AT390772B - Packhuellen-verschlussvorrichtung - Google Patents
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Description
Nr. 390 772
Die Erfindung betrifft eine Packhüllen-Verschlußvorrichtung, z. B. für Luft- oder Seenot-Rettungsgeräte, mit wenigstens einem aufklappbaren Hüllenabschnitt und einem diesen überdeckenden Abschnitt, die an ihren einander zugewandten Seiten mit Haftstreifen versehen sind, wobei ein Abschnitt mit mehreren kurzen Haftstreifen versehen und ein Abschnitt mittels eines Betätigungsgliedes zum Öffnen der Packhülle wegziehbar ist. Als Packhülleninhalt kommen unter anderem Fallschirme, Rettungsinseln, Rettungswesten (Schwimmhilfen), Sportgeräte und Waffen in Betracht
Bei einer bekannten Packhüllen-Verschlußvorrichtung gemäß DE-OS 24 23 786 sind bei einer ersten Ausführungsform zwei Verschlußklappen mit Haftbändem vorgesehen, wobei die eine Klappe die andere in Schließstellung überdeckt Die Haftbänder verlaufen in Längsrichtung der Packhülle, das Öffnen geschieht jedoch durch Ziehen in Querrichtung, wodurch sich ein kurzer Betätigungsweg ergibt. Anders ist es bei einer zweiten Ausführungsform, bei der die beiden Klappenränder mit Haftstreifen stumpf aneinanderstoßen und von einem besonderen Verschlußstreifen, der an seiner Unterseite ebenfalls ein Haftband trägt überdeckt werden. Dieser Verschlußstreifen muß in Längsrichtung der Verbindungsstelle durch Abrollen ("Abpellen") entfernt werden, was einen vergleichsweise sehr langen Betätigungsweg bedingt. Während die erstgenannte Ausführungsform vorzugsweise für Zweitschirmpacks, die vor der Brust getragen werden, bestimmt ist, stellt die zweitgenannte Ausführungsform den im Hinblick auf die Gesamtfunktion des Rettungsmittels wichtigeren Hauptschirmpack dar, der auf dem Rücken getragen wird, so daß ein einfaches Öffnen von Hand nicht möglich und auch nicht erforderlich ist, weil hierzu die übliche Reißleine bestimmt ist.
Zwar sind bei dem bekannten Gegenstand bereits kurze Haftstreifenabschnitte vorgesehen, jedoch dienen diese zum Verschließen zweier zusätzlich angeordneter Zwischenklappen, indem diese Haftstreifenabschnitte der Zwischenklappen von den Haftbändem der jeweiligen Hauptklappe überdeckt sind. Die den Zwischenklappen zuzuordnenden Haftstreifenabschnitte haben jedoch keinen Einfluß auf die Betätigung zum Lösen der Hauptklappen, wonach erst die Zwischenklappen öffenbar sind.
Mit einem langen Betätigungsweg zum Öffnen des Packhüllenverschlusses sind Nachteile verbunden, und zwar einerseits ein größerer Zeitaufwand, der im Notfall schon eine Rolle spielen kann, und anderseits ein längerer Weg, den die Packhülle zurücklegt, ehe der Verschluß geöffnet ist. Dies kann voll ausschlaggebender Bedeutung sein, und zwar sowohl bei einer Fallschirm-Packhülle als auch bei Packhüllen für Seenot-Rettungsmittel, Sportgeräte oder Waffen.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Packhüllen-Verschlußvorrichtung der eingangs genannten Gattung zu schaffen, die sich auch bei verhältnismäßig langen Haftstreifenstücken sehr schnell und mit kurzem Betätigungsweg öffnen läßt.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die kurzen Haftstreifen an oder nahe ihrer entgegen der Zugrichtung liegenden Querkante an dem wegziehbaren Abschnitt in Zugrichtung hintereinander befestigt sind und daß das Betätigungsglied in Zugrichtung am vorderen Ende des wegziehbaren Abschnitts angeordnet ist.
Mit der Erfindung ist unter anderem der Vorteil verbunden, daß eine Öffnung trotz großer Verschlußlänge auch durch eine vergleichsweise kurze Handbewegung vorgenommen werden kann und daß die Schließhaftung gegenüber herkömmlichen Verschlüssen dieser Art nicht beeinträchtigt wird. Darüberhinaus läßt sich der Packhüllenverschluß auch in der bekannten Art und Weise öffnen, falls etwa derartiges im Einzelfall gewünscht sein sollte.
