AT399015B - Schloss, insbesondere mehrriegelschloss, mit elektrischem antrieb - Google Patents

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Description

AT 399 015 B
Die Erfindung betrifft ein Schloß, insbesondere Mehrriegelschloß, mit elektrischem Antrieb des oder der Riegel und mit einem Schließzylinder mit Schließnase zur Betätigung von elektrischen Steuerkontakten für das Ein- und Ausschalten und die Drehrichtung des Antriebes.
Wenn man ein Türschloß, welches über einen Schließzylinder mechanisch betätigt wird, zusperrt, dann läßt sich der Schlüssel nur dann abziehen, wenn der Riegel auch vollständig in das Schließstück des Türstockes eingreift. Auch beim Öffnen kann der Schlüssel nur abgezogen werden, wenn der mechanische Vorgang zur Gänze abgeschlossen und der Riegel vollständig zurückgezogen ist. Das Abziehen eines Schlüssels, insbesondere beim Sperren, wird als Quittierung für die Ausführung gewertet.
Es sind Schlösser bekannt, die einen elektrischen Antrieb aufweisen. Dabei handelt es sich meist um Mehrriegelschlösser, bei welchen mehrere Riegel über Schubstangen aus- oder eingeschoben werden und daher ein verhältnismäßig hoher Kraftaufwand notwendig ist. Die Steuerung des elektrischen Antriebes erfolgt über einen Schlüsselschalter, der über einen Schließzylinder verfügt, welcher das Einschalten des Antriebes in Sperr- oder Öffnungsrichtung über elektrische Kontakte bewirkt. Der Schlüssel wird dazu wie üblich in das Schloß gesteckt und in der gewünschten Richtung (Sperren - Öffnen) gedreht. Der elektrische Antrieb übernimmt dann die Schloßbetätigung. Der Schlüssel, über welchen in diesem Fall keinerlei Sperrkräfte in das Schloß eingebracht werden, kann unabhängig vom Verlauf dieses elektrischen Sperrvorganges in jedem Fall in die Abzugsstellung zurückgedreht und abgezogen werden. Eine Quittierung, daß der gewünschte Vorgang ordnungsgemäß abgelaufen ist, wird hier nicht erreicht.
Es kann Vorkommen, daß - z.B. durch einen Fremdkörper in der Ausnehmung eines Schließstückes -der Riegel nicht oder nur unvollständig eingeschoben werden kann. Der Antrieb schaltet z.B. strombegrenzt ab und der Schlüssel kann wie üblich abgezogen werden. Ähnliche unzureichende Sperrvorgänge ergeben sich auch, wenn eine Tür verzogen oder ein vollständiges Schließen der Tür behindert ist. In allen diesen Fällen wäre es ein Leichtes, die Ursache des unzureichenden Sperrens zu beseitigen, wenn man durch die Möglichkeit des Abziehens des Schlüssels nicht in der Annahme fehlgeleitet wäre, es sei der Sperrvorgang ordnungsgemäß verlaufen.
Die Erfindung zielt darauf ab, auch bei elektrisch betätigten Schlössern eine fühlbare Kontrolle über den Sperrvorgang zu schaffen. Dies wird bei einem Schloß der eingangs beschriebenen Art dadurch erreicht, daß ein das Zurückdrehen der Schließnase des Schließzylinders in die Schlüsselabzugsstellung behindernder Anschlag der Schließnase zugeordnet ist, der bei Erreichen einer der Endstellungen des oder der Riegel, z.B. der Sperrsteilung, vorzugsweise durch eine Kulissensteuerung aus dem Drehbereich der Schließnase zurückziehbar bzw. -schiebbar ist und der in Zwischenstellungen des oder der Riegel, z.B. bei nur unvollständig in ein Schließstück eingeschobenem Riegel im Drehbereich der Schließnase liegt und von der Schließnase gegen Federkraft od.dgl. aus dem Drehbereich schiebbar und damit der Schlüssel gegen merkbaren Widerstand in die Abzugsstellung drehbar ist. Nur dann, wenn der oder die Riegel bzw. Schubstangen wirklich die Endstellung, also etwa die vollständige Sperrsteilung erreicht haben, läßt sich der Schlüssel unbehindert zurückdrehen und abziehen. Wenn allerdings nur eine Zwischenstellung und nicht die vollständige Sperrstellung oder Freigabestellung erreicht ist, dann wird der das Zurückdrehen des Schlüssels in die Abzugsstellung behindernde Anschlag in den Drehbereich der Schließnase geschoben und bildet einen merkbaren Widerstand beim Zurückdrehen des Schlüssels. So wird signalisiert, daß sich der Sperrvorgang oder eventuell der Entriegelungsvorgang spießt.
