Verfahren zum Mustern auf Strickmaschinen und Vorrichtung dazu. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Mustern auf einer Strickmaschine mit einfacher oder mehrfacher iSchlossmechanik, nachdem das mustergemässe Auswählen der Nadeln nicht durch Verwendung von :Stahl karten, Knopfketten oder Zwischenschaltung von Jacquardwerken oder andern bekannten mechanischen Hilfsmitteln, sondern unmit telbar von der Vorlage mittels lichtindizier ter Elektrizität erfolgt.
Die Verwendung photoelektrischer Zel len, die in der Fernsehtechnik schon eine beachtliche Entwicklungsstufe erreicht ha ben, für die Musterung bei Wirkmaschinen ist schon in der Literatur erwähnt.
Konkre tisierende Vorschläge liegen aber noch nicht vor, trotzdem die andauernd. sich steigernden Anforderungen an grössere Mustermöglich- keiten, schnelleren, einfacheren und billige ren Wechsel der Musterung förmlich dazu zwingen, eine Universal-:Strickmaschine zu schaffen.
Die Übernahme der Jacquardvorrichtung aus der Weberei schien der Weg zur An- nälierung an dieses Ziel zu sein. Die Ent wicklung der Mehrfachmechanik-,Strickma- sehinen verlangte aber derartig verwickelte Jacquardvorrichtungen, dass .die Maschine zu teuer in Anschaffung, Pflege und Bedienung wurde.
Die Entwicklung der. Fernsehtechnik, insbesondere die Entwicklung des elektri- schen Lichtindikators fand. auch in der We berei Beachtung. Ihre Bedeutung für die Vereinfachung .der Musterung wurde er kannt.
Für Strickmarschinen sind diese Vor schläge nicht .geeignet, weil das pausenlose Betätigen von einer Nadel nach der andern mit einem oder mehreren die Nadelreihe nacheinander durchlaufenden Schlössern, die vorliegende Erfindung voraussetzt, nach der das Auswählen der Nadeln unmittelbar durch Magnete imGleichlauf mit den Schlös- sern vorgenommen wird, wobei die Magnete von durch Licht indizierten Strömen be tätigt werden.
Der lichtelektrische Indikator wirkt also auf Magnete, die direkt, höchstens mit zwischengeschalteten Stössern, die Nadeln betätigen. Darin liegt ein wesentlicher Vor teil gegenüber einem in der Weberei bekann ten Vorschlag, demzufolge durch eine photo elektrische Zelle beim Abtasten der Muster vorlage erzeugte Ströme die Löcher einer Jacquardwalze mittels Magneten geschlossen und geöffnet werden und damit besondere Ja.equardkarten auszuschalten.
Das Jacquard getriebe wird nach wie vor benötigt. Diese photoelektrische Öffnung der Löcher in Be ziehung zu den Bildpunkten der Vorlage muss zwischen zwei aufeinanderfolgenden Schüssen, also in so kurzer Zeit erfolgen, dass eine teure und verwickelte Anlage nötig ist, um die grosse Zahl von mit der nötigen Geschwindigkeit ansprechenden Re lais zu schaffen. Bei der vorliegenden Erfin dung wird so verfahren, dass das Auswäh len der Nadeln :unmittelbar durch von der Vorlage mittels Licht indiziertem Strom be tätigter Mägnete im Gleichlauf mit den Schlössern vor sich geht.
Bei Strickmaschinen ist es ferner be kannt geworden, Elektromagnete zur Aus wahl der Nadelstösser zu verwenden. Soweit. es sich bei diesem Vorschlag darum handelt.
einen Magnet an den Stössern vorbeizufüh ren und so einen Gleichlauf der Nadelbeein flussung auf magnetischem Weg mit. den Stössern zu schaffen, kann jedoch daraus nicht die erfinderische Erkenntnis geschlos sen werden, dass der Gleichlauf der Beein flussung feststehender Magnete mit den Schlössern eine einfache - mechanische Hilfsmittel, wie Jacquardwerke und andere, ausschaltende - photoelektrische Übertra gung der Mustervorlage auf die Stricknadeln ermöglicht.
