AT43064B - Verfahren und Vorrichtung zum Formen des Spitzenteiles von Schuhwerk mit nach auswärts gewendeter unterer Schaftkante. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Formen des Spitzenteiles von Schuhwerk mit nach auswärts gewendeter unterer Schaftkante.

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Description


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  Verfahren und Vorrichtung zum Formen des Spitzenteiles von Schuhwerk mit nach auswärts gewendeter unterer Schaftkante. 



   Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Formen des Spitzenteiles von Schuhwerk mit nach auswärts gewendeter unterer Schaftkante und eine zur Ausübung dieses Verfahrens dienende Vorrichtung. 



   Die Verbindung derartigen Schuhwerks mit der Sohle erfolgt durch durch die nach auswärts gewendete Schaftkante hindurchgehende Nähte, Nägel   oder dergl. Derartiges Scblhwork wurde   bisher, trotzdem die einfache Befestigungsart der Laufsohle mannigfache Vorteile bietet, nur in geringen Mengen auf den Markt gebracht, weil sich der Gestaltung des Spitzenteiles des Schuhes erhebliche Schwierigkeiten in den Weg gestellt haben. Der Umstand, dass der Leisten das Gestalten der nach auswärts gewendeten unteren   Schaftkante in keiner Weise unterstützte, und dass   der so hergestellte Flansch an keiner   St, c befestigt werden   konnte, machte die Herstellung derartigen Schuhwerks besonders schwierig.

   Ausserdem konnte das zum Bilden des Flansches not- 
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 werden, um das Ausbauchen der Schuhspitzen zu ermöglichen, ohne sichtbare Falten auf derselben zu hinterlassen. 



   Gemäss der Erfindung sollen diese Schwierigkeiten dadurch   überwunden   werden, dass die Spitze eines Schuhes, dessen untere Schaftkante nach auswärts gewendet ist, gleichzeitig mit der Bildung des Flansches in der erforderlichen Weise gestaltet wird, wozu ein besonderes Werkzeug dient. 
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   Die bisher bekannten Arten das Oberleder auf den Leisten zu zwicken und es mittels Stiften in aufgezwickter Lage zu befestigen, bedingen, dass das Oberleder grosser zugeschnitten werden muss, als der fertiggemachte Schuh tatsächlich eerfordert. Das überflüssige Material wird in der Regel vor dem   Vernähen   des Schuhes mit der Laufsohle wieder entfernt. Die Notwendigkeit das Oberleder besonders   gross   zuzuschneiden, macht sich besonders bei der Herstellung von Schuhen mit nach auswärts   gewendeter unterer Schaftkante fühlbar. Bei Ausübung des Verfahrens gemäss   der Erfindung braucht jedoch das Oberleder nicht grösser zugeschnitten zu werden und dies bedeutet eine erhebliche Ersparnis an Oberledermaterial. 



   Das Wesentliche der Erfindung besteht darin, dass derjenige Teil des Oberleders, welcher   zum Bilden der nach auswärts gewendeten unteren Schaftkante Anwendung findet, festgeklemmt   wird, während zuerst auf dem   nicht festgeklemmten Lcderteil zum   Gestalten des   Spitzcntcils   des Schuhes ein Druck senkrecht zur Ebene des Randteiles ausgeübt wird, worauf ein zweiter   Druck in einer Richtung, ungefähr   parallel zu der Ebene in der er festgeklemmt wird, auf den
Schaft erfolgt, der die Furche zwischen Schaft und Flansch ausbildet. 
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   An dem vorderen Ende des auf einem Werktisch aufzubringenden   Masoninengestells   2 ist ein Rahmenstüok 4 angebracht, welches eine   U-förmige Aussparung   besitzt und eine ortsfeste Klemmplatte 6 trägt. Die Platte 6, deren Klemmfäche glatt ist, besitzt eine oberhalb der Aussparung   des Rahmenstückes 4 liegende, etwas kleinere Aussparung,   so   dass die inneren abgeschrägten   Kanten der Platte 6 die Aussparung des   Ralunenstückes   4 überragen. Die Aussparung der Platte 6 ist so gestaltet, dass sie der Form, die der Spitzenteil des Schuhes bekommen soll, entspricht. 



