AT322702B - Verfahren zum schonenden entfernen von kalkübertünchungen - Google Patents

Verfahren zum schonenden entfernen von kalkübertünchungen

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AT322702B
AT322702B AT105773A AT105773A AT322702B AT 322702 B AT322702 B AT 322702B AT 105773 A AT105773 A AT 105773A AT 105773 A AT105773 A AT 105773A AT 322702 B AT322702 B AT 322702B
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Austria
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sep
acid
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whitewashing
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AT105773A
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English (en)
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Chivatal Theodor
Prochaska Rudolf
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Publication date
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B44DECORATIVE ARTS
    • B44DPAINTING OR ARTISTIC DRAWING, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; PRESERVING PAINTINGS; SURFACE TREATMENT TO OBTAIN SPECIAL ARTISTIC SURFACE EFFECTS OR FINISHES
    • B44D7/00Preserving paintings, e.g. by varnishing

Landscapes

  • Detergent Compositions (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



   Zahlreiche herrliche Fresken und Wandmalereien der romanischen und der gotischen Epoche wurden später, besonders im XV. bis XVII. Jahrhundert, mit Kalkanstrichen, manchmal mit Kaseinzusatz, übertüncht. Nunmehr will man den ursprünglichen Zustand wiederherstellen und die Fresken freilegen. Dies erfolgt durch vorsichtiges Absprengen oder Abschlagen der   Übertünchungen.   Manchmal wurden die alten Fresken vor ihrem Übermalen mit einem Kreideanstrich abgedeckt, was nunmehr das Abschlagen der Übertünchung erleichtert. 



   Beim mechanischen Entfernen der Übertünchungen kann es sehr leicht zu einer Beschädigung der Fresken kommen. Man hat es daher auch versucht, die   Übertünchungen   chemisch, mittels Salzsäure, zu entfernen. 



  Diese Methode hat sich jedoch noch schädlicher erwiesen, da die Wirkung der   Salzsäure   nicht auf die Übertünchung beschränkt bleibt, auch die Fresken und das darunter liegende Material (Verputz) aufgelöst werden und die   beim Auflösen   entstandenen Chloride im Verputz bleiben, wodurch es zu Ausblühungen und zum Mattwerden der Farben kommt. 



   In der letzten Zeit wurden alkalische Pasten entwickelt (s. österr. Patentschrift Nr. 312769), deren lösende Komponente   metallchelatbildende Natriumsalze deraminopolyessigsäuren sind, welche beim Entfernen von ver-   unreinigten Steinoberflächen recht gute Erfolge zeigten. Bei diesen Pasten bleibt die lösende Wirkung nur an die Kontaktoberfläche zwischen Paste und Stein lokalisiert und es werden auch keine löslichen Salze dem SteinMaterial zugeführt, da diese   beim Trocknen   in die Paste wandern und beim Abziehen der Paste entfernt werden. 



  Es hat sich jedoch gezeigt, dass diese Pasten keine oder nur sehr geringe lösende Wirkung für das Kalziumkarbonat, den Hauptbestandteil der Übertünchungen, haben. 



   Erfindungsgemäss wurde auf Grund systematischer Versuche gefunden, dass andere metallchelatbildende Derivate der Aminopolyessigsäuren, nämlich deren Ammonsalze, eine weitaus stärkere lösende Wirkung für das CaCO3 haben. 



   Wie aus der Tabelle im Anhang ersichtlich, nimmt das Lösungsvermögen der Salze der Aminopolyessigsäure, entgegen den Angaben in der Literatur, mit steigender Alkalität, also höherem PH- Wert, wesentlich ab. Das   höchste Lösungsvermögen   für   CaCO,     haben Säuren, diese   können jedoch nicht für die Herstellung der Pasten verwendet werden, da das entstehende   CO   die Paste von der Steinoberfläche abhebt und zum Abrutschen bringt. Die   CO-Entwicklung   muss vermieden werden, man soll also mit pH-Werten von über 7 arbeiten, darf jedoch im Hinblick auf den Lösungseffekt nicht zu alkalisch werden. 



