DE691911C - Herstellung eines hefehaltigen Futtermittels - Google Patents

Herstellung eines hefehaltigen Futtermittels

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DE691911C
DE691911C DE1937W0101386 DEW0101386D DE691911C DE 691911 C DE691911 C DE 691911C DE 1937W0101386 DE1937W0101386 DE 1937W0101386 DE W0101386 D DEW0101386 D DE W0101386D DE 691911 C DE691911 C DE 691911C
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yeast
sugar
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DE1937W0101386
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Ludwig Gustav Wilkening
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    • A—HUMAN NECESSITIES
    • A23—FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23K—FODDER
    • A23K10/00—Animal feeding-stuffs
    • A23K10/10—Animal feeding-stuffs obtained by microbiological or biochemical processes
    • A23K10/12—Animal feeding-stuffs obtained by microbiological or biochemical processes by fermentation of natural products, e.g. of vegetable material, animal waste material or biomass

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  • Fodder In General (AREA)
  • Preparation Of Compounds By Using Micro-Organisms (AREA)

Description

  • Herstellung eines hefehaltigen Futtermittels In Zeiten der Futtermittelknappheit hat man bereits versucht, die Lücke an eiweißhaltigen Futtermitteln durch Futterhefe auszu= füllen. Hierfür wurde nach dem Vorschlag von D e 1 b r ü c k unter starker Belüftung aus Melasse und unter Zusatz an sich bekannter Nährsalze Hefe hergestellt, welche nach Ab--scheidung aus der Maische auf Walzentrocknern getrocknet wurde. Das Verfahren hat praktische Bedeutung nie erlangt, da es, abgesehen von Schwierigkeiten in der Beschaffung des Ausgangsstoffs, in der technischen Durchführung schwierig war. Insbesondere war - es wirtschaftlich uritragbar, die Hefe aus den außergewöhnlich großen Flüssigkeitsmengen der Maische abzutrennen. Auch mußte bei der Gärung verhindert werden, daß aus den Nährsalzen bei der Umwandlung von Ammoniak in organischen Stickstoff anorganische Säuren frei wurden, welche die Hefe schädigten. Für die Abscheidung der gebildeten Hefe mußte die Maische schwach alka-_ lisch gemacht werden.
  • Um die an sich schwierige Trocknung der Hefe zu vermeiden, hat man auch schon die abgepreßte Hefe mit pflanzlichen Trägerstoffen vermischt und getrocknet. Auch dieses Verfahren ist wegen Unwirtschaftlichkeit aufgegeben worden.
  • Man hat weiter faserige Unterlagen, wie Stroh, Häcksel, .Holzspäne, Kieselgur, Zellstoff, Sägespäne, Torf usw., mit einer stick: stoffhaltigen Nährflüssigkeit getränkt, - mit Mikroorganismen beimpft und - an der Luft ausgebreitet. Bei diesem Verfahren blieb es nicht aus, . daß die Nährflüssigkeit aus den faserigen Stoffen abfloß, wodurch auf ihnen ein Wachstum der Mikroorganismen rasch unterbunden wurde. Damit wird der angestrebte Vorteil, der auf die große, der Luft ausgesetzten Oberfläche zurückzuführen ist, bald wieder eingebüßt.
  • Schließlich ist es auch bereits bekannt, Kakaoschalen mit Melasse zu einer breiartigen Maische 'anzusetzen und einer Milchsäure-und/oder Hefegärung zu unterwerfen. Dabei werden erhebliche Mengen der Mikroorganismen in der Flüssigkeit suspendiert; ihre Gewinnung ist mit der Behandlung erheblicher Flüssigkeitsmengen verknüpft.
  • Gemäß der Erfindung gelingt es, durch Gärung ein hefehaltiges Futtermittel herzustellen, dabei aber mit einer Mindestmenge an Flüssigkeit auszukommen und demgemäß die Schwierigkeiten der Abtrennung der Futterhefe aus der Flüssigkeit auf ein Mindestmaß zurückzuführen. Die Erfindung macht hierbei von einer Erscheinung Gebrauch, welche sonst stets im Gärungsgewerbe als Übelstand empfunden wird, nämlich von dem beim Belüften der Maische auftretenden Schäumen. Gerade diese Erscheinung erweist sich bei der Erfindung als Vorteil.
  • Erfindungsgemäß werden feste pflanzliche Stoffe mittels mit Hefe beimpfter Zuckerlösung bis zur nur teilweisen Bedeckung unterschichtet; dann wird belüftet, wobei durch entstehenden Gärschaum die nicht von der Zuckerlösung bedeckten pflanzlichen Stoffe dauernd benetzt werden; ,auf diese Weise wird die durch das Hefewachstum auf den pflanzlichen Stoffen verbrauchte Lösung laufend erneuert. Schließlich. wird nach teilweiser oder völliger Vergärung des Zuckers die Flüssigkeit von den hefebeladenen pflanzlichen Stoffen abgezogen; letztere werden getrocknet, wobei der bei der Gärung gewonnene Alkohol in bekannter Weise gewonnen wird.
  • Das. Verfahren hat den Vorteil, daß die gebildete Hefe zu einem großen Teil sich auf den festen Pflanzenstoffen befindet und damit ohne weiteres mit diesen ein Eiweißfuttermittel bildet. Der Rest der gebildeten Hefe, welche in. der Flüssigkeit aufgeschwemmt ist, kann leicht gewonnen werden, da es sich um erheblich geringere und daher leichter zu bewältigende Flüssigkeitsmengen als bei den bekannten Verfahren handelt. Die durch Schleudern, Filtrieren oder Pressen gewonnene Hefe kann mit den hefebeladenen pflanzlichen Stoffen vereinigt oder vermischt werden, was vor oder während deren Trocknung geschehen kann. ' Als Zuckerlösung können alle bekannten Lösungen verwendet werden, insbesondere auch Holzzucker und vorgereinigte Sulfitablauge. Der Zuckerlösung werden die bekannten Nährsalze, insbesondere Chloride, Sulfate und Phosphate des Ammoniums hinzugefügt. Außerdem wird die Zuckerlösung mit Hefe in Form von Hefesatz oder aufgeschwemmter Preßhefe geimpft.
