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Einrichtung zum Chiffrieren und Dechiffrieren von Nachrichten.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Einrichtung zum Chiffrieren und Dechiffrieren von Nachrichten. Sie setzt sich aus zwei selbständig arbeitenden Teilen, dem Chiffrier-und den Dechiffrierapparat, zusammen, welche auch zu einem einheitl'chen Apparatenbatz verbunden sein können.
Mithilfe dieser Einrichtung sollen folgende Aufgaben gelöst werden : i. Die Einrichtung soll absolute Sicherheit gegen unbefugte Entzifferung der Geheimnachrichten bieten.
2. Die Vorgänge des Chiffrierens und Dechiffrierens haben vollständig automatisch zu erfolgen.-'
3. Die Einrichtung soll so beschaffen sein-ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber bisher
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Seite 380)-dans die Chiffrierung und Dechiffrierung einzig und allein von den dazu berufenen Personen vorgenommen werden kann, ohne die Mittelpersonen untergeordneter Art (Tele- glaphisten usw. ) oder Kanzleikräfte in das Vertrauen ziehen zu mübsen. Für die Bedienung der Einrichtung brauchen demnach besondere technische Kenntnisse und Fertigkeiten nicht als notwendig vorausgesetzt werden und die Vorgänge des Chiffrierens und Dechiffrierens müssen von jenen der solche Kenntnisse und Fertigkeiten fordernden telegraphischen Übertragung zeitlich und räumlich vollständig getrennt verlaufen.
4. Die Geheimschrift soll in solcher Form erhalten werden, dass sie sowohl auf telegraphbchem Wege reproduziert, als auch im Originale durch die Post, durch Kuriere o. ä. befördert werden kann.
Von den bisher bekanntgewordenen ähnlichen Einrichtungen unterscheidet sich die hier beschriebene noch durch die besondere Arbeitsweise, d. h. durch die Art, in der sich die Herstellung, Übermittlung und Entzifferung der Geheimschrift vollzieht : 1. Chiffrierung : Der Chiffrierapparat besitzt eine Tastatur, die nach Art einer
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einer bestimmten Gruppe von Stanzmagneten geschlossen, die eine dieser Gruppierung entsprechende Kombination von Löchern in einen Papierstreifen stanzen. Durch eine geeignet eingerichtete, in verabredeter Weise nach einem Schlüssel einstellbare, mehrteilige Schaltvorrichtung wird bewirkt, dass jeder niedergedrückten Taste jede mögliche Gruppierung der Stanzmagnete zugewiesen, einem jeden Buchstaben der Klarschrift demnach jedes mögliche Lochzeichen zugeordnet werden kann.
Der Chiffrierapparat lässt demnach die Nachricht unmittelbar als Geheimschrift in der Form eines Lochstreifen ; : erscheinen.
2. Übertragung : a) Der Lochstreifen wird nach den Methoden der Leitungs-oder der Wellentelegraphie auf der Empfangsstation in kongruenter Form reproduziert oder er wird b) durch die Post oder durch Kuriere im Original oder als Reproduktion dem Adressaten eingehändigt.
3. Dechiffrierung : Der der Empfangsstelle auf eine der voranstehenden Arten übermittelte, die Lochschrift von geheimer Bedeutung tragende Papierstreifen wird durch den Dechiffrierapparat hindurchgeführt und von diesem die Löcherkombination eines jeden in Klarschrift rückzuübersetzenden Lochzeichens mittels geeigneter Kontaktorgane in eine ihr entsprechende Kontaktkombination umgewandelt. Durch eine Schaltvorrichtung, die in ihrer
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Wirkungsweise mit jener des Chiffrierapparates übereinstimmt, kann einer jeden dieser Kontaktkombinationen, demnach einer jeden möglichen Löchergruppierung, jede mögliche Winkelstellung eines Typenrades wahlweise zugeordnet werden, dessen Typen den Buchstaben und Zeichen der Klarschrift entsprechen.
Ist diese Schaltvorrichtung nach demselben Schlüssel eingestellt wie jene des Chiffrierapparates, so weist sie dem übersetzungsbereit stehenden Lochzeichen bzw. der von letzterem erzeugten Kontalçtkombination aus der Zahl aller möglichen Winkelstellungen des Typenrades gerade jene zu, bei welcher sich die Type des dem Geheimlochzeichen durch den Schlüssel zugeordneten Zeichens der Klarschrift in Druckstellung befindet.