Weitere vorteilhafte Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung in vereinfachter Darstellungsweise wiedergegeben, welches nachfolgend beschrieben wird. Es zeigen: Fig. 1 eine Packhülle in Seitenansicht mit Verschlußstreifen vor dem Verschließen; Fig. 2 einen Querschnitt nach der Linie ¢1-11) in Fig. 1; Fig. 3 einen Teil des Verschlußstreifens in Blickrichtung des Pfeiles (III) in Fig. 1; Fig. 4 eine Ansicht wie Fig. 1 beim Öffnen des Verschlusses durch Zug in Pfeilrichtung (IV); Fig. 5 eine Ansicht wie Fig. 4 beim Öffnen des Verschlusses durch Zug in Pfeilrichtung (V).
Eine Packhülle (10) von flach-rechteckigem Grundriß mit einem beispielsweise darin verpackten Fallschirm (nicht dargestellt) besteht aus einem Textilgewebezuschnitt mit vier um- bzw. aufklappbaren Abschnitten oder Klappen, die über den Verpackungsinhalt gelegt werden, so daß dieser von allen Seiten umhüllt ist In Fig. 1 der Zeichnung sind eine Längsseitenklappe (11) und zwei Schmalseitenklappen (12) erkennbar. Die Klappen stoßen mit ihren Kanten an der Oberseite der Packhülle aneinander (vgl. Fig. 2), Zur Verstärkung sind die Kanten mit Einfassungen (13) versehen. Weitere Bestandteile der Packhülle, wie Gurtzeug, Beschläge, Schnallen usw., sind nicht dargestellt.
Im jeweiligen Randbereich der Hüllenabschnitte oder Klappen (11) ist ein Haftstreifen (14) aufgenäht, und zwar handelt es sich hier um die Hakenbänder von sogenannten Klettverschlüssen. Diese Hakenbänder (14) mit ihren Klappen bilden den einen Teil der Verschlußvorrichtung, deren anderer Teil durch einen selbständigen Verschlußstreifen (15) mit Randeinfassung (16) dargestellt wird. Der Verschlußstreifen (15) trägt auf seiner den Hakenbändem (14) zugewandten Seite ebenfalls einen Haftstreifen in Form eines mit den Hakenbändem (14) korrespondierenden Flauschbandes, welches jedoch in eine Vielzahl (hier zehn) von Haftstreifen- bzw. Flauschbandstücken (17) unterteilt ist, die als solche selbständig sind und in Linie bzw. hintereinander am Verschlußstreifen befestigt sind. Die Befestigung geschieht an oder nahe ihrer einen Querkante (18) durch eine Naht (19). Auf diese Weise bildet jedes Haftstreifenstück (17) eine Art Fahne, die in den Grenzen ihrer -2-
Nr. 390 772
Befestigung am Verschlußstreifen (15) frei beweglich ist. Die Haftstreifenstücke (17) haben eine bestimmte Länge, welche nachstehend noch erläutert wird; sie sind so breit, daß sie die aneinanderstoßenden Hakenbänder (14) im wesentlichen ganz überdecken.
Bei der Fabrikation des Verschlußstreifens (15) können die Haftstreifenstücke (17) leicht hergestellt werden, indem zunächst ein durchgehendes Flauschband mittels der erforderlichen Anzahl von Quemähten (19) am Verschlußstreifen (15) befestigt wird, woraufhin die Unterteilung des Flauschbandes in die einzelnen Stücke (17) durch entsprechende Trennschnitte vorgenommen wird.
Der Verschlußstreifen (15) ist an seinen beiden Enden mit Betätigungsgliedern (20), (21) in Form von Ösen versehen, die zum Trennen des Verschlußstreifens (15) von der Packhülle (10) bzw. der Haftstreifenstücke (17) von den Haftstreifen (14) und damit zum Öffnen der Verschlußvoirichtnng und Freigabe des Packhülleninhaltes dienen.
In entsprechender Weise wie die Längsseitenklappen (11) mit Haftstreifen (14) gemäß Fig. 2 tragen auch die Schmalseitenklappen (12) an ihren Kanten gemäß Fig. 1 Haftstreifen (22) in Form von Hakenbändem, welche in die Verschlußvorrichtung einbezogen sind, indem sie von dem Verschlußstreifen (15) mit seinen Haftstreifenstücken (17) miterfaßt werden.