   Erfindungsgemäss wurde festgestellt, dass bei Verwendung der Ammonsalze der Aminopolyessigsäuren eine wesentlich höhere Löslichkeit im neutralen Bereich als mit allen andern Derivaten der Aminopolyessigsäuren erreicht werden kann. 



   Ammonsalze der Aminopolyessigsäuren werden noch nicht grosstechnisch hergestellt,   können jedoch sehr   einfach aus den reinen Aminopolyessigsäuren gewonnen werden. Zu diesem Zweck werden die pulverförmigen, im Wasser nur   wenig löslichenAminopolyessigsäuren   in destilliertem Wasser suspendiert und dann wird mit Ammoniak oder mit Ammonkarbonat auf einen pH-Wert von etwas über 7 neutralisiert. Um diesen pH-Wert zu 
 EMI1.1 
 werden,werden. 



   Bei der Herstellung der Reinigungspaste wird folgendermassen vorgegangen : 5 bis 30, vorzugsweise 10 bis 20   Gew.-Teile   eines anorganischen oder organischen inertenPulvers mit grosser Oberfläche, beispielsweise Reisschalenasche, Perlit, Kieselgur, gefälltes   SiO, Aerosil, Trass,   Holzschliff, Holzmehl, Cellulose, gemahlener Polyurethanschaum oder gemahlener Harnstoff-Formaldehydschaum werden mit 2 bis 10, vorzugsweise 3 bis 5   Gew.-Teilen   eines organischen quellenden Kolloids, beispielsweise Kasein, Gelatine, Celluloseäther, Galaktomannane, Pektine, Quellstärke oder Polyvinylalkohol in Pulverform trocken gut gemischt und dann in 70 bis 90 Gew.-Teile vorgelegter wässeriger Lösung des wirkenden Mittels unter gutem Rühren eingearbeitet und zu Pasten homogenisiert. 



   Die wirksame Lösung kann aus folgenden Aminopolyessigsäuren zubereitet werden : Nitrilotriessigsäure (abgekürzt NTA), Äthylendiamintetraessigsäure (EDTA),   Diäthylentriaminpentaessigsäure   (DTPA) und N-Hydroxy- äthyl-äthylendiamintriessigsäure (HEDTA). Zur Erreichung des optimalen pH-Wertes zwischen 7 und 8 benötigt man folgende Mengen an NH3 je 100 g Säure : 
 EMI1.2 
 
<tb> 
<tb> NTA <SEP> 93 <SEP> m1 <SEP> NU. <SEP> OH <SEP> konz.
<tb> 



  EDTA <SEP> 78 <SEP> ml <SEP> NHOH <SEP> konz.
<tb> DTPA <SEP> 74 <SEP> ml <SEP> NHOH <SEP> konz.
<tb> HEDTA <SEP> 64 <SEP> ml <SEP> MIOH <SEP> konz.
<tb> 
 



   AnStelle der   konzentriertenAmmoniaklösung   kann man zur Neutralisation auch Ammonkarbonate verwenden, beispielsweise bei EDTA statt 78 ml Ammoniaklösung 56 g   (NH,,) 2COs   oder 105 g   NHHCO,. Für   die andern Säuren ergeben sich äquivalente Mengen. 



