Einrichtung zum Bewegen von schwingbaren, mit allmählich grösser werdenden Schwingungen anzuschwingenden Körpern, insbesondere zum Läuten von Kirchenglocken. Die Erfindung hat zum Gegenstand eine Einrichtung zur Bewegung Von um eilte Achse schwingbaren Körpern, die von der Ruhelage aus in allmählich grö##er werdende Schwin gungen um ihre Achse gebracht werden müssen bis zu einem gewünschten Ausschlag und dann beliebig lange in der Schwingbe- wegung von der erlangten Gröhe gehalten werden müssen, insbesondere zum Läuten voll Kirchenglocken.
Die Schwingbewegungen werden dadurch erzeugt, da## die gleich- mä##ige Drehbewegung eines Antriebes in eine oszillierende Drehbewegung umgewandelt wird, welch' letztere wiederum dazu benützt wird, auf ein Zugsorgan in zwei entgegen gesetzten Richtungen ziehend einzuwirken. Derartige Einrichtungen sind schon bekannt.
Nach vorliegender Erfindung wird min bei dieser Einrichtung die Umwandlung der gleich- mä##igen Drehbewegung des Antriebes in eine oszillerende Drehbewegung durch eine Doppcl- kupplung besorgt, welche ein mit dem Zugs organ und einem Schalthebel verbundenes gemeinsames Kupplungsmittelstück und zwei ortsfest gelagerte, in entgegengesetztem Sinne zueinander sieh kontinuierlich drehende Kupp lungsdrehteile besitzt. In Fig. 1-6 ist ein Ausführungsbeispiel der Einrichtung darge stellt, welches zum Läuten einer Kirchen glocke dient.
Fig. 1 ist eine schematische Darstellung der gesamten Einrichtung; Fig. zeigt einen Schnitt durch das Kupplungs stück, Fig. 3 stellt die Kontakte einer elek trischen Anschwingsteuerung dar; Fig. 4 his 6 zeigen Schnitt und Ansichten einer Betriebssteuerung: Fig. 7 veranschaulicht schematisch die Anordnung einiger Teile eines Ausführungsbeispiels für das Läuten von vier Glocken.
Die dargestellte Einrichtung besitzt eilte Antriebsvorrichtung, eine Doppelkupplung mit Schalthebel zur Umwandlung der kontinuier- 1ichen Drehbewegung in eine oszillierende Drehbewegung, eine Anschwingsteuerung und eine Betriebssteuerung. Die Einrichtung wird in Bewegung ge setzt, indem man den Motor 1 anlaufen lä#t. Das Anlassen kann geschehen Indem man den Strom für den Motor 1 durch den Schaltkasten 2 mit dem Schalt hebel des letzteren einschaltet,
oder Indem man den Schaltkasten durch ein Einschaltrelais betätigt, z. B. auf folgende Arten Auf direktem Wege von den Druck knöpfen 3', 3", 3"', die an einem beliebigen Ort, sei es im Turm, sei es in der Messmer- oder Pfarrerwohnung oder auf der Kanzel angebracht sind, Oder automatisch durch einen Zeit schalter 4, Oder automatisch dadurch, dass an einem beliebigen Rad 5 der Kirchenuhr ein Kontakt 6 augebracht wird, eine Vorrichtung, die gleich wirkt wie ein Zeitschalter, Oder sinngemäss durch Kombination aller dieser Mittel.
Mit dem Einschalten des Motors 1 wird auch ein niedergespannter Stromkreis ge schlossen für die Anschwingsteuerung, event. für das automatische Ein- und Aushaken des Klöppels an, resp. von der Glocke.
Die Antriebsvorrichtung der auch Pedel- apparat oder Läutmaschine genannten Ein richtung besteht aus dem Motor 1, den An triebsscheiben 7 und 8, der Hauptwelle 9, dem Triebrädchen 10 für die Anschwing steuerung, den Triebrädern 11 und 12 und den Übertragungsorganen 13 und 14 für den Antrieb der Doppelkupplung zur Umwandlung der kontinuierlichen Drehbewegungen in eine oszillierende Drehbewegung. Die Teile 7, 8, 9 und 10 sind, wenn die Einrichtung zum Läuten von mehreren Glocken dient, für alle Glocken gemeinsam, 11, 12 und die Bewe- gungsübertragungsorgaue 13 und 14 wieder holen sich für jede Glocke. Das endlose Über tragungsorgan 13, z.
