CH690182A5 - Verfahren und Kettenwirkmaschine zur Herstellung einer gemusterten Wirkware. - Google Patents

Verfahren und Kettenwirkmaschine zur Herstellung einer gemusterten Wirkware. Download PDF

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CH690182A5 CH02362/95A CH236295A CH690182A5 CH 690182 A5 CH690182 A5 CH 690182A5 CH 02362/95 A CH02362/95 A CH 02362/95A CH 236295 A CH236295 A CH 236295A CH 690182 A5 CH690182 A5 CH 690182A5
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Description


  
 



  Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung einer gemusterten Wirkware nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und auf eine Kettenwirkmaschine zur Herstellung einer gemusterten Wirkware nach dem Oberbegriff des Anspruchs 6. 



  Es ist üblich, eine Wirkware dadurch mit einem Muster zu versehen, dass Musterfäden in einen Warengrund eingebunden werden. Zu diesem Zweck besitzt die Kettenwirkmaschine für alle gleichlegigen Musterfäden je eine Musterlegebarre. Die Musterfäden werden mit Musterfaden-Legenadeln den Wirknadeln vorgelegt und vermascht oder als Teilschuss erfasst. Jeder Musterfaden muss über die gesamte Länge der Wirkware geführt werden mit der Folge, dass auch dort, wo kein Muster gewünscht wird, Musterfäden im Warengrund oder als Flottung auf dem Warengrund mitgeführt werden müssen. 



  Es ist schon bekannt (DE-OS 1 585 397), eine gemusterte Wirkware der hier betrachteten Art am Ausgang der Kettenwirkmaschine nachzubehandeln. In einem ersten Arbeitsgang werden flottierende Fäden durchgeschnitten und in einem zweiten Arbeitsgang angesaugt und bis an den Warengrund abgeschnitten. In der so erzeugten Wirkware bildet jeder Musterfaden Musterabschnitte, die durch von diesem Musterfaden freie Bereiche getrennt sind. Jedoch ist dies mit einem erheblichen Kosten- und Platzaufwand verbunden. Ausserdem werden relativ lange Musterfadenabschnitte herausgeschnitten, was zu einem entsprechenden Musterfadenverlust führt. 



  Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gemusterte Kettenwirkware, die im Abstand angeordnete Musterabschnitte aufweist, mit geringerem Aufwand und geringerem Musterfadenverlust herzustellen. 



  Diese Aufgabe wird gemäss der Erfindung verfahrenstechnisch durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. 



  Bei diesem Vorgehen braucht der Musterfaden in den musterfreien Bereichen nicht als Flottung gelegt zu werden. Vielmehr wird er zeitweilig aus dem Wirkvorgang herausgenommen und erst zum gewünschten Zeitpunkt wieder in den Warengrund eingebunden. Daher ist der Verlust an Musterfadenmaterial sehr gering. Bei beiden Schneidvorgängen ist der Musterfaden einerseits in der Grundware verankert und wird andererseits an der Erfassungsstelle gehalten. Daher ergibt sich ein sauberer Schneidvorgang. Es können sehr kurze Fadenabschnitte abgetrennt werden. Der konstruktive und räumliche Aufwand ist gering, weil die abgezogene Wirkware ohnehin auf der Abschlagvorrichtung geführt wird und im Wirkarbeitsbereich noch ausreichend Platz zur Unterbringung der zum Erfassen und Schneiden benötigten Konstruktionsteile vorhanden ist. 



  Das Absaugen des Musterfadenrests nach Anspruch 2 verhindert eine Kollision des Fadenrests mit den übrigen zugeführten Fäden. 



  Damit der Musterfaden zeitweilig aus dem Wirkvorgang gehalten werden kann, muss dafür gesorgt werden, dass er nicht von einer Wirknadel erfasst wird. Zwei besonders einfache Möglichkeiten hierfür sind in den Ansprüchen 3 und 4 geschildert. 