Dieses Zeichen gelangt nunmehr auf einen Papierstreifen zum Abdruck.
Die hier verwendete Geheimschrift beruht auf dem Prinzip der sogenanntenMultiplikations- chiffre insofern, als eine jede einzelne Nachricht durch Betätigung der mehrfach genannten Schaltvorrichtung aus mehreren voneinander verschiedenen und mit dem Alphabet der Klarschrift nicht identischen Alphabeten übersetzt wird. Hierbei sind die für eine jede einzelne Nachricht angewendeten Alphabete charakterisiert durch die Buchstaben eines an den Kontaktorganen dieser Schaltvorrichtung einzustellenden Schlüsselwortes bzw. durch die Ziffern einer ebenso einstellbaren Schlüsselzahl.
Ferner ist die Einrichtung derartig getroffen, dass die Schaltvorrichtung nach jedesmaliger Herstellung eines Loch-bzw. eines Druckzeichen oder nach jedesmaliger Erschöpfung des eingestellten Chiffreschlüssels schrittweise verstellt wird, wodurch die eingestellten Alphabete automatisch versetzt werden, so dass einerseits für eine jede einzelne Nachricht eine weit grössere Anzahl von Alphabeten Verwendung findet, als der Zahl der Buchstaben oder Ziffern des eingestellten Chiffreschlüssels entspricht und andrerseits letzterer einer zwangläufigen Änderung, gewissermassen einer fortgesetzten automatischen Chiffrierung, unterworfen erscheint.
Der Umstand, dass die Geheimschrift nicht als Druck-, sondern als Lochschrift zum Vorschein kommt, bewirkt, dass das hier angewendete Prinzip der Multiplikationschiffre in zweifacher Beziehung angewendet werden kann : einmal hinsichtlich der Buchstaben der Depesche (i. Ausführungsform), ein zweitesmal hinsichtlich jener Elemente (Löcher im Papierstreifen). durch deren Kombination der einzelne Buchstabe gekennzeichnet wird (2. Ausführungsform).
Eine. g. Ausführungsform. ergibt sich endlich durch Verbindung dieser beiden ursprünglichen Formen.
Dieser Beschreibung werden Einrichtungen zugrundegelegt, die mit einem fünfreihigen Lochstreifen von solcher Form arbeiten, wie er bei der telegraphischen Übertragung von Nachrichten mithilfe des Schnelltelegraphen von Siemens & Halske (Elektrotechnische Zeitschrift 1913) Verwendung findet. Hierbei ist ein jedes Zeichen der Depesche gekennzeichnet durch eine der 31 möglichen Kombinationen von i bis 5 Löchern. Es hindert natürlich nichts, dass das hier zu beschreibende Prinzip der Chiffrier-und Dechiffriereinrichtungen auch auf einen anders gearteten Lochstreifen sinngemäss Anwendung finde, wobei ein jedes Zeichen charakterisiert sein kann durch eine Kombination beliebig vieler und beliebig differenzierter Elemente.
Die Zeichnungen beziehen sich auf Chiffrier-und Dechiffrierapparate in den bereits kurz gekennzeichneten zweierlei beispielsweisen Ausführungsformen. Hierzu wird bemerkt, dass. um die Zeichnungen zu vereinfachen und übersichtlicher zu machen, ein Alphabet aus nur acht Buchstaben angenommen wurde (aus Fig. i ersichtlich), deren jeder charakterisiert ist durch eine Kombination von o bis 3 Lochelementen (eigentlich nur sieben Buchstaben, da die Kombination von o Elementen natürlich unbrauchbar ist). Die Rekonstruktion des tatsächlichen Falles ergibt sich aus diesen abgekürzten Zeichnungen von selbst.
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eine gleich grosse Anzahl von radial angeordneten Schleifbürsten ("Locherbürsten") B. B.
Bg.... hinwegstreichen und hierbei in 31 verschiedenen Winkelstellungen 31 verschiedene Stromwege zustandekommen lassen, deren jeder einer bestimmten Magnetkombination, demnach eine, bestimmten Löchergruppierung entspricht. Ein Stromschluss kann jedoch jedesmal erst dann zustandekommen, wenn das durch Anschlag einer Taste betätigte Relais ("Locherrelais-) R seine Zunge von Kontakt Ag auf k4 legt und dadurch die anderen Wicklungsenden'einer der niedergedrückten Taste entsprechenden Gruppe der Stanzmagnete über Locherscheiben und Locherbürsten an den anderen Pol der Stromquelle E schaltet.