Zum Verschließen der gefüllten Packhülle (10) werden deren Abschnitte bzw. Klappen (11), (12) bis zum Anstoßen ihrer Kanten über den Packhülleninhalt geschlagen, so daß die Haftstreifen (14), (22) eine im wesentlichen geschlossene Fläche bilden. Alsdann wird der selbständige Verschlußstreifen (15) mit den Haftstreifenstücken (17) nach unten auf diese Fläche gelegt und fest angedrückt, wodurch die Haken und Schlingen der Klettbänder ineinander eingreifen und das Verschließen der Packhülle bewirken. Dabei muß der Verschlußstreifen (15) so auf die Haftstreifen (14), (22) aufgelegt werden, daß die Nähte (19) der Haftstreifenstücke (17) entgegen der Richtung liegen, in die der Verschlußstreifen (15) durch Ziehen von der Packhülle (10) getrennt werden soll.
Zum Öffnen des Verschlusses kann bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4 oder 5 verfahren werden, wobei sich der unterschiedliche Ablauf und die unterschiedlichen Auswirkungen aus diesen Figuren deutlich entnehmen lassen. Wenn es - was in der Regel der Fall sein wird - darauf ankommt, einen möglichst kurzen Betätigungsweg beim Trennen der beiden Elemente des Haftverschlusses zu erhalten, wird an der Öse (20) des Verschlußstreifens (15) von Hand oder mittels einer Hilfsvorrichtung im Bereich des in Fig. 4 angegebenen Angriffswinkels von ungefähr 45° gezogen, woraufhin sich jedes einzelne Haftstreifenstück (17) durch Abrollen oder Abpellen von den zusammengesetzten Haftstreifen (14), (22) der Klappen (11), (12) löst. Dies geschieht in Abhängigkeit von der in Zugrichtung gemessenen Länge der Haftstreifenstücke (17) mehr oder weniger schnell und kurzwegig, denn der Betätigungsweg entspricht immer ungefähr der doppelten Länge der Haftstreifenstücke (17). Deren Bemessung richtet sich also nach dem gewünschten Betätigungsweg, wobei gewisse Grenzen u. a. durch Herstellungsaufwand und gewünschte Verschlußfestigkeit gesetzt werden. Auf jeden Fall läßt sich der Verschlußstreifen (15) aufgrund der vielfachen Unterteilung des an ihm befestigten Flauschbandes mit einem vergleichsweise sehr kurzen Zug an der Öse (20) von der eigentlichen Packhülle (10) entfernen, so daß diese nach kürzester Zeit unter dem Druck des in ihr zusammengefalteten Inhaltes aufspringt und den Fallschirm oder die Rettungsinsel oder die Schwimmhilfe usw. freigibt.
Fig. 5 macht deutlich, welcher zeitliche und wegmäßige Unterschied zur Öffnung gemäß Fig. 4 besteht, wenn der Verschlußstreifen (15) durch Angriff an der Öse (21) in herkömmlicher Weise von der Packhülle (10) entfernt wird, was mit den Haftstreifenstücken (17) ebenfalls möglich ist, falls dies aus irgendeinem Grund gewünscht wird oder erforderlich sein sollte. In diesem Fall kann der Angriffswinkel am Verschlußstreifen (15), wie dargestellt, größer sein. Der Weg, welcher mit der Öse (21) zurückgelegt werden muß, ist hier etwa doppelt so groß wie der ganze Verschlußstreifen (15) lang ist, d. h. bei zehn Haftstreifenstücken (17) praktisch zehnmal so groß wie im Falle der Öffnung des Verschlusses durch Ziehen an der Öse (20) gemäß Fig. 4.
Das Öffnen in der zuletzt beschriebenen Weise gemäß Fig. 5 kommt vor allem dann in Betracht, wenn die Betätigung zum Öffnen mittels eines ballistischen Geschoßes, einer Entfaltungsrakete od. dgl. erfolgen soll, was in besonderen Anwendungsfällen zweckmäßig sein kann. Handelt es sich dagegen um ein Öffnen von Hand, u. zw. entweder unmittelbar oder mittelbar durch Angriff am Verschlußstreifen (15), dann bietet die Betätigung über die Öse (20) den Vorteil des kurzwegigen Abziehens gemäß Fig. 4. Beispielsweise die besonderen Anforderungen des Drachenfliegersportes werden hiermit optimal erfüllt.
