DE48265C - Rauch- und flammenloses Schiefspulver - Google Patents
Rauch- und flammenloses SchiefspulverInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C06—EXPLOSIVES; MATCHES
- C06B—EXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
- C06B23/00—Compositions characterised by non-explosive or non-thermic constituents
- C06B23/04—Compositions characterised by non-explosive or non-thermic constituents for cooling the explosion gases including antifouling and flash suppressing agents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 78: Sprengstoffe.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 3. März 1888 ab.
Vorliegende Erfindung bezweckt die Herstellung eines Schiefspulvers von ausgezeichneterer
Beschaffenheit, auch in Bezug auf Stärke und Einwirkung auf die Gesundheit, als alle bekannten
Explosionsstoffe; dieses Schiefspulver ist nach Angabe des Erfinders von grofser
Explosionsgeschwindigkeit, den Feuerwaffen unschädlich, durchaus reinlich, rauch- und flammenlos,
so dafs weder Flamme noch Funke beim Abfeuern zu sehen ist und wird auch durch Feuchtigkeit in seiner Beschaffenheit und Wirkung
nicht verändert.
Ein solches, wie angegeben, rauch- und flammenloses Schiefspulver wird nach vorliegender
Erfindung wie folgt hergestellt:
Stroh, besonders Haferstroh, da letzteres weniger Kieselsäure und sonstige schädliche
Substanzen enthält als andere ähnliche organische Stoffe, wird nach Art der Papierfabrikation
in eine breiige Masse verwandelt, welche vollkommen getrocknet wird. Dieser Strohstoff
wird mit einer Mischung aus 2 Gewichtstheilen Schwefelsäure vom specifischen Gewicht
1,850 oder 66° B. mit Salpetersäure vom specifischen Gewicht 1,486 oder 460B. behandelt.
Da bei der Herstellung dieser Säuremischung eine sehr hohe Temperatur entsteht, so überläfst
man dieselbe etwa 5 bis 6 Stunden der Ruhe, bis die chemische Reaction vorüber
und das Schwefelsäure-Salpetersäuregemisch abgekühlt ist. ,
Der Strohstoff wird in dieses Säuregemisch eingebracht und das Ganze 35 bis 45 Stunden
unter Lichtabschlufs stehen gelassen: Hierauf zieht man die Säuren von der Strohmasse ab
und wäscht dieselbe andauernd, ungefähr-2 Stunden lang, in fliefsendem Wasser. Alsdann
bringt man die Strohmasse in einen für eine Verdünnung derselben genügend grofsen
Behälter und kocht sie, zur Befreiung von der Säure etwa 2 Stunden lang mit Wasser, indem
man das verdampfende Wasser ergänzt. Darauf wird die Masse von dem Wasser zweckmäfsig
durch Pressen befreit und in denselben inzwischen geleerten Behälter zurückgebracht.
Auf diese Masse giefst man eine ungefähr 1 Y4 procentige wässerige Lösung von Kaliumcarbonat
von etwa 80 ° C., rührt mit Hülfe eines Glasstabes gut um und läfst das Ganze
etwa 2 Stunden abkühlen. Die Flüssigkeit wird wiederum abgezogen und nunmehr die Masse
in einem Bade behandelt, ,welches auf 1 000 1 Wasser ungefähr 12 V2 kg Kaliumnitrat, 3 '/8 kg
Kaliumchlorat, 111J2 kg Zinksulfat und 12 J/2 kg
Kaliumpermanganat enthält. Diese Lösung wird zum Sieden gebracht und darauf die Strohmasse
hineingebracht und 2 bis 6 Stunden in ■ derselben gelassen, je nachdem eine langsame
oder schnelle Verbrennung für die Verwendung des Pulvers für Handfeuerwaffen, mechanisch
zu bedienende Feuerwaffen, Kanonen u. s. w. gewünscht ist. ■
Die so behandelte Masse wird nun durch genügend starkes Pressen von möglichst allem
Wasser befreit, dann mit Hülfe einer schnell rotirenden Zerkleinerungsvorrichtung pulverisirt
und dann in geeigneter Weise geformt, z. B. mit Hülfe einer Granulirvorrichtung zu Körnern,
welche für Kriegsschufswaffen geeignet sind.
Darauf wird die geformte Masse mit heifser oder trockener Luft getrocknet.
,, Nach Angabe des Erfinders kann das so erhaltene Schiefspulver nicht durch Stofs oder Schlag, sondern nur durch Feuer, Flammen, Funken oder durch Rothglut zur Explosion gebracht werden und besitzt vor allen anderen Explosionsstoffen den Vorzug der Gefahrlosigkeit bei seiner Herstellung, seinem Transport, seiner Verpackung oder Lagerung in Magazinen oder Behältern; es ist werthvoll für den Heeresdienst, weil es keinen Rückschlag ausübt, keine bei Nacht sichtbare Flamme und keinen bei Tag sichtbaren Rauch erzeugt und kein Waschen oder Reinigen der Waffen erfordert.
,, Nach Angabe des Erfinders kann das so erhaltene Schiefspulver nicht durch Stofs oder Schlag, sondern nur durch Feuer, Flammen, Funken oder durch Rothglut zur Explosion gebracht werden und besitzt vor allen anderen Explosionsstoffen den Vorzug der Gefahrlosigkeit bei seiner Herstellung, seinem Transport, seiner Verpackung oder Lagerung in Magazinen oder Behältern; es ist werthvoll für den Heeresdienst, weil es keinen Rückschlag ausübt, keine bei Nacht sichtbare Flamme und keinen bei Tag sichtbaren Rauch erzeugt und kein Waschen oder Reinigen der Waffen erfordert.
Claims (1)
- Pa te nt-An sp ruch:Bei der Herstellung eines Sprengstoffes aus nitrirter Strohmasse und sauerstoffreichen Salzen die Behandlung der ersteren mit einer siedenden wässerigen Lösung, welche neben Kaliumnitrat, Kaliumchlorat und Zinksulfat noch Kaliumpermanganat enthält.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE48265C true DE48265C (de) |
Family
ID=323254
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT48265D Expired - Lifetime DE48265C (de) | Rauch- und flammenloses Schiefspulver |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE48265C (de) |
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