DE610657C - Verfahren zur Hefezuechtung unter Verwendung von Sulfitablauge - Google Patents

Verfahren zur Hefezuechtung unter Verwendung von Sulfitablauge

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    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N1/00Microorganisms; Compositions thereof; Processes of propagating, maintaining or preserving microorganisms or compositions thereof; Processes of preparing or isolating a composition containing a microorganism; Culture media therefor
    • C12N1/24Processes using, or culture media containing, waste sulfite liquor

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Description

  • Verfahren zur Hefezüchtung unter Verwendung von Sulfitablauge Die Erfindung betrifft ein - Verfahren zur Hefezüchtung unter Verwendung von Sulfitablauge, wobei die aus Sulfitablauge bestehende Würze dem Gärbottich allmählich zugeführt wird.
  • Bekannten Verfahren dieser Art gegenüber wird dabei während des Gärprozesses hefehaltige Würze aus dem Gärbottich kontinuierlich oder absatzweise entfernt und die von der Würze befreite Hefe dem Gärbottich wiederum zugeführt.
  • Bei der Hefezüchtung in Sulfitablauge, die bekanntlich =,5 bis 2,5°/o vergärbaren Zucker enthält, ist es bei Anwendung verbesserter Herstellungsmethoden möglich, etwa 2 bis 3,5kg Hefe je zoo kg Lauge zu gewinnen, einschließlich der verwendeten Menge von Stellhefe, die für gewöhnlich den Betrag von etwa o,5 kg je xoo kg Lauge erreicht. Bei normalen Sulfitlaugen beträgt die Hefekonzentration am Ende der Hefezüchtung etwa 2,5)/" was einen verhältnismäßig niedrigen Wert im Vergleich mit derjenigen Hefekonzentration darstellt, die bei Hefezüchtung in anderen Zuckerlesungen gewöhnlich ist, die auf etwa 5 bis 6 °/a steigen kann: Die niedrige Hefekonzentration bedeutet selbstverständlich Übelstände mit Rücksicht auf die Ausnutzung des Gärbottichraumes, hinsichtlich des Kraftverbrauchs für Lüftung usw.
  • Diese Übelstände sind selbstverständlich immer vorhanden, wenn man verdünnte Nährlösungen verwendet, -was nunmehr allgemein als vorteilhaft erachtet wird. Man hat auch früher diese Übelstände erkannt und denselben dadurch abzuhelfen versucht, daß aus dem Gärbottich Hefelösung ein oder mehrere Male während der Hefezüchtung oder mehr oder weniger ununterbrochen abgezapft wird, aus welcher Lösung die Hefe dann abzentrifugiert wird.
  • Ferner ist es bekannt, während der Züchtung Hefe enthaltende Lösung aus dem Gärbottich herauszunehmen, die Hefe-- aus der abgezapften Lösung abzutrennen und ganz oder teilweise in den Gärbottich zurückzuführen. Hierbei war die Absicht, in dem Gärbottich ein konstantes Verhältnis zwischen der Hefemenge und der Menge der Nährstoffe, z. B. Zucker, aufrechtzuerhalten. Die Zufuhr von Würze bzw. die Zurückführung der abgetrennten Hefe wurde zu diesem Zwecke geregelt. Für Sulfitablauge wurde das Verfahren nicht vorgeschlagen.
  • Bei Hefezüchtung in Sulfitablauge liegen aber Übelstände vor, denen nicht durch dieses bekaiinte Verfahren allein abgeholfen werden kann und die nicht bei Hefezüchtung in aus Getreide, Melasse o. dgl. zubereiteten, mehr oder weniger konzentrierten Nährlösungen vorhanden sind. Der größte dieser Übelstände beruht darauf, daß die Sulfitablauge außer gärbarem Zucker in oben angegebener Menge große Mengen von Stoffen enthält, die nicht von den Hefezellen ausgenutzt werden können, sondern einen unnötigen Ballast bilden und auf die Hefezüchtung schädlich einwirken. Diese Stoffe können etwa io% des Gewichtes der Lauge betragen. Ein weiterer Übelstand liegt darin, daß der osmotische Druck der Sulfitablauge oft zu hoch ist.
