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Streugutbehälter mit einer den Behälterboden bildenden Rüttelplatte
Streugutbehälter sind in verschiedenen Ausführungsformen bekannt und werden zumeist
auf einem Kraftfahrzeug oder einem Anhänger für ein Kraftfahrzeug angeordnet. Auch
ist es bekannt, Streugutbehälter an der Rückwand von Kraftfahrzeugen, z. B. von
Hinterkippern, zu befestigen. Derartige Streugutbehälter dienen zum gleichmäßigen
Ausstreuen von körnigem Gut, wie Salz, Sand, Kunstdünger u. dgl. Um eine gleichmäßige
Verteilung des Streugutes zu erreichen, ist es bekannt, die Streugutbehälter mit
Dorne aufweisenden Walzen zu versehen, auf welche die Drehbewegung des Fahrzeugrades
oder des Antriebsmotors durch Zahnräder, Riementriebe u. dgl. übertragen wird. Weiter
ist ein an einem Hinterkipper anhängbarer Streugutbehälter mit einem eigenen, durch
einen Motor angetriebenen Gebläse zum Verteilen des Streugutes bekanntgeworden.
Bei diesen bekannten Ausführungsformen müssen also von dem Antrieb des Fahrzeuges
oder dessen Rädern oder durch einen eigenen Motor angetriebene Vorrichtungen vorhanden
sein, um ein gleichmäßiges Streuen zu erreichen. Die hierfür notwendigen baulichen
Maßnahmen sind jedoch aufwendig und störungsanfällig.
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Ferner ist ein Streugutbehälter mit einer den Behälterboden bildenden
Rüttelplatte bekannt, die an einem Gestänge aufgehängt ist und zwischen der und
dem Streugutbehälter an den vier Ecken der Rüttelplatte je eine Feder befestigt
ist. Die Federn sind etwa horizontal angeordnet. Eine Bewegung der Rüttelplatte
in im wesentlichen horizontaler Richtung wird dadurch bewirkt, daß über die Rüttelplatte
hervorstehende federnde Streifen in die Speichenräder des Streugutbehälters eingreifen.
Dieser Streugutbehälter erfordert also Speichenräder und kann an Hinterkippern nicht
befestigt werden.
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Bei mit Schlitzen oder Klappen ausgerüsteten Streugutbehältern wird
durch die Eigenschwingungen des Behälters, die durch die Bodenunebenheiten hervorgerufen
werden, das Streugut nicht gleichmäßig verteilt.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Streugutbehälter so
auszubilden, daß auf Teile, die eine besondere Gestaltung des Streubehälters oder
des Fahrzeuges bedingen, z. B. mechanische Mittel zum Übertragen der Antriebs- oder
der Drehbewegung von Rädern des Streugutbehälters oder dessen Fahrzeuges, verzichtet
werden kann und zugleich auf einfache Weise eine einwandfreie Streuwirkung erreicht
wird.
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Die Erfindung betrifft einen Streugutbehälter mit einer den Behälterboden
bildenden Rüttelplatte, die an einem Gestänge angehängt ist und zwischen der und
dem Streugutbehälter an den vier Ecken der Rüttelplatte je eine Feder befestigt
ist. Die Erfindung besteht darin, daß die Federn an beiden Behälterseitenwänden
parallel zueinander und lotrecht angeordnet sind und derart an der Rüttelplatte
und an den Behälterseitenwänden befestigt sind, daß der waagerechte Abstand ihrer
Anschlußpunkte am Behälter von der Auslaßöffnung zwischen Rüttelplatte und Behälterrückenwand
größer ist als derjenige ihres Anschlußpunktes an der Rüttelplatte, daß das Gestänge
aus einer mit ihren freien Enden an der Rüttelplatte und mit ihrem anderen Ende
mit Spiel auf einer durch eine Sperrklinke feststellbaren Kurbelwelle angeschlossenen
Gabel besteht und daß im Behälter zwischen dessen Seitenwänden Ketten, Bänder od.
dgl. federnd gespannt sind und/oder an der Rüttelplattenunterseite eine biegsame
Stange, die mit einem auf der Straße rollenden geriffelten Zylinder versehen ist,
angelenkt ist, die durch die Erschütterungen des Gerätes bzw. Straßenunebenheiten
in Schwingungen versetzt werden und die Schwingungen der Rüttelplatte verstärken.
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Zweckmäßig ist jede Kette durch eine oder zwei Federn gespannt. Der
Streugutbehälter kann lösbar an der Rückwand eines Kraftfahrzeuges, z. B. eines
Hinterkippers, befestigt sein.