Um nun-zum Zwecke der Übersetzung der Klarschrift aus mehreren voneinander verschiedenen und mit dem Alphabet der Klarschrift nicht identischen Alphabeten nach Angabe eines Schlüsselwortes-der angeschlagenen Taste gerade das vom augenblicklich wirksamen
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Buchstaben des Schlüsselwortes geforderte Lochzeichen bzw. die diesem wie der dazugehörigen Magnet-und Kontaktkombination entsprechende Winkelstellung der Locherbürsten zuordnen zu können, sind die Tasten mittelbar an die Segmente einer weiteren Kontaktscheibe ("Chiffre- scheibe") S6 angeschlossen.
Von den mit s und b bezeichneten Kontaktorganen ist zunächst abzusehen und anzunehmen, dass eine jede Taste direkt mit dem ihr in der Zeichnung gerade gegenüberliegenden Segment dieser Scheibe in Verbindung stehe. Über die Segmente der Chiffrescheibe bewegen sich in gleicher Anzahl die peripherisch angeordneten'Schleifbürsten ("Chiffre- bürsten") B6 hinweg, welche dieselbe Winkelgeschwindigkeit besitzen wie die Locherbürsten B1,
B2, B3.... Diese Bürsten, einzeln mit A, B, C, D.... bezeichnet, sind dem Alphabet der anzuwendenden Schlüsselwörter zugeordnet.
Um ein bestimmtes Schlüsselwort einzustellen, werden mittels Schnurstöpsel oder'ähnlich wirkender Kontaktorgane die den einzelnen Buchstaben desselben zugeordneten und gleichbezeichneten Chiffrebürsten in der durch das Schlüsselwort selbst gegebenen Reihenfolge an die mit 1, 2, 3, 4.... bezeichneten Segmente der Kontaktscheibe W ("Wähler") angeschlossen, die in so grosser Anzahl vorzusehen. sind, als die Zahl der das Schlüsselwort zusammensetzenden Buchstaben im Höchstfalle betragen soll. Durch eine über diese Segmente mittels eines elektromagnetischen Steigrades oder einer ähnlich wirkenden Einrichtung-als M, angedeutet-schrittweise fortbewegte Schleifbürste Bg werden die Chiffrebürsten nacheinander, d. i. nach jedesmaligem Anschlag einer Taste, in den Stromkreis der Tasten und der Relaisspule R geschaltet und hierauf wieder abgeschaltet.
Die Speisung dieses Stromkreises erfolgt aus dem Kondensator C, der bei der Ruhestellung sämtlicher Tasten aus E über die Kontaktfedern F und den Kontakt kl Ladung erhält. Beim Niederdrücken einer Taste wird die Kontaktfeder F mittels des allen Tasten gemeinsamen Hebels H von k1 abgehoben und an den Kontakt k2 der mit der niedergedrückten Taste in stromleitende Verbindung tretenden
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erscheint. Diese Alt der Momentanstromversorgung des Relais-R wurde gewählt, um zu verhindern, dass die Locherbürsten während ihres zweiten Umlaufs bei zu lange währendem Niederdrücken einer Taste neuerdings die Lochung desselben Zeichens veranlassen könnten.
Der Vorgang der Chiffrierung der Zeichen der Klarschrift lässt sich nun folgendermassen zusammenfassen : Als Schlüsselwort werde, wie in Fig. i angenommen, das Wort "Fach" ein-. gestellt, dadurch, dass die Chiffrebürste F mit dem Segment 1 des Wählers W, die Bürste A mit dem Segment 2, C mit 3 und H mit 4 verbunden wird. Die Wählerbürste B g stehe auf Segment 1.