  Die Weiterbildung nach Anspruch 5 ermöglicht es, die Zahl der erforderlichen Musterlegebarren zu reduzieren, weil infolge der Jacquard-Steuerung gleichzeitig Musterfäden in unterschiedlicher Musterung gelegt werden können. Da der Schneidvorgang nur die nicht-eingebundenen Musterfäden erfasst, wird hierdurch die Musterbildung durch die übrigen Musterfäden nicht beeinträchtigt. 



  Eine Lösung der gestellten Aufgabe in konstruktiver Hinsicht ergibt sich durch die Merkmale des Anspruchs 6. Wesentliche Merkmale sind ein gesteuerter Greifer und eine Schneidvorrichtung, die im Bereich der Abschlagvorrichtung angeordnet sind. 



  Hinzu kommt gegebenenfalls noch die im Anspruch 7 beschriebene Absaugvorrichtung. 



  Gemäss Anspruch 8 genügt eine Schneidvorrichtung und eine Absaugvorrichtung für alle Musterfäden. Hierbei wird die Tatsache ausgenutzt, dass zwar die Greifer individuell auf die Musterfäden wirken müssen, dass aber eine gemeinsame Betätigung der Schneidvorrichtung nicht schadet. 



  Die Steuervorrichtung nach Anspruch 9 sorgt für die richtige Koordination der Bewegungen von Musterfaden-Legenadeln, Greifer und Schneidvorrichtung. 



   Die Jacquard-Steuerung der Musterfaden-Legenadeln nach Anspruch 10 erlaubt eine Reduzierung der Anzahl der Musterlegebarren. 



  Die Erfindung wird nachstehend anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen: 
 
   Fig. 1 bis 3 den Arbeitsbereich einer erfindungsgemäss ausgebildeten Kettenwirkmaschine in Verschiedenen Phasen des Herstellungsverfahrens, 
   Fig. 4 eine räumliche Darstellung des Arbeitsbereichs und 
   Fig. 5 ein Legungsbild der fertigen Ware. 
 



  In den Fig. 1 bis 4 ist der Arbeitsbereich einer Kettenwirkmaschine gezeigt, in dem in üblicher Weise eine Wirknadelbarre 1 mit Wirknadeln 2, zwei Legebarren 3 und 3a, deren Legenadeln Fäden 4 und 5 zur Bildung einer Grundware, die beispielsweise als Trikot oder Tuch, oder vorzugsweise als Franse in Verbindung mit Schuss gearbeitet wird, zuführen, und eine Musterlegebarre 6, deren Musterfaden-Legenadeln 7 Musterfäden 8 zur Bildung eines Musters zuführen, zusammenwirken. Ausserdem ist ein Fallblech 26 vorgesehen. Eine Abschlagvorrichtung 9 trägt Abschlagplatinen 10 und daneben eine Abschlagkante 11, über die die fertige Wirkware 12 abgezogen wird. 



  Neu ist eine der Abschlagvorrichtung 9 benachbarte Schneidvorrichtung 13 mit einer Schere 14, die beispielsweise aus einem feststehenden und einem beweglichen Teil besteht, eine Absaugvorrichtung 15 in der Form einer Absaugdüse und mindestens ein Greifer 16, der mit seinem Haken 17 den Musterfaden 8 erfassen und durch Einziehen in eine Klemmbuchse 18 festhalten kann. Die Musterlegebarre 6 bzw. die einzelnen Musterfaden-Legenadeln 7 sind durch eine Stellvorrichtung 19 mustermässig versetzbar. Insbesondere handelt es sich um eine Jacquard-Legebarre. Das Schneidmesser 14 wird durch einen Stellmotor 20, der Greifer 16 durch einen Stellmotor 21 betätigt. Eine Steuervorrichtung 22 sorgt für die Koordination der Bewegungen von Musterfaden-Legenadeln, Schneidvorrichtung 13 und Greifer 16. 