  • -Als feste pflanzliche Stoffe eignen sich vorzugsweise pflanzliche Abfallstoffe von geringem Futterwert, z. B. Trester oder ausgelaugte Rübenschnitzel. Auch Spreu, Kartoffelflocken u. dgl. können verwendet werden.
  • Die Gärung wird so geleitet, daß sich möglichst wenig Alkohol, jedoch möglichst viel Hefe bildet. Die Gärung kann im übrigen entweder bis zur praktisch restlosen Vergärung des Zuckers durchgeführt werden oder aber vorzeitig abgebrochen werden, um im Enderzeugnis einen gewissen Zuckergehalt zu erhalten.
  • Das Verfahren hat gegenüber dem eingangs erwähnten Verfahren den Vorteil, daß die Hefebildung stark gefördert wird und daß erheblich geringere Flüssigkeitsmengen bewältigt werden müssen. Außerdem ist die Hefe mit den Trägern bereits zu @einemgroßen und zumeist überwiegenden Teil vereinigt und verursacht bei der Gewinnung keinerlei Schwierigkeiten.
  • Es wird unmittelbar ein Futtermittel gewonnen, welches .einen zusätzlichen Eiweißgehalt von etwa 2o bis z5%, bezogen auf Trock engewicht, aufweist. Das Verfahrenkann auch derart geleitet werden, daß die abgezogene Flüssigkeit als Impflösung bei einer neuen Beschickung Verwendung findet. Auf diese Weise kann von jeder Abtrennung der in der Flüssigkeit nach Beendigung der Gärung vorhandenen Hefe abgesehen werden. Dieses Verfahren hat besondere Bedeutung für diejenigen Fälle, wo die Hauptmenge der Hefe sich an dem pflanzlichen Trägerstoff abgelagert hat.
  • Das Verfahren kann ferner auch unter Verwendungzuckerhaltiger pflanzlicher Stoffe, z. B. von unatisgelaugten Zuckerrübenschnitzeln, zuckerhaltigen Früchten und verzuckertem Holz in Stück- oder Spanform, durchgeführt werden. Hierbei ergibt sich die Möglichkeit, mit sehr geringen Flüssigkeitsmengen zu arbeiten, da der aus den pflanzlichen Stoffen diffundierende Zucker laufend von der Hefe verzehrt wird, so daß bei geringen Flüssigkeitsmengen auch ein für die Diffusion günstiges Konzentrationsgefälle eingehalten werden kann. Im übrigen vollzieht sich das Verfahren, wie oben beschrieben.
  • Um die Flüssigkeitsmenge auf einem Mindestbetrag zuhalten, empfiehlt es sich, bereits bei der Beschickung des Gärgefäßes die Pflanzenteile mit der Hefeaufschwemmung bzw. mit dem Hefesatz, z. B. durch Bespritzen, zu vermischen und damit gleichmäßig zu impfen. Selbstverständlich kann man, wenn es wirtschaftlich empfehlenswert oder geboten ist, die verschiedenen Ausführungsformen miteinander kombinieren. Insbesondere kann man auch teilweise entzuckerte pflanzliche Stoffe verwenden und sie gegebenenfalls mit einer industriell gewonnenen zuckerhaltigenesung ansetzen. '"-Ausführungs-beispiel 700 kg rohe Zuckerschnitzel wurden in einer Schütthöhe von 165 cm in einen entsprechend bemessenen Gärbottich gebracht, der 30 cm über dem Boden mit einem gelochten Blech versehen war. Die Schnitzel wiesen einen Wassergehalt von 77,9%, einen-Zuckergehalt von i 5, i % = i o6 kg Zucker und einen Stickstoffgehalt von o,220%o auf. Von diesem Stickstoffgehalt ist erfahrungsgemäß etwa die Hälfte als verdaulich zu rechnen. Die angesetzten 7ookg Schnitzel enthielten daher o,77 kg Stickstoff in verdaulicher Form.
  • Die Schnitzel wurden mit 2501 Wasser übergossen, welches den Behälterraum unterhalb des gelochten Bleches ausfüllte und die Schnitzel in einer Höhe von 5 cm unterschichtete. Das zugesetzte Wasser enthielt insgesamt o,635kg anorganischen Stickstoff und q.,rlkg Ansatzhefe mit 8,o% Stickstoff.
  • Nach Erwärmung auf etwa 30° wurde stark belüftet. Es setzte eine lebhafte Bildung eines zähnen. Schaums ein," welcher durch die Schnitzel hindurch bis über deren Schütthöhe durchdrang. Nach etwa 14 Stunden zeigte ein Aufhören der 'Schaumbildung das Aufhören der Gärung und ein Erschöpfen des Zucken bis auf o,370/0 -in den Schnitzeln und äuf o,o9% Restzucker in der Flüssigkeit an.
  • Aus der abziehbaren Flüssigkeit wurden i 5 kg Hefe abgeschleudert. Die in dem Gefäß verbliebenen Schnitzel wurden mit der aus der Flüssigkeit abgeschiedenen Hefe vermischt und getrocknet. Es ergaben sich 6o kg trockene Schnitzel von 5,12% Stickstoff = 3,07 kg Stickstoff. Zieht man hiervon den mit den Zuckerschnitzeln eingebrachten unverdaulichen Stickstoff mit etwa o,77 kg Ab, so ergeben sich 2,30 !kg- verdaulicher Stickstoff = 14,4 kg verdauliches Eiweiß. Die ursprünglich- in den Schnitzeln vorhandene verdauliche Stickstoffmenge von o,77 kg entspricht q.,8 kg Eiweiß; zieht man diese Eiweißmenge sowie weitere 2,2kg Eiweiß, das aus der Ansatzhefe stammt, vom Gesamteiweißgehalt des erhaltenen Futtermittels (1¢,4 kg) ab, so ergibt sich ein Gewinn von 7,4kg Eiweiß. ,