Beim Niederdrücken einer der Tasten wird zunächst durch den gemeinsamen Hebel H der geladene Kondensator C von E abgetrennt und eine seiner Belegungen an den Kontakt k2 der gemeinsamen, von der niedergedrückten Taste berührten Schiene 5ch gelegt. Dadurch kommt ein Stromweg vom Kondensator über die niedergedrückte Taste und das mit dieser stromleitend verbundene Segment der Chiffrescheibe 56, ferner Über die an Segment 1 des Wählers W angeschaltete Chiffrebürsre F und die Wählerbürste Bg, endlich über die Spule des Relais zurück zur anderen Belegung des Kondensators zustande, der jedoch zunächst noch an der Chiffrescheibe solange unterbrochen bleibt,
bis die Chiffrebürste F über das- mit der niedergedrückten Taste verbundene Segment der Chiffrescheibe 56 hinwegstreicht. In diesem Augenblick wird das Relais R durch den Entladungsstrom des Kondensators erregt und. seine Zunge legt sich von & g auf k4, dadurch die von den Locherbürsten BlJ B2, Bs.... in ihrer augenblicklichen Winkelstellung hergestellten Stromwege einer dieser Winkelstellung entsprechenden Gruppe der Stanzmagnete schliessend, welche die Lochung des dieser Gruppe entsprechenden Zeichens bewirken. Nach Entladung des Kondensators kehrt die Relaiszunge auf zurück, wodurch der Stromkreis der beiden Elektromagnete Mss und M7 geschlossen wird.
Ersterer schiebt den Lochstreifen weiter,
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Segment 2 ; die mit 1 verbundene Chiffrebürste F wird demnach ab-, die Bürste A angeschaltet.
Beim neuerlichen Niederdrücken einer der Tasten wird daher das ihr durch den Buchstaben A des eingestellten Schlüsselwortes Fach"zugeordnete Lochzeichen gestanzt, wenn die Chiffrebürste A über das mit dieser Taste in Verbindung stehende Segment der Chiffrescheibe 56 hinwegeilt. Ähnlich erfolgt die Übersetzung des dritten Zeichens der Klarschrift aus dem durch den Buchstaben C, des vierten Zeichens aus dem durch den Buchstaben H des Schlüsselwortes
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geschaltet werden, dem jedoch keine Chiffrebürste aus der Reihe B6 zugeordnet erscheint, da das hier angenommene Schlüsselwort bloss vier Buchstaben besitzt, demnach bereits erschöpft ist.
Der Apparat würde daher von jetzt an leerlaufen, ohne zu lochen. Um dem zu begegnen, sind für die Achse der Wählerbürste Bg zwei entgegengesetzt wirkende Steigräder vorgesehen, die von je einem besonderen Elektromagneten angetrieben werden und abwechselnd auf die Wählerachse wirken. Nach erstmaliger Erschöpfung des'Schlüsselwortes wird der bisher wirksame Elektromagnet ab-und der zweite angeschaltet, der nun das zweite Steigrad und damit die Wählerbürste nach der entgegengesetzten Richtung treibt. Erreicht die Wählerbürste auf solche Weise wieder das Segment 1, so erfolgt neuerdings eine Umschaltung der beiden Elektromagnete.
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Diese Einrichtung hat demnach auch eine zweckdienliche Umformung des Schlüsselwortes zur Folge.
Beispielsweise würde das eingestellte Schlüsselwort"Fach"als"Fachcaf"zur Geltung kommen.
B) Der Dechiffrierapparat (Fig. 3).
Die Geheimschrift, die als Lochschrift auf telegraphischem oder sonstigem Wege in die Hände des Adressaten gelangt ist, wird von dem auf das gleiche Schlüsselwort eingestellten Dechiffrierapparat automatisch in Klarschrift rückübersetzt.
Der Lochstreifen wird unterhalb von fünf (drei) Kontakthebeln (#Sucherhebel")H1,H2,H3,... fortgeführt. Die mit ihren Nasen in die Löcher des übersetzungsbereit stehenden Lochzeichens einsinkenden Sucherhebel legen die blankgezeichneten, die nichteinsinkenden'die schraffiert gezeichneten Kontaktsegmente, die auf fünf (drei) Kontaktscheiben (#Übersetzerscheiben") S1, , S2, S3....
angebracht sind, an die Spannung von Ei. Dadurch wird ein ganz bestimmter, der Löchergruppierung sowie der Sucherhebelkombination entsprechender Stromweg hergestellt, der jedoch erst dann geschlossen werden kann, wenn die über die Übersetzerscheiben in gleicher Anzahl hinwegstreichenden Schleifbürsten (#Übersetzerbürsten") Bi, B, Bg.... in die dieser Kombination entsprechende Winkelstellung gelangt sind. Das in diesem Stromkreis liegende Relais ("Druckvorbereitungsrelais") R wird dann erregt.
Diese Stromschlussstellung der Übersetzerbürsten ist nun wohl für das Geheimlochzeichen, nicht aber für das letzterem durch das Schlüsselwort zugeordnete Zeichen der Klarschrift charakteristisch. Letzteres ist vielmehr definiert durch jene Winkelstellung eines Typenrades, bei der sich die diesem Zeichen entsprechende Type in Druekstellung befindet.
