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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Schuheinlage.
Es wurde bereits bekannt, eine Form herzustellen, deren Hohlraum genau einem bestimmten Fuss entspricht, wobei nach Ausformen des Fusses der Hohlraum ausgegossen wird und dann einen Leisten darstellt, nach dem ein Schuh gefertigt werden kann.
Die US-PS Nr. 1, 504, 822 und Nr. 1, 700, 844 offenbaren hiebei Massnahmen, die es ermöglichen, den Fuss auszuformen. Zu diesem Zwecke werden gemäss der US-PS Nr. 1, 504,822 in die Trennfuge Lamellenplättchen, die durch Schwenkzapfen miteinander verbunden sind, eingelegt, wogegen gemäss der US-PS Nr. 1, 700, 844 von einem Aufreissband Gebrauch gemacht wird. Es ist auch bekannt, den Fuss zu bandagieren und die Bandage dann zu befestigen, so dass die Bandage eine Hohlform für die Herstellung des Leistens bildet. Auch hier erfolgt das Auftrennen durch ein Band oder aber durch Aufschneiden mittels einer Schere, ähnlich wie bei einem Gipsverband.
Das Problem bei der Herstellung von Schuheinlagen liegt vor allem darin, dass bedingt durch die Undurchsichtigkeit des Schuhleders eine genaue Grössen-und Formbestimmung der Einlage fast nie möglich ist. Zudem sind die bisher erzeugten Einlagen häufig zu steif, zu hart oder zu weich.
Auch Einlagen, welche über einen Gipsabdruck hergestellt werden, passen dann nicht mehr richtig, wenn sie in einen Schuh eines andern Fabrikates eingelegt werden. Der Fuss findet immer ein anderes Einlagebett vor und er wird krank oder kann nicht heilen. Auch die neuesten Versuche, zu Stützzwecken den Schuh auszuschäumen, haben sich nicht immer bewährt, denn die Dosierungprobleme waren kaum lösbar und zudem ist der fertige Schaum hart und von kurzer Lebensdauer.
Mehrere Schuhfabriken arbeiten bei der Fabrikation bereits Stützen ein. Da die Füsse der Menschen jedoch stets eine individuelle Kehle oder Fussform haben, passen diese vorgearbeiteten Stützen kaum je mit der unteren Fussfläche zusammen, weshalb der Fuss ebenso gesundheitsgefährdet ist, wie durch das Tragen von Schuhen ohne Stütze.
Röntgenaufnahmen zur Feststellung der Passform von Schuhen sind nicht zielführend. Über die Passform könnte nur ein Röntgenarzt Auskunft geben, der beim Schuhkauf nie anwesend ist.
Röntgenstrahlen sind zudem für die Gesundheit gefährlich und die Aufnahme kostspielig.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, all diese Probleme zu lösen.
Die Erfindung schlägt nun vor, dass der Fuss in eine den Innenraum eines Schuhes wiedergebende transparente oder durch Durchleuchten transparent gemachte Hohlschale, um die Lage von durch eine Einlage auszufüllenden Hohlräumen zwischen dem Fuss und dem Schuh festzustellen, eingesetzt wird, dass eine Giess- oder Formmasse, vorzugsweise aus kaltvulkanisierendem Kautschuk, z. B.
Silikonkautschuk, gegebenenfalls Zumengen von Füllstoffen wie Korkmehl, Sägespänen, Sand od. dgl. und Zusetzen eines Härters, vorbereitet wird, dass die Giess- oder Formmasse in die leere Hohlschale, an die festgestellten Stellen, gegebenenfalls auch an den ganzen Fusssohlen, eingebracht wird, dass der Fuss in die Hohlschale eingesetzt und sodann verschlossen wird, dass die Giess- oder Formmasse mittels des Fusses verteilt wird, so dass die festgestellten Hohlräume ausgefüllt werden und dass die Vulkanisationszeit bei in der Hohlform belassenem Fuss abgewartet wird.
Bei Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens kann der Arzt, der Fachmann oder der Verkäufer genau sehen, wo und wie der Schuh passt, weil die Hohlschale, die dem Käufer angelegt wird, transparent ist, oder durch Durchleuchten transparent gemacht wird. Korkmehl, Sägespäne oder Sand wird man als Füllstoff anwenden, wenn man für eine sehr schwere Person eine Einlage formen soll. Soll die Einlage nicht zu fest werden-dieser Fall kann bei Einlagen für Kinder auftreten - dann kann Verdünnungsöl, z. B. Silikonöl zugemischt werden. Ist die Giess- oder Formmasse angerührt, wird eine bestimmte Dosis Härte beigefügt und der Brei wird dann in die Innenform des transparenten Hohlleistens dort eingebracht, wo er benötigt wird. Auch an den ganzen Fusssohlen kann die Einlagemasse aufgetragen werden.
