Farbstoffpräparat. Die alkohollöslichen Farbstoffe - basische Farbstoffe, sulfonierte oder unsulfonierte Azo- bezw. Anthrachinonfarbstoffe und deren Metallverbindungen, Azine, Oxazine, Pyro- nine usw.
- werden bekanntlich zum Färben von Lacken, Firnissen, plastischen Natur- und Kunstharzmassen, welch letztere bei spielsweise als Presspulver oder als Lösungen vorhanden sein können, verwendet. Farb- stoffpräparate aus diesen Farbstoffen und =len üblichen Einstellungsmitteln, wie z. B. Glaubersalz oder Kochsalz, können zu dem angegebenen Zwecke nicht verwendet wer den, weil diese anorganischen Verbindungen in den Lack- und Firnislösungs;mitteln nicht löslich sind.
Es wurde nun gefunden, dass ein Farb- stoffpräparat aus einem alkohollöslichen Farbstoff und einem in Wasser schwer lös lichen bis unlöslichen, dagegen in Alkohol leicht löslichen Amid einer organischen Säure erhalten werden kann. Dieses ist zum Färben von Lacken und Firnissen vorzüglich geeignet und kann durch Mischen des Farb stoffes mit dem Amid der organischen Säure. hergestellt werden.
Es hat gegenüber andern Farbstoffpräparaten, die aus Mischungen von alkohollöslichen Farbstoffen und organischen Verbindungen, wie zum Beispiel Dextrin und Harnstoff bestehen, den Vorteil, dass es, im Gegensatz zu den Dextrin enthaltenden Farbstoffpräparaten, in den in Betracht kom menden Lösungsmitteln ohne Trübung löslich ist, und dass es, im Gegensatz zu den Harn stoff enthaltenden Farbstoffpräparaten, beim Eintrocknen der Lackanstriche nicht aus kristallisiert. Beispiel. <I>1:</I> 4 Teile des reinen, unter dem Namen Auramin (Schultz, Farbstofftabellen, 7.
Auf läge, Nr. 752) bekannten Farbstoffes werden mit 1 Teil p-Tolualsulfamid innig ver mischt.
Löst man diese Mischung in<B>100</B> Teilen einer käuflichen Nitrozelluloselacklösung, die neben Nitrozellulose hauptsächlich Essig ester, Butylazetat, Äthylalkohol und Trikre- sylphosphat enthält, unter Erwärmen und bespritzt oder bestreicht mit der so erhal tenen Lösung Metallgegenstände, wie zum Beispiel Aluminiumfolien, so entstehen gelb gefärbte Anstriche, die vollkommen rein und durchsichtig bleiben.
<I>Beispiel 2:</I> 40 Teile des durch Kuppeln von Diazo- benzol mit dem 3-Methyl-5-pyrazolo@n aus 1-Amino-2-chlorbenzol-5-sulfonsäure erhält lichen Farbstoffes werden mit 5 Teilen p-Toluolsulfamid vermischt.
Löst man diese Mischung in 1000 Teilen eines käuflichen Spritlackes, der hauptsäch lich aus Naturharzen, sowie Alkohol besteht und bedruckt mit dieser Lösung mittelst einer Rotationsmaschine eine grössere Fläche von Aluminiumpapier, so entstehen nach dem Trocknen schleierlose Druckfärbungen, die sich durch sehr gute Lichtechtheit aus zeichnen.
Das im ersten Absatz dieses Beispiel her gestellte Farbstoffpräparat kann auch zum Färben von Nitrozelluloselack verwendet wer den.
<I>Beispiel 3:</I> 9 Teile des Farbstoffes 4'-Nitro-4-amino- azobenzol werden mit 1 Teil p-Toluolsulfamid vermischt.
Löst man dieses Farbstoffpräparat in 100 Teilen einer alkoholischen Lösung des Kon densationsproduktes aus Phenol und Formal dehyd (Bakelit) und imprägniert damit Papier, so ist dieses nach 8-stündigem Trock nen bei<B>60'</B> und nachfolgender Polymerisa- tion gleichmässig, orangebraun und vollkom men schleierfrei gefärbt.
<I>Beispiel</I> 45 Teile 1-Amino-4-anilidoanthrachinon werden mit 5 Teilen p-Toluolsulfamid ge mischt. Löst man dieses Farbstoffpräparat in einer alkoholischen Spritlacklösung und taucht in diese Lösung Holzgegenstände oder bespritzt diese mit der Lösung des Farbstoff präparates, so erhält man vollkommen wol kenlose und durchsichtige, blau gefärbte Überzüge.
An Stelle des letztgenannten Farbstoffes lassen sich Metallverbindungen, wie diejeni gen der französischen Patentschrift Nr. 634457 und der französischen Patentschrift Nr. 35472 (Zusatzpatent zum Hauptpatent Nr. 648087), ferner auch Farbstoffe ganz anderer Konsti tution, wie die in der deutschen Patentschrift. Nr. 206646 oder in dem schweizerischen Pa tente Nr.153499 erwähnten Azofarbstoffe, verwenden.
<I>Beispiel 5:</I> 40 Teile des Natriumsalzes der 3,6-Diphe- nylnaphthophenosafranin - 2,7 - disulfosäure werden mit 5 Teilen p-Toluolsulfamid innig gemischt.
Löst man diese Mischung in 1000 Teilen einer käuflichen Nitrozelluloselack-Lösung und bespritzt oder bestreicht mit dieser Lösung Metallgegenstände, wie zum Beispiel Aluminiumfolien, so erhält man lebhafte, transparente, blaugefärbte überzüge von sehr guter Lichtechtheit.
<I>Beispiel 6:</I> 40 Teile des asymmetrischen Harnstoffes aus 4-Amino-4'-oxyazobenzol-3'-karbonsäure und 4-Amino-3-inethoxyazobenzol-3'-sulfon- säure werden mit 21/'2 Teilen p-Toluolsulf- amid innig vermischt.
Löst man diese Mischung in 1000 Teilen einer käuflichen Nitrozelluloselack-Lösung und bespritzt oder bestreicht mit dieser Lö sung Metall- und Holzgegenstände, so erhält man lebhaft gelbgefärbte Anstriche, die voll kommen schleierfrei bleiben.
In allen diesen Beispielen kann das p Toluolsulfamid durch andere Säureamide, wie unter anderem Acetanilid, Acetessiganilid, Toluolsulfanilid, Benzolsulfamid, Benzamid etc., ersetzt werden.