Durch eine Schaltvorrichtung, die in ihrer Wirkungsweise mit jener des Chiffrierapparates übereinstimmt und nach demselben Schlüssel wie jene eingestellt ist, wird die dem Lochzeichen entsprechende Stromschlussstellung der Übersetzerbürsten der Druckstellung des Typenrades
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hinwegschleifenden Bürsten ("Chiffrebürsten") BG, dem Wähler W, an. dessen Segmente 1,'2, J.... die Chiffrebürsten nach Angabe des Schlüsselwortes angeschaltet werden und über die in der bereits gekennzeichneten Art die Bürste Bg nach jedesmaligem Abdruck eines Zeichens schrittweise hinwegbewegt wird.
Nebst dieser Schaltvorrichtung ist noch eine weitere Kontaktscheibe ("Druckscheibe") S7 vorgesehen, deren Segmente den Typen des Typenrades entsprechen und die mittelbar mit den Segmenten der Chiffrescheibe So in Verbindung stehen. Von den mit s und b bezeichneten Kontaktorganen sowie von der Relaisanordnung Ri bis R31 und dem Schalter Seit werde zunächst abgesehen und angenommen, dass die Segmente von So'unmittelbar mit den gegenüberliegenden von S7 verbunden seien. Über letztere schleift eine mit dem Typenrad rotierende Bürste ("Druckbürste") B,, die den Druckmagneten DM, dessen eines Wicklungsende dauernd mit dem einen Pol von-E in Verbindung.
steht, mit dem anderen Wicklungsende an den zweiten Pol von Es legt, wenn sie das mit der abzudruckenden Type korrespondierende Segment von S7 erreicht hat. Durch die auswählende und zuordnende Tätigkeit der aus dem Wähler I'F, der Chiffrescheibe So und den Chiffrebürsten Bo bestehenden Schaltvorrichtung wird jedoch bewirkt, dass die Druckbürste B7 und die Übersetzerbürstengruppe Bi,Bs.Bg.... im allgemeinen zu verschiedenen Zeiten in ihre Stromschlussstellungen gelangen, so dass der Stromweg des Druckmagneten im allgemeinen nicht zustandekommen könnte.
Es sind daher noch Einrichtungen vorzusehen, die im Augenblick der Stromschlussstellung der Übersetzerbürsten betätigt werden und bereits in diesem Augenblick den Stromschluss des Druckmagneten vorbereiten, der aber erst dann ausgeführt wird, wenn die Druckbürste B7 in ihre Stromschlussstellung gelangt ist. Die Lösung dieser Aufgabe wird hier auf zwei Wegen : a) auf mechanischem, b) auf elektrischem Wege erreicht. a) Das Prinzip der ersten Methode. besteht darin, dass die den Druck vorbereitenden Übersetzerbürsten Bj, B"B"sowie die Chiffrebürsten Bo so lange in ihrer Strom schluss stellung festgehalten werden, bis die mit dem Typenrad rotierende Druckbürste B7 in Stromschlussstellung, das Typenrad demnach in Druckstellung gekommen ist.
Die Rückübersetzung des Lochzeichens nimmt auf diese Art folgenden Verlauf. Das Lochzeichen erzeugt eine bestimmte Sucherhebelkombination, die in eine ihr entsprechende Kontaktkombination auf den Übersetzerscheiben S1, S2, S3 .... umgewandelt wird. Die über diese Kombination hinwegstreichenden Übersetzerbürsten B, B, Bg.... schliessen den Stromkreis des Druckvorbereitungsrelais R, dieses wiederum den Stromkreis eines (nicht gezeichneten) Kupplungsmagneten, der die Übersetzer-und sämtliche Chiffrebürsten Bo in der Stromschluss-
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nicht gehindert wird und in jene Winkelstellung gelangen kann, welche für den Abdruck der dem Lochzeichen entsprechenden-Type charakteristisch und der Stromschlussstellung der Übersetzerbürsten Bj, Ba,
Bug.... durch den eben wirksamen Buchstaben des eingestellten Schlüsselwortes zugeordnet ist. Sie berührt demnach in diesem Augenblick das Segment der Druckscheibe S,
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welches. mit jenem Segment der Chiffrescheibe 56 in stromleitender Verbindung steht, auf welchem die vom Wähler I'F in den Stromkreis des Druckmagneten geschaltete, also dem wirksamen Buchstaben des eingestellten Schlüsselwortes entsprechende Chiffrebürste durch den Kupplungsmagneten festgehalten wird, und schliesst so den Stiomkreis des Druckmagneten, der den Abdruck des in Klarschrift übersetzten Zeichens herbeiführt. Gleich darauf wird die Wählerbürste Bs
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so dass sie ihre Bewegung wieder aufnehmen können.
