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Verfahren zum selbsttätigen Laden von Bleisammlerbatterien.
In vielen Fällen, z. B. beim Laden der Batterien von Elektromobilen während der Nacht durch Anschluss an ein städtisches Leitungsnetz, ist es erwünscht, dass die Abschaltung des Ladestromes nach vollendeter Ladung selbsttätig erfolgt. Man hat vorgeschlagen, dies durch Amperestundenzähler bewirken zu lassen, welche dauernd mit der Batterie in Verbindung stehen und den Ladestrom unterbrechen, sobald die vorher entnommene Strommenge zuzüglich eines bestimmten Überschusses eingeladen ist.
Dies Verfahren ist nicht vorteilhaft, da die Genauigkeit und die Lebensdauer der meisten Zähler durch die Erschütterungen der Fahrt verringert werden und da ferner für jede Batterie ein kostspieliger Zähler erforderlich ist. Es ist ferner versucht worden, die Abschaltung des Ladestromes durch Relais vorzunehmen, welche in Tätigkeit treten, sobald die Batteriespannung auf den dem Ende der Ladung entsprechenden Wert (etwa 2'7 Volt pro Element) gestiegen ist. Auch diese Methode ist nicht zuverlässig, denn die Spannungskurve am Ende der Ladung ist sehr flach, und geringe Abweichungen in der Empfindlichkeit des Relais oder in der Lage der Kurve an dieser Stelle verursachen daher einen verhältnismässig grossen Fehler bezüglich der Ladedauer.
Solche Abweichungen der Kurve können durch Veränderungen der Temperatur oder durch geringste Verunreinigungen der Elemente, durch Kurzschluss eines Elementes der Batterie od. dgl. eintreten.
Aus denselben Gründen ist endlich auch die bekannte Anordnung nicht zuverlässig, welche darauf beruht, dass bei Erreichung einer gerade der Volladung entsprechenden Spannung durch ein Relais ein Laufwerk oder ein Zähler in Bewegung gesetzt werden, welche nach einer vorausbestimmten Zeit oder einem ebensolchen Strom durchgang die Batterie abschalten, so dass letztere eine genau bemessene Überladung erhalten soll.
Das Verfahren nach der Erfindung, welches die genannten Nachteile vermeidet, beruht auf folgender neuen Beobachtung : Wird einer Batterie einmal ihre Kapazität und ein andermal nur ein Teil derselben entnommen, so ändert sich bei den darauf folgenden Ladungen zwar diejenige Strommenge,
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Batterie nach Beginn der Gasentwicklung zugeführt werden muss, um sie voll zu laden. Die Gasentwicklung setzt bekanntlich bei einer Spannung von etwa 2'3-2-4 Volt des Elementes ein, und an dieser Stelle findet ein sehr steiler Anstieg der Spannungskurve statt.
Das Verfahren besteht demnach darin, dass die Ladung selbsttätig unterbrochen wird, nachdem der Batterie vom Beginn der Gasentwicklung bzw. der Erreichung einer Spannung von 2'3-2'4 Volt pro Element gerechnet, eine durch Erfahrung bestimmte Strommenge zugeführt worden ist, wobei es gleichgültig ist, welche Strommenge bei der vorhergehenden Entladung der Batterie entnommen worden war. Die Abschaltung des Ladestromes kann in an sich bekannter Weise mittels eines Amperestundenzählers erfolgen, welcher aber im Gegensatz zu der eingangs erwähnten Anordnung erst eingeschaltet wird, sobald die Spannung von 2'3-2'4 Volt erreicht ist.
Wenn die Ladungen stets von einer Stromquelle derselben Spannung und unter Vorschaltung derselben Widerstände vorgenommen werden, kann an Stelle des Amperestundenzählers aber auch ein einfaches Uhroder Laufwerk benutzt werden, welches zu derselben Zeit in Gang gesetzt wird und den Ladestrom nach einer vorher bestimmten Zeit unterbricht, da selbstverständlich unter diesen Bedingungen die in gleichen Zeiten eingeladenen Strommenge die gleichen sind. Das Einschalten des Zählers oder das Ingangsetzen des Uhr-oder Laufwerkes erfolgt in an sich bekannter Weise durch ein Relais, das bei der Spannung
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von 2'3-2'4 Volt pro Element anspricht.
Da, wie oben erwähnt, die Spannungskurve an dieser Stelle sehr steil verläuft, ist ein kleiner Fehler in der Empfindlichkeit des Relais oder eine geringe Verschiebung in der Batteriespanmmg durch die obenerwähnten Umstände nur von sehr geringem Einflusse auf den Zeitpunkt, zu welchem das Relais den Zähler oder das Laufwerk in Gang setzt und damit auch auf das Ende der Ladung. Ferner entfällt hier die Notwendigkeit, für jede Batterie eine besondere Vorrichtung zum Abschalten des Ladestromes nach der Erfindung zu beschaffen, da die Vorrichtung während der Entladung nicht in Verbindung mit der Batterie sein muss und daher zweckmässig an der Ladestelle verbleibt. Aus demselben Grunde wird eine Schädigung der Vorrichtungen durch die Erschütterungen des Fahrzeuges usw. vermieden.
Willman die Verringerung des Ladestromes, welche gleichzeitig mit dem Beginn der Gasentwicklung zu erfolgen hat, nicht durch die Wirkung derjenigen Widerstände allein erzielen, welche dauernd im Ladestrom liegen, sondern mittels Schaltvorgängen, die entweder den Widerstand im Ladestromkreis erhöhen oder die Spannung der Stromquelle herabsetzen, so würden diese Schaltvorgänge vorteilhaft ebenfalls durch das obenerwähnte Relais selbsttätig bewirkt, u. zw. unmittelbar durch das von ihm in Gang gesetzte Laufwerk.