DE11112C - Neuerungen an dem Verfahren zur Aufbereitung der Abfallwässer von Wollwäschereien und Walkmühlen - Google Patents

Neuerungen an dem Verfahren zur Aufbereitung der Abfallwässer von Wollwäschereien und Walkmühlen

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DE11112C
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DENDAT11112D
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Original Assignee
ED. NEUMANN in Rofswein (Sachsen)
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11BPRODUCING, e.g. BY PRESSING RAW MATERIALS OR BY EXTRACTION FROM WASTE MATERIALS, REFINING OR PRESERVING FATS, FATTY SUBSTANCES, e.g. LANOLIN, FATTY OILS OR WAXES; ESSENTIAL OILS; PERFUMES
    • C11B11/00Recovery or refining of other fatty substances, e.g. lanolin or waxes
    • C11B11/005Lanolin; Woolfat

Description

1879.
Klasse 12.
ED. NEUMANN in ROSSWEIN (Sachsen).
Neuerungen an dem Verfahren zur Aufbereitung der Abfallwässer von Wollwäschereien
und Walkmühlen.
Zusatz-Patent zu No. 277 vom 15. Juli 1877.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 19. December 1879 ab. Längste Dauer: 14. Juli 1892.
Das Verfahren zerfällt in zwei Hauptabtheilungen:
I. In Reinigung der Abfallwässer aus Wollwäschereien und Walkereien.
II. In Verwerthung der gewonnenen, festen Rückstände.
I. Die Reinigung der Abfallwässer.
Das unreine abfliefsende Wasser wird in der Menge entsprechenden Bassins aufgefangen und hierin mit Kalkmilch versetzt. Der Kalk bildet mit den im Wasser befindlichen Fetten eine unlösliche Kalkseife und reifst den gröfsten Theil der Schmutztheile mechanisch zu Boden, ohne jedoch in kürzerer Zeit eine vollständige Reinigung und Klärung des Wassers zu bewirken. Diese erfolgt durch Zusatz von einer, dem Kalk entsprechenden Menge Eisenvitriol, schwefelsaurer Magnesia oder ähnlicher Chemikalien, welche ebenfalls geeignet sind, mit Fetten im Wasser eine unlösliche Seife zu bilden und gleichzeitig als Desinfectionsmittel zu wirken. Es scheiden sich hierdurch Fett- und Schmutztheile in kleinen Flocken sofort aus, so dafs das Wasser im Augenblick geklärt wird. Die hierbei eintretende, chemische Reaction ist im wesentlichen eine Bildung von Kalk-, Magnesia- bezw. Eisen- etc. Seife und Gyps, welche neugebildeten Salze sämmtlich im Wasser unlöslich sind und die im Wasser enthaltenden Schmutztheile mechanisch einhüllen und vermöge ihrer Schwere zu Boden schlagen.
Wässer, die 4 pCt. lufttrockene Kuchen liefern, erfordern '/2 pCt. gelöschten Kalkes und ca. ι pCt. schwefelsaurer Magnesia. Es ändert sich das Verhältnifs je nach der Menge der im Wasser enthaltenen Fette.
Sind die zu verarbeitenden Wassermassen sehr bedeutend, so können der Billigkeit wegen die Bassins derartig eingerichtet werden, dafs man den gröfsten Theil des geklärten Wassers durch passend angebrachte Abzüge entfernt, während der dünnbreiige Niederschlag in Filterpressen gepumpt, der Niederschlag in feste Kuchen geformt, und der Rest des klaren Wassers ausgeschieden wird.
In gleicher Weise kann auch die Reinigung der Abfallwässer anderer Fabriken, wie Färbereien, Brauereien, Brennereien, Zuckersiedereien u. s. w. geschehen.
Enthalten die Waschwässer bedeutende Mengen Leim oder anderer stickstoffhaltiger Körper, so können die Wässer nach obiger Reinigung noch mit einer schwachen Gerbsäurelösung vermischt werden, um sodann, nach Abfiltrirung der gebildeten sehr geringen Niederschläge mittelst gewöhnlicher Sand-, Schlacken-, Kohlenfilter u. s. w., gereinigt in die natürlichen Wasserläufe zu gelangen.