Nun kann das nächste Geheimlochzeichen in Klarschrift zum Abdruck gelangen usw. b) Um die gestellte Aufgabe auf elektrischem Wege zu) ösen, wird den einzelnen Segmenten der Druck-und der Chiffrescheibe eine Reihe untereinander gleichartiger Relais ("Druckrelais") Rl bis R31 zugeordnet, die mit ihrem einen Wicklungsende über den gemeinschaftlichen Schalter 5ch an dem einen Pol von E2 liegen und mit ihren anderen Wicklungsenden an die Segmente der Chiffrescheibe 56 angeschlossen sind.
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scheiben i,. S,. Sg.... vor, so wird das Relais R erregt.
Letzteres schliesst den Stromkreis des an jenes Segment der Chiffrescheibe S, ; angeschlossenen Druckrelais, über welches die vom Wähler W in denselben Stromkreis eingeschaltete, dem wirksamen Buchstaben des Schlüsselwortes entsprechende Chiffrebürste im selben Moment hinwegschleift. Das erregte Druckrelais wiederum schliesst den ihm parallelgeschalteten Druckmagneten DM an das mit diesem Segment korrespondierende Segment der Druckscheibe 57 an. Dieser den Abdruck vorbereitende Anschluss von DM bleibt auch dann noch weiter bestehen, wenn die kontinuierlich rotierenden Übersetzerund Chiffrebürsten ihre Stromschlussstellung bereits verlassen haben, da die Arbeitskontakte der Druckrelais gleichzeitig als Haltekontakt wirken.
Gelangt nun die mit den übrigen Bürsten
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der Ubersetzerbürsten zugeordnete Winkelstellung, demnach auf jenes Segment der Druckscheibe, das mit dem von der wirksamen Chiffrebürste in deren Stromschlussstellung bestrichenen Segment der Chiffrescheibe korrespondiert, so wird der Stromkreis des Druckmagneten DM geschlossen und das dem Lochzeichen zugeordnete Zeichen der Klarschrift gedruckt, da im gleichen Augenblick sich auch die diesem Zeichen entsprechende Type in Druckstellung befindet. Nach Vollendung des Druckes wird durch den elektromagnetisch betätigten, allen Dluckrelais gemeinsamen Schalter Sch der Stromkreis derselben vorübergehend- geöffnet und so der Haltekontakt des erregten Druckrelais gelöst, wodurch der frühere Zustand wieder hergestellt wird.
C) Besondere Einrichtungen (Fig. i und 3).
Durch die Betätigung der aus Chiffrescheibe S6, den darauf schleifenden Chiffrebürsten B6 und dem Wähler 1'17 bestehenden Schaltvorrichtung erfolgt die Übersetzung der Klarschrift bzw. die Rückübersetzung der-Geheimschrift aus so vielen verschiedenen Alphabeten, als die'Zahl der Buchstaben beträgt, aus denen sich das Schlüsselwort zusammensetzt.
Zum Zwecke einer weiteren Sicherung des Depeschengeheimnisses sind noch besondere Einrichtungen vorgesehen. Die Tasten des Chiffrierapparates bzw. die Segmente der Druckscheibe des Dechiffrierapparates stehen nämlich nicht, wie bisher angenommen, unmittelbar mit den korrespondierenden Segmenten der, Chiffrescheibe S6 in Verbindung, sondern sind zunächst mit den Segmenten einer weiteren Kontaktscheibe ("Versetzungsscheibe") s verbunden, auf denen eine gleich grosse Anzahl von Schleiffedern b aufliegt. Letztere sind an die Segmente der Chiffrescheibe S6 angeschlossen.
Mithilfe eines elektromagnetisch angetriebenen Steigrades oder einer ähnlich wirkenden Einrichtung werden diese Schleiffedern nach jedesmaliger Herstellung eines Loch-bzw. eines Druckzeichen oder nach jedesmaliger Erschöpfung des eingestellten
Schlüsselwortes schrittweise fortgeschaltet. Auf solche Art wird eine bedeutend Vermehrung der für eine jede einzelne Depesche verwendbaren Alphabete und gleichzeitig eine zwangläufige Änderung des Schlüsselwortes erzielt.