Eine besondere Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, daß auf einem Riegel oder auf einer den Riegel betätigenden Schubstange eine Steuerschulter.insbesondere mit Rolle vorgesehen ist und zwischen den beiden Positionen der Steuerschulter, die die Steuerschulter bei vollständiger Verriegelung und bei vollständiger Entriegelung einnimmt, ein Schieber oder ein Hebel eingreift, der von der Steuerschulter verschiebbar oder verdrehbar ist und der mit dem Anschlag, z.B. über einen weiteren Schieber oder Hebel, kinematisch verbunden ist und diesen in bzw. aus der Bahn der Schließnase schiebt oder schwenkt. Zwischen den Endstellungen der Steuerschulter, also z.B. einer gegen den Schieber vorspringenden Rolle, drängt letztere den Schieber in eine Stellung, die den Anschlag in seine behindernde Position bringt. Dies wird durch eine kinematische Umlenkung erreicht. Es kann auch ein Hebelsystem vorgesehen sein, das zwischen den Endstellungen gedreht wird und die Herstellung beibehält, in der die behindernde Position des Anschlages aktiviert wird. Zweckmäßig ist es auch, wenn der Anschlag zwei den Schließzyiinder U-förmig umgreifende Schenkel einer Federplatte in eine Ebene normal auf die Drehachse eines Schließzylinderkernes nahe der Drehebene der Schließnase aufweist und wenn die Federplatte schwenkbar gelagert und die Schenkel, insbesondere durch die Kulissensteuerung in Abhängigkeit von der Stellung der Riegel bzw. der Schubstange in die Drehebene der Schließnase, zur Behinderung eines Zurückdrehens der Schließnase in die Schlüsselabzugsstellung, schwenkbar sind. Die Platte mit den federnden Schenkeln wird somit aus einer parallelen Ebene zur Drehebene der Spermase in den Fehlpositionen des Riegels bzw. der Schubstangen in die Drehebene der Sperrnasen hineingeschwenkt. Beim Zurückdrehen des Schlüssels 2
AT 399 015 B läuft die Sperrnase auf den als Anschlag wirkenden Schenkel auf. Der Schlüssel kann nur unter merklich größerem Kraftaufwand über den Anschlag hinweg gedreht werden.
Ausführungsbeispieie des Erfindungsgegenstandes sind in den Zeichnungen dargestellt. Fig. 1 zeigt eine Funktionsdarstellung des Erfindungsgedankens und Fig. 2 eine Ausführungsform mit einschiebbaren Anschlägen in Prinzipdarstellung.
Gemäß Fig. 1 sind in der Tür Schubstangen 1. 2 mit Riegeln 3, 4 an den Enden gegengleich verschiebbar. Die Riegel 3, 4 greifen in Schließstücke 5, 6 ein. Zur Verschiebung ist ein Getriebe vorgesehen, das hier als Zahnrad 7 dargestellt ist, welches in Zahnstangen 8, 9 an den Schubstangen 1, 2 angreift. Das Zahnrad 7 wird von einem Elektromotor 10 wahlweise in der Schließrichtung des Schlosses oder in der Öffnungsrichtung angetrieben. Zusätzlich kann noch ein mechanischer Antrieb über einen Schlüssel und einen Schließzylinder (nicht dargestellt) vorgesehen sein.
