CH296342A - Verfahren zur Raffination von Ölen und Fetten. - Google Patents

Verfahren zur Raffination von Ölen und Fetten.

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CH296342A
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    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11BPRODUCING, e.g. BY PRESSING RAW MATERIALS OR BY EXTRACTION FROM WASTE MATERIALS, REFINING OR PRESERVING FATS, FATTY SUBSTANCES, e.g. LANOLIN, FATTY OILS OR WAXES; ESSENTIAL OILS; PERFUMES
    • C11B3/00Refining fats or fatty oils
    • C11B3/001Refining fats or fatty oils by a combination of two or more of the means hereafter

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Description


      Verfahren        zur        Raffination   <B>von Ölen</B>     und   <B>Fetten.</B>    Aus gegebenenfalls     vorgereinigten    Ölen  oder Fetten tierischen, pflanzlichen oder       synthetischen    Ursprungs hat man schon die  freien     Fettsäuren    durch     Wasserdampfde-          stillation    im Hochvakuum entfernt. Diese  Verfahren führten indessen nicht in allen  Fällen zu hochwertigen Speiseölen. Deshalb  wurde der Destillation oft noch eine Be  handlung     mit    Alkalien nachgeschaltet, die  aber ebenfalls nicht immer einwandfreie  Ergebnisse erzielen liess.  



  Gegenstand des vorliegenden Patentes ist  ein Verfahren zur     Beseitigung    von Stoffen  aus Ölen oder Fetten, die die Haltbarkeit  und Lagerbeständigkeit der Öle oder Fette  herabsetzen, das dadurch     gekennzeichnet    ist,  dass man mindestens den grössten Teil der  freien Fettsäuren in Gegenwart     eines        Adsorp-          tionsmittels    mit Wasserdampf im Vakuum       abdestilliert,    dass man     alsdann    weitere uner  wünschte Bestandteile durch Erhöhung der  Temperatur, die so weit getrieben wird, dass  eine starke Aufhellung der Farbe des Öls ein  tritt, in Stoffe umwandelt, die sich teils durch  Destillation,

   teils durch Behandlung mit Ad  sorptionsmitteln aus dem Öl oder Fett ent  fernen lassen, und dass man die gebildeten  flüchtigen Stoffe     abdestilliert    und     schliesslich     bei wesentlich niedrigerer Temperatur noch  mals mit einem     Adsorptionsmittel    behandelt.  



  Gegebenenfalls kann man von     vorge-          reinigten    Ölen oder Fetten ausgehen. Für die  erste Behandlung mit     Adsorptionsmitteln       eignen sich insbesondere Aktivkohle oder  Gemische von Aktivkohle     mit    andern       Bleichmitteln.    Die     Wasserdampfdestillation     erfolgt     zweckmässig    im Hochvakuum.  



  Beispielsweise     wird    wie folgt vorgegan  gen: Ein     mit    verdünnter Schwefelsäure oder  auf andere Art     vorgereinigtes    Öl     wird    in  einem     Destillationsgefäss    bei Temperaturen  von etwa 200-230 C einer Destillation in       Gegenwart    von     Adsorptionsmitteln    und unter       Hindurchleiten    von Wasserdampf unter  worfen. Die     Adsorptionsmittel    können dem  Öl im     Destilliergefäss    oder auch schon vorher       beigemischt    werden.

   Durch diese Destillation  werden die flüchtigen     Verunreinigungen,        ins-          besondere    Geruchsstoffe und     freie    Fett  säuren, aus dem Öl oder Fett entfernt.  



       Sind    die Verunreinigungen völlig oder zu  einem grossen Teil     abdestilliert,    so wird die  Temperatur des Öls oder Fettes im Destil  liergefäss erhöht, bis eine stärkere Aufhel  lung der Farbe des Öls oder Fettes eintritt,  was je nach der Art des Öls oder Fettes  zwischen etwa 270-290 C oder darüber, zum  Beispiel     bis    etwa<B>320'C,</B> erfolgen     kann.    Das  Öl oder Fett wird einige Zeit auf dieser Tem  peratur gehalten.     Anschliessend    wird die  Destillation unter     Absenkung    der Tempera  tur zu Ende geführt.