Endlich ist die Verbindung der Tasten bzw. der Segmente der Druckscheibe mit den Segmenten der Versetzungsscheibe s keine dauernde, sondern kann wahlweise mittels Schnurstöpsel oder anderer ähnlich wirkender Schaltorgane, z. B. auch nach dem aus der Fernsprechtechnik her bekannten Prinzip des Linienwählers erfolgen. Derartig ist es möglich, die Bedeutung der Segmente der Versetzungsscheibe wahlweise zu ändern, d. h. die Reihenfolge der Zeichen des durch diese Scheibe vorgestellten Alphabetes beliebig zu
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Im folgenden wird eine ZweiteAusführungsformderChiffrier-undDechiffriereinrichtung beschrieben.
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unterhalb einer Tastatur angeordnete Querschienen I, II, III.... angeschlossen sind. Beim Druck auf eine der Tasten kommt diese mit einer bestimmten Gruppe der genannten Schienen sowie mit der Schiene SeIL in stromleitende Berührung, so dass die über die Schaltvorrichtung führenden Stromwege einer bestimmten Gruppe der Stanzmagnete geschlossen werden.
Durch Betätigung einer nach einer Schlüsselzahl einstellbaren Schaltvorrichtung wird erzielt, dass eine jede der Schienen 1, II, II1.... mit irgendeinem der Stanzmagnete A, Mz,Mg.... wahlweise in stromleitende Verbindung gebracht, demnach eine jede für ein bestimmtes Zeichen der Klarschrift charakteristische Schienenkombination in jede mögliche Stanzmagnet- und Löcherkombination umgewandelt werden kann. In einer ihrer einfachsten Ausführungsformen kann die Schaltvorrichtung aus einer Reihe von Schnurstöpseln bestehen, welche die Schienen mit den Stanzmagneten wahlweise verbinden.
Bei einer anderen Ausführungsform eifolgt diese wahlweise Verbindung nach dem aus der Fernsprechtechnik her bekannten Prinzip des Linienwählers. In der aus Fig. 2 ersichtlichen Ausführungsform besteht die Schaltvorrichtung zunächst aus'einer beliebigen Anzahl von an die Schienen unmittelbar angeschlossenen Kontaktscheiben s1, s2, s3 ...., deren jede-entsprechend der Fünfzahl der Schienen und Stanzmagnete-in fünf (drei) voneinander isolierte Kontaktsegmente zerfällt, auf denen eine gleiche Anzahl von Schleiffedern , b2, bs.... lagern, die mittelbar mit den Stanzmagneten in Verbindung stehen und nach Angabe einer Schlüsselzahl untereinander versetzt werden können.
Eine jede Kontaktscheibe bildet mit den auf ihren Segmenten lagernden Schleiffedern eine "Wählergruppen".
Diese untereinander in Parallelschaltung liegenden Wählergruppen SI bi, s2 , s3 bg.... sind jedoch nicht dauernd und gleichzeitig in die zwischen Schienen und Stanzmagneten verlaufenden Strombahnen eingeschaltet ; durch eine zusätzliche (nicht gezeichnete) Einrichtung wird vielmehr bewirkt, dass vor jedesmaliger Lochung eines Zeichens jeweils nur eine dieser Wählergruppen durch elektromagnetische Betätigung einer der Schaltergruppen u1, Mz, Mg.... in diese Stromwege eingeschaltet, nach erfolgter Lochung des Zeichens aber wieder abgeschaltet wird.
Gleichzeitig ist die Einrichtung so getroffen, dass auch die Reihenfolge, in welcher die parallelliegenden Wählergruppen einzeln nacheinander in Tätigkeit treten, in verabredeter Weise versetzt werden kann.
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geheimnisses beliebig viele ähnliche Wählergruppen in Serie geschaltet werden. Fig. 2 zeigt eine beispielsweise Anwendung zweier weiterer Wählergruppen sb und S B. Die Schleiffedergruppe b kann als Ganzes auf fünf verschiedene Arten eingestellt und durch eine zusätzliche Einrichtung über ihre Kontaktscheibe s nach jedesmaliger Lochung eines Zeichens oder, wenn die auf bl, S2 b2, s3 b3.... eingestellten Alphabete bereits erschöpft sind, schrittweise fortbewegt werden.