  In Fig. 1 befindet sich die Wirknadel 2 kurz vor dem Abschlag. Die Legebarren 3, 3a und 6 schwingen in die vorderste Position (Pfeil a), also in die Unterlegungsstellung. 



  Wenn die Legung eines Musterabschnitts mit dem Musterfaden 8 abgeschlossen ist, erfasst der Greifer 16 diesen Musterfaden 8 in einem Bereich zwischen Musterfaden-Legenadel 7 und Abschlagvorrichtung 9 und zieht ihn in die Klemmbuchse 18, wo er festgehalten wird. Dies zeigt Fig. 2, wo sich die Legeschienen in Unterlegung befinden. Nunmehr schneidet die Schneidvorrichtung 13 den zwischen Abschlagkante 11 und Greifer 16 gespannt gehaltenen Musterfadenabschnitt 23 nahe der Abschlagvorrichtung 9 bzw. der Abschlagkante 11 ab. Der Fadenabschnitt 23 wird von der Saugvorrichtung 15 aufgenommen. Dies ist in Fig. 3 veranschaulicht, wo die Legeschienen in Überlegungsstellung stehen. Die Musterfaden-Legenadel 7 wird so bewegt, dass ein Wiedereinwirken verhindert wird, also der im Augenblick nicht benötigte Musterfaden aus dem Wirkvorgang herausgenommen ist.

   Dies  geschieht entweder durch einen Höhenversatz der Musterfaden-Legenadel 7 oder durch einen seitlichen Versatz derart, dass keine Überlegung erfolgt. Beide Steuerungsarten können beispielsweise mit einer Jacquard-Steuerung erfolgen, wie dies an sich bekannt ist. 



  Sobald ein neues Muster entstehen soll, wird die Musterfaden-Legenadel 7 in eine Stellung gebracht (Fig. 3), in der die Wirknadel 2 der Wirknadelbarre 1 den Musterfadenabschnitt 24 zwischen Greifer 16 und Musterfaden-Legenadel 7 erfasst. Sobald dieser Fadenabschnitt 24 einmal in einen Arbeitszyklus eingebunden ist, vorzugsweise aber erst nach mehreren Wirkvorgängen, wird die Schneidvorrichtung 13 nochmals betätigt und schneidet den zwischen Abschlagkante 11 und Greifer 16 gespannten Fadenabschnitt 24 nahe der Abschlagkante 11 durch. Sobald der Greifer 16 in die Freigabestellung verschoben wird, verschwindet der herausgeschnittene, relativ kurze Musterfadenabschnitt 23, 24 vollständig in der Saugvorrichtung 15. 



  Fig. 5 zeigt ein Legungsbild der so hergestellten Ware. Der Warengrund besteht aus einer Franse A und aus einem Teilschuss B. Gestrichelt ist die Grundlegung C der Musterlegebarre 6 veranschaulicht. Da diese als Jacquard-Legebarre ausgebildet ist, weicht die eigentliche Musterlegung D, die mit stark ausgezogenen Linien dargestellt ist, hiervon ab. Wichtig ist, dass die Fäden der Musterlegung D nur über Längsabschnitte der Warenbahn verlaufen, zwischen diesen Längsabschnitten aber von diesen Musterfäden freie Bereiche vorgesehen sind. 



  Im Ausführungsbeispiel ist der Greifer 16 als Klemmhaken ausgebildet. Er kann aber auch eine andere Form haben, beispielsweise als Klemmzange ausgebildet sein. Die Schneidvorrichtung 13 ist als Messer dargestellt, kann aber auch als Schere ausgeführt sein. Im Ausfüh rungsbeispiel haben die Musterlegebarre 6, der Greifer 16 und die Schneidvorrichtung 13 je einen eigenen Stellmotor. Es kommt aber auch eine von der Maschinenwelle angetriebene Schalteinrichtung in Betracht. Man kann auch auf eine musterungsabhängige Betätigung der Schneidvorrichtung 13 verzichten und diese bei jedem Arbeitszyklus in die Schneidstellung bringen. Um eine Überlegung durch die Musterfaden-Legenadel 7 zu verhindern, kann die ganze Musterlegebarre 6 entsprechend angesteuert werden oder einzelne Musterfaden-Legenadeln 7 können eine Ausweichbewegung machen.

