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Verfahren zum Haltbarmachen von Wasserstoffsuperoxydlösungen.
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zwar versucht diesen Prozess durch Zusatz von Konservierungsmitteln aufzuhalten und für diesen Zweck Alkohol, Äther, Borsäure, Karbolsäure, Thymol, Menthol, Kampfer, -Naphthol, schwefelsaures Chinin, Glyzerin, Chlorzink, Formalin usw. zu verwenden.
Meine Erfahrungen gehen aber dahin, dass die Wirksamkeit aller dieser Stoffe eine geringe ist ; die einzigen brauchbaren Konservierungsmittel sind bisher einige starke Mineralsauren und einige starke organische Sauren, z. B. Essigsäure. Für viele Zwecke, namentlich zur Verwendung in der Medizin, sei es, dass das Wasserstoffsuperoxyd innerlich, oder als Mundwasser, oder für chirurgische Zwecke verwendet werden soll, ist ein Wasserstoff- superoxyd, welches durch Säurezusatz haltbar gemacht worden ist, nicht verwendbar.
Speziell für medizinische Zwecke befindet sich allerdings ein chemisch reines, aber hochkonzentriertes Wasserstoffsuporoxyd im Handel ; jedoch erscheint dieses hochkonzentrierte Wasserstoffsuperoxyd wegen seines hohen Preises von einer allgemeinen Verwendung ausgeschlossen.
Ich habe nun gefunden, dass es gelingt verdünnte wässrige Wasserstoffsuperoxyd-
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z. B. Azetamid, Benzamid ; Imide, z. B. succinimid, Phthalimid; Azylderivate aromatischer Basen, z. B. Azetxylidid, Azetanilid, Phenazetin, Laktophenin, Thymazetin, Toluolsulfosäure- phf-netidid ; Harnstoffderivate, z. B. Bcnzylharnston', Phenylharnstoff, methylurazil.
Beispiele : 1. Eine ans käuflichem, chemisch reinem, 30 Gewichtsprozente H2 O2 enthaltendem Wasserstoffsuperoxyd hergestellte Wasserstoffsuperoxydlösung von annähernd
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nach Ablauf von 8 - 14 Tagen der Gehalt auf etwa die Hälfte zurückgeht.
Fügt man aber pro Liter 0-.')-l Benzamid hinzu, so verbraucht 1 cm3 dieses
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enthaltenden Lösung 60 cm3 Kaliumpermanganat (1 : 1000) verbraucht hatte.
2. Dieselbe Wasserstoffsuperoxydlösung verbrauchte nach Zusatz von 0#5 g Phthalimid
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permanganat (1 : 1000) verbraucht.
3. Phcnazotin und Laktophenin, in Dosen von 0#2 g pro I. iter zugesetzt, wirken bereits stark konservierend. Mit Phenazetin (0#2) geschütztes Wasserstoffsuperoxyd verbraucht
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schützt selbst noch in Mengen von 0'1 9 pro Liter und werden nach Zusatz dieser Menge noch 52 cm3 Kaliumpermanganatlösung (1 : 1000) verbraucht.
Die Erfindung besteht also darin, dass die verdünnten Wasserstoffsuperoxydlösungen, die bisher nur durch starke Säuren in Wