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Verfahren zur Wiedergewinnung der Abfallwässer der Diffusion.
Bei der Rückführung der Abfallwässer, welche bei dem Diffusionsverfahren erhalten werden (also des Ablaufwassers, welches mit den Schnitzeln aus dem Diffuseur entleert wird und sich durch Ablaufen von ihnen trennt und des Presswassers, welches aus den Schnitzeln ausgepresst wird) treten Übelstände auf, welche der Wiedergewinnung der sämtlichen Abfallwässer bisher hinderlich waren. Soche Übelstände waren : Schlechtes Drücken, übermässiges Schäumen und Gärungserscheinungen mit Invertzucker und Säurebildung.
Wenn von den Verfahren abgesehen wird, bei welchen diese Übelstände durch die Reinigung der Abfallwässer mittels Kalkes behoben werden sollen, so gibt es für die Rückführung der ungereinigten Abfallwässer zwei Wege, nämlich einerseits die getrennt Rückführung der Abfall-
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zum Drücken benutzt werden, andererseits die gemeinsame Rückführung der unter sich und mit dem frischen Wasser gemischten Abfallwässer, wobei als Druckwasser also stets eine Flüssigkeit von annähernd gleichem, aber niedrigem Zuckergehalt benutzt wird.
Durch Erfahrungen im grossen Fabrikbetriebe konnte festgestellt werden, dass die letztere
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von ungefähr dem gleichen Erfolg wie die getrennte Rückführung begleitet ist.
Bei der Rückführung der gemischten Abfallwässer können ferner zur Behebung der oben angeführten Übelstände in einfacher Weise Vorkehrungen getroffen werden.
Die Ursache des schlechten Drückens bei der Rückführung der Abfallwässer in die Diffusion sind zum Teil die gröberen Schnitzelstücke und Schnitzelfasern, vor allen Dingen aber die ga. lz feinen, schlammigen Schnitzelteilchen. welche bei dem Auspressen der Schnitzel durch Zer-
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Teilchen durch Filtrieren oder Absetzen aus dem Presswasser direkt abzuscheiden. Beim Filtrieren verstopft sich das Filtermaterial sofort und das Absetzen der Teilchen ist sehr erschwert, da das Presswasser infolge des Gehaltes an gelösten schleimigen Stossen (Pektinstoffen) eine schleimige Beschancnheit hat, welche die Schnitzelteilchen, deren spezifisches Gewicht an und für sich nur wenig höher ist, als das des zuckerhaltigen Presswassers, am Sinken. behindert.
Nur etwa vorhandene @ Sand- und Schmutzteile könnten auf diese Weise abgeschieden werden.
Wird. das Presswasser jedoch mit dem Ablaufwasser und dem für die Diffusion nötigen frischen Wasser gemischt, so wird es ungefähr auf die fünffache Menge verdünnt, da auf 100 kg
Rüben ungefähr 40 l Presswasser, 100 1 Ablaufwasser und 50 l frisches Wasser kommen. Infolge dieser Verdünnung tritt die schleimige Beschaffenheit des Presswassers kaum mehr in Erscheinung und das spezifische Gewicht der gemischten Flüssigkeit ist wesentlich geringer ;
daher können sich die feinen Schnitzelteilchen in dieser Mischflüssigkeit schon wesentlich besser absetzen. 1
Es würde aber noch wenig Nutzen bringen, diese Mischflüssigkeit zu klären, da die Schnitzel- teilchen einen der Verdünnung entsprechenden grösseren Weg bis zum Boden zurückzulegen
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müssen, deren Beauftuchttgung und Kontrolle grosse Schwierigkeiten bereiten würde. Ausserdem würden die Flüssigkeiten sehr leicht Infektionen durch Bakterien ausgesetzt sein, so dass Gärungen kaum zu vermeiden wären.
Es hat sich nun gezeigt, dass man die gemischten Flüssigkeiten einige Zeit ungeklärt in die Diffusion zurückführen kann, ohne dass eine merkliche Behinderung des Saftstromes eintritt. Die feinen Schnitzelteilchen bleiben dann stets als schlammige Schicht auf den Schnitzeln des letzten Diffuseurs liegen und gelangen bei der Entleerung der Schnitzel in das Ablaufwasser und mit diesem wieder in den folgenden (letzten) Diffuseur. Erst wenn man in dieser Weise z.
