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Die Erfindung bezieht sich auf einen Ackerschlepper mit einem selbsttragenden, das Fahrgestell bildenden Motor-Getriebeblock, einer Motorverkleidung und einem hinter dieser vorgesehenen, als Überschlagschutz dienenden Fahrerhaus mit Hinterradkotflügeln.
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Nachteil, dass das Fahrerhaus die Zugänglichkeit zum Hinterachsgetriebe, zum Hydraulikhubwerk u. dgl. stark behindert. Es ist zwar auch schon ein Geräteträger vorgeschlagen worden, bei dem das Fahrerhaus um eine am Schlepperheck vorgesehene Horizontalachse um einen bestimmten Winkel nach hinten gekippt werden kann.
Dabei ist aber der Motor unter dem Fahrerhausboden knapp vor der Hinterachse angeordnet, so dass durch dieses Kippen zwar der Motor zugänglich wird, die Getriebe- und Hubwerksteile im Bereich der Hinterachse selbst aber durch das gekippte Fahrerhaus verdeckt bleiben. Bei der üblichen Blockbauweise mit vorne liegendem Motor ist der Motor ohnehin leicht zugänglich, weil die Motorverkleidung geöffnet oder abgenommen werden kann. Es bleibt also weiterhin das Problem, die Ausbildung so zu treffen, dass trotz der Anordnung eines stabilen, zugleich als Überschlagschutz dienenden Fahrerhauses der Hinterachsbereich für Reparatur und Wartung leicht freigemacht werden kann.
Bei Lastkraftwagen der Frontlenkerbauart ist es auch schon bekannt, das Fahrerhaus um eine frontseitig angeordnete horizontale Querachse vorwärts zu kippen, um den meist unterhalb des Fahrersitzes angeordneten Motor zugänglich zu machen, wobei es auch nicht mehr neu ist, für das Fahrerhaus einen eigenen Hilfsrahmen vorzusehen (deutsche Auslegeschrift 1257027, deutsche Offenlegungsschrift 1405194). Dabei handelt es sich aber um ein aus einem von Trägern gebildeten Rahmen bestehendes Fahrgestell.
Der Motor ist im Fahrgestell vergleichsweise weich gefedert aufgehängt. Die vom Motor als Schallgeber herrührenden Schwingungen werden daher bereits wesentlich gedämpft an das Fahrgestell weitergegeben, so dass dann hinsichtlich der schalldämmenden Lagerung des Fahrerhauses auf dem Fahrgestell keine besonderen Massnahmen mehr erforderlich sind. Anders liegen dagegen die Verhältnisse bei einem Ackerschlepper mit einem vom Motor-Getriebeblock gebildeten Fahrgestell. Würde das Fahrerhaus unmittelbar auf das Fahrgestell aufgesetzt werden, so müsste mit dem Körperschall und damit mit starker Geräuschentwicklung im Fahrerhaus gerechnet werden. Es wäre also notwendig, entweder das Fahrerhaus mit grossem Kostenaufwand schallisolierend auszukleiden oder die Eigenschwingungszahl des Fahrerhauses in bezug auf das Fahrgestell möglichst niedrig zu wählen.
Eine niedrige Eigenschwingungsfrequenz kann entweder durch besonders weiche Abfederung oder durch eine Vergrösserung der Masse des Fahrerhauses erreicht werden. Da aber eine weiche Federung im Hinblick auf die Fahrsicherheit kaum in Frage kommt, verbliebe nur der Weg der Massenvergrösserung. Es ist aber technisch unbefriedigend, nur aus letzterem Grunde kostspielige Totgewichte vorzusehen.
Somit liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, den eingangs geschilderten Ackerschlepper so zu verbessern, dass einerseits gute Zugänglichkeit zum Bereich der Hinterachse gewährleistet ist, anderseits starke Geräuschentwicklung im Fahrerhaus vermiesen wird.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass die Motorverkleidung und das Fahrerhaus durch einen sich von der Schlepperfront bis zur Hinterachse erstreckenden Rahmen zu einer Baueinheit vereinigt sind, der in an sich bekannter Weise um eine frontseitig angeordnete Horizontalachse kippbar und mit dem Fahrgestell verriegelbar ist.
Durch den Rahmen werden also ohnehin vorhandene Massen mit der Masse des Fahrerhauses vereint, wodurch die Gesamtmasse zur Herabsetzung der Eigenschwingungszahl vergrössert wird. Die Baueinheit hat also in bezug auf das Fahrgestell eine nur geringe Eigenschwingungszahl, so dass der Körperschall vom Fahrgestell her im Fahrerhaus keine ungünstigen Auswirkungen hat. Dazu kommt noch, dass durch den Rahmen die Kräfte aus dem Fahrerhaus unmittelbar in Achsnähe auf das Fahrgestell übertragen werden und somit der verhältnismässig empfindliche Mittelabschnitt des Fahrgestells unbelastet bleibt.
Wird der Rahmen nach seiner Entriegelung vorwärts gekippt, so wird der gesamte Bereich, der vorher vom Fahrerhaus überdeckt war, frei zugänglich, so dass alle Reparatur- und Wartungsarbeiten im Bereich der Hinterachse ohne weiteres durchgeführt werden können und keine Schwierigkeiten bestehen, zum Hubwerk, zu den Hubwerkslenkern u. dgl. zu gelangen. Reparaturen am Motor können in üblicher Weise nach dem öffnen der Motorverkleidung durchgeführt werden. Die erfindungsgemässe Ausbildung ist insbesondere für hydrostatische Lenkungen bestimmt, weil dann von der mit der ganzen Baueinheit kippbaren Lenksäule nur flexible Schläuche zur Vorderradlenkmechanik führen.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen Ackerschleppers bei hochgekippter Baueinheit in Seitenansicht dargestellt.
Das Fahrgestell --1-- wird vom selbsttragenden Motor-Getriebeblock gebildet. Auf diesem Fahrgestell ist ein Rahmen--2-um eine frontseitig angeordnete Horizontalachse --3-- kippbar gelagert. Der Rahmen --2-- erstreckt sich von der Schlepperfront bis zur Hinterachse und vereinigt die Motorverkleidung--4-und das Fahrerhaus--5--zu einer Baueinheit, wobei sich der Rahmen --2-- über Gummipuffer od. dgl. am Fahrgestell abstützt und im abgesenkten Zustand mit dem Fahrgestell-l-verriegelt werden kann.
Das Fahrerhaus--5--dient zugleich als Überschlagschutz und ist mit Hinterradkotflügeln--6--versehen. Der Rahmen--2--kann aus seiner Kipplagerung an der Schlepperfront lösbar sein, um ihn mit allen Aufbauten vom Fahrgestell--l--abzuheben und das Fahrgestell zur Generalüberholung frei zu machen.