DE11474C - Neuerungen an dem Verfahren zur Darstellung vollständig phosphorfreier unschädlicher billiger Zündhölzer, welche sich auf jeder Reibfläche entzünden lassen - Google Patents

Neuerungen an dem Verfahren zur Darstellung vollständig phosphorfreier unschädlicher billiger Zündhölzer, welche sich auf jeder Reibfläche entzünden lassen

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DE11474C
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L. WAGNER in Mülheim a. Rhein
Publication of DE11474C publication Critical patent/DE11474C/de
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06FMATCHES; MANUFACTURE OF MATCHES
    • C06F3/00Chemical features in the manufacture of matches

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Chemical And Physical Treatments For Wood And The Like (AREA)

Description

1879.
Klasse 78.
LOUIS WAGNER in MÜLHEIM α. Rhein.
Neuerungen an dem Verfahren zur Darstellung vollständig phosphorfreier unschädlicher billiger Zündhölzer, welche sich auf jeder Reibfläche entzünden lassen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 4. September 1879 ab.
Vorzüge der neuen Zündmasse,
ι. Absolut phosphorfrei und ganz unschädlich.
2. Sichere und doch nicht zu leichte Entzündbarkeit auf jeder Reibfläche.
3. Vollständiger und vorteilhafter Ersatz der giftreichen Phosphormasse, da diese phosphorfreie Masse neben ihren sonstigen hervorragenden Eigenschaften bedeutend billiger ist als die Phosphormasse.
4. Ungefährlichere Darstellung als diejenige aller bisherigen Zündmassen, da eine Explosion unmöglich ist und keine Dämpfe, Dünste oder „sonstige Gasentwicklungen erzeugt werden oder stattfinden.
5. Keine Aenderungen, weder an den baulichen noch maschinellen Einrichtungen der bestehenden Fabriken nöthig.
6. Keine künstlichen Trockenvorrichtungen erforderlich, da die neue Masse innerhalb weniger Stunden bei gewöhnlicher Temperatur so trocknet, dafs die damit versehenen Hölzer verpackt werden können.
7. Alle inländischen Holzarten für den Zündholzdraht vorzüglich geeignet.
8. Verhalten bei Luftfeuchtigkeit bezw. Temperaturwechsel nicht ungünstiger als dasjenige der jetzt gebräuchlichen Phosphorhölzer.
9. Keine Entzündung innerhalb der Verpackung, daher das Zusammenpacken einer grofsen Anzahl Zündhölzer in einem und demselben Behältnifs ungefährlich und zulässig.
Bestandtheile der Masse und Darstellung.
Die Masse besteht aus 1 J/3 Theilen Kölner Leim, 1 % Theilen Gelatine, 1 % Theilen Leiogomme, 16 Theilen chlorsaurem Kali, 34 Theilen unterschwefligsaurem Bleioxyd, 6 Theilen Schwefelantimon, 5 Theilen Bleisuperoxyd, 5 Theilen Holzkohlenstaub, 10 Theilen Glaspulver, 4 Theilen Salpeter, 1 Theil Schwefel, 30 Theilen Wasser.
Das unterschwefligsaure Bleioxyd mufs aus unterschwefligsaurem Natron und salpetersaurem ,Bleioxyd dargestellt sein.
4 Theile salpetersaures Bleioxyd werden in einem Kübel in 12 bis 20 Theilen heifsem Regenwasser gelöst und 3 Theile unterschwefligsaures Natron in einem anderen Gefäfs in 9 bis 16 Theilen desselben. Diese letzte Lösung wird unter fortwährendem Umrühren in die Bleilösung gegossen. Den entstehenden Bleiniederschlag läfst man absetzen, zieht die oben stehende helle Lauge sorgfältig ab, füllt wieder mit frischem Regenwasser und wiederholt dieses Auswaschen mindestens 4 bis 5 mal. Der Niederschlag wird dann ausgepreist, und entweder, bei nicht zu starker Erwärmung, getrocknet und pulverisirt, oder aber in feuchtem, teigartigem Zustand zur Zündmasse verwendet, welch letzteres unbedingt zu empfehlen ist, da die Masse auf diese Weise feiner wird, besser ausgiebt, fester hält und dem Zündholzköpfchen einen eigenthümlichen, schönen, metallischen Silbefglanz verleiht. Die Ausbeute an unterschwefligsaurem Bleioxyd beträgt gerade so viel, als das verwendete Quantum salpetersaures Bleioxyd. Das in der Zündmasse ferner enthaltene Bleisuperoxyd stellt sich der Zündwaarenfabrikant ebenfalls auf folgende Weise selbst her. Bleimennige wird mit verdünnter Salpetersäure behandelt, wodurch man eine Lösung von salpetersaurem Bleioxyd erhält, während sich das Bleisuperoxyd als ein schweres, braunes Pulver niederschlägt. Nachdem dieser Niederschlag mit Wasser ausgewaschen, wird derselbe getrocknet und pulverisirt oder auch teigartig der Zündmasse beigefügt.
Die eigentliche Bereitung der Zündmasse findet nun in folgender Weise statt.
Der Leim 6 bis 8 Stunden, die Gelatine '/2 Stunde vorher eingeweicht, werden' in der vorgeschriebenen Menge Wasser mit dem Leiogomme gekocht. In diese heifse Lösung wird, nachdem dieselbe vom Feuer entfernt worden, das chlorsaure Kali eingetragen und vollständig gelöst. Hierauf wird der auf das Trockengewicht berechnete feuchte Bleiniederschlag (unterschwefligsaures Bleioxyd) eingerührt und schliefslich der Reihe nach noch die übrigen Stoffe, wie sie vorstehend angegeben sind. Die ganze Mischung (bis zur Consistenz eines dicken Syrups mit Wasser verdünnt) wird schliefslich auf einer gewöhnlichen Reibmühle ganz fein
gemahlen und in lauwarmem Zustand zum Eintunken der Hölzer benutzt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung einer auf jeder Reibfläche entzündbaren phosphorfreien Zündmasse, die gebildet wird aus sehr geringen Mengen von zuvor gelöstem Kaliumchlorat (nicht mehr als 14 pCt. der Gesammtmischung) mit frisch gefälltem, noch feuchtem unterschwefligsaurem Blei, Schwefelantimon, Bleisuperoxyd, Holzkohlenstaub, Glaspulver, Salpeter, Schwefel, Wasser, Kölner Leim, Gelatine und Leiogomme.
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