AT157557B - Vielfachzündstab. - Google Patents

Vielfachzündstab.

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AT157557B
AT157557B AT157557DA AT157557B AT 157557 B AT157557 B AT 157557B AT 157557D A AT157557D A AT 157557DA AT 157557 B AT157557 B AT 157557B
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sep
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Ludwig Wilhelm Hattemer
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Ludwig Wilhelm Hattemer
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  • Solid Fuels And Fuel-Associated Substances (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



    Vielfaehziindstab.   



   Die Erfindung betrifft einen wiederholt entzündbaren und durch Schwenken oder Blasen auslöschbaren Vielfachzündstab, bei welchem der die Entzündung bewirkende   Sauerstoffträger nicht   mit der brennbaren Masse vermischt ist. 



   Zündstäbe dieser Art wurden bereits in Vorschlag gebracht, u. zw. bestehen die Zündmassen aus Chloraten oder Perchloraten, die mit organischen oder anorganischen Bindemitteln zu kompakten Stiften geformt werden. Unverbrennbare Bindemittel, wie Gips, Zement, Wasserglas u. a. erschweren jedoch die wünschenswerte sichere Funkenbildung, weil sie die Entstehung einer harten Schmelzkruste begünstigen, die vor erneuter Entzündung auf der dadurch sich zu rasch abnützenden Reibfläche abgerieben oder sonst wie entfernt werden muss. Bei Zündmassen mit organischen Stoffen als Bindemittel hat es sich wegen der zur Entzündung notwendigen grossen Menge Chlorat als sehr schwierig erwiesen, die Verbrennungsgeschwindigkeit so zu verlangsamen, dass sie nicht grösser ist als die der brennbaren Masse.

   Es ist kaum zu vermeiden, dass solche Zündmassen wenigstens stellenweise mit grösserer Geschwindigkeit abbrennen als die brennbare Masse, so dass in dem Zündmassestift ein Krater entsteht, der erneutes Entzünden verhindert. Auch ist die Herstellung von festen   Zündmassestiften   mit hohem Chloratgehalt nicht ungefährlich. Man hat deshalb schon Zündmassestifte in Vorschlag gebracht, bei denen das Chlorat durch amorphen Phosphor ersetzt ist, während die Reibfläche Chlorat an Stelle von Phosphor enthält. 



   Als brennbare Massen wurden hauptsächlich   Kondensations-und   Polymerisationsprodukte 
 EMI1.1 
 und brennbarer Masse einen Stoff anzuordnen, der leichter entzündlich ist als die brennbare Masse. Infolge der leichter brennbaren Bestandteile wird die Gebrauchsdauer des Stabes gewaltsam und unvorteilhaft verkürzt. 



   Die Haupteigenschaften, die ein praktisch brauchbarer Zündstab aufweisen muss, nämlich sichere Entzündbarkeit und gleichmässiges Abbrennen des Sauerstoffträgers und der brennbaren Masse wurden dadurch einwandfrei erreicht, dass als Sauerstoffträger ein Docht und als Brennmasse besonders leicht entzündliche, aber langsam verbrennende Massen verwendet werden. Als Docht dient vorzugsweise geflochtenes oder gezwirntes Baumwollgarn, wie es z. B. für   Wachskerzen   üblich ist. Naturseide, Acetat-und Viskoseseide, Wolle und andere Faserstoffe und Gewebe aus solchen, z. B. Asbest, sind ebenfalls brauchbar. Der Docht wird wie der für Wachskerzen bestimmte Docht in beliebig langen Stücken mit kochender Ammoniumphosphatlösung gegen Naehglimmen imprägniert. Asbesthaltiger Docht bedarf keiner solchen Behandlung.