  • Das der Erfindung zugrunde liegende Verfahren, bei welchem während des Gärprozesses hefehaltige Würze aus dem Gärbottich kontinuierlich oder absatzweise, z. B. mittels Separatoren bekannter Art, entfernt und die von der Würze befreite Hefe dem Gärbpttich wieder zugeführt wird, wird zweckmäßig derart geregelt, daß die Würzenmenge im Gärbottich etwa in demselben Maße wie bei der früher üblichen Hefezüchtung, d. h. also ohne Abzug vergorener und gegebenenfalls mit Wasser verdünnter Würze, ansteigt.
  • Es ist bereits bekannt, die für eine bestimmte Hefezüchtung erforderliche Menge von Stellhefe nicht auf einmal im Anfang der Hefezüchtung, sondern in mehreren Teilmengen zuzusetzen. Es ist auch bekannt, die aus der abgezapften Hefelösung abgetrennte Hefe -als Stehhefe in einer nachfolgenden Stufe zu benutzen. Diese Methoden waren aber lediglich für aus Getreide, Melasse o. dgl. zubereitete, für die Lebenswirksamkeit der Hefe verhältnismäßig günstige Würzen ohne wesentliche Mengen von schädlichen Ballaststoffen, d. h. für Würzen aus in hochkonzentrierter Form vorliegenden Rohmaterialien, bestimmt, und es war nicht ohne weiteres vorauszusehen, daß Abzapfen von Hefelösung und Zurückführung von daraus abgetrennter Hefe nach dem Gärbottich bei Hefezüchtung in Sulfitablauge die obengenannte günstige Wirkung hinsichtlich des Hefegewinns und der Güte der hergestellten Hefe mit sich bringen würde.
  • Das Verfahren nach der Erfindung .kann beispielsweise auf folgende Weise ausgeführt werden.
  • Die Stellhefe wird in eine Zuckerlösung ausgesät, die für Hefezüchtung günstiger ist als Sulfitablauge, beispielsweise in eine Melasselösung geeigneter Konzentration, z. B. mit einem spez. Gewicht von i,oi6 bis i,o2. Die Menge von Stehhefe muß dabei größer gehalten werden als die Stellhefemenge, die derjenigen Menge von Sulfitablauge entspricht, die der verwendete Gärbottich enthalten kann, und muß beispielsweise zwei oder mehrere Male so groß sein wie diese normale Stellhefemenge. In der Praxis hat sich eine Stellhefemenge von etwa 8 kg oder mehr je cbm Sulfitablauge, die der Gärbottich enthalten kann, als zweckdienlich erwiesen. . Nachdem der Zuwachs begonnen hat, läßt man die Sulfitablauge- in den Gärbottich hineinfließen. Einige Zeit nachdem das Einfließen der Sulfitablauge in den Gärbottich begonnen hat, beispielsweise wenn die Konzentration in demselben zufolge des Gehalts der Sulfitablauge an Ballaststoffen auf ein spez. Gewicht von i,o3 gestiegen ist, wird ein Teil der gärenden Würze abgezapft und durch einen Hefeseparator bekannter Art geleitet. Die abgetrennte Hefe wird nach dem Gärbottich zurü*geführt, während man die abgetrennte Würze wegfließen läßt. Die abgezapfte Würze wird- durch neue Mengen Sulfitablauge und Nährstoffe nebst eventuellem Wasser. ersetzt, und zwar derart, daß die Zuckerzufuhr und die Konzentration in geeigneter Weise geregelt werden.
  • In der Praxis hat sich herausgestellt, daß auf Grund der verwendeten großen Menge von Stehhefe die Nährstoffe und der Zucker in der allmählich zufließenden Sulfitablauge unmittelbar fast gänzlich von der Hefe absorbiert werden, so daß die Konzentration im Gärbottich beispielsweise von Zucker sehr schnell von dem Zuckergehalt der Sulfitablauge im Betrage von 1,5 bis 2,5% bis auf o,i% heruntersinkt, um dann weiter abzunehmen. Am Ende der Hefezüchtung beträgt der Zuckergehalt etwa o,o6 bis o,o80/0, welcher Restbetrag von Zucker somit nicht ausgenutzt werden kann. Hieraus ergibt sich, daß Abzapfen von Würze während der Hefezüchtung nach vorliegender Erfindung nur einen unbeträchtlichen Verlust an Zucker bedeutet, indem ja der Unterschied zwischen dem Zuckergehalt der abgezapften Würze, d. h: etwa o,i%, und dem endgültigen, nicht ausnutzbaren Zuckergehalt der Würze, d. h. o,o6 bis o,o80/0, äußerst unbedeutend ist.
