DE107498C - - Google Patents
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07D—HETEROCYCLIC COMPOUNDS
- C07D249/00—Heterocyclic compounds containing five-membered rings having three nitrogen atoms as the only ring hetero atoms
- C07D249/16—Heterocyclic compounds containing five-membered rings having three nitrogen atoms as the only ring hetero atoms condensed with carbocyclic rings or ring systems
- C07D249/22—Naphthotriazoles
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
Description
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
1 ''<■ *
KLASSE 12: Chemische Verfahren und Apparate.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 13. Oktober 1898 ab.
Läfst man auf sulfurirte Azofarbstoffe, welche sich vom ß-Naphtytamin oder dessen Substitutionsprodukten
und Diazoverbindungen ableiten, Oxydationsmittel einwirken, so erhält man meist in reinem Zustande farblose Produkte,
welche vermuthlich den Pseudoazimidrest enthalten und in für die Farbentechnik
werthvolle Amido- und Hydroxylderivate übergeführt werden können.
Aehnliche Produkte wurden schon von Zincke (s. Ber. d. d. ehem. Ges. XVIII, S. 3134)
beschrieben. Die dort angegebene Methode ist aber wegen Verwendung zu theurer Materialien
(Alkohol, Eisessig, Chromsäure, o- und p-Amidophenol u. s. w.), schwerer Reinigung
der erhaltenen Produkte und ungenügender Ausbeute technisch nicht brauchbar. Die Oxydation
sulfurirter Farbstoffe ist dort nicht beschrieben. Schon ihre zu geringe Löslichkeit
in Alkohol oder Eisessig schliefst die allgemeine Anwendbarkeit der Methode aus; zudem schien
die Reaction nicht ohne Weiteres auf die sulfurirten o-Amidoazofarbstoffe übertragbar, wie
aus den Angaben von Witt und Schmitt (Ber. XXVII, S. 2376) hervorgeht.
Ein nicht sulfurirtes Pseudoazimid oder Triazol, welches aber aus zwei Benzolkernen
entstanden ist, wurde in kleiner Menge aus dem Nebenprodukt der Amidoazobenzolfäbrikation
isolirt (Ber. XXI, S. 1635). Eine fabrikatorische Herstellung sulfirter Triazole ist auf
diesem Wege nicht möglich. : · . ; ■ . .
Als Fabrikationsverfähren ebensowenig ge-' eignet ist die in den Ber. XXVIII, S. 2201,
beschriebene Methode der Einwirkung von Thionylchlorid auf o-Amidoazofarbstoffe. Abgesehen
von Preisrücksichten, liefert sie erstens Gemenge verschiedener Produkte, zweitens erfordert
sie die Anwendung von Benzol, worin sulfirte Azofarbstoffe unlöslich sind.
Weitere Mittheilungen über Pseudoazimide oder Triazole und Azimide haben Zincke
und seine Mitarbeiter in den Annalen 240, S. 110; 24g, S. 350; 255, S. 339, veröffentlicht;
jedoch handelt es sich dort nur um vergleichende Versuche über die Azimide (erhalten
aus ο-Diaminen und salpetriger Säure) und Triazole (Oxydationsprodukte von o-Amidoazoverbindungen),
welche ergaben, dafs zwei Reihen isomerer Verbindungen existiren. Neue Angaben über die Herstellung von Triazolen,
besonders sulfirter, finden sich auch dort nicht.
Sulfirte Triazole, welche die Sulfogruppe aber immer nur in einem Kern enthalten
können, sind von Witt und Schmitt (Ber. XXVII, S. 2374) als Nebenprodukt bei der Darstellung von Farbstoffen aus ß-Naphtyltoluolsulfamid
und zum Theil durch Oxydation dieser ß-Naphtyltoluolsulfamidfarbstoffe erhalten
worden. Die hohen Kosten und die Umständlichkeit der Herstellung von ß-Naphtyltoluolsulfamidfarbstoffen
machen auch dieses Verfahren als Fabrikationsmethode unbrauchbar; es wurde daher von denselben Autoren versucht,
diese Oxydationsprodukte aus nicht substituirten sulfirten Azofarbstoffen des ß-Naphtylamins
zu erhalten, jedoch ohne Erfolg: »weil es vermuthlich erforderlich ist, dafs im Anfang
des Oxydationsprocesses die vorhandene Amidogruppe vor einem in anderer Richtung verlaufenden
Angriff geschützt sei« (Ber. XXVII, S. 2376).
Es war daher eine technisch brauchbare Methode für die Herstellung derartiger Substanzen
unbekannt.
Eingehende Versuche haben nun ergeben, dafs es, entgegen den Angaben von Witt und
Schmitt, unter geeigneten Bedingungen gelingt, nicht nur den Farbstoff aus Sulfanilsäure-azo-ß-naphtylamin,
sondern auch alle anderen o-Amidoazofarbstoffe sowohl mit Ferricyankalium
als auch mit den meisten anderen Oxydationsmitteln sehr glatt in Triazole überzuführen.
Die Ausbeuten sind fast theoretische und die erhaltenen Produkte ohne Reinigung zur Weiterverarbeitung geeignet. Die Reaction
ist, wie die Prüfung einer grofsen Zahl von o-Amidoazofarbstoffen ergab, von allgemeiner
Anwendbarkeit.
Dadurch ist eine grofse Zahl werthvoller Roh- und Zwischenprodukte der Farbstoffindustrie
leicht zugänglich geworden, womit ein hervorragender technischer Fortschritt verbunden
ist.
Die Oxydation der Azofarbstoffe kann sowohl in saurer als in alkalischer Lösung unter
Anwendung verschiedener Oxydationsmittel erfolgen , sie verläuft besser in alkalischer Lösung,
liefert dann reinere Produkte und bessere Ausbeuten.
