zeitpunkt t = t2)
Trennschalter n—2/n—1
Blockschalter n—2, n — 3
Es öffnen
zur Zeit t = t.z+A t2 Trennschalter n—2/n—i, n—Zln—2
Es schließen nach Freimeldung des Blockes n—2 (Zeitpunkt t = i3)
Trennschalter n—4/n—3 Blockschalter n—A, n—5
Es öffnen
zur Zeit ί = t:1 + zit2 Trennschalter n—4/n—3, n—5/n—4
usw.
Claims (9)
1. Schaltungsanordnung für eine endlose Bandzugförderanlage in Abbaubetrieben mit stromabnehmergespeistem
Eigenantrieb der Bandzüge und Einteilung der Gesamtstrecke in etwa gleich lange Blockstrecken, von welchen jede mit ihren
Stromschienen für sich an eine gemeinsame elektrische Versorgungsanlage und an die benachbarten
Blockstrecken anschließbar ist, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Hochspannungsleitung (5) vorgesehen ist, an die jede Blockstrecke
über einen Hochspannungsschalter (4), einen Transformator (3) und Blockschalter (2)
zur Übertragung der Dauerleistung angeschlossen ist, daß die einzelnen Blockstrecken untereinander
über Trennschalter verbunden sind und daß zur Erzielung einer selbsttätigen Zusammenschaltung
der Blockstrecken zu Streckenkomplexen und der Parallelschaltung der Transformatoren die Blockschalter
(2) und Trennschalter (6) über je ein Steuergerät (10) in Abhängigkeit von zuggesteuerten
und an Anfang und Ende jeder Blockstrecke angeordneten Schaltmitteln (7, 8, 9) stehen, derart,
daß die im Vergleich zur Dauerleistung bedeutend höhere Anfahrleistung der Bandzüge durch selbsttätige
Zugabstandshaltung, zeitlich getrenntes Anfahren der Bandzüge und Parallelschaltung von
Transformatoren (3), Hochspannungs- und Blockschaltern (4,2) beherrscht wird und daß mit
diesen Mitteln eine Sicherung der Bandzüge gegen Zusammenstöße geschaffen ist.
2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei oder mehr Blockstrecken
zur Benutzung als Be- und Entladestrecken vom speisenden Netz (5) auf eine Spannungsquelle
(12) umschaltbar sind, deren Frequenz niedriger als die Netzfrequenz liegt.
3. Schaltungsanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß für die Umschaltung
der Be- und Entladestrecken von der netzfrequenten auf die niedrigfrequente Spannung die zugeordneten
Steuergeräte (10) dieser Strecken vorgesehen sind, die die Umschaltung dann bewirken,
wenn der entsprechende Zug vollständig in die jeweilige Strecke eingefahren ist.
4. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in eine der Blockstrecken
eine Meßteilstrecke (13) eingefügt ist, die elektrisch gegen die Blockstrecke isoliert und
I 164
vorzugsweise an eine Gleichspannung angeschlossen ist und deren Länge vorzugsweise kleiner als
der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Stromabnehmersätzen des Zuges ist.
5. Schaltungsanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß sich im Gleichstrommeßkreis
ein stromabhängiges Schaltglied (14) befindet, das bei Abweichung des Meßstromes
vom Sollwert einen entsprechenden Signalstromkreis betätigt. ίο
6. Verfahren zum Betrieb einer Bandzugförderanlage gemäß der Schaltungsanordnung nach Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, daß die Blockschalter (2) eines Streckenkomplexes bei jedem
Anfahrvorgang gleichzeitig eingelegt werden, daß jedoch die Einschaltzeiten der Streckenkomplexe
entsprechend der Zugfolge gestaffelt sind.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß beim Anfahren der Züge nach
einer Betriebspause das je nach Zugstellung betroffene Steuergerät (Fall a: Zug steht innerhalb
der Blockstrecke) bzw. die beiden betroffenen Steuergeräte (Fall b: Zuganfang und Zugende halten
entsprechende Teile zweier Blockstrecken besetzt) zusätzlich noch mit je zwei in Fahrtrichtung
vor ihnen liegenden Steuergeräten — im Fall a) also insgesamt drei und im Fall b) also insgesamt
vier Steuergeräte — zusammenarbeiten, derart, daß die jeweils nächste Blockstrecke vor und
hinter der besetzten Blockstrecke (Fall a) oder den besetzten Blockstrecken (Fall b) mit diesen
durch Schließen der entsprechenden Trennschalter zu einem zusammenhängenden Streckenkomplex
vereinigt werden.
8. Verfahren zum Betrieb einer Bandzugförderanlage gemäß der Schaltungsanordnung nach Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, daß unter dem Einfluß der Steuergeräte bei Ausfall oder Stillsetzung
eines Zuges von den mit mindestens zwei Blockstrecken Abstand zueinander nachfolgenden
Zügen der erste Zug bis in die vorletzte Blockstrecke vor der allein (Fall a) oder mit einer
anderen (Fall b) blockierten Blockstrecke vollständig einfährt und stillgesetzt wird und daß in
Analogie hierzu auch die übrigen Züge bis auf eine Blockstrecke Zwischenabstand aneinander
heranrücken (Aufschließen der Züge) und nacheinander durch Öffnen der Blockschalter stillgesetzt
werden.
9. Verfahren nach den Ansprüchen 6 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß zum Anfahren der
Züge nach einer Störung unter dem Einfluß der Steuergeräte die Blockstrecke vor und hinter der
zuvor gemäß Fall a) oder Fall b) blockierten Blockstrecke mit dieser zu einem Streckenkomplex
zusammengeschaltet werden und daß — nach Abfahrt des zuvor blockierten Zuges — die von
den nachfolgenden Zügen besetzten Blockstrecken mit der jeweils vor und hinter ihnen liegenden
Blockstrecke erst dann in gleicherweise zu einem Streckenkomplex zusammengeschaltet werden,
wenn zwischen dem zuletzt abgefahrenen Zug und dem noch stehenden Zug ein Abstand von
mindestens zwei Blockstrecken eingetreten ist.
In Betraoht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 555 706, 297 876, 364;
Deutsche Patentschriften Nr. 555 706, 297 876, 364;
deutsche Auslegeschriften Nr. 1 004 222, S 39851
II/2Oi (bekanntgemacht am 7. 6.1956).
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
409 537/7 2.64 © Bundesdruckerei Berlin
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DES55135A DE1164458B (de) | 1957-09-17 | 1957-09-17 | Schaltungsanordnung fuer eine endlose Bandzugfoerderanlage und Verfahren zum Betriebderselben |
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1164458B true DE1164458B (de) | 1964-03-05 |
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ID=7490250
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|---|---|---|---|
| DES55135A Pending DE1164458B (de) | 1957-09-17 | 1957-09-17 | Schaltungsanordnung fuer eine endlose Bandzugfoerderanlage und Verfahren zum Betriebderselben |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1164458B (de) |
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1957
- 1957-09-17 DE DES55135A patent/DE1164458B/de active Pending
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