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Bleicherden, wie Tonsil. Frankonit. Fullererde usw. werden bekanntlich zum Bleichen.
Reinigen und Entfärben von Ölen, Fetten und anderen Stoffen benutzt. Der Bleicheffekt dieser Erden steigert sich mit der Erhöhung der Temperatur. Indessen müssen die Grenzen für diese Erhöhung in einem engen Spielraum bleiben, denn bei Temperaturen von über 100 bekommen die Öle bei gewöhnlichem Luftdruck leicht einen unangenehmen brenzlichen Geruch und Geschmack, den man nachher durch besonderes Dämpfen mit überhitztem Wasserdampf beseitigen muss. Man hat daher bereits vorgeschlagen, im Vakuum zu arbeiten ; indessen muss aber auch in diesem Falle die Temperatur verhältnismässig niedrig bleiben, da ein vollständiges Vakuum sich bekanntlich nicht erreichen lässt.
Es hat sich nun überraschenderweise gezeigt, dass die Wirkung von Bleicherden beträchtlich erhöht wird. wenn man sie bei gleichzeitiger Anwesenheit von Wasserstoff verwendet. In diesem Falle kann nämlich die Temperatur beträchtlich gesteigert werden, ohne dass die vorher erwähnten Nachteile eintreten.
Das Verfahren eignet sich insbesondere zur Bleichung und Raffination von Ölen und Fetten. Man arbeitet dann einfach in der Weise, dass man das zu raffinierpnde Ül oder Fett mit etwa 4-So Bleicherde versetzt, je nachdem, ob helle oder dunkle Öle vorliegen, und dann Wasserstoff in einem kräftigen Strom durchsehiekt, wobei man die Temperatur langsam bis auf etwa 250 ansteigen lässt. Bei zirka 220 beginnen die Fettsäuren überzudestillieren. die man in geeigneten Vorrichtungen auffängt. um sie sodann ihrem Verwendungszweck zuzuführen. Diese abdestillierten Fettsäuren sind in der Farbe ganz hell und zeigen einen hohen Reinheitsgrad.
Nach einigen Stunden ist der Prozess beendet, was man daran erkennt, dass der abziehende Wasserstoffstrom nicht mehr eine graue, sondern eine bläuliche Farbe zeigt. Man lässt sodann im Wasserstoffstrom auf etwa 80 abkühlen und braucht nunmehr die stark schwarz gefärbte Masse nur noch zu filtrieren. um sofort zu einem guten, hellen und säurefreien < tl zu gelangen..
Dass man den gebrauchten Wasserstoff nach zweckentsprechender Reinigung wieder für diesen oder einen anderen Zweck verwenden kann, ist selbstverständlich. Das Verfahren gestattet gleichzeitig eine wesentliche Vereinfachung der Apparatur, weil die bisher bei der Bleichung verwendeten Rührvorrichtungen, die erforderlich waren, um das zu bleichende Material in innige Berührung mit der Bleicherde zu bringen. fortfallen können. Der Wasserstoff übernimmt nämlich beim Durchleiten gleichzeitig die Funktion des Durchrührens.
Das Verfahren gewinnt noch einen besonderen Vorteil dadurch, dass die so hergestellten Öle sich in ganz hervorragendem Masse zur Härtung mittels Katalysatoren eignen. Sehr viele Öle enthalten durch verschiedene Umstände sogenannte. Katalysatorgifte ", die beim Zusammenbringen des Öles mit dem Katalysator denselben fast momentan vergiften", d. h. ihn unwirksam machen. Die Entfernung dieser Gifte ist daher vor der Härtung unbedingt erforderlich, wozu verschiedene Massnahmen im Gebrauch sind. Auf sehr einfache Art geschieht dies bei dem vorliegenden Verfahren dadurch, dass der grösste Teil der Gifte durch den Wasserstoff mitabgeblasen wird, anderseits dadurch, dass sich andere. nicht flüchtige Gifte in der Bleicherde
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niederschlagen und beim Filtrieren in dem Schlamm zurückbleiben.
Ein auf diese Art vorbehandeltes Öl ist in kürzester Zeit in ein tadelloses Hartfett überführbar.
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ein genussfähiges Öl von heller Farbe. Die während des Prozesses abziehenden Fettsäuren kondensiert man und kann dieselben für jeden nur gewünschten Zweck benutzen. Sie enthalten etwa 90010 freie Fettsäuren.
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