Anhieb für die Heberwalze von Bogenrotations-Druckmaschinen Die Erfindung bezieht sich auf einen Antrieb für die Heberwalze von Bogenrotations-Druckmaschinen, wel cher die Pendelbewegung der Heberwalze mittels eines exzentergesteuerten Gelenkviereckes erzeugt und bei dem die Heberwalze in schwenkbar auf der Heberwalze angeordneten Hebeln gelagert ist, die durch einen Schwinghebel bewegt werden.
Die elastische Umkleidung der Druckwalzen, insbe sondere der Heberwalzen, unterliegt mannigfaltigen physikalischen und chemischen Einflüssen. Je nach der Intensität und Art der Beanspruchungen verschliessen, quellen oder verspröden diese elastischen Umkleidungen. Die hohen Herstellungskosten dieser Walzen erfordern, dass die unbrauchbar gewordene Oberfläche durch Überschleifen wieder nutzbar gemacht wird.
Bei Heberwalzen wirkt sich ein derartiges über schleifen so aus, dass der Pendelweg, welcher gleich dem Zwischenraum von Doktorwalze und Übernahmewalze plus einer elastischen überdrücku,ng nach beiden ge nannten Walzen etwa 0,5 mm gross ist, um das Mass der Durchmesserverringerung grösser werden muss.
Die bekannten Antriebe für die Heberwalze haben deshalb bei einer Heberwalze mit Originaldurchmesser zwischen Kurvenrolle und unterer Rast der Kurven scheibe etwa 2 mm Luft, die dadurch zustande kommt, dass die Heberwalze bereits vor Erreichen der unteren Rast an der Doktorwalze anliegt, was etwa i/4 des Gesamthubes der Kurvenscheibe entspricht.
Wird eine überschliffene Heberwalze eingesetzt, so kann der :dadurch entstehende grössere Pendelweg da durch ausgeglichen werden, dass die Kurvenrolle durch die vorgegebene Luft entsprechend länger auf der Kur venscheibe abrollen kann. Diese bekannte Artdes Aus gleiches :der Durchmesserdifferenz der Heberwalze wirkt sich jedoch sehr ungünstig auf die Funktionsgüte des gesamten Hebersystems und den Verschleiss des Heber schaltgetriebes aus, indem das Anlegen der Heberwalze an die Doktorwalze stossartig erfolgt, ebenso das Ab heben.
Die ungünstigsten Betriebsverhältnisse treten da bei im Originalzustand der Heberwalze ein, da hier der kleinste Pendelweg zurückgelegt wird und damit die Kurvenrolle den kleinsten Wegbetrag dem Bewegungs gesetz der Kurvenschevb#e von der oberen Rast zur unteren Rast erfolgt.
Die Pendelgeschwindigkeit der Heberwalze - sie beträgt beim Anlegen an ,die Doktor- walze etwa 8/1o der maximalen Pendelgeschwindigkeit und wird nahezu in der Zeit t=o auf den Wert v=o verzögert bzw. wird beim Abheben die Heberwalze in der Zeit t=o auf v=8/lo V max. beschleunigt - verur sacht die auftretenden Stösse.
Da diese Stösse quadratisch mit der Geschwindig keit anwachsen, sind derartig ausgebildete Antriebe für moderne Bogenrotations-Offsetmaschinen, die 7000 Bogen/St. und mehr im Dauerbetrieb leisten, nicht mehr einsetzbar. Ebenso setzen -derartig ausgebildete Antriebe dem Nachschleifen der Heberwalze eine sehr enge Grenze, (nur etwa 1 mm möglich) da eine grössere Differenz eine Erhöhung der vorgegebenen Luft be dingen und damit die Betriebsverhältnisse weiter ver schlechtern würde, obwohl die elastische Umkleidung eine weitaus grössere Durchmesserdifferenz zulässt.
Es ist eine Einstellvorrichtung für die Heberwalze bekannt, die sich dadurch kennzeichnet, dass eine Nok- kenscheibe auf einem Träger der Heberwalze angeord net ist und ihre axialen und verschieden hohen Nocken fiächen mit einem Antriebsorgan der Heberwalze und am Maschinengestell angeordneten Anschlägen zusam menwirken und damit die Einstellung der Heberwalze bestimmen.
Diese Einrichtung ist konstruktiv aufwendig gelöst und ihre Funktion von drei Stellorganen abhängig. Da durch ist eine den Gegebenheiten entsprechende gleich- mässige Einstellung nicht mit Sicherheit gegeben; son dern vom Gefühl des Einstellenden mehr oder weniger abhängig.
Weiterhin ist eine Farbheber-Vorrichtung bekannt, bei ;der der Heber noch während der Schaltbewegung des Doktors von dieser abgehoben wird. Dies soll die Bildung einer Farbwulst an der Berührungsstelle der Heberwalze am Doktor verhindern. Eine Veränderung des Pendelweges der Heberwalze kann mit dieser Ein richtung nicht erreicht werden.
Durch eine andere bekannte Vorrichtung ist die Verstellung des Weges der Heberwalze zwischen Duk- tor- und Farbauftragwalze dadurch vorgesehen, dass die Heberwalze in Schienen gelagert ist, die in Führungs stücken hin- und hergleiten, wobei letztere auf der die Schienen bewegenden Welle schwenkbar gelagert und in die jeweilige gewünschte Stellung feststellbar sind.
Diese geradlinige Bewegung der Heberwalze kann die Anlage nur durch Arbeiten der Kurve in die Feder erzielen, wo durch ungleiche Anpr ssdrucke an den Walzen ent stehen.
Es ist auch bekannt, die Heberwalzenbewegung ge genüber der Farbkastenwalze durch zwei auf einer ge meinsamen Achse angeordnete, zueinander verstellbare umlaufende Kurven zu steuern, auf denen .eine mit der Heberwalze verbundene Rolle gleitet. Die eine der bei den Kurven wird durch eine Spindel verstellt, die in der Tragspindel der beiden Kurven gelagert ist, so dass die Breite des Farbstreifens auch während des Betriebes eingestellt werden kann.
Auch hier kann eine Veränderung des Pendelweges der Heberwalze mit dieser Einrichtung nicht erreicht werden.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, die genannten Nachteile .dadurch zu beseitigen, dass ein funktionssicheres und dabei unkompliziertes Einstellen des erforderlichen Pendelweges der Heberwalze, auch bei verändertem Durchmesser derselben, gegeben ist und dabei der Stoss im kritischen Punkt der Pendelbewegung der Heberwalze - Anlegen bzw. Abheben der Heber walze zu Duktorwalze wie übernahmewalze - wesent lich verringert wird.
Erfindungsgemäss ist die Lösung der gestellten Auf gabe dadurch erreicht, ,dass der mit dem Exzenter zu- sammenwirkende Rollenhebel. mit einer kreisbogenför migen Kulisse versehen ist, in der der Gelenkbolzen der den Rollenhebel mit dem Schwinghebel verbindenden Koppelstange verstellbar gelagert ist, und dass der Ra dius der Kulisse gleich ist der Länge (R) der Koppel stange.
Eine Durchmesserdifferenz der Heberwalze kann dadurch ausgeglichen werden, indem der Hebelarm ver längert wird. Durch die Ausbildung der Kulissen kann der Ausgleich sowohl zur Übernahmewalze als auch zur Duktorwalze hin zu gleichen Teilen erfolgen, was ein bequemes und unkompliziertes Einstellen des er forderlichen Pendelweges gewährleistet.
Da zur einwandfreien Funktion der Heberwalze notwendig ist, dieselbe während der Anlage an beiden genannten Walzen um etwa 0,5 mm elastisch zu über- drücken, kann die Heberwalze vorteilhafterweise beide Walzen um eine diesen Betrag entsprechende Wegdiffe renz früher berühren, als die Kurvenrolle die jeweilige Rast erreicht.