B. ein Seil, Riemen oder Kette, ist offen, das Übertragungsorgan 14, ebenfalls ein Seil, Riemen oder Kette, ist geschränkt, so dass der Teil 15 fortlaufend gleichsinnig, Teil 16 aber fortlaufend ent- gegengesetzt der Hauptwelle 9 angetrieben wird.
Die Doppelkupplung zur Umwandlung der kontinuierlichen Drehbewegung in eine oszillierende Drehbewegung ist zusammenge setzt aus den beiden Kupplungsdrehteilen 15 und 16 in ortsfesten Lagern 17 und einem Kupplungsmittelstück in den ortsfesten La gern 18, mit der Kupplungshohlwelle 19, die beiderends fest verbunden ist mit den Mit nehmerscheiben 20, an welchem je ein sche matisch dargestellter Kupplungs-Einrückungs- mechanismus 22 festgemacht ist.
In der Hohl welle 19 ist die Kupplungsschaltwelle 21 angeordnet, welche die Einrückungsmechanis men 22 in bekannter Weise durch axiale Lageveränderung an die Drehteile 15 und 16 in bestimmten, durch die Steuerungsorgane geregelten Intervallen anpresst und bewirkt, dass durch die die Einrückungsmechanismen tragenden Mitnehmerscheiben 20 das Mit telstück 19, 20 in der einen und andern Richtung oszillierend gedreht wird. Auf der Hohlwelle sind festgemacht das Rad 23, um welches ein endloses Zugorgan 24 (Seil, Band, Kette usw.) geschlungen ist, das um ein auf der Glockenschwingachse befestigtes Rad führt, ferner das Betätigungsrad 25 zur Bewegung der Betriebssteuerung.
Die axiale Verschiebung der Kupplungsschaltwelle 21 zum Einrücken des Kupplungsmittelstückes 19, 20 in die Drehteile 15 und 16 wird mit einem um eine Achse 27 drehbaren doppel- armigen Schalthebel 26, bewerkstelligt. Der Schalthebel 26 wird durch Steuerorgane zwischen den Lagen I und II hin und her- geschwenkt. Die Rollen 28 (Fig. 2) am Schalthebel 26 schieben die Schalthülse 52 hin und her.
Durch einen Stift 53, der rnit der Hülse 52 und der Kupplungsschaltwelle 21 fest verbunden ist und ini Schlitz 54 der Kupplungshohlwelle 19 frei gleitet, wird die Hin- und Herbewegung auf die Schaltwelle 21 übertragen.
Die Anschwingungssteuerung sorgt, dass die Glocke auf elektrischem Wege selbsttätig von der Ruhelage aus allmählich auf die zurr Läuten notwendige Schwingung gebracht wird. Das Anläuten kann auch von Hand erfolgest. Von Hand wird angeläutet, indem man nach dem Einschalten des Motors 1 mit denn Griff 28 den Schalthebel 26 abwechs lungsweise in die Lagert I und 1I schweulkt unter gleichzeitiger Beobachtung der Glocken lage nach der Bewegung des Zugorganes 24. Beien Anschwiegen mit Hilfe der Anschwing steuerung kommt der eingangs erwähnte elektrische Schwaehstrom in den Zugsrelais 99 und 30 zur Wirkung, deren Kerne in 31 mit dem Hebel 26 gekuppelt sied und die Schwenkungen des Schalthebels 26 in die Lagern I und II bewirken.
Die Steuerung des Sehwaehstromes zur Betätigung der Relais 29 und 30 erfolgt in eitler eigenen Vorrich tung. Die Welle 33 dieser Steuervorriehtung für den Schwachstrom wird von der Haupt welle 9 aus über die Rädchen lt) und 32 angetrieben. Auf der Welle 33 ist für jede Glocke ein Reibungsrädchen 34 angeordnet, das eine zugehörige Reibungsscheibe 35 kor- tinuierlich um deren Achse 36 dreht, neben der zwei isolierte, festgelagerte Doppelkon- takte 37 augebracht sind.