   Während der Erhitzung  des Öls auf die für die     Aufhellung    der Farbe  erforderliche Temperatur wird     zweckmässig          ebenfalls    Wasserdampf, jedoch weniger als  bei der     Abdestilherung    der Fettsäuren, durch-      geleitet. Die     für    die Aufhellung der     Farbe    erfor  derliche     Erhitzungsdauer    ist verhältnismässig  kurz: sie     kann.    10-30     Minuten    betragen.

   Bei  der     anschliessenden    Destillation werden die  bei der Erhitzung neu entstandenen flüchti  gen Stoffe, zum     Beispiel    Fettsäuren, und auch  noch im Öl oder Fett vorhandene flüchtige       Verunreinigungen        abdestilliert.    Hierbei     wird     zweckmässig die     Wasserdampfzufuhr    wieder  erhöht.  



  Nach der     Destillation    und der Abkühlung  des     Öls    kann das zu Beginn zugesetzte Ad  sorptionsmittel     abfiltriert    werden. Das Fil  trat wird dann zwecks Entfernung restlicher  Farbanteile und solcher unerwünschter Stoffe,  die sich bei der Wärmebehandlung gebildet  haben,     nochmals    mit     einem        Adsorptions-          mittel    behandelt.  



  Für diese Behandlung eignet sich     eben-          falls        Aktivkohle,    ferner Bleicherde oder     Ge-          mische    dieser Stoffe, zweckmässig in Form  von Pulvern.

   Falls man Bleicherde verwen  det,     wird    das Öl oder Fett am besten zwecks  Entfernung des     Bleicherdegeschmackes        des-          odorisiert.    Es     sind        hierfür    nur kurze     Dämpf-          zeiten    von etwa 1-1     i/2    Stunden notwendig,       weil        die    Hauptmenge der flüchtigen Ge  ruchs- und Geschmacksstoffe schon vorher  ausgeschieden worden sind.

   Man erhält ein  haltbares Öl oder Fett von     guter    Farbe und       einwandfreiem    Geschmack, selbst aus stark       verunreinigten    Ausgangsstoffen, wie Palmöl,  Sojaöl oder dergleichen. Die Ölausbeuten  sind nahezu quantitativ, und es werden die  im Öl vorhandenen     Fettsäuren    in Form farb  loser Destillate gewonnen.  



  Das zu     Beginn,    zugesetzte     Adsorptions-          mittel    kann vor der am Schluss vorzunehmen  den Behandlung mit     Adsorptionsmitteln    aus  dem Öl oder Fett herausgenommen, zum  Beispiel     abfiltriert,    werden. Man kann aber  auch beide     Adsorptionsmittel    am Schluss zu  sammen     abfiltrieren.    Dadurch     wird    ein     Fil-          trationsvorgang    erspart.

      <I>Beispiel:</I>  80 kg Palmöl aus dem Belgischen Kongo  mit einem Gehalt an freien Fettsäuren von         14,5 %ö        wurden    bei 60 C' mit     einer    dünnen  Schwefelsäure v     orgereinigt    und das Öl nach       Abtrennung    des Schleimkuchens mit heissem  Wasser gewaschen. Anschliessend wurde das  Öl in eine Destillierblase eingesaugt und dar  in im Vakuum getrocknet. Vor dein Weiter  erwärmen wurde     Aktivkohle        (0.3 ,ö    vom Öl  gewicht) dem Blaseninhalt zugefügt.

   Darauf  wurde unter technischem Hochvakuum bei  gleichzeitiger Durchgabe von direktem Was  serdampf auf etwa     220-240 C        erhitzt,    wobei  die freien Fettsäuren zum allergrössten Teil       abdestillierten.    Dann wurde langsam weiter  erhitzt, wodurch sich eine erhebliche Auf  hellung des Öls     einstellte.    Mit Erreichen der  Temperatur von<B>280'C</B> wurde die     Beheizung     weggenommen und das Öl eine gewisse Zeit.  bei 280 C gehalten, wobei die Menge des       direkten    Wasserdampfes vermindert wurde.