Der Elektromotor 10 wird über einen Schlüsselschalter gesteuert, der einen Schließzylinder 11 mit Schließnase 12 und Steuerkontakte 13 (Sperren) und 14 (Öffnen) aufweist. Die letztgenannten Steuerkontakte bestimmen die Drehrichtung des Elektromotors 10.
In den Drehkreis der Schließnase 12 hinein ragen Anschläge 15, 16 (strichliert dargestellt), die gegen Federkraft von der Schließnase 12 zurückgedrängt werden können. Die Anschläge 15, 16 werden in den Endstellungen der Schubstangen 1, 2, wenn die Riegel 3 und 4 vollständig in die Schließstücke 5, 6 eintauchen, sowie wenn sie ihren entgegengesetzten Endanschlag in der Offenstellung erreicht haben, zurückgezogen (volle Linien). Dazu weist die Schubstange 6 eine Steuerschulter 17 auf, die mit vollen Linien in der Sperrsteilung des Riegels 4 der Schubstange 2 und in der Offenstellung des Riegels 4 strichliert dargestellt ist. Die Fig. 1 zeigt durch Sensoren 18, 19 symbolisch, daß diese Endstellungen erkannt werden und daß dann Rückzugsvorrichtungen 20, 21 die gefederten Anschläge 15, 16 aus dem Drehbereich der Schließnase 12 zurückziehen.
Wird etwa ein Sperr- oder Öffnungsvorgang vom Schlüsselschalter befohlen, dann wird der Schlüssel z.B. so verdreht, daß die Sperrnase 12 in die Position 12’ gelangt, wo sie den Schalter 13 betätigt. Der Elektromotor 10 wird eingeschaltet und verschiebt die Schubstangen 1, 2 in die Offensteliung. Sofort nach Entfernen der Steuerschulter 17 vom Sensor 18, also während des Bewegungsablaufs der Schubstange, springen die Anschläge 15, 16 in die Bahn der Schließnase 12 und bleiben dort, wenn die Steuerschulter 17 den Sensor 19 nicht erreicht - also der Vorgang nicht ordnungsgemäß ausgeführt ist. Beim Zurückdrehen des Schlüssels im Schließzylinder 11 muß die Schließnase 12 den Anschlag 15 zurückdrängen um ihn zu überwinden und um in die Schlüsselabzugsstellung zu gelangen. Dieser Widerstand ist deutlich merkbar und signalisiert den fehlerhaften Sperr- oder Öffnungsvorgang. Insbesondere beim Sperrvorgang ist dies wichtig, da nur ein vollständig in das Schließstück eintauchender Riegel optimale Sicherheit garantiert.
In Fig. 2 ist eine mechanische Lösung der Stellungsmeldung der Schubstange 2 dargestellt. Die gleichen Bauelemente wurden mit Fig. 1 übereinstimmend bezeichnet. Als Steuerschultern trägt die Schubstange 2 eine Rolle 23, die bei Längsverschiebung der Schubstange 2 gegen einen Schieber 24, der in Pfeilrichtung geführt ist, aufläuft und diesen in die strichlierte Stellung schiebt. Erst in der Endstellung der Schubstange 2 (strichlierte Lage der Rolle 23) kann der Schieber 24 seine Grundstellung einnehmen. Der Schieber 24 stößt mit einer Schrägfläche auf eine ebensolche Schrägfläche eines anschließenden Schiebers 25, der in Pfeilrichtung geführt ist. Letzterer trägt zwei federnde Anschläge 26, 27 auf Schenkeln, die den Schließzyiinder 11 gabelförmig umgreifen. Die Anschläge 26, 27 mit ihren Schenkeln sind mit dem Schieber 25 fest verbunden und werden während der Bewegung der Schubstange 2 in den Drehkreis der Schließnase 12 vorgeschoben. Erst wenn die Endstellung der Schubstange 2 und damit des Riegels 4 erreicht ist, kann der Schieber 25 unter der Wirkung einer Feder 28 den Schieber 24 in die Ausgangsstellung zurückdrängen, sodaß die Anschläge 26, 27 wieder in die mit vollen Linien gezeichnete Position außerhalb des Drehkreises der Schließnase 12 gelangen.