   Mit der Klemmplatte 6 wirkt ein bewegliches Klemmglied 8 zusammen, welches an durch die Platte 6 und das Rahmenstück 4 hindurchgeführten Stangen 10 angebracht ist. An einem die unteren Enden der Stangen 10   verbindendem   Querstück 12 ist eine Stange 14 angebracht, welche mit dem an einem Ständer 18 drehbaren Trethebel16 verbunden ist. Durch Herabdrücken des Trethebels 16 kann das Klemmglied 8 auf das auf der Klemmplatte 6 liegende Werkstück herabbewegt werden. Eine Klinke des Trethebels kann mit der Verzahnung 19 einer an der Seite des Trethebels 16 vorgesehenen Platte in Eingriff gebracht werden und sperrt auf diese Weise den Trethebel und mit demselben das Klemmglied 8 in herabgedrückter Lage.

   An der unteren Seite des   Klemmgliedes 8   sind gezahnte Platten   22, 30   angebracht, welche direkt auf den zu gestaltenden Teil des Schuhes einwirken. Die auf die Seitenteile der Schuhspitze einwirkenden Platten 22 besitzen in Schlitze    26 "der Platte   6 eintretende Schraubstifte 24, auf deren Enden Muttern 28 aufgeschraubt sind. 



   Die gezahnte gleichfalls an dem Klemmglied 8 angebrachte Platte 30 dient zur Bearbeitung des äussersten Spitzenteiles des Schuhes. Eine in den Schlitz 34 des Klemmgliedes 8 eintretende
Schraube 32 ermöglicht der Platte 30 Bewegungen in wagerechter Richtung. Es ist zu ersehen, dass die Platten   22, 30   nur in der Ebene der Klemmvorrichtung bewegbar sind und zwar sind dieselben derart in den Schlitzen geführt, dass die Seitenplatten 22 sich in gegen die Schuhspitze gerichteten, zusammenlaufenden Bahnen bewegen, während die Platte 30 sich von der Schuhspitze aus einwärts zu bewegt. 



   Die Seitenplatten werden für gewöhnlich von Federn 36, 38 in ihrer rückwärtigen Stellung gehalten. Die Feder 36 ist an einem Stift 40 des Klemmgliedes 8 und an einen Vorsprung 42 der an der rechten Seite der Fig. 1 dargestellten Platte 22 angehängt. Die Feder 38 ist einerseits an den Stift 40 des    Klemmgliedes   8 und andererseits an einen Arm des bei 46 an dem Klemmglied 8 drehbaren Hebels 44 angehängt. Der andere Arm des Hebels 44 ist drehbar mit der Platte 30 verbunden. Ein Vorsprung 48 der Platte 22 trifft während der Vorwärtsbewegung dieser Platte mit dem äusseren Arm djs Hebels 44 zusammen, so dass der Hebel 44 um den Zapfen 46 geschwungen wird und die Platte 30 von der Spitze des Schuhes einwärts zu bewegt. 



   Der von der Klemmvorrichtung 6 und 8 gehaltene Schuh wird auch von einem verstellbar an dem vorderen Ende einer um den Zapfen 53 drehbaren Stange 52, angebrachten Gestaltungs- 
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 gestelles 2 hin-und herbewegbar. Die Stange 52 ist durch einen gleichfalls um den Zapfen 53 drehbaren Rahmen 56 hindurchgeführt. An dem vorderen Ende des Rahmens 56 sind mit den Seitenplatten 22 zusammenzuwirkende   Anschläge 58   angebracht. 



   Der das   Geataltungawerkzeug     50   tragende Wagen 54 ist in der Längsrichtung der Klemm- 
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 Es ist zu erkennen, dass der Wagen   54   durch Drehungen des Hebels 60 hin-und herbewegt wird und zwar werden Vorwärtsbewegungen desselben durch Anheben und   Rückwärtsbewegungen   durch Herabdrücken des Hebels 60 hervorgebracht. 



   Solange das Gestaltungswerkzeug 50 nicht im   Gobrauch   ist, lagert es auf einem Dampfrohr 66 (Fig. 2), welches unter der Klemmplatte 6 durch das Rahmenstück 4 hindurchgeführt ist und auch zum Erhitzen der benachbarten Maschinenteile und des Werkstückes dient. An einem gegabelten an dem Rahmenstück 4 angebrachten Ständer 72 ist ein um den Zapfen 70 schwingender Hebel 68 angeordnet. Der Hebel 68 besitzt einen Block 74, welcher mit dem auf dem von dem Klemmgliedern 6 und 8 festgehaltenen Werkstücke aufliegenden   Gestaltungsworkzeuge   50 zusammentrifft.

   Die Wirkung des Hebels 68 ist nur eine vorübergehende, da das Gestaltungwerkzeug, nachdem es von dem Hebel   herabgedrückt   wurde, durch die ihm von dem Hebel 60   orteilte Vorwärtsbewegung   unter den überhängenden Teil der Klemmplatte 6 gebracht und von der Klemmplatte in herabgedrückter Lage gehalten wird. 



   Die Aussparung der Platte 6 ist entsprechend der Gestaltung des zu bearbeitenden Schuhes gewählt und muss auch der verschiedenartigen Gestaltung eines rechten oder eines linken Schuhes Rechnung tragen. 



   Der Arbeitsgang der Vorrichtung ist folgender :
Die Kante des Spitzenteiles des zu bearbeitenden Schuhes wird zwischen die Klemmglieder 6 und 8 eingeführt. Die Breite des zu bildenden Flansches hängt von dem Abstande der inneren 

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 wird das Gestaltungswerkzeug 50 und der Rahmen   66   mit der Hand angehoben. Wann   daawerkstück   festgeklemmt ist, so wird das   Gestaltungawerkzeug 50   mit dem   Werkstücke   in Berührung gebracht und der Hebel 68 wird um den Zapfen 70 geschwungen, wobei der Block 74 mit dem Gestaltungwerkzeug 50 zusammentrifft und es herabdrückt, bis die obere Fläche des Werkzeuges 50 tiefer als die   überhängende   Kante der Klemmplatte liegt.

   Das Gestaltungswerkzeug 50 wird sodann mittels des Hebels 60 vorwärts bewegt, wobei es die festgeklemmten Teile des Werkstückes entlang den Seiten desselben anzieht und bewirkt, dass die Platten   22, 22   sich zusammen mit dem   Gestaltungswerkzeug   gegen die Schuhspitze zu bewegen. 



   Diese Bewegung der Platten 22,22 ermöglichen es den festgeklemmten Teilen des Flansches sich entlang den Seiten des Spitzenteiles des Schuhes zu bewegen, da sie auf der glatten Fläche der Platte 6 gleiten. Während sich die links in Fig. 1 dargestellte Platte 22 mit dem Gestaltungswerkzeug 50 vorwärts bewegt, wird durch Zusammentreffen des Anschlages 48 mit dem Hebel 44 eine   Einwärtsbewegung   der Platte 30 bewirkt, wobei der von der Platte 30 festgeklemmte Teil mitbewegt wird.

   Wenn die Platten 22,22 aus irgend einem Grunde nicht durch den auf den Schuh ausgeübten Zug vorwärts bewegt werden sollten, so wird deren   Vorwärtsbewegung   durch 
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Fig. 2 und 3 lassen erkennen, dass während der Rückwärtsbewegung der gezahnten Platte 30 das von ihr festgeklemmte Material mitbewegt wird,   und dass es durch   die Bewegung des Gestaltungswerkzeuges 50 über die Kante der Platte 6 gezogen und zur Bildung der Ausbauchung an der Spitze des Schuhes oberhalb des Flansches verwendet wird. Fig. 1 lässt auch erkennen, dass die Bewegung der Seitenplatten 22,22 und die   Rückwärtsbewegung   der Platte 30 ein Zusammenbringen oder Zusammenfalten des bearbeiteten Materials an den Kanten der scharf abgerundeten Teile der Schuhspitze bewirkt.