    Unter Durchgabe der vollen     Destillations-          wasserdampfmenge    wurden anschliessend bei  fallenden Temperaturen die bei der hohen  Temperatur gebildeten flüchtigen Reaktions  produkte     abdestilliert.    Das Gut     wurde        dann,          immer    noch unter Hochvakuum. auf 70 C  abgekühlt.

   Es wurden erhalten 68,3 kg neu  trales Öl (85,4% des Blaseninhaltes) und  11,2 kg weisses     Fettsäuredestillat        (14,0 :ö)     Die Abtrennung der     Aktivkohle        erfolgte     durch     Filtration.    Das     blanke    Filtrat     wurde     dann mit etwa<B>10/',</B> eines Gemisches von 3/4       Gewichtsteilen    aktiver Erde und     1/t    Gewichts  teil Aktivkohle bei 70 C behandelt,     filtriert     und bei 180 C kurze Zeit im Vakuum     nach-          desodorisiert.     



  Man     kann    auch so arbeiten, dass die Ab  trennung der zuerst bei der Destillation zu  gefügten Aktivkohle gemeinsam mit der Ab  filtration der     Bleicherdemischung        erfolgt.     



  Das Erzeugnis hatte einen Restgehalt an  freier Fettsäure von 0,02%, war rein weiss,       geschmacklos,    geruchlos und     reversierte          nicht.    Das Produkt zeichnete sich durch eine  hohe Haltbarkeit aus.  



  Durch das Verfahren gemäss der     Erfin-          dung    kann also in wirtschaftlicher Weise ein  erstklassiges Speisefett oder -öl     erzeugt     werden.      Weiter wurde gefunden, dass nach der  Erfindung raffinierte Öle oder Fette,     wenn,     sie andern Ölen oder Fetten in     geeigneten     Mengen zugesetzt werden, die nach den  üblichen einfacheren Methoden raffiniert  worden sind, deren Haltbarkeit wesentlich  verbessern. Dadurch wird der Wert der     Mi-          schungen    bemerkenswert erhöht.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Beseitigung von Stoffen aus Ölen oder Fetten, die die Haltbarkeit und Lagerbeständigkeit der Öle oder Fette herabsetzen, dadurch gekennzeichnet, dass man mindestens den grössten Teil der freien Fettsäuren in Gegenwart eines Adsorptions- mittels mit Wasserdampf im Vakuum ab destilliert, dass man alsdann weitere uner wünschte Bestandteile durch Erhöhung der Temperatur, die so weit getrieben wird, dass eine starke Aufhellung der Farbe des Öls eintritt, in Stoffe umwandelt, die sich teils durch Destillation, teils durch Behandlung mit Adsorptionsmitteln aus dem Öl oder Fett entfernen lassen,
    und dass man die gebildeten flüchtigen Stoffe abdestilliert und schliesslich bei wesentlich niedrigerer Temperatur noch mals mit einem Adsorptionsmittel behandelt. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man ebenfalls bei der Erhitzung bis zur Aufhellung der Farbe des Öls oder Fettes Wasserdampf durch- leitet, jedoch in, geringerer Menge als bei der Abdestillierung der Fettsäuren. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Behandlung bei hoher Tem peratur das Adsorptionsmittel abfiltriert wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man das zu Be ginn zugesetzte Adsorptionsmittel zusammen mit dem am Schluss zugesetzten entfernt. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Fett oder Öl nach der zweiten Behandlung mit einem Ad- sorptionsmittel desodorisiert wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, da die Erhitzung bis zur Aufhellung der Farbe des Öls oder Fettes im Hochvakuum erfolgt. 6. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass zu Beginn nicht sämtliche freien Fettsäuren abdestilliert werden. 7. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man von vor gereinigtem Öl oder Fett ausgeht. B.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass Aktivkohle als Adsorptionsmittel verwendet wird. 9. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass Gemische von Aktivkohle und Bleichmitteln als Adsorp- tionsmittel verwendet werden.
CH296342D 1950-06-26 1950-12-18 Verfahren zur Raffination von Ölen und Fetten. CH296342A (de)

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