AT37699B - Brauverfahren. - Google Patents

Brauverfahren.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Brauverfahren. 



   Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Brauverfahren, bei welchem die fertig gekochte Maische auf eine Temperatur unter   690 C.   zurückgekühlt, ihr dann behufs Peptonisierung ein gesondert bereiteter   peptasereieltjr Malzauszug zugesetzt   und dieselbe nach Herstellung der geeigneten Abläuterungstemperatur in den Läuterbottich übergeführt wird. 



   Dieses Verfahren hat nicht nur den Vorteil, dass man jedes Malz verarbeiten und doch glutinfreie Biere erzielen und so, weil man billigeres Malz nehmen darf, ganz bedeutende Ersparnisse machen kann, sondern man kann es auch auf jedem Sudwerke, ohne dass es hierzu besonderer Veränderungen oder Neueinrichtungen bedürfte, ohne Weiteres durchführen. Das Verfahren sichert jederzeit vollmundige, schaümhaltige, glanzfeine, reinschmeckende und haltbare Biere und gewährt dem Brauer vor allen Dingen eine Betriebssicherheit, wie er sie bisher nicht   gekannt   hat, und volle Unabhängigkeit von bestimmten Malzsorten. 



   Eine besonders   geeignete Ausführungsform   des obigen Verfahrens ergibt sich noch, wenn die Einmaischung möglichst dick erfolgt und dann die nach dem Kochen erfolgende Zurückkühlung einfach durch Zugabe kalten Wassers unmittelbar zu der gekochten Maische, also ohne Anwendung besonderer Kühlvorrichtungen, bewirkt wird. Hierdurch wird einerseits noch eine Ersparnis an Wasser, andererseits an Heizmaterial und Arbeitszeit, die erforderlich sind, um die Maische zum Kochen zu bringen, erzielt. 



   Ein Beispiel der praktischen Durchführung des Verfahrens, um helle Biere herzustellen, wobei im übrigen für den Maischprozess und die vollständige Umwandlung der   Stärke   in Zucker das sog. Schmitz'sche Brauverfahren (Patent Nr. 483) zu Grunde gelegt ist, ist in Folgendem angegeben. 



   Es wird mit   380 C., aber   sehr dick-so, dass aus 100 kg Malzschrot etwa 3   h I   Maische ent-   stehen,-eingemaischt   und dann   bis zu 6/4 Stunden, Je   nach Auflösung des Malzes, nachgemaischt, worauf die Temperatur behufs Verzuckerung bis auf 750   C.   gesteigert und nach eingetretener Verzuckerung die Gesamtmaische 15 bis 30 Minuten lang gekocht wird. 



   Nun werden einige Stunden vorher etwa   3-5%   der für die Hauptmaische nötigen Malz-   schüttung   in einem besonderen Gefässe in gewöhnlicher Weise dünn eingemaischt und von dieser Maische die blanke   Flüssigkeit   abgezogen, während der dicke Satz der Maische hinzugefügt wurde. 



   Die abgezogene blanke Flüssigkeit   oder"blanker Satz"wird   pro 100 kg Malzschüttung der Hauptmaische mit   l   bis   1'5 h l Wasser   von Brunnentemperatur verdünnt und in diese Mischung dann die gekochte Gesamtmaische hineingebracht und aufgemaischt, sodass das Ganze eine Temperatur von etwa   62-64    C annimmt, und dann wieder bei dieser Temperatur bis zu einer Stunde nachgemaischt, worauf zur Erzielung vollständiger Verzuckerung die Temperatur auf 73-750 C. gesteigert wird. 



   Da die   diastatische   Kraft des in dem besonderen Gefäss bereiteten und abgezogenen Malzauszuges, des sog. "blanken Satzes", durch die peptatische Wirkung zu sehr geschwächt wird, so empfiehlt es sich in den meisten Fällen, noch einen Teil des Malzauszuges oder "blanken Satzes" besonders zurückzubehalten und diesen erst der Gesamtmaische, nachdem sie schon mit dem übrigen Teil des Malzauszuges zusammengebracht, nachgemaischt und die Temperatur auf 73 bis 750 C. gesteigert wurde, bei letzterer Temperatur zuzusetzen. Es tritt dann eine raschere und vollmundigere Verzuckerung ein. 

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   Nach eingetretener Verzuckerung wird die Temperatur der Gesamtmaische, je nach der   Malzauflösung,   auf   80-85"C. gesteigert, hierauf   abgemaischt und in gewöhnlicher Weise abgeläutert und die hierdurch gewonnene Würze in bekannter und üblicher Weise weiter behandelt. Falls die Temperatur noch höher gesteigert-wird, wie angegeben, so wird, besonders wenn man mit weniger gutgelöstem Malze arbeitet, nochmals neue Stärke aufgeschlossen und verkleistert, die wiederum nachverzuckert werden muss. Zu diesem Zwecke muss dann die Würze wieder unter 750 C. zurückgekühlt und eine entsprechende neue kleinere Portion Malzauszug, die man dafür vorher zurückbehalten hat, zugesetzt werden. 



   In analoger, nur entsprechend abgeänderter Weise, wie in vorstehendem Beispiel angegeben, kann gearbeitet werden, wenn dem ganzen   Brauprozess   für die Behandlung der Maische nicht das   Schmitz'sche,   sondern ein Zwei-oder   Dreimaisch-Verfahren   zugrunde liegt. 
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 peratur unter   690 C. zurückgekühlt,   ihr dann behufs Peptonisierung ein gesondert bereiteter   peptasereicher   Malzauszug zugesetzt, und dieselbe nach Herstellung der geeigneten Abläutertemperatur in den Läuterbottich   übergeführt   wird.

Claims (1)

  1. 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass möglichst dick eingemai6cht und die nach dem Kochen der Gesamtmaische erfolgende Zurückkühlung auf unter 690 C. durch unmittelbare Zugabe von kaltem Wasser zu der gekochten Maische ohne Verwendung besonderer Kühlapparate, bewirkt wird.
AT37699D 1907-05-03 1907-05-03 Brauverfahren. AT37699B (de)

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