Die folgenden Beispiele mögen die Anwendung verschiedener Oxydationsmittel auf
verschiedene Farbstoffe erläutern.
ι. Oxydation des Farbstoffes p-Amidoacetanilid + Amido-R-Salz in saurer
Lösung.
Man säuert die 2 bis 3 proc. wässerige Lösung von 25,5 Theilen des durch Einwirkung
von diazotirtem p-Amidoacetanilid auf Amido-R-Salz erhaltenen Farbstoffes mit 25 bis
50 Theilen Schwefelsäure von 66° B. an und läfst bei gewöhnlicher Temperatur eine Lösung
von 3,2 Theilen Kaliumpermanganat in 300 Theilen Wasser unter Rühren zufliefsen.
Nach vollendeter Reaction wird aufgekocht, wobei gleichzeitig Abspaltung der Acetylgruppe
eintritt, mit Soda alkalisch gemacht und nach dem Erkalten abfiltrirt. Man kann das Filtrat
direct zur Farbstoffbildung verwenden oder das Oxydationsprodukt durch festes schwefelsaures
Amrnon ausfällen.
Das Kaliumpermanganat kann durch die äquivalente Menge Bleisuperoxyd ohne weitere
Aenderung des Verfahrens ersetzt werden.
2. Oxydation von p-Nitranilin-azo-Amido-R-Salz
in alkalischer Lösung. 500 Theile des Farbstoffes werden in der 30 bis 40fachen Menge Wasser gelöst, 900
Theile'Natronlauge von 350B. zugegeben und
unter andauerndem Erhitzen und Rühren 360 Theile Bleisuperoxyd ziemlich rasch ein-,getragen.
Wenn die Farbe der auf Papier auslaufenden Lösung sich nicht mehr ändert, wird mit verdünnter Schwefelsäure (450 Theile
H2 S O4 enthaltend) neutralisirt, filtrirt und mit
Chlorkalium aus dem Filtrat das citronengelbe Oxydationsprodukt gefällt. Die Ausbeute ist
nahezu quantitativ.
3. Oxydation von Naphtionsäureazoß-Naphtylami η in alkalischer Lösung.
Die aus 143 Theilen ß-Naphtylamin durch
Combination mit der entsprechenden Menge diazotirter Naphtionsäure in alkalischer oder saurer
Lösung (in letzterem Falle nach dem Neutralisiren) erhaltene Reactionsflüssigkeit, worin der
Farbstoff nicht gelöst zu sein braucht, wird bei ca. 500 mit einer Lösung von Natriumhypochlorid
unter Rühren so lange versetzt, bis der Niederschlag hellgelblich geworden ist oder
eine in Wasser gelöste Probe einen nur schwach gefärbten Auslauf giebt; nach dem Erkalten
wird filtrirt und geprefst. Aus der Mutterlauge können mit Salz noch geringe Mengen Oxydationsprodukte
abgeschieden werden. Die Temperatur kann ohne wesentliche Aenderung des Endresultats erhöht oder erniedrigt werden.
Ausbeute fast quantitativ.
4. Oxydation von Sulfanilsäureazo-Amido-R-Salz in alkalischer Lösung.
500 Theile Farbstoff werden in circa ioproc. Lösung, welche bis zum Schlufs durch Soda
deutlich alkalisch gehalten wird, bei gewöhnlicher oder erhöhter Temperatur unter Rühren
so lange mit einer circa 3 proc. Chlorkalklösung versetzt, bis eine Probe auf Filterpapier nur
noch schwach gefärbt ausläuft. Man filtrirt hierauf vom ausgeschiedenen kohlensauren Kalk
ab und fällt im Filtrat das Oxydationsprodukt mit Salz.
5. Oxydation von SuI fa nils äureazo-Brönnersäure in alkalischer Lösung.
Zu einer aus 182 Theilen Diazosulfanilsä'ure
und der entsprechenden Menge Brönnersäure in alkalischer Lösung erhaltenen Combinationsflüssigkeit
werden 800 Theile Ferricyankalium, gelöst in 2000 Theilen Wasser, und 560 Gewichtstheile
Natronlauge von 350B. zugegeben und auf dem Wasserbade erwärmt, bis der
Auslauf am Papier nur noch schwach gelb gefärbt ist. Aus der Reactionslauge wird das
Oxydationsprodukt mit Chlorkalium gefällt.
Die so erhaltenen Substanzen bilden in reinem Zustande je nach dem Einflufs der im
Molecül befindlichen Substituenten farblose oder schwach gelblich gefärbte kr-ystallinische
Körper, welche sehr beständig sind und sich im Wasser je nach der Zahl der Sulfogruppen
schwerer oder leichter lösen. Verdünnter Alkohol löst in der Regel schwer. In concentrirter
Schwefelsäure lösen sie sich ohne Veränderung mit schwach gelblicher bis bräunlicher
Farbe, zum Theil mit geringer grünlicher oder bläulicher Fluorescenz, und fallen
auf Zusatz von Wasser wieder unverändert aus. Durch ihre Beständigkeit sind sie zu
weiteren Umsetzungen sehr geeignet.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Die Darstellung von Oxydationsprodukten, welche keinen Farbstoffcharakter haben, aus sulfurirten Azofarbstoffen des ß-Naphtylamins und seiner Derivate unter Verwendung von Bleisuperoxyd und Kaliumpermanganat als Oxydationsmittel in saurer Lösung und von Bleisuperoxyd, Ferricyankalium, Chlorkalk als Oxydationsmittel in alkalischer Lösung.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE107498C true DE107498C (de) |
Family
ID=377566
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT107498D Active DE107498C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE107498C (de) |
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0
- DE DENDAT107498D patent/DE107498C/de active Active
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