Π. Verwerthung der gewonnenen, festen
Rückstände.
a) Verwerthung des festen Rückstandes der Wollwäschereien.
Der aus den Waschlaugen durch Ausscheidung des Wassers in Form von festen Kuchen gewonnene Schlamm von unlöslichen fettsauren Seifen wird der trockenen Destillation unterworfen, wobei Ammoniakwasser und ein dunkles Fett von butterartiger Consistenz überdestillirt, während im Destillationsgefäfs Gyps, Magnesia und andere unorganische, unverbrennbare Stoffe zurückbleiben, welche als geruchlose Düngermittel Verwendung finden.
Das Ammoniakwasser wird auf bekannte Art auf Ammoniaksalze oder Salmiakgeist verarbeitet.
Das dunkle Fett von butterartiger Consistenz wird durch eine nochmalige Destillation rectificirt, wobei zunächst ein helles, dünnes OeI übergeht, welches nach Entfernung der gelösten Säuren und Harze sofort als Schmieröl für leichte Maschinen Verwendung finden kann.
Das später übergehende, dickflüssige Destillat bildet bei niederer Temperatur einen Krystallbrei, welcher, durch schwach gebrannte Thonzellen abfiltrirt, sich in einen wachsartigen Körper und in ein dickflüssiges, rothgelbes OeI scheidet.
Der gewonnene, weifse Körper, welchen man Wollwachs nennen kann, kann, nachdem dasselbe einer Reinigung unterworfen worden ist, wie sie bei der Darstellung des Paraffins ange-. wendet wird, zur Kerzenfabrikation benutzt werden, während das röthlichgelbe OeI, nach Entfernung der Säuren und Harze, als Schmiermittel zu schweren Maschinen zweckdienlich ist.
Zur Beschleunigung der Trennung der ausgeschiedenen WoUwachskrystalle von dem dickflüssigen OeI kann man die Thonzellen, der gröfseren Dauerhaftigkeit wegen, mit einem passenden, den Zuckerformen ähnlichen Eisenmantel umgeben und diesen auf einen Kasten luftdicht einsetzen, aus dem man dann mittelst der Luftpumpe oder eines Exhaustors die Luft absaugt.
b) Verwerthung der festen Rückstände aus
Walkereien.
Der aus dem Walkwasser gewonnene Schlamm in Form von festen Kuchen wird mit der dem Kalk äquivalenten Menge Alkalien bezw. kohlensauren Alkalien durch überhitzten Dampf bis zur sogenannten Seifenleimbilpung abgekocht, und dann durch Chlornatrium bezw. Chlorkalium zugegeben. Nach mehrstündiger Ruhe hat sich sämmtlicher Schmutz zu Boden gesetzt und die Seife sich als compacte Masse auf dem Salzwässer ausgeschieden.
Durch einen weiten Hahn zieht man den schmutzigen Satz ab und kocht eventuell unter Zusatz des noch fehlenden Alkalis ebenfalls mit überhitztem Dampf oder über directem Feuer die Seife fertig.-

Claims (3)

Patent-AnSprüche:
1. Die Reinigung von frischen Abfallwässern mittelst unmittelbar hinter einander folgenden Zusatzes von Aetzkalk und schwefelsaurer Magnesia, schwefelsaurem Eisenoxydul, welche mit Fetten im Wasser eine unlösliche Seife bilden.
2. Die Gewinnung flüssiger, ölartiger Körper und eines festen, weifsen, wachsähnlichen Körpers, erstere vom Erfinder »Wollöle« und letztere »Wollwachs« genannt, mittelst Destillation aus dem- aus den Waschlaugen der Wollwäschereien in Form von festen Kuchen gewonnenen Fettschlamm.
3. Die Gewinnung löslicher Kali- oder Natronseifen direct, ohne vorherige Fettsäurebildung, aus den Eisen-, Magnesia-, KaIku. s. w. Seifen, welche in dem aus dem Walkwaschwasser gewonnenen Fettschlamm enthalten sind.
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