Die durch die Erfindung erreichten
Vorteile sind darin zu sehen, daß auf einfache Weise eine gleichmäßige Streuung
des Streugutes erzielt wird und auf aufwendige mechanische Mittel, die eine Bewegung
von den Rädern oder dem Antrieb des Fahrzeuges auf den Streugutbehälter übertragen
oder eine besondere Ausführungsform des Streubehälters oder des Fahrzeuges erfordern,
verzichtet werden kann. Bei der Erfindung werden die durch die Bodenunebenheiten
auf das Fahrzeug übertragenen Erschütterungen ausgenutzt, um diese Wirkungen zu
erreichen. Durch die in dem Streugutbehälter angeordneten Ketten oder Bänder werden
die durch die Bodenunebenheiten in diese eingeleiteten Schwingungen auf das Streugut,
welches auf der Bodenklappe aufliegt und somit die gleichen Schwingungen erfährt,
übertragen, so daß sich diese Schwingungen praktisch addieren. Bei glatten Oberflächenverhältnissen
der Fahrbahn, bei der somit nur geringe Schwingungen auftreten, können diese durch
den an einer biegsamen Stange auf der Fahrbahn rollenden geriffelten Zylinder verstärkt
werden.
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Die Erfindung wird an Hand einer ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung erläutert. Es zeigt Fig. 1 eine Seitenansicht eines an der Rückwand eines
Hinterkippers befestigten Behälters nach der Erfindung, Fig. 2 einen Teil des Behälters
im Schnitt in der Ebene II-11 der Fig. 1 mit Blickrichtung zum Fahrzeug, Fig. 3
eine Seitenansicht einer anderen Ausführungsform eines an der Rückwand eines Hinterkippers
befestigten Behälters und Fig. 4 einen Schnitt in der Ebene IV-IV der Fig. 3 mit
Blickrichtung zum Fahrzeug.
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Der Behälter 1 besteht aus einem Kasten mit zwei Seitenwänden 2. Er
ist an der Rückwand eines Hinterkippers 3 mittels eines waagerechten Rohrs
4 angeschlossen, welches an dem Boden 5 des Behälters befestigt ist und auf
jeder Seite in einer Nut eines an dem Längsträger 7 des Kippers befestigten Verlängerungsstückes
6 gelagert ist. Der obere Teil des Behälters ist an hinteren Stielen 8 mittels Stifte
9 befestigt, welche durch Löcher in den Stielen und in der Rückwand des Behälters
1 befestigten Lappen 10
gesteckt sind.
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Die Rückwand des Behälters hat eine breite Öffnung 11 für den Eintritt
des in dem Kipper befindlichen Streugutes; der von einer Rüttelplatte gebildete
Boden des Behälters weist eine Austrittsöffnung 12 auf. Die Rüttelplatte 13 ist
auf jeder Seite an der Behälterseitenwand 2 durch zwei Federn 14 befestigt, die
etwa parallel zueinander und etwa lotrecht angeordnet und derart an der Rüttelplatte
13 und den Behälterseitenwänden 2 befestigt sind, daß der waagerechte Abstand ihres
Anschlußpunktes am Behälter 1 von der Auslaßöffnung zwischen Rüttelplatte 13 und
Behälterrückwand größer als derjenige ihres Anschlußpunktes an der Rüttellplatte
ist. Die Rüttelplatte 13 wird außerdem an jeder Seite von einer Gabel 15 getragen,
welche an ihrem oberen Ende gelenkig und mit Spiel mit einem Kurbelzapfen einer
Kurbelwelle 16 verbunden ist, welche mittels eines Lagers 17 in der Behälterseitenwand
2 gelagert ist. Ein Hebel mit einer Sperrklinke 18 ist an seinem einen Ende an der
Kurbelwelle 16 befestigt und gestattet mittels eines an der Behälterseitenwand 2
befestigten Zahnsektors 19 ein Regeln der Austrittsöffnung 12, wie dies aus Fig.
1 ersichtlich ist.
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Im Behälter sind Ketten 20 waagerecht durch Federn 21 zwischen den
beiden Behälterseitenwänden 2 oberhalb der Rüttelplatte 13 gespannt.
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Wenn der Behälter offen ist und der Lastwagen fährt, geraten die Ketten
20 in Schwingungen und erleichtern das gleichmäßige Ausfließen des Streugutes durch
die Austrittsöffnung 12. Die Schwingungen gehen auf die Rüttelplatte 13 wegen deren
elastischer Aufhängung über.
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Bei dem dargestellten Beispiel ist der Behälter 1 breiter als der
Hinterkipper 3. Das Streugut breitet sich jedoch in dem Behälter aus und nimmt die
ganze Breite des Bodens ein. Diese größere Breite des Behälters gestattet das Streuen
einer breiteren Fläche. Wenn die Räder des Lastwagens nicht über die Seiten des
Behälters vorstehen, so rollen sie wegen der größeren Breite des Behälters nicht
über die bei der vorhergehenden Fahrt aufgebrachte Schicht 22 (Fig. 2).