  • Der Zufluß von Sulfitablauge wird zweckmäßig ununterbrochen während der ganzen Hefezüchtung fortgesetzt, auch nachdem das Abzapfen begonnen hat. Das Abzapfen wird zweckmäßig ununterbrochen fortgesetzt und proportional zum Zufluß der Sulfitablauge geregelt, beispielsweise derart, daß die Höhe der gärenden Würze im Gärbottich in etwa demselben Maße ansteigt wie bei der üblichen Hefezüchtung ohne ein Abzapfen von Hefe enthaltender Lösung und Zurückführung von Hefe in der Gärbottich. Die abgetrennte Hefe wird nach dem Gärbottich zweckmäßig ununterbrochen zurückgeführt. In der Praxis hat es sich als zweckdienlich erwiesen, den Zufluß und das Abzapfen in solcher Weise zu regeln, daß .die Zuckerkonzentration im Gärbottich schwach fallen wird. Beispiel i Die Hefezüchtung wird in einem Gärbottich mit einem Fassungsvermögen von z. B. =oo cbm mit einer Stellhefemenge eingeleitet, die doppelt so groß ist wie bei gewöhnlichem Betrieb, d. h. beim Betrieb ohne Abzapfen von Hefe enthaltender Lösung und Zurückführung von daraus abgetrennter Hefe. Sulfitablauge mit z. B. 1,5 °/o gärfähigem Zuckergehalt und loo kg Ballaststoffen je cbm wird allmählich zugeführt, wobei gleichzeitig eine entsprechende Menge Wasser zugegeben wird. Nachdem der Zuwachs begonnen und die Flüssigkeit im Gärbottich zu steigen angefangen hat, wird Hefelösung dem Gärbottich entnommen und einem Separator zugeführt, der die Hefe aus der Lösung abtrennt, worauf die Hefe dem Gärbottich wieder zugeführt wird. Das Abzapfen der Hefelösung wird derart geregelt, daß, während das spez. Gewicht der Sulfitablauge selbst normal 13 bis 15' Be beträgt, nicht mehr als höchstens 9 bis il ° B6 im Gärbottich zugelassen wird. Während der ganzen Gärführung wird darum die Zufuhr von Sulfitablauge und Wasser derart geregelt, daß das spez. Gewicht 11 ° Bd nicht übersteigt. Dem entspricht in der Praxis, daß die abgezapfte Menge der Hefelösung etwa der Hälfte der Menge der gleichzeitig dem Gärbottich zugeführten verdünnten Sulfitablauge gleichkommt, wodurch der Gärbottich sich etwa in demselben Tempo füllt wie bei gewöhnlichem Betrieb ohne Abzapfen von Hefelösung und Zurückführung der Hefe. Der Wasserzusatz ist auch wichtig noch zum Herabsetzen des osmotischen Druckes der Sulfitablauge, der oft zu hoch und für die Hefe schädlich ist.
  • Das Abzapfen erfolgt während der Hefezüchtungsperiode zweckmäßig ununterbrochen,-kann aber auch stufenweise stattfinden. Während einer Züchtungsperiode werden somit dem Gärbottich bei Entnahme von zoo cbm Hefelösung oder mehr Zoo cbm Sulfitablauge nebst Wasser zugeführt. Zufolge der Abzapfung der Hefelösung und der Zurückführung der daraus abgetrennten Hefe wird das Verhältnis zwischen der Hefemenge im Gärbottich und der Menge der darin enthaltenen schädlichen Ballaststoffe erheblich vorteilhafter als beim üblichen Betrieb, weil ja solche Ballaststoffe mit der abgezapften Hefelösung aus dem Gärbottich entfernt werden.