Auf der Achse 36 (Fig. 3) ist ehre isolierte, mitdrehende Nabe 55 angebracht reit einem Kontaktsegment 56, das abwechslungsweise unter den Doppelkon takten 37 hindurchgleitet und so den Schwach strom für die Relais 29 oder 30 schlie##t. Die elektrische Anschwingsteuerung kann der Schwingungsdauer der zugehörigen Glocke angepa#t werden dadurch, da## das Rädchen 34 gegen die Achse 36 genähert oder weg geschoben wird und mithin die Umdrehungen der Scheibe 35 schneller oder langsaurer er folgen.
Die Betriebssteuerung übernimmt, wie weiter unten gezeigt wird, die Bewegung des Hebels 26 automatisch, sobald die Glocke genügend anschwingt, und hält diese in fort laufend gleichmä##iger Bewegung, solange der Motor 1 eingeschaltet bleibt. Die Bewegungen der Betriebssteuerung werden zwangsläufig von der Glocke aus geregelt. Die Lagever änderungen der Glocke werden durch das Zugorgan 24 auf die Hohlwelle 19 und weiter durch die Triebrädchen 25 und 38, die Welle 39, Schnecke 40 u und Zahnkranz 51 auf die Betriebssteuerung übertragen.
Die Betriebssteurung ruht auf der Welle 45 (Fig. 1, 4, 5 und 6) und ist gebildet aus dem Bewegungsgrad 41 mit den Schalthebeln 42 und den Schalthubbegrenzern 43). Die Hebel 42 wirken auf die Nase 44 des sonst frei drehbaren Steuerrades 46, auf dem der Zapfen 48 festgemacht ist, der mit dem Steuerstängchen 49 und den Federn 50 in Verbindung steht (Fig. 1 und 4-7).
Sobald angeläutet wird, zieht die Doppel kupplung durch das Zugorgan 24 wechsel seitig an der Glocke, die ihrerseits in den Geiten, während welchen keiner der beiden Kupplungsdrehteile 15 und 16 eingeschaltet ist, das Kupplungsmittelstück 19 und 20 durch ihre Schwingung zwangsläufig bewegt und über 25, 38. 39, 40, 51 das Bewegungs rad 41 hin- und herbewegt, so da## 41 von der ersten Glockenbewegung au, verursacht durch die Anschwingsteuerung, bis zum vollen Anläuten in immer grö#er werdende, oszil lierende Drehbewegung um die Achse 45 kommt, innerhalb des Winkels der gezeich neten Verzahnung 51.
Je nach denn Aus schlag vom Bewegungsrad 41 werden durch die Schalhubbegrenzer 43 die Hebel 42 ein zeln oder zusammen an die Nase 44 einge rückt (Fig. 1, 5 und 6) und das Steuerrad 46 mitgenommen, bis es mit dem Zapfen 48 in die Grenzlagen 111 und IV schwingt. Diese Grenzlagen III und IV bedingen einen Hub von dem Steuerstängchen 49 und den Federn 50, welcher den Einschalthebel '36 so bewegt, da### die Doppelkupplung, die bisher von der Anschwingsteuerung betätigt worden ist, auch von der Betriebssteuerung ein- und ausgerückt wird.
Die Schaltbubbegrenzer 43 sind so ein gestellt, da##, sobald das Steuerrad 46 mit denn Zapfern 48 die Lagen III mid IV erreicht trat (heg. 5), der stossende Hebel von der Nase 44 abgeriiekt wird (heg. 6) und das Steuer rad 43 finit- dein Zapfen 48, Steuerstängchen 49 und Federn 50 in die #Hittellage fällt (die B,-%vegung ist durch Pfeile in reg.
5 arid 6 gelsennzeiclinet), den Hebel 26 mituitntnt tid den eingerückten Kupplungsdrehteil I5 oder 16 von der zugehörigen Mitnehmer scheibe 20 durch das Verschieben der Welle 21 List.
Sobald der Zapfen 48 annähernd in die Grenzlage IV ausschlägt, d. h. das Auschwin- gen der Glocke so weit erfolgt ist, dass nun auch ohne weiteres Zutun die Betriebssteue- rung den Hebel 26 genügend bewegt, wird durch den Stromunterbrecher 47, auf den ein Kontakt 57 (Fig. 1, 5 und 6), angebracht am Bewegungsrad 41, einwirkt, der nieder ge spannte Strom für die Relais 29, 30 ausge schaltet nach bekannten Ausführungen, wie z. B. an Aufzügen. Der mechanische Teil der Arrschwingsteuerung läuft zwar weiter, wirkt aber nicht mehr durch die Relais auf den Schalthebel 26 ein.