   Insbesondere eignet sich hierfür eine Ansteuerung gemäss der deutschen Patentanmeldung P 4 414 876.3-26, bei der in jedem Arbeitszyklus eine erste musterungsabhängige Auswahl von Legenadeln erfolgt, die während des Unterlegungsversatzes verlagert werden, und eine zweite musterungsabhängige Auswahl von Legenadeln, die während des Überlegungsversatzes verlagert werden. 

Claims (10)

1. Verfahren zur Herstellung einer gemusterten Wirkware, bei der mindestens ein Musterfaden in einen Warengrund eingebunden ist, auf einer Kettenwirkmaschine, die eine Wirknadelbarre, mindestens eine den Warengrund legende Grundlegebarre, mindestens eine Musterfaden-Legenadeln tragende Musterlegebarre und eine Abschlagvorrichtung, über die die Wirkware abgezogen wird, aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Musterfaden zwischen Musterfaden-Legenadel und Abschlagvorrichtung erfasst und festgehalten, nahe der Abschlagvorrichtung durchgeschnitten, zeitweilig aus dem Wirkvorgang herausgehalten, dann wieder in den Warengrund eingebunden, frühestens nach einer Maschenbildung erneut nahe der Anschlagvorrichtung durchgeschnitten und der verbleibende Musterfadenrest freigegeben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Musterfadenrest abgesaugt wird.
3.
Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Musterfaden durch Unterdrückung des Überlegungsversatzes aus dem Wirkvorgang herausgehalten wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Musterfaden durch einen Höhenversatz der Musterfaden-Legenadel aus dem Wirkvorgang herausgehalten wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei Verwendung jacquard-gesteuerter Musterfaden-Legenadeln gleichzeitig mindestens ein Musterfaden in den Wirkvorgang einbezogen und mindestens ein weiterer Musterfaden aus dem Wirkvorgang herausgehalten wird.
6.
Kettenwirkmaschine zur Herstellung einer gemusterten Wirkware, bei der mindestens ein Musterfaden in einen Warengrund eingebunden ist, nach einem der Ansprüche 1 bis 5, mit einer Wirknadelbarre, mindestens einer den Warengrund legenden Grundlegebarre, mindestens einer Musterfaden-Legenadeln tragenden Musterlegebarre und einer Abschlagvorrichtung, über die die Wirkware abgezogen wird, gekennzeichnet durch mindestens einen gesteuerten Greifer (16), der jeweils einen Musterfaden (8) zwischen Musterfaden-Legenadel (7) und Abschlagvorrichtung (9) erfasst und festhält, und durch eine der Abschlagvorrichtung (9) benachbarte Schneidvorrichtung (13) zum Durchschneiden des vom Greifer (16) gehaltenen Musterfadens (8) nahe dem Warengrund.
7.
Kettenwirkmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Greifer (16) und Schneidvorrichtung (13) eine Absaugvorrichtung (15) angeordnet ist.
8. Kettenwirkmaschine nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Schneidvorrichtung (13) und/oder die Absaugvorrichtung (15) über die gesamte Maschinenbreite erstrecken.
9. Kettenwirkmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 8, gekennzeichnet durch eine Steuervorrichtung (22), welche Greifer (16) und gegebenenfalls Schneidvorrichtung (13) in Koordination zur mustermässigen Legung des Musterfadens (8) betätigt.
10. Kettenwirkmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Musterlegebarre (6) jacquard-gesteuerte Musterfaden-Legenadeln (7) trägt.
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