  • Enthält die verwendete Sulfitablauge lo°% solcher Ballaststoffe, so sind somit am Ende der Hefezüchtungsperiode im Gärbottich lo ooo kg solcher Stoffe vorhanden, und zwar unabhängig davon, ob man Hefelösung abzapft und Hefe zurückführt oder nicht. Wenn aber solche Abzapfung und Zurückführung stattfindet, so enthält der Gärbottich die doppelte Menge Hefe (d. h. wenn man in beiden Fällen die Hefeausbeute als gleich groß annimmt. Tatsächlich wird beim neuen Verfahren die Hefeausbeute erheblich größer als beim üblichen Betrieb ohne Abzapfen von Hefelösung und Zurückführung abgetrennter Hefe), so :daß somit auf jede Hefezelle höchstens die halbe Menge schädlicher Ballaststoffe kommt. Dies hat eine sehr vorteilhafte Einwirkung auf die Güte der Hefe sowie auf den Betrieb, der sicherer und zuverlässiger -wird. Beispiel 2 Das folgende Beispiel entstammt der Praxis und stellt eine Gärführung dar, bei welcher 390 kg Stellhefe in aus- einer Wasserlösung von Melasse bestehenden Würze ausgesät wird. Die Melasselösung beträgt 3,6 cbm, so daß die Stellhefemenge somit 1o8 kg Hefe je cbmanfänglicher Würze beträgt. Die untenstehende Tabelle gibt die Gärführung an.
    Hefe Zugeführte Sulfit-
    Stunde im Gärbottich ablauge
    kg in cbm je Stunde
    0 390 2
    1 440 -
    2 500 2,5
    3 6oo 5,0
    4 720 6,5
    5 850 7,0
    6 1000 7,0
    7 1150 7,0
    8 1300 7;0
    9 1450 7,0
    10 161o 7,0
    1i 1770 4,0
    12 1940 3,5
    13 2100 2,0
    14 2200 1,5
    15 2250 -
    Aus der Tabelle ist ersichtlich, daß das Verhältnis zwischen der Gewichtsmenge Hefe und der Menge an Sulfitablauge, d. h. der Menge der zugeführten Zuckernahrung, sich fortdauernd ändert. Nach der 15. Stunde beträgt die Hefemenge im Gärbottich 225o kg; und es sind insgesamt 65 cbm Sulfitablauge hinzugefügt worden, während das Fassungsvermögen des Bottichs nur 4o cbm beträgt. Das entspricht einer Hefeausbeute von 28,6 kg je cbm Lauge, was als eine normale Ausbeute bezeichnet werden kann.
  • Indem man mit großer Stellhefemenge beginnt und Hefelösung abzapft und die daraus abgetrennte Hefe zum Gärbottich zurückführt, wird die Hefekonzentration im Gärbottich nicht nur gesteigert, sondern man gewinnt noch den Vorteil, daß hierdurch der Rauminhalt des Gärbottichs und somit die Kapazität der Anlage besser ausgenutzt und der Energieverbrauch für die Lüftung herabgesetzt wird. Durch die Abzapfung der Hefelösung befreit man die Würze nach und nach nicht nur von mit der Sulfitablauge eingeführten schädlichen Ballast- Stoffen, sondern auch von während der Hefezüchtung entstehenden, gleichfalls schädlich einwirkenden Absonderungsprodukten.
  • Durch das Verfahren gemäß der Erfindung wird es auch möglich, mit sehr verdünnter Sulfitablauge, z. B. mit dem Waschwasser aus den Sulfitkochern, zu arbeiten. Eine kräftige Verdünnung der Sulfitablauge erleichtert beim Neutralisieren der Lauge das Abtrennen der für die Hefe schädlichen Stoffe.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Hefezüchtung unter Verwendung von Sulfitablauge, wobei die aus Sulfitablauge bestehende Würze dem Gärbottich allmählich zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß während des Gärprozesses hefehaltige Würze aus dem Gärbottich kontinuierlich oder absatzweise entfernt und die von der Würze befreite Hefe demd Gärbottich wieder zugeführt wird.
DEH118556D 1928-03-14 1928-10-13 Verfahren zur Hefezuechtung unter Verwendung von Sulfitablauge Expired DE610657C (de)

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