   Dieses Zusammenbringen des Materials und die Bewegung desselben erleichtert die Gestaltung des Spitzenteiles des Schuhes und gleicht auch den auf die verschiedenen Teile der Schuhspitze ausgeübten Zug aus. Die exzentrische Anordnung des Hebels 60 gegenüber seinem Drehzapfen ist derart, dass der zwecks Vorwärtsbewegung des Gestaltungswerkzeuges   herabgedrückte   Hebel in dieser Lage gehalten wird bis er wieder vom Arbeiter betätigt wird um das Gestaltungswerkzeug zurückzuziehen. Das Gestaltungswerkzeug wird   somit "'1wohl   durch den Hebel   60,   als auch durch die oberhalb desselben liegenden Kanten der Platte 6 in herabgedrückter Lage gesperrt. 



   Die Heizvorrichtung ist zweckmässig so angeordnet, dass sie sowohl die Klemmvorrichtung, als auch das zu bearbeitende Material erhitzt. Das üblicher Weise mit Zement bestrichene Ver- 
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 fest zusammengepresst. 



   Nachdem die   Schuh, spitz   in der erforderlichen Weise gestaltet wurde, wird der   Trethebel16   aus der Verzahnung 19 ausgelöst und freigegeben. Sodann wird eine an ihrem Aussenrande mit Zement bestrichen Brandsohle auf den auf der Platte 6 aufliegenden Flansch der Schuhspitze aufgedrückt. Zweckmässig entspricht die Grosse der Brandsohle derjenigen der nach auswärts gewendeten Schaftkante der Schuhspitze. Das Klemmglied 8 wird dann mit genügender Kraft   herabgedrückt,   um die Brandsohle und den nach auswärts gewendeten Flansch zusammenzupressen. 



  Der so gestaltete Schuh wird dann mit der Brandsohle von der Maschine abgenommen und die Sohle wird mittels einer Naht oder dergl. dauernd mit dem Schuh verbunden. 



   PATENT-ANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zum Formen des Spitzenteils von Schuhwerk mit nach auswärts gewendeter unterer Schaftkante, dadurch gekennzeichnet, dass ein Randteil des Oberleders, dessen Breite   ungefähr   der Breite des zu gestaltenden Flansches entspricht, festgeklemmt wird, während auf den nicht festgeklemmten Teil des Oberleders zunächst ein quer zur Ebene der festgeklemmten Teile gerichteter Druck zur Formung des Spitzenteils des Schuhes und dann ein ungefähr parallel zu der genannten Ebene gerichteter Druck ausgeübt wird, welch letzterer die Formung vollendet und eine Furche zwischen Schaft und Flansch hervorbringt.

Claims (1)

  1. 2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein dem Spitzenteil des Schuhes entsprechendes quer und parallel zur Ebene der Klemmvorrichtung bewegbares Gestaltungswerkzeug (50) und eine letzterem vorgelagerte mit beweglichen Teilen (22, 30) versehene Klemmvorrichtung für die Randteile des Oberleders.
    3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beweglichen Teile (22, 30) der die Randteile des Oberleders festklemmenden Vorrichtung während des Gestaltens des Spitzenteils des Schuhes in der Ebene ihrer Klemmflächen auf das Werkzeug (50) zu bewegbar sind, um den Flansch zu formen und eine Rinne zwischen Flansch und Oberleder zu bilden. <Desc/Clms Page number 4> 4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Bewegung des Werk- EMI4.1
AT43064D 1908-08-06 1908-08-06 Verfahren und Vorrichtung zum Formen des Spitzenteiles von Schuhwerk mit nach auswärts gewendeter unterer Schaftkante. AT43064B (de)

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