   Nach dem Trocknen wird der Docht mit einer heissen Lösung getränkt, die z. B. aus 
 EMI1.2 
 
<tb> 
<tb> 248'0 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Wasser,
<tb> 196'5 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Natriumehlorat,
<tb> 143'0 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Trioxymethylen,
<tb> 29'7 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Gummi <SEP> arabieum <SEP> und
<tb> 2'9 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Natriumbicarbonat
<tb> 
 besteht. Diese Lösung enthält zweckmässig noch reibungserhöhende, die Funkenbildung begünstigende und den langsamen Verbrauch des Dochtes bewirkende Stoffe, wie 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 
<tb> 
<tb> 96-0 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Glas-oder <SEP> Sehmirgelpulver,
<tb> 7-8 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Zinkweiss,
<tb> 3-8 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Goldsehwefel <SEP> und
<tb> 9-2 <SEP> Gewichtsteile <SEP> pulv. <SEP> Bornylalkohol.
<tb> 
 



   Die Zusammensetzung und die   Gewichtsverhältnisse   müssen jeweils den besonderen Anforderungen, die man an   den Zündstab   z. B. hinsichtlich Tropenfestigkeit, Entzündbarkeit bei starkem Wind u. a. stellt, angepasst werden. 



   Es hat sieh als vorteilhaft gezeigt, die Garnfäden des Dochtes einzeln mit der Chloratlösung zu behandeln und dann erst zu einem Docht zu zwirnen, der nochmals mit der Lösung getränkt wird. Um das Abblättern der in der Lösung verteilten Stoffe, wie Glaspulver usw., die am Aussenumfang des Dochtes haften, bei der weiteren Verarbeitung zu verhindern, erhält dieser nach erneutem Trocknen einen Überzug aus Celluloseäther, z. B.   Benzyl- oder Äthylcelluloselösung   oder aus einer Lösung von   Äthylcellulose,   die ebenfalls Chlorat, Trioxymethylen, Glaspulver u. a. enthalten kann. Der Überzug hat weiter den Zweck, den Docht zu versteifen und ihn gegen Feuchtigkeit unempfindlich zu machen. 



    Acetonlösliehes   Dochtmaterial, wie z. B. Acetatseide, kann mit Chlorat od. dgl. enthaltenen Lösungen von Gelatine oder Leim überzogen werden, die gegebenenfalls in bekannter Weise gehärtet werden. 



   Nach dem Trocknen des Überzuges ist der so behandelte Docht vollkommen   handhabungssicher,     schlag-und stossunempfindlich.   Sein Chloratgehalt genügt, um auf einer phosphorhaltigen Reibfläche einen zur sicheren Entzündung ausreichenden Funken zu bilden. 
 EMI2.2 
 sonders gut. Z. B. mittels Leim oder auf andere Weise festgemacht Kohlenwasserstoffe (Benzin.

   Benzol), mittels Leim und Eisenvitriol festgemachtes Petroleum (Hartpetroleum), mittels Nitrocellulose und Campher oder auf andere Art festgemachter Spiritus (Hartspiritus), mittels Leim oder auf andere Art festgemachtes Cyclohexanon und Cyclohexanol oder deren Ester, mittels Zelluloidlösung oder auf andere Weise gebundene Camphane, wie Borneol und Isoborneol, mittels Leim oder auf andere Weise gebundene ungesättigte   monoeyclische   Ketone und deren Derivate, wie Chinon, einzeln oder in Mischung miteinander. Die besondere Eignung dieser Stoffe liegt darin, dass sie schon bei gewöhnlicher Temperatur kräftig sublimieren, so dass der Funke in der Sublimationszone leicht und sicher zündet. Wenn es   erwünscht   ist, die Sublimation abzuschwächen, z.

   B. für tropische Länder, so kann dies entweder durch Zugabe grösserer Mengen   Binde-bzw. Festmaehungsmittel   oder dadurch erreicht werden, dass zur Brennmasse in der Hauptsache schon an sich weniger stark sublimierende Stoffe verwendet werden. 



   Der beim Verbrennen entstehende Eigengeruch der Brennmasse lässt sich in bekannter Weise durch einen natürlichen oder synthetischen Riechstoff überdecken. 