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung eines hefehaltigen Futtermittels durch Vergären zuck er- und nährsalzhaltiger Lösungen in-Gegenwart fester pflanzlicher Stoffe, dadurch gekennzeichnet, daß die pflanzlichen Stoffe mittels mit Hefe beimpfter Zuckerlösung bis zur nur teilweisen Bedeckung unterschichtet und die nicht von der Zuckerlösung bedeckten pflanzlichen Stoffe durch den Gärschaum unter Belüften dauernd benetzt werden, worauf nach teilweiser oder völliger Vergärung des Zuckers die Flüssigkeit von den hefebeladenen pflanzlichen Stoffen abgezogen wird und letztere, unter Gewinnung des bei der Gärung gebildeten Alkohols, in bekannter Weise getrocknet werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die aus der abgezogenen Flüssigkeit .durch Schleudern, Filtrieren oder Pressen gewonnene Hefe mit den pflanzlichen 4 Stoffen vereinigt oder vermischt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß als Ausgangsstoffe zuckerhaltige Pflanzenteile, gegebenenfalls unter -Ausschaltung einer besonderen Zukkerzugabe, verwendet werden. r1. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bereits beim Beschicken des Gärgefäßes die Pflanzenteile mit der Hefe durch Bespritzen vermischt und geimpft werden.
DE1937W0101386 1937-06-25 1937-06-25 Herstellung eines hefehaltigen Futtermittels Expired DE691911C (de)

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1009007B (de) * 1954-04-17 1957-05-23 B W Hefe G M B H Verfahren zur Herstellung eines Kraftfutters
DE968594C (de) * 1951-11-08 1958-03-06 Applic Biolog Verfahren zur Herstellung von Futtermitteln
DE1054815B (de) * 1957-05-04 1959-04-09 Wolfen Filmfab Veb Verfahren zur Herstellung von Futtermitteln

Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE968594C (de) * 1951-11-08 1958-03-06 Applic Biolog Verfahren zur Herstellung von Futtermitteln
DE1009007B (de) * 1954-04-17 1957-05-23 B W Hefe G M B H Verfahren zur Herstellung eines Kraftfutters
DE1054815B (de) * 1957-05-04 1959-04-09 Wolfen Filmfab Veb Verfahren zur Herstellung von Futtermitteln

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