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Der Behälter la des in den Fig. 3 und 4 dargestellten Ausführungsbeispiels
hat eine der Form des Behälters 1 ähnliche Form und ist wie dieser mit einer Rüttelplatte
13 a versehen, welche mittels Federn 14 a aufgehängt ist und durch den Hebel und
die Sperrklinke 18 a und den Zahnsektor 19 a über die schwenkbare
Gabel 15a betätigt werden kann.
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Die Öffnung 11 a in der Rückseite des Behälters erstreckt sich über
die ganze Breite desselben. Die Enden der Öffnung, welche auf jeder Seite über den
Hinterkipper 3a, an welchem der Behälter befestigt ist, überstehen, sind durch zwei
abnehmbare Blechplatten 24 verschlossen, welche gegen die Außenfläche der Rückwand
25 des Behälters über die öffnung 11 a gelegt sind und mit ihrem unteren Ende bis
zu dem festen Boden 5 a des Behälters reichen. Das obere Ende der Platten
24 ist rechtwinklig umgebogen, so daß es sich auf die Oberseite des Behälters legt.
Die Blechplatten 24 werden beim Befestigen des Behälters zwischen der Wand und den
rückwärtigen Stielen 8 a des Kippers festgeklemmt. Ferner ist an den Behälterseitenwänden
2a eine Randleiste 26 angeordnet, um die Seitenkante der Platten 24 von innen gegen
den Druck des austretenden Streugutes zu halten.
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An der vorderen Ecke der Rüttelplatte 13 a ist ein hochstehendes Rohrstück
27 angeschweißt, welches an seinem oberen Ende offen ist und in welches eine Stange
28 eingesetzt ist, mittels deren Stöße auf die Platte 13 a ausgeübt werden können,
die dadurch in Schwingungen versetzt wird.
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Unter der beweglichen Rüttelplatte 13 a ist eine Achse 44 angeordnet,
um welche eine biegsame Stange 45 schwenkbar ist, die in eine Gabel 46 ausläuft,
zwischen deren Schenkeln die Achse 47 eines geriffelten Zylinders 48 drehbar gelagert
ist, welcher auf der Straße rollt. Beim Aufstoßen auf die Straße erzeugen die Vorsprünge
aufeinanderfolgende Stöße, welche die biegsame Stange 45 und über diese die Rüttelplatte
13 a zum Schwingen bringen. Zum Abheben von der Straße kann auch die Stange 45 an
ihrer Achse 44 oder diese an der Rüttelplatte leicht ausbaubar befestigt sein. An
dem unteren Teil der Vorderwand 29 des Behälters ist eine Reihe von lotrechten Führungen
30 angeschlossen, in denen Klappen 31 geführt sind, die an ihrem oberen Teil mit
einer angelenkten Stange 32 versehen sind, die
in einen Ring 33
ausläuft, der in einen an der Wand 29 befestigten Haken 34 eingehängt werden kann.
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Wenn eine Klappe 31 in der aus Fig. 3 und 4 sichtbaren Weise angehängt
ist, liegt ihr unterer Rand auf gleicher Höhe mit der Unterkante der Wand 29, und
die Klappe 31 behält diese Stellung beim Öffnen der Rüttelplatte 13a zum
Ausstreuen des Streugutes bei.
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Wenn dagegen die Klappe 31 abgehängt wird, geht sie beim öffnen der
Rüttelplatte 13 a mit dieser mit, so daß sie die in Fig.4 strichpunktiert dargestellte
Stellung einnimmt und so die Öffnung des Behälters verschließt. Durch Abhängen einer
oder mehrerer Klappen kann somit die Öffnung mehr oder weniger verkleinert werden.
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Um zu verhindern, daß das Streugut seitlich zwischen der Unterkante
der Behälterseitenwände 2 a und der Rüttelplatte 13 a austritt, ist diese mit seitlichen
Randleisten 35 versehen.
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Der Behälter 1 a ist an dem unteren Teil des Fahrgestells des Lastwagens
in der gleichen Weise befestigt wie der Behälter 1, während er an seinem oberen
Teil auf jeder Seite mit einer Vorrichtung versehen ist, welche seine Befestigung
an Stielen verschiedener Höhe und verschiedenen Abstandes gestattet.
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Bei dem dargestellten Beispiel dient hierzu eine Stange 36, welche
in der Nähe ihrer Enden zwei mit ihr einen rechten Winkel bildende Stangen 37 aufweist,
die in Hülsen 38 eingreifen, welche an dem Ende einer Stange 39 befestigt sind,
welche ihrerseits in Rohren 40 geführt ist, die in lotrechter Richtung an dem oberen
Teil der Vorderwand 29 des Behälters befestigt sind. Schrauben 41 und 42 gestatten
das Blockieren der Stangen 37 und 39 in ihren Führungen 38 bzw. 40 und somit das
Festlegen des Behälters gegenüber dem Fahrzeug.
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Die Stange 36 ist in Haken 43 eingehakt, die an dem oberen Ende der
Stiele angeordnet sind.