Bleibt die Schubstange 2 in einer Position stehen, die nicht einer Endposition entspricht, dann befinden sich die Bauteile in der jeweils strichlierten Position. Wenn der Schlüssel im Schließzyiinder 11 zurückgedreht wird, dann muß der Anschlag 26 (oder 27) überwunden, d.h. gegen Federkraft zurückgebogen werden. Der damit verbundene merkbar erhöhte Kraftaufwand läßt deutlich erkennen, daß der Sperr- oder Öffnungsvorgang nicht vollständig abgelaufen ist, also etwa der Riegel 4 nicht oder nur geringfügig in das Schließstück 6 eintaucht. An Stelle von Federkraft, z.B. einer elastischen Formveränderbarkeit eines Baukörpers, kann auch ein Widerstand etwa durch eine Öldämpfung oder aufgrund von magnetischen Kräften als Hemmschwelle beim Zurückdrehen des Schlüssels zu überwinden sein. in den Schlüsselschalter wird auf diese Weise ein bei mechanisch betätigten Schlössern geläufiges Merkmal, nämlich ein plötzlich auftretender Sperrwiderstand, künstlich hineinprojiziert, wenn die Sicherheit nicht in vollem Maß gewährleistet ist. 3

Claims (3)

  1. AT 399 015 B Patentansprüche 1. Schloß, insbesondere Mehrriegelschloß, mit eleketrischem Antrieb des oder der Riegel und mit einem Schließzylinder mit Schließnase zur Betätigung von eleketrischen Steuerkontakten für das Ein- und Ausschalten und die Drehrichtung des Antriebes, dadurch gekennzeichnet, daß ein das Zurückdrehen der Schließnase (12, 12') des Schließzylinders (11) in die Schlüsselabzugsstellung behindernder Anschlag (15, 16; 26, 27) der Schließnase (12, 12') zugeordnet ist, der bei Erreichen einer der Endsteiiungen des oder der Riegel (3, 4), z.B. der Sperrstellung, vorzugsweise durch eine Kulissensteuerung aus dem Drehbereich der Schließnase (12,12') zurückziehbar bzw. -schiebbar ist und der in Zwischenstellungen des oder der Riegel (3, 4), z.B. bei nur unvollständig in ein Schließstück (5, 6) eingeschobenem Riegel (3, 4) im Drehbereich der Schließnase (12, 12') liegt und von der Schließnase (12, 12') gegen Federkraft od.dgl.aus dem Drehbereich schiebbar und damit der Schlüssel gegen merkbaren Widerstand in die Abzugsstellung drehbar ist.
  2. 2. Schloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf einem Riegel (3, 4) oder auf einer den Riegel (3, 4) betätigenden Schubstange (1, 2) eine Steuerschulter (17), insbesondere mit Rolle (23), vorgesehen ist und zwischen den beiden Positionen der Steuerschulter (17), die die Steuerschulter (17) bei vollständiger Verriegelung und bei vollständiger Entriegelung einnimmt, ein Schieber (24) oder ein Hebel eingreift, der von der Steuerschulter (17) verschiebbar ist und der mit dem Anschlag (15,16; 26, 27) über einen weiteren Schieber (25) oder Hebel kinematisch verbunden ist und diesen in bzw. aus der Bahn der Schließnase (12,12') schiebt oder schwenkt.
  3. 3. Schloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlag (15, 16; 26, 27) zwei den Schließzylinder U-förmig umgreifende Schenkel einer Federplatte in einer Ebene normal auf die Drehachse eines Schließzylinderkernes nahe der Drehebene der Schließnase (12,12') aufweist und daß die Federplatte schwenkbar gelagert und die Schenkel, insbesondere durch die Kulissensteuerung in Abhängigkeit von der Stellung der Riegel (3, 4) bzw. der Schubstange (1, 2) in die Drehebene der Schließnase (12,12'), zur Behinderung eines Zurückdrehens der Schließnase (12,12') in die Schlüsselabzugsstellung, schwenkbar sind. Hiezu 1 Blatt Zeichnungen 4
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