DE110386C - - Google Patents

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DE110386C
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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

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KAISERLICHES
PATENTAMT.
/Jt
KLASSE 4Θ:
Durch Behandeln einer methylalkoholischen Lösung von Anthranilsäure (o-Amidobenzoesäure) mit Mineralsäuren und Zerlegung des entstandenen Estersalzes durch Soda wird ein Methylester erhalten, welcher bei gewöhnlicher Temperatur fest ist und schön krystallisirt.
Dafs sich Anthranilsäuremethylester in dieser einfachen Weise darstellen läfst, war bisher nicht bekannt. Zwar wird in den chemischen Handbüchern eine Substanz als Anthranilsäuremethylester verzeichnet, welche von G. Schmidt (Journ. f. prakt. Chem. N. F., Bd. 36, S. 374) als Nebenproduct der Einwirkung von Methylalkohol auf Isatosäure unter Druck erhalten wurde. G. Schmidt sagt von dieser Substanz nur, sie sei eine gelbliche Flüssigkeit von der Zusammensetzung des Anthranilsäuremethylesters, welche mit Wasserdampf flüchtig ist. Aus dieser Beschreibung einer vielleicht isomeren Substanz lassen sich die charakteristischen Eigenschaften des aus Anthranilsäure direct zu erhaltenden Methylesters nicht erkennen. , Der letztere ist eine Substanz von grofsem Krystallisationsvermögen und von einem so starken Blumengeruche, dafs dieser Niemandem entgehen kann, der den Körper in Händen hat.
Beispiel:
In eine Lösung von 1 Gewichtstheil Anthranilsäure in 5 Volumtheilen Methylalkohol wird trocknes Salzsäuregas eingeleitet; es bildet sich zunächst salzsaure Anthranilsäure. Man kann daher auch direct von der gepulverten salzsauren Anthranilsäure ausgehen, dieselbe mit Methylalkohol übergiefsen und in die Mischung Salzsäuregas einleiten. Die
keit erwärmt sich bis zum Sieden, und
allmähliche Lösung ein. Nach Sättigung läfsT man einige Stunden stehen und erhitzt schliefslich eine Stunde lang im Wasserbade am Rückflufskühler. Beim Erkalten erstarrt die Flüssigkeit zu einem Brei von salzsaurem Methylester. Der Methylalkohol wird nun abdestillirt, der Rückstand mit Soda übersättigt, das ausfallende OeI im Scheidetrichter abgetrennt, gewaschen und im Vacuum destillirt. Innerhalb weniger Grade geht der beim Erkalten zur Krystallmasse erstarrende Ester über, welcher durch nochmaliges Fractioniren oder Abtreiben mit Wasserdampf leicht in ganz reinem Zustande erhalten werden kann. An Stelle der Salzsäure können zur Darstellung des Esters auch andere starke Mineralsäuren, wie Schwefelsäure, Phosphorsäure, sowie starke organische Sulfosäuren dienen.
Anthranilsäuremethylester ist eine in grofsen, flächenreichen Krystallen krystallisirende Substanz vom Schmelzpunkt 23,5°, dem Siedepunkt 127° bei 11 mm Druck, dem specirischen Gewicht 1,163 bei 260. Der Ester ist leicht löslich in Mineralsäuren, Alkohol, Aether und anderen organischen Lösungsmitteln, ziemlich schwer löslich in Wasser. Aus seiner ätherischen Lösung fällt trockenes Salzsäuregas weifse Krystallnadeln des bei 1780 schmelzenden Hydrochlorates. Die Krystalle des freien Methylesters fluoresciren blau; am stärksten zeigen diese blaue Fluorescenz die Lösungen in Aether oder in ätherischen Oelen. Was den Methylester der Anthranilsäure aber am meisten auszeichnet, ist sein angenehmer,

Claims (1)

  1. aufserordentli'ch anhaftender und charakteristischer Blumengeruch.' Derselbe erinnert an Orangenbhlthen.
    Die Substanz soll in der Parfümerie Verwendung finden.
    Hierbei sei bemerkt, dafs die Eigenschaft, ein intensiver Riechstoff zu sein, nur dem Methylester der Anthranilsäure zukommt, nicht aber den höheren Estern dieser Säure. Schon der Aethylester, dessen salzsaures Salz von H. Rupe nach einem analogen Verfahren erhalten worden ist (Ber. XXX, S. 1098), ist eine Flüssigkeit von nur schwachem Geruch, der sich an Fülle und Feinheit mit demjenigen des Anthram'lsäuremethylesters, nicht vergleichen läfst. . Es ist in dieser Hinsicht ein ähnlicher Unterschied vorhanden, wie er zwischen dem Salicylsäuremethyl- und -äthylester besteht.
    Patenτ-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung eines Riechstoffs, Anthranilsäuremethylester, durch Behandlung einer methylalkoholischen Lösung von Anthranilsäure mit Mineralsäuren und Zerlegung des Reactionsproductes durch Alkalien.
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