<Desc/Clms Page number 1>
Patronenpapier,-Leinwand oder dgt. fCr Hand-und photographische Patronen.
Für die Herstellung von Figuren in Geweben, Gewirken und dgL ist es erforderlich, die betreffenden Figuren auf Patronen-oder Musterpapier zu zeichnen, um nach dieser Zeichnung die Jacquardkarten schlagen zu können. Da die Zwischenräume zwischen den sich kreuzenden Linien der Netzeinteilung des Patronenpapiers verhältnismässig breit sind, so muss die zu webende Figur auf dem Patronenpapier in bedeutender Vergrösserung gezeichnet werden. Hierzu kommt das muhevolle Auszählen und Ausmalen der Quadrate mit den Grund-und Figurbindungen.
Die Schwierigkeiten einer zeichnerischen Übertragung in solcher Vergrösserung und das Aus-
EMI1.1
kann, ist bekannt.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun ein neues Patronenpapier, durch das dieser
EMI1.2
Netzeinteilung versehenen Patronenpapier die zur Herstellung der Gewebe erforderlichen verschiedenen Bindungen durch verschiedene Zeichen, Zahlen, Buchstaben oder durch verschiedenfarbige Punkte angedeutet werden, derart, dass man beliebige auf dem Papier vorgesehene Bindungen je nach Bedarf unmittelbar oder in Kombination verwenden kann. Daraus ergibt sich, abgesehen von der Ersparnis des zeitraubenden Austupfens der Bindungspunkte, der Vorteil für die Weberei, dass man eine Patrone, die mit der ursprünglich gewebten Bindung kein zufriedenstellendes Gewebe ergeben hat bezw. bei der statt z.
B. einer flotteren eine dichtere
EMI1.3
passende auf demselben Patronenpapier vorhandene Bindung anwenden Das Papier nach vorliegender Etnndung ist gleich gut brauchbar sowohl als Patronenpapier
EMI1.4
Fachzeichnern aufgetragen werden, als auch, sofern es lichtempfindlich gemacht wird, als Patronenpapier für photographische Patronen, auf dem die Figuren in bekannter Weise mittelst einer Projektionsvorrichtung und eines Negativs der zu webenden Figuren hergestellt werden.
Im letzteren Falle kann das Papier gemäss der vorliegenden Erfindung zum Zwecke der Herstellung von mehrfarbigen Patronen mit einer lichtempfindlichen Schicht überzogen werden, deren Farbenton von der Belichtungsdauer abhängt, beispielsweise Chlorsilber oder Chlorbrom- ailberemulsionen.
Auf der Zeichnung veranschaulicht Figur 1 beispielsweise ein Patronenpapier,-Lein- wand o. dgl. mit aufgedruckten mehrfachen Bindungspunkten, die durch verschiedene Zeichen (Punkte, Kreise, Kreuze, Striche) angedeutet sind, während Fig. 2 eine zu übertragende Figur darstellt.
Die Herstellung des Patronenpapiers,-Leinwand oder dgl. nach der vorliegenden Erfindung erfolgt in der folgenden Weise : Das Papier, Leinwand oder dgl. wird durch Linüermaachinen oder auf andere geeignete Weise entsprechend der Ketten-und Schussdichte linüert. Bei der
EMI1.5
<Desc/Clms Page number 2>
verschiedener Farbtöne entstehen. Umgekehrt kann man auch das Netz und die Bindungspunkte nach dem Auftragen der lichtempfindlichen Schicht aufdrucken, wenn man nur dafür s) rgt, dass der Druck unter Lichtabschluss erfolgt.
In Fig. 1 sind als Zeichen für die verschiedenen Bindungen Punkte, Kreise, Kreuze und Striche quer durch die Vierecke angenommen. Je nachdem nun eines oder mehrere dieser Zeichen oder der Grund auf der Karte geschlagen oder ausgelassen wird, erhält man folgende elf Bindungen : Punkt, Kreis, Kreuz geschlagen ergibt Taffet oder Leinwand, Kreis geschlagen ergibt vier-
EMI2.1
geschlagen, ergibt achtbindigen Ketten-Diagonal, Weiss geschlagen ergibt achtbindigen SchussDiagonal, Weiss, Punkt, Strich gelassen, alles andere geschlagen, ergibt achtbindigen Schuss- kreuzel, Weiss, Punkt, Strich geschlagen ergibt achtbindigen Kettenkreuzel.