Der Schuhkäufer steigt in die Hohlschale und diese wird verschlossen. Der Fuss drückt nun die Masse direkt an die Wand der Hohlschale und nach Abschluss der Vulkanisationszeit von zirka 15 min ist die Einlage fertig.
Werden nur Teileinlagen benötigt, dann legt man vor Beginn der Prozedur eine Einlage in den Hohlleisten ein und lässt während der Vulkanisationszeit die Giessmasse auf die Fusseinlage wirken. Die Giessmasse verbindet sich sodann mit der Einlage, welche aus Kork oder Leder, KunstLeder usw. sein kann.
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Das erfindungsgemässe Verfahren lässt sich besonders günstig bei Verwendung einer Hohlschale ausüben, bei der erfindungsgemäss der Innenraum der Hohlschale dem Innenraum eines Schuhes entspricht und bei der in an sich bekannter Weise die Hohlschale längs-oder quergeteilt ist, wobei die Hälften lösbar z. B. durch Drücker, Magnete, Reissverschluss, Klammern od. dgl. verbunden sind.
In weiterer Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes kann vorgesehen sein, dass an der Sohle einer jeden Halbschale im Bereich der Sohlenwölbung ein Band mit einem Ende befestigt ist. Das Band kann hiebei dazu dienen, einen Plattfuss zurückzudrücken, ehe die Giess- oder Füllmasse ins Innere der Hohlschale eingebracht wird.
In Weiterbildung der Hohlschale kann diese mit Öffnungen zum Einfüllen der Giess- oder Formmasse versehen sein.
Ausführungsformen von für die Ausübung des erfindungsgemässen Verfahrens geeigneten Hohlschalen sind in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigen Fig. 1 eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemässen Hohlschale in offenem (auseinandergeklappten) Zustand, Fig. 2 eine längsgeteilte Hohlschale, Fig. 3 eine Untersicht der in Fig. 2 dargestellten Hohlschale in geschlossenem Zustand, Fig. 4 eine weitere Ausführungsvariante einer erfindungsgemässen Hohlschale, Fig. 5 eine gegenüber den Ausführungsformen der Fig. l bis 4 geänderte Hohlschale und Fig. 6 ein Ausführungsbeispiel einer quergeteilten Hohlschale.
In den Zeichnungen sind mit-l-in der Trennebene der Hohlschale angeordnete Flanschleisten bezeichnet. Die Hohlschale besitzt einen oberen Abschnitt. -2-- und einen unteren Ab- schnitt-3-. Aus Fig. 3 ist die Teilung --4-- der Hohlschale ersichtlich, wobei in diesem Ausführungsbeispiel die Teilung -4-- als Längsteilung ausgebildet ist. Die Hohlschale kann auch-wie Fig. 6 erkennen lässt - quergeteilt sein, wobei die Teilung durch den Schaft verläuft.
Um die Hohlschale geschlossen zu halten, können Drücker --7-- in den Flanschleisten --1-- ange- ordnet sein. Zum Zusammenhalten können jedoch auch Magnete, Klammern, ein Reissverschluss od. dgl. vorgesehen sein.
An der Sohle einer jeden Halbschale kann-wie dies Fig. 4 zeigt - ein Band --5-- mit einem Ende befestigt sein.
Fig. 5 zeigt eine Hohlschale mit Öffnungen -6-- zum Einfüllen der Giess- oder Formmasse.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung einer Schuheinlage, dadurch gekennzeichnet, dass der Fuss in eine den Innenraum eines Schuhes wiedergebende transparente oder durch Durchleuchten transparent gemachte Hohlschale, um die Lage von durch eine Einlage auszufüllenden Hohlräume zwischen dem Fuss und dem Schuh festzustellen, eingesetzt wird, dass eine Giess- oder Formmasse, vorzugsweise aus kaltvulkanisierendem Kautschuk, z. B.
Silikonkautschuk, gegebenenfalls Zumengen von Füllstoffen wie Korkmehl, Sägespänen, Sand od. dgl. und Zusetzen eines Härters, vorbereitet wird, dass die Giess- oder Formmasse in die leere Hohlschale, an die festgestellten Stellen, gegebenenfalls auch an den ganzen Fusssohlen eingebracht wird, dass der Fuss in die Hohlschale eingesetzt und sodann verschlossen wird, dass die Giess- oder Formmasse mittels des Fusses verteilt wird, so dass die festgestellten Hohlräume ausgefüllt werden und dass die Vulkanisationszeit bei in der Hohlform belassenem Fuss abgewartet wird.