Zum Zwecke einer weiteren Vermehrung der überhaupt und für eine jede einzelne Nachricht verfügbaren Alphabete ist die Wählergruppe S B vorgesehen, deren Schleiffedern sich in verabredeter Weise einzeln gegeneinander versetzen lassen.
B) Der Dechiffrierapparat (Fig. 4).
Um die geheime Lochschrift in Klarschrift rückzuübersetzen, wird der Lochstreifen durch einen Kontaktapparat hindurchgeführt, der die Löcherkombinationen des Papierstreifens absucht und sie über eine hinsichtlich ihrer Einrichtung, Betätigung. und Wirkungsweise mit der des Chiffrierapparates übereinstimmende und nach demselben Schlüssel eingestellte Schaltvorrichtung in ganz bestimmte Kontaktkombinationen umwandelt, welche mit den für die entsprechenden Buchstaben der Klarschrift charakteristischen Gruppierungen der Schienen I, II, 111.... (Fig. 2) übereinstimmen.
In der durch Fig. 4 wiedergegebenen beispielsweisen Ausführungsform besteht diese Kontaktvorrichtung aus der Kontaktwalze K und den darauf schleifenden fünf (drei) Bürsten
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vorgesehen, die mit ihrem einen Wicklungsende dauernd an dem einen Pol der Stromquelle Ei liegen, während die anderen Wicklungsenden über die Schaltvorrichtung hinweg mit den Sucher-
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bürsten blJ -b2, ba.... in Verbindung stehen und von den letzteren dann an den anderen Pol von Ei gelegt werden, wenn dieselben durch die Löcher des Papierstreifens hindurch mit der Kontaktwalze in stromleitende Verbindung treten können. Die Zungen Si, 2, 3.... der so
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Buchstaben der Klarschrift charakteristischen Gruppierung der Schienen I, 11, 111.... (Fig. 2) übereinstimmt.
Die über diese Kontaktkombination hinweggleitenden, mit dem Typenrad rotierenden Übersetzerbürsten B1, B2, Bs.... schliessen in diesem Augenblick den Stromweg des Druckmagneten DM, der den Abdruck des übersetzten Zeichens herbeiführt.
Die Schaltvorrichtung, durch deren Betätigung die Übersetzerrelais wahlweise in stromleitende Verbindung mit den ucherbürsten gebracht werden können, ist, weil mit der des Chiffrierapparates völlig übereinstimmend, in Fig. 4 nicht ersichtlich gemacht. Sie ist-an der bezeichneten Stelle der Figur in die zwischen den Übersetzerrelais und den Sucherbürsten verlaufenden Strombahnen eingezeichnet zu denken.
PATENT-ANSPRÜCHE :
I. Zweiteilige, aus Chiffrier-und Dechiffrierapparat bestehende Einrichtung zum Chiffrieren und Dechiffrieren von Nachrichten, dadurch gekennzeichnet, dass beim Niederdrücken einer Taste des mit einer Tastatur nach Art einer Schreibmaschine versehenen Chiffrierapparates die Stromwege einer bestimmten Gruppe von Stanzmagneten geschlossen werden, welche letztere eine ihrer Gruppieiung entsprechende Kombination von Löchern in einen Papielstreifen stanzen, wobei durch eine geeignet eingerichtete, nach einem Schlüssel einstellbare Schaltvorrichtung einer jeden niedergedrückten Taste jede mögliche Gruppierung der Stanzmagnete zugewiesen, einem jeden Zeichen der Klarschrift demnach jedes mögliche Lochzeichen zugeordnet werden kann,
so dass die Nachricht automatisch aus mehreren voneinander verschiedenen Alphabeten in Geheimschrift übersetzt und in die Form eines Lochstreifens gebracht wird, der entweder als Reproduktion im Wege der Leitungs-oder der Radiotelegraphie oder im Original durch die Post, durch Kuriere o. ä. der Empfangsstelle übermittelt und hier durch den Dechiffrierapparat hindurchgeführt wird, der die Löchergruppierung eines jeden rückzuübersetzenden Lochzeichens mittels geeigneter Kontaktorgane in eine Kontaktkombination umwandelt, welcher durch
Betätigung einer in ihrer Wirkungsweise mit der des Chiffrierapparates übereinstimmenden und nach demselben Schlüssel eingestellten Schaltvorrichtung aus der Zahl aller möglichen Winkel-
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