In den verschiedenen Vorrichtungen der dargestellten Einrichtung sind Organe ange bracht, deren Bewegungszeiten sich an die Schwingungsdauer der zugehörigen Glocke anpassen lassen. Im vorliegenden Beispiel sind dies Die Rädchen 25 oder 38 zum zwangsläu figen Bewegen der Betriebssteuerung. Diese Rädchen können durch solche von anderem Durchmesser ersetzt werden; Die Schalthubbegrenzer 43 zur Erzielung eines gleichmä#igen Läutens durch Verschieben konzentrisch um den Zapfen 45: Die Federn 50 zum Regeln des Druckes auf den Hebel 26; Das Rädchen 34 zum Anläuten durch Verstellen gegenüber der Achse 36 und Re geln der Umdrehungsgeschwindigkeit des Kontaktsegmentes 56 ; Das Rad 23, das durch ein Rad von anderem Durchmesser zwecks Anpassung an die Grö#e der Glocke ersetzt werden kann.
Die dargestellte Einrichtung arbeitet fol- genderma##en : Mit dem Einschalten des Motors 1 wird auch der niedergespannte Strom (Schema nach bekannter Anordnung, z. B. Aufzüge) zur Betätigung der Relais 29 und 30 betriebsbereit. Die Hauptwelle 9 dreht sich mit dem Rädchen 10, 11, 12 gleichmässig fortlaufend und mit ihr die Drehteile 15 und 16 der Doppelkupplung, und zwar 15 im gleichen Sinn und 16 entgegengesetzt wie die Hauptwelle 9. Ferner dreht sich die Welle 33 der elektrischen Anschwingsteuerung mit dem Rädchen 34 zur Bewegung des Kon taktsegmentes 56. Abwechslungsweise in be stimmten Intervallen, durchläuft der nieder gespannte Strom die Relais 29 und 30.
Diese ziehen den Hebel 26 in die Lagen I und II, und dadurch wird das Kupplungsmittelstück 19, 20 mit den Rädchen 23, 25 zwangsläufig abwechselnd mit den Kupplungsdrehteilen 15 und 16 zusammengekuppelt und zieht am Zugorgan 24 die Glocke in der Drehrichtung des eingekuppelten Drehteiles. Sowohl im Anläuten, wie im Läuten zieht das Zugorgan 24, und zwar in jedem Sinne der Pendelbe wegungen der Glocke, und dies nur während eines Teiles des Schwingungsweges der Glocke. Auf der übrigen Schwingstrecke steuert die Glocke rückwärts über 24, 23, 19, 25, 35, 39, 40, 51 die Betriebssteuerung.
Diese oszil liert von der ersten Schwingung der Glocke an synchron zll ihr mit, anfangs rillt nur kleiner Bewegung, dann immer stärker mit dem zunehmenden Anläuten, bis die Hin- und Herbewegung des Zapfens 48 die Grenzlagen III und IV erreicht und sich dadurch das Stängchen 49 mit den Federn 50 so stark verschiebt, da## diese ihrerseits den Schalt hebel 26 zum Ein- und Ausrücken der Doppel kupplung genügend weit ausschwingen. In diesem Moment wird durch den Kontakt 47 der Relaisstrom ausgeschaltet, die elektrische Anschwingsteuerung läuft weiter, wirkt aber nicht mehr auf den Schalthebel 26 ein.
Sollte die Glocke während dein Läuten auf zu gro##e Schwingungen kommen, so wird die oszillie rende Drehung vom Bewegungsrad 41 gl#üher# als notwendig. Die Hubbegrenzer -13 sind so eingestellt, dass die Hebel 42 nur "o lange an der 'Nase 44 stossen, als der Weg des Zapfens 48 nicht über die Grenzlagen III und IV hinausgeht und die Glocke in gleich- nläl:,igel# Schwingung erhalten bleibt.
Die Regulierungsorgane sind so eingestellt, dass beim Läuten die (-flocke nicht in ungenügende Schwingungen kommen kann.
Das Läuten wird unterbrochen durch A1)- stellen des Antriebinotors 1, das analog wie das Anlassen auf mehrere Arten direkt oder automatisch erfolgen kann.