   Zwecks besserer Benetzung werden zu der Lösung des wirksamen Mittels 0, 4 bis 0,   60/0   eines Netzmittels, welches durch das Ammonsalz der Aminopolyessigsäure nicht ausgesalzen wird, zugesetzt. Kationenaktive Netzmittel, aber auch viele Sulfonate, eignen sich hiefür. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 



   Tabelle Vergleich"kalkösender"Mittel 
 EMI3.1 
 
<tb> 
<tb> Wirksames <SEP> Mittel <SEP> Konzen- <SEP> -Wert <SEP> nach <SEP> 3 <SEP> h <SEP> Rühren
<tb> tration <SEP> gelöst <SEP> 1) <SEP> 
<tb> Na-Hexametaphosphat
<tb> Kettenlänge <SEP> = <SEP> 20 <SEP> 30% <SEP> 8, <SEP> 8 <SEP> 24% <SEP> 
<tb> Na-Hexametaphosphat
<tb> Kettenlänge=10 <SEP> 30% <SEP> 7, <SEP> 3 <SEP> 8%
<tb> Ammoncitrat <SEP> 35% <SEP> 7,5 <SEP> 32%
<tb> Natriumsulfamat
<tb> NH2SONa <SEP> 33% <SEP> 8,1 <SEP> 1%
<tb> Natriumbikarbonat <SEP> 9% <SEP> 7,7 <SEP> 2%
<tb> Ammoniumbikarbonat <SEP> 15% <SEP> 7,6 <SEP> 3%
<tb> NazEDTA <SEP> 60/0 <SEP> 4, <SEP> 5 <SEP> nach <SEP> 105' <SEP> 100% <SEP> gelöst
<tb> NagEDTA <SEP> 14% <SEP> 7, <SEP> 1 <SEP> 56% <SEP> 
<tb> Nag <SEP> 5EDTA <SEP> 22% <SEP> 9,8 <SEP> 28%
<tb> Na4EDTA <SEP> 30% <SEP> 12,6 <SEP> 26%
<tb> (NH,), <SEP> EDTA <SEP> 200/0 <SEP> 7,

   <SEP> 4 <SEP> nach <SEP> 12 <SEP> I <SEP> 1000/0 <SEP> gelöst
<tb> (NH4)3NTA <SEP> 20% <SEP> 7,5 <SEP> 93%
<tb> 
   1) Marmorgries 0, 3   bis 0, 6 mm wurden in einem grossen Überschuss des Agens 3 h mit
500 Umdr/min gerührt, abfiltriert, getrocknet und zurückgewogen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH : EMI3.2 nischen oder organischen inerten Pulvers mit grosser Oberfläche, beispielsweise Reisschalenasche, Perlit, Kieselgur, gefälltes SiO, Aerosil, Ttass, Holzschliff, Holzmehl, Cellulose, gemahlener Polyurethanschaum oder gemahlener Harnstoff-Formaldehydschaum, 2 bis 10, vorzugsweise 3 bis 5 Gew.-Teilen eines organischen, stark quellenden Kolloids, beispielsweise Kasein, Gelatine, Celluloseäther, Galaktomannane, Pektine, Quellstärke oder Polyvinylalkohol, 0, 3 bis 0,6 Gew.-Teilen eines Netzmittels und 70 bis 90 Gew.-Teilen einer 5 bis 40, vorzugsweise 10-bis 25%igen wässigeri gen Lösung des Ammonsalzes einer metallchelatbildenden Aminopoly essigsäure, wie Nätrilotriessigsäure, Äthylendiaminotetraessigsäure,
    Diäthylendiaminopentaessigsäure und/oder N-Hydroxyläthyl-äthylendiaminotriessigsäure, bei welchen durch Ammoniak ein pH-Wert zwischen 7 bis 8 eingestellt wurde, auf die zu entfernende Übertünchung aufgebracht wird und nach der an einer kleinen Probe ermittelten optimalenEinwirkungsdauer als zusammenhängender Film abgezogen wird, worauf die nicht beim Abziehen mitgenommenen, jedoch aufgewichten Reste der Kalkübertünchungen mit Wasser vorsichtig abgewaschen werden und eventuell noch im Untergrund vorhandene lösliche Salze durch Auftragen einer wie oben, jedoch nur mit reinem Wasser angesetzten Paste und deren Entfernung nach 24 h restlos entfernt werden.
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