Um die Zahl der Stromverteilerscheiben in Unabhängigkeit zur Nadelzahl zu brin gen, um also mit einem Bruchteil der Ver- teilerscheibenza.hl gegenüber der Nadelzahl auskommen zu können und damit auch die Kabelanlage zu vereinfachen, lässt sich auch durch jede Verteilerscheibe eine Gruppe von Magneten und Nadeln beeinflussen, wobei innerhalb jeder Nadelgruppe der Abstand von Nadel zu Nadel so gross ist,
dass die der vom Schloss beeinflussbaren Nadel folgende Nadel der gleichen Gruppe von besonderen Schlossteilen der Wirkung des Hauptschlos ses oder nachfolgender Hauptschlösser recht zeitig, ehe sie in das wirksame Bereich des selben kommt, entzogen werden könnten.
Die Anwendungsmöglichkeit des erfin dungsgemässen Verfahrens und Beispiele von Vorrichtungen hierzu für eine Flachstrick maschine sind auf der Zeichnung dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 die schematische Darstellung der Anordnung der @Schlossteile, der Magnete, der Schaltung und der Verteilervorriehtung für eine Einfachmechanik-Strickmasehine, Fig. 2,die Seitenansicht eines Nadelbettes im Querschnitt sowie die Magnetanordnung,
Fig. 3 die Schlossanordnung, die Ma gnete, die Schaltung und die Verteilervor richtung für eine Dreifaehmechanik-Strick- maschine.
Die mustergemäss gelochte, z. B. schwarze Vorlage a wird von einem Zylinder mit weisser Oberfläche getragen, dessen Lager- zapfen mit b bezeichnet sind.
Die durch die Lochungen in Erscheinung tretenden Bild punkte werden in an sich bekannter Weise mit einer lichtelektrischen Vorrichtung c ab getastet und die entstehenden und bei f ver- stärkten Ströme auf einen Schleifring d ge leitet.
Bei dauernder Umdrehung der Verteil- vorrichtung bekommen nacheinander die Ver- teilerscheiben e1, e2 bis e' vsw., die auf der gleichen Welle g wie der Schleifring d sit zen, Strom, soweit ein die photoelektrische Zelle c erregender Bildpunkt auf der Vor lage vorhanden ist.
Für jede Stricknadel (F'ig. 1 und 2) ist ein Magnet vorgesehen, der im erregten Zu stand die als Anker k ausgebildete Fort setzung des @Stössens i anzieht und ,den Stösser auf die Schräge x-y bringt.
Dadurch hebt der Stösser die Nadel, und ihr Fuss tritt aus dem Nadelbett hervor. Die Anker 1a und ihre zugehörigen Xa- gnete sind fächerförmig angeordnet, .damit sie bei .den vorkommenden geringen Abstän den der Nadeln untergebracht werden kön nen. Die Anzahl der Nadeln und der Ma gnete ist zwecks leichtfasslicher Darstellung in der Zeichnung kleiner angegeben, als es in Wirklichkeit der Fall ist.
Es sind sebstverständhch auch andere Verbindungen als die in Fig. 2 dargestellte zwischen Magnet -und Nadel denkbar, so kann z. B. auch ein Schwinghebel zwischen Magnet und Stösser eingeschaltet -sein. We sentlich ist aber nur der Umstand, -dass der feststehende, erregte Magnet den Fuss seiner ihm zugeordneten Nadel in den Schloss- bereich bringt.
Tritt der Fuss der Nadel kurz vor dem Vorbeigang eines Schlosses k aus dem Nadel , Bett hervor, so mussdiese Nadel arbeiten Wig. 1). Durch das Zusammens chalteu der Magnete 1, 1', 1" (Fig. 1) treten jedoch ausser den Nadeln N' noch die Nadeln i111, 0' usw. in Tätigkeit, zum Arbeiten kommt aber nur die unmittelbar vor dem .Schloss be findliche Nadel N' der Nadelgruppe 1.
Die übrigen Nadeln M', 0' usw. der Gruppe 1, deren Magnete 1, 1" usw. eben falls erregt sind, werden noch vordem Vor- beigaug des Schlosses k durch die ,Schloss- teile k' und k= aus dem Wirkungsbereich des Schlosses k gehoben. Die Schlossteile k' und 1c4 haben den Zweck, die Nadeln nach ihrem Durchgang durch das. Schloss wieder in Aussertätigkeitsstellung zu bringen.
Die Nadeln. der einzelnen Gruppen mit ihren Magneten 1, 1', 1" usw., 2, 2', 2" usw., 3, 3', 3" usw.<B>...</B> müssen mindestens solchen Abstand voneinander haben, dass die Schloss- teile k' und 1c\ die nicht vom Hauptschloss <I>k</I> zu erfassenden Nadeln noch rechtzeitig in Aussertätigkeitsstellung bringen. können.