   In den nachfolgenden Ausführungsbeispielen kann der eine oder andere Stoff durch einen oder mehrere andere geeignete ersetzt werden. Die Gewichtsverhältnisse können auch andere sein. 
 EMI2.3 
 
<tb> 
<tb> 



  1. <SEP> 79'0 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Cyclohexanol, <SEP> festgemacht.
<tb> 



  10'4 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Benzol, <SEP> festgemacht,
<tb> 5'6 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Schiessbaumwolle,
<tb> 2'8 <SEP> Gewiehtsteile <SEP> Holzmehl <SEP> und
<tb> 2-2 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Zimtsäure.
<tb> 



  2. <SEP> 62'4 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Anthrazen, <SEP> nichtrussend,
<tb> 27-0 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Hartpetroleum,
<tb> 8'4 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Cyclohexanon, <SEP> festgemacht,
<tb> 0'5 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Chinon <SEP> und
<tb> 1'7 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Vanillin.
<tb> 



  3. <SEP> 86'3 <SEP> Gewiehtsteile <SEP> Isoborneol,
<tb> 10-0 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Benzin, <SEP> festgemacht,
<tb> 2'4 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Anthrazen <SEP> und
<tb> 1. <SEP> 3 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Cumarin.
<tb> 



  4. <SEP> 78'0 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Chinon,
<tb> 23'3 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Paraffin,
<tb> 17. <SEP> 5 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Isoborneol,
<tb> 9-8 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Stearin <SEP> und
<tb> 1'4 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Orange-Keton.
<tb> 



  5. <SEP> 97. <SEP> 9 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Hartspiritus,
<tb> 1'2 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Isoborneol <SEP> und
<tb> 0. <SEP> 9 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Heliotropin.
<tb> 



  6. <SEP> 91'6 <SEP> Gewichststeile <SEP> Benzin, <SEP> festgemacht,
<tb> 7'3 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Cyclohexanol, <SEP> festgemacht <SEP> und
<tb> l'l <SEP> Gewichtsteile <SEP> Ambra.
<tb> 
 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 



   Die Mischung wird z. B. durch Erwärmen oder Einrühren der zerkleinerten und gegebenenfalls pulverisierten Bestandteile in Bindemittel, wie   Aeetonkollodium,   Gelatinelösung u. a. in flüssigen Zustand gebracht und wie bei der Herstellung von   Wachskerzen   in Formen gegossen, in welche der Docht eingezogen ist. Nach dem Festwerden oder Trocknen, das unter Umständen durch Anwendung von Wärme beschleunigt werden kann, wird der überstehende Docht abgeschnitten und die Stäbe den Formen entnommen. 



   Man kann die Brennmasse auch auf andere Art um den Docht herumlegen, z. B. dadurch, dass man die auf die Länge des Zündstabes zugeschnittenen Dochtstücke in die flüssige Brennmasse taucht und dies so oft wiederholt, bis sich eine genügend dicke Schicht um den Docht gebildet hat. Die Unregelmässigkeiten der Brennmasse werden wie bei den auf ähnliche Weise hergestellten Wachskerzen nach dem Festwerden bzw. Trocknen mittels Ziehen durch ein Locheisen entfernt oder die Stäbe werden auf andere Art gerundet, z. B. durch Pressen. Auch kann man den Docht auf die gleiche Art mit der Brennmasse umpressen wie bei Kabeln die zu isolierenden Drähte mit einem Gummimantel. 



   Zum Schutz gegen unerwünschtes seitliches Herabbrennen erhalten die Stäbe zum Schluss in bekannter Weise einen Überzug aus schwer brennbarem Material.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Vielfachzündstab, bestehend aus einer leichtentzündbaren Brennmasse und einer, die Entzündung durch Anreiben bewirkenden Seele, welche aus mit einem die Entzündung bewirkenden Mittel, z. B. Chloraten getränkten Docht aus Fasermaterial besteht, dadurch gekennzeichnet, dass als Brennmasse langsam verbrennende, jedoch leichtentzündliche Stoffe dienen, wie z.
    B. mittels Leim oder auf andere Weise festgemacht Kohlenwasserstoffe (Benzin, Benzol), mittels Leim und Eisenvitriol festgemachtes Petroleum (Hartpetroleum), mittels Nitrocellulose und Campher oder auf andere Art festgemachter Spiritus (Hartspiritus), mittels Leim oder auf andere Art festgemachtes Cyclohexanon und Cyclohexanol oder deren Ester, mittels Zelluloidlösung oder auf andere Weise gebundene Camphane, mittels Leim oder auf andere Weise gebundene ungesättigte monocyclische Ketone, wie Chinon, einzeln oder in Mischung miteinander.
AT157557D 1935-08-26 1936-02-17 Vielfachzündstab. AT157557B (de)

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DE157557T 1935-08-26

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