Auch in den Fällen, in denen ein Kraftspeicher, z. B. eine Stahlfeder, oder eine pyrotechnische Vorrichtung benutzt werden, um die Packhülle zu öffnen, was insbesondere bei Seenot-Rettungsgeräten vorgesehen ist, wirken sich die Vorteile des kurzen Öffnens aufgrund der Haftstreifenstücke (17) und ihrer Funktion gemäß Fig. 4 sicherheitstechnisch und -psychologisch günstig aus.
Schließlich ist es auch vorteilhaft, daß Verschlußlängsrichtung und Betätigungsrichtung übereinstimmen und die Öffnungskräfte gleichzeitig über die gesamte Länge des Verschlusses wirksam werden. Dies erübrigt die Anbringung besonderer Verstärkungen in Form von Nähtegruppen und Aufhähem im Bereich der klappbaren Hüllenabschnitte. Dieser Vorteil entfällt, wenn die Betätigung gemäß Fig. 5 überwiegt. -3-
Claims (10)
- Nr. 390 772 Die in der vorstehenden Beschreibung und in den Patentansprüchen sowie in der Zusammenfassung und in den Zeichnungen offenbarten Merkmale des Anmeldungsgegenstandes können sowohl einzeln als auch in beliebigen Kombinationen untereinander für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein. PATENTANSPRÜCHE 1. Packhüllen-Verschluß Vorrichtung, z. B. für Luft- oder Seenot-Rettungsgeräte, mit wenigstens einem aufklappbaren Hüllenabschnitt und einem diesen überdeckenden Abschnitt, die an ihren einander zugewandten Seiten mit Haftstreifen versehen sind, wobei ein Abschnitt mit mehreren kurzen Haftstreifen versehen und ein Abschnitt mittels eines Betätigungsgliedes zum Öffnen der Packhülle wegziehbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die kurzen Haftstreifenstücke (17) an oder nahe ihrer entgegen der Zugrichtung liegenden Querkante (18) an dem wegziehbaren Abschnitt in Zugrichtung hintereinander befestigt sind und daß das Betätigungsglied (20) in Zugrichtung am vorderen Ende des wegziehbaren Abschnitts angeordnet ist
- 2. Verschlußvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Haftstreifenstücke (17) an dem wegziehbaren Abschnitt mittels Nähen (Naht (19)) befestigt sind.
- 3. Verschlußvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, das die Haftstreifenstücke (17) Bestandteile eines ursprünglich einzigen Haftstreifens sind, der durch von einander beabstandete Nähte (19) an dem wegziehbaren Abschnitt (15) befestigt und durch Trennschnitte in die Haftstreifenstücke (17) geteilt ist
- 4. Verschlußvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der wegziehbare Abschnitt in an sich bekannter Weise als selbständiger Verschlußstreifen (15) ausgebildet ist, der die Haftstreifenstücke (17) trägt
- 5. Verschlußvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der selbständige Verschlußstreifen (15) in Zugrichtung am hinteren Ende mit einem zusätzlichen Betätigungsglied (21) versehen ist.
- 6. Verschlußvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der selbständige Verschlußstreifen (15) mit den Haftstreifenstücken (17) zwei parallel nebeneinander an zwei Packhüllenabschnitten angeordnete Haftstreifen (14) überdeckt und schließend zusammenfaßt.
- 7. Verschlußvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß weitere Haftstreifen (22) an weiteren Packhüllenabschnitten in die Verschlußvonichtung einbezogen sind, indem sie von dem wegziehbaren Abschnitt mit den Haftstreifenstücken (17) miterfaßt werden.
- 8. Verschlußvorrichtung nach Anspruch 1 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens einem Betätigungsglied (20, 21) ein Kraftspeicher, z. B. eine Stahlfeder, oder eine pyrotechnische Vorrichtung zugeordnet ist
- 9. Verschlußvorrichtung nach Anspruch 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß Verschlußlängsrichtung und Zugrichtung in an sich bekannter Weise übereinstimmen.
- 10. Verschlußvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Haftstreifen (14) und Haftstreifenstücke (17) aus sogenanntem Klettband bestehen. Hiezu 4 Blatt Zeichnungen -4-
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