Fig. 3 zeigt die Steuervorrichtung für die Nadel einer Dreifaehmechanik - Strickma schine. Die Magnete 1, 2 . . ., 1', 2'<B>...</B> usw. werden kurz hintereinander erregt, und zwar 9, 9', 9" für .das erste Schloss o, 5, Y, ä" für das zweite -Schloss p und 1, 1', 1" für das letzte Schloss r, wodurch die entsprechenden Nadeln in Tätigkeit gebracht werden.
Dann folgen die mit 1'0, 10', 10", dann die mit 6, 6', 6" bezeichneten Magnete usw. Die Aus führung gleicht derjenigen für Einfach- mechanikmaschinen, lediglich,die Verteilvor- richtung ist vermehrfacht, da für jedes Schloss die Nadeln beliebig ausgewählt wer den sollen.
Die Arbeitsweise der beschriebenen Er findung spielt sich folgendermassen ab: Der Schlitten mit den Schlössern k (Fig. 1) befindet sich auf der linken .Seite im Lauf nach rechts. Dureh einen auf der Vorlage a erscheinenden Bildpunkt wird in an sich bekannter Weise ein Steuerstrom er regt und nach dem Sohleifring d .geleitet.
Von hier aus erfolgt über einen. der Vertei lerringe e' und e$ usw. die Erregung der be treffenden Magnetgruppe. Im Augenblick, da der Bildpunkt 1 der Vorlage abgetastet wird, erlaubt die Stellung des Verteilerringes e' die Erregung sämtlicher Magnete 1, 1', 1" usw.
der Gruppe 1, so dass die Nadeln 11'1', N', 0' usw. der Gruppe 1 in. das Wirkungs bereich des ,Schlosses zu stehen kommen, das heisst ihre Füsse aus dem Nadelbett hervor ragen. Dass im Lauf nach reehts befindliche Schloss arbeitet demzufolge durch Einwir kung des Magneten 1 mit der Nadel N'.
Die andern, ebenfalls im Schlossbereich. befind lichen, jedoch weiter vom .Schloss entfernt stehenden Nadeln N', 0' usw. der Gruppe 1 werden durch das Schlossteil k' und bei ent gegengesetztem ISchlosslauf durch das.Schloss- teil k= ausser Tätigkeit gebracht.
Nachdem die Nadel N' das Schloss durchlaufen hat, wird sie durch ,das @Schlossteil k4 ausser Tätig keit gebracht. Da aber das Auswählen der Nadeln durch die Bildvorlage im Gleichlauf mit den Schlössern vor sich ,geht, sind im Verlaufe des geschilderten Arbeitsvorganges schon wieder die Füsse der Nadeln M2, N2, OZ usw.
durch die Magnete 2, 2', 2", dann diejenigen Nadeln M3, N3, <I>03</I> usw. durch die Magnete 3, 3', 3" - falls an den betreffen- den .Stellen der Vorlage ein Bildpunkt sicht bar war - in das .Sehlossbereioh gebracht werden. Der Vorgang ist gleich dem der Na deln M', N1, 0' der Gruppe 1. N2, N' usw.
der Gruppen 2, 3 usw. arbeiten und M2, M3 usw. sowie OZ und 0' usw. kommen in Aussertätigkeitsstellung. Es werden unauf hörlich durch das infolge der Umdrehung des Zylinders b veranlasste Fortgleiten der Vorlage und Abtasten derselben, verbunden mit dem Spiel der Verteilvorrichtung, neue Magnete und die gewünschten Nadeln in Ar beit gebracht.
Für Mehrfachmechanikmaschinen ist die Ausführung dieser Erfindung dadurch mög lich, dass die Abtastung der Bildpunkte nach einander erst für das eine und dann für das andere Schloss und so fort, für jedes -eitüre Scbloss erfolgt, so dass in einfachster Weise jede einzelne Nadel beliebig für jedes Schloss im Gleichlauf mit den .Schlössern ausgewech- selt werden kann.
Für Strickversuche, z. B. für Herstellung von Einzelausführungen gewisser Muster, genügt das lichtelektrische Abtasten der handgezeichneten Vorlage, während bei fa- brikationLmässiger Herstellung von Strick waren gelochte Vorlagen vorteilhaft Ver wendung finden, die auf einen andersfarbi gen Zylinder aufgezogen sind.