Beim Abheben kann .dieser Vorgang umgekehrt ab laufen. Dieser kritische Punkt in der Pendelbewegung der Heberwalze - Punkt des Anlegers bzw. Abhebens der Heberwalze - kann durch die Ausbildung des An triebes :der Heberwalze, zur Duktorwalze ebenso wie zur Übernahmewalze nur noch etwa 1/1z des Gesamt hubes von der Rast .der Kurvenscheibe entfernt sein.
Diesen Umstand nutzend, kann eine weitere Verbesse rung dadurch erzielt werden, dass der Wegverlauf des Anstieges c sowie Abstieges d der Kurvenscheibe einem symmetrischen Bewegungsgesetz entspricht, welches aus einer Geraden mit Übergangsbogen einer geneigten Si- nuskurve bestehen kann.
Dieses Bewegungsgesetz kann einen äusserst flachen Anstieg der Geschwindigkeit haben und durch die Ver lagerung der kritischen Punkte auf etwa 1/l2 des Ge samthubes von der Rast entfernt, kann diese geringe Geschwindigkeit auch im kritischen Punkt der Duktor- walze wirksam werden.
Insgesamt kann durch die Verringerung der An- legegeschwindigkeit der Hebierwalze an die Duktorwalze die dabei durch die Massenkräfte entstehende Stoss- wirkung auf etwa 25 % verringert werden, und gleiche Betriebsverhältnisse können zwischen Duktorwalze/He- berwalze und 17bernahmewalze/Heberwalze geschaffen werden.
Weitere Vorteile sind, dass durch die Ausbildung der Kulissenbahn als Langloch ein stufenloser Ausgleich der Durchmesserdifferenz der Heberwalze möglich sein kann und dass es ohne Beeinträchtigung der Betriebs verhältnisse möglich sein kann, durch eine entspre chende Kulissenbahnlänge die mögliche Durchmesser differenz der elastischen Umkleidung der Heberwalze voll auszunutzen.
Der Antrieb der Heberwalze ist durch die Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel erläutert und zeigt in schematischer Darstellung eine Seitenansicht des An triebes.
Die Wirkungsweise ist folgende: Auf der Kurvenwelle 1 ist der Exzenter 2 angeord net, dessen Wegevexlauf sich im Anstieg c und Abstieg d durch die Geraden 3, 3' und die geneigten Sinuskurven 4., 4' bildet. Auf dem Drehpunkt 5 ist der Rollenhebel 6 gelagert; dieser trägt im Abstand a vom Drehpunkt 5 die bogenförmige Kulisse 10 mit dem Langloch 10'. Der I#',ulissenbahnbogen entspricht dem Radius R in der Länge der Koppel 12.
Die Anlage der Kurvenrolle 7 des Rollenhebels 6 sichert die Druckfeder 9 über die Führungsstange 8, die gelenkig mit dem Rollenhebel 6 am Drehpunkt 8' verbunden ist. In der Kulisse 10 ist verstell- und feststellbar der Drehpunkt 11 der Koppel stange 12 angeordnet.
Sie stellt am Drehpunkt 13 die Verbindung mit dem Schwinghebel 14 her.
Letzterer ist auf dem Drehpunkt 20 sitzend über die Gabel 15 und den Führungskolben 16 mittels beid seitiger Druckfedern 17 mit dem ebenfalls auf dem Drehpunkt 20 gelagerten doppelarmigen Schwinghebel 18/18' kraftschlüssig verbunden. In den Lagern 19 des Schwinghebels 18/18' ist die Heberwalze 21 gelagert. Den Ausschlagweg ,der Heberwalze 21 begrenzt einer seits die Duktorwalze 22 und anderseits die über- tragungswalze 23.
Die Regulierung des erforderlichen Ausschlages der Heberwalze 21 wird durch Verstellendes Drehpunktes 11 in der Verstellbahn 10 innerhalb ihrer Länge e vorge nommen, so dass durch entsprechende Verlängerung oder Verkürzung des Armes a bzw. a+e am Rollen <B>hebel</B> 6 der jeweils erforderliche Pendelweg von der Duktorwalze 22 zur Auftragwalze 23 erzielt wird.