Will man z. it. bei einer Patrone im Grund achtbindigen Atlas und in der Figur vier- binien Köper haben, so wird im Grund das Kreuz und in der Figur der Kreis geschlagen.
Wenn Patronen für mehrfarbig Figuren auf phocographischem Wege hergestellt werden sollen, so wird in folgender Weise verfahren : Von der Vorlage wird ein photographisches Negativ hergestellt und auf die gewünschte Zahl von Vierecken des Patronenpapiers eingestellt, worauf die Belichtung des Patronenpapiers erfolgt. Sobald jedoch die normale Belichtungszeit erreicht ist, wird der Teil a des Bildes (Fig. 2) auf dem Negativ entweder mit Farbe oder mit einer vorher angepassten Maske (Schablone) oder dgl. abgedeckt und die Belichtung des Papiers nur noch durch die Teile b und c des Negativs fortgesetzt. Ist dies entsprechend lange geschehen, so wird auch der Teil b der Figur in der angegebenen Weise abgedeckt und dann nur noch der Teil c des Negativs weiter belichtet. Nimmt man nun an, dass jede Belichtung z.
B. eine Minute dauert, so ergibt sich, dass der Teil a der Figur eine Minute, der Teil b zwei Minuten und der Teil c drei Minuten belichtet worden ist. Da bekanntlich Papiere, die mit einer entsprechenden Chlorsilber-bezw. Chlorbromsilberemulsion überzogen sind, durch verschieden lange Belichtung Bilder in verschiedener Farbentönung von schwarz über grün bis, gelb ergeben, ist es leicht verständlich, dass bei der Entwicklung der Patrone der Teil a mit der einfachen (einminutigen)
Belichtung etwa grün, der Teil b mit der zweifachen Belichtung etwa braun und der Teil c mit der dreifachen Belichtung rot ausfallen wird. t.
Nimmt man nun beispielsweise an, dass dreischüssig gewebt werden soll, der Teil a also etwa durch die grünen, der Teil b durch die braunen und der Teil c durch die roten Schussfäden wiedergegeben werden soll, se kann mittels der verschiedenen auf dem Papier bereits aufgedruckten BindungsPlU1kte auch mehrbindig gewebt werden, etwa indem man für den Teil a (die grünen Schussfaden) als Bindungspunkte die Kreuze (Fig. 1) für den Teil b (die braunen Schussfäden) die Kreise und für den Teil c (die roten Schussfäden) die Striche benutzt.
Es ist selbstverständlich, dass der Bindungsrapport, nicht wie auf der Zeichnung (Fig. I) acht, sondern auch 10,12, 16,24, 32,64 usw. sein kann.
Man kann auch, wie dies in der Praxis wohl am meisten vorkommen wird, die Zeichen oder volle Bindungspunkte in versehiedenen Farben auf das Patronenpapier drucken, so dass diese nach dem Aufbringen der Figur, die in diesem Falle zweckmässig andersfarbig ist, von der Figur sich deutlich unterscheiden, wodurch das Einlesen bezw. Kartenschlagen erleichtert wird.
Anstatt der Zeichen oder Volltupfen können auch Zahlen, Buchstaben oder dergleichen verwendet werden, die auch mehrfarbig gedruckt werden können.
Ein Verzeichnis der auf dem Patronenbogen vorhandenen Bindungen kann an den Rändern oder auf der Rückseite des Bogens vorgesehen sein, so dass jeder Weber bezw. Kartenschläger eine oder mehrere beliebige Bindungen für den Grund (speziell bei mehrkettigen oder mehr- srhüss iigen Geweben) bezw. eine oder, mehrere Bindungen für die Figur wählen kann.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Patronenpapier, -Leinwand oder dgl. für Hand-und photographische Patronen, dadurch gekennzeichnet, dass in den einzelnen Quadraten der üblichen Netzeinteilung verschiedene, gesetzmässig sich wiederholende Zeichen, Zahlen, Buchstaben oder dgl. derart angeordnet sind, dass die Zeichen oder dgl. gleicher Art bestimmten Bindungen entsprechen.