B. zehn Diffuseur abgedrückt hat (je nach der Beschaffenheit der Schnitzel und der Art des Pressens bald mehr, bald weniger), zeigt sich eine geringe Verlangsamung des Drückens ; dann wird das Ablaufwasser des letzten Diffuseurs, welches alle bisher aus den zehn Gefässen angesammelten feinen Schnitzelteilchen enthält, für sich aufgefangen und in den Absetzkasten gepumpt, während als Druckwasser für den nächsten Difluseur, mit dem wieder ein neuer Kreislauf beginnt, das mit dem nötigen frischen Wasser verdünnte Presswasser dient, eventuell unter Zusatz der geklärten Flüssigkeit einer vorhergehenden Klärung.
Die zur Klärung aufgefangene Flüssigkeit enthält die feinen Schnitzelteilchen, welche sich bei der Verarbeitung einer grösseren Zahl Diffuseur gebildet haben, schwebend in einer Flüssigkeit, welche keine merkliche schleimige Beschaffenheit und ein kaum höheres spezifisches Gewicht als Wasser hat und deren Menge verhältnismässig gering ist. Die Schnitzeltet) chen selbst haben infolge des steten Wechsels zwischen dem Absetzen in den Diffuseuren und dem Durcheinandermischen während des Entleerens und Pumpens, sowie durch die Einwirkung des Anwärmens ebenfalls eine günstigere Beschaffenheit erlangt ; sie haben sich teilweise zusammengeballt und setzen sich daher schneller ab.
Diese günstige Beschaffenheit kann weiter noch dadurch verbessert werden, dass man dem gemischten Druckwasser eine feinkörnige, spezifisch schwere Substanz in geringen Mengen beimengt, wozu sich am besten geringe Mengen Pressschlamm eignen, der zum grössten Teil aus gefälltem kohlensauren Kalk besteht. Dieser setzt sich bei dem wiederholten Umlauf in die Poren der Schnitzelteilchen fest und macht spezifisch schwerer und zum Absetzen besser geeignet.
Das Absetzen der Schnitzelteilchen in dem Klärkasten erfolgt in kurzer Zeit, in etwa 4-2 Studde. Die über dem schlammigen Teil stehende Flüssigkeit wird wieder zur Druckflüssigkeit geleitet, während der unten befindliche schlammhaltige Teil entweder weg gelassen oder nochmals geklärt wird.
Die stetige Vermischung des Presswassers mit dem Ablaufwasser und dem frischen Wasser hat noch die weitere günstige Folge, dass lästiges Schäumen nicht auftritt. Nur das Fresswasser neigt infolge seiner schleimigen Beschaffenheit zum Schäumen und zu Gärungen. Bei dem vorliegenden Verfahren wird dieses Wasser aber nicht für sich aufgefangen, sondern läuft sofort von den Pressen zn dem gemeinsamen Mischbehälter. In der dünnen Mischnüssigkeit, die ausserdem nicht aufgesammelt, sondern direkt wieder in die Diffusion gepumpt wird, treten Schäumen oder Gärung nicht ein. Infolgedessen werden Störungen in der Batterie vermieden und die erhaltenen Diffusionssäfte sind von etwas höherer Reinheit als bei der üblichen Ditiusionsarbeit.
PATENT-ANSPRÜCHE : ]. Verfahren zur Wiederverwendung sämtlicher Abfaüwässer der Diffusion und zur Gewinnung der darin enthaltenen Trockensubstanz und des Zuckers durch Rückführung der untereinander und mit dem nötigen frischen Wasser gemischten von Schnitzelteilchen beireiten Abfallwässer in die Diffusion, dadurch gekennzeichnet, dass die feinsten, nicht durch Siebe aufzufangenden gehnitzelteilchen, welche durch Zertrümmerung und Zerreibung des Rübenmarkes p titstanden sind, durch wiederholte Zurückführung der ungeklärten Abfallwässer in die Diffusionsbatterie auf den Schnitzeln des jedesmal letzten Diffuseurs solange aufgesammelt werden, bis sich eine eben bemerkbar Verschlechterung des Drückens zeigt,
worauf das Ablaufwasser des betreffenden Diffuseurs für sich aufgefangen, durch Absetzen geklärt und in die Diffusion zurückgeführt wird, während die geringe Menge der schlammhaltigen Flüssigkeit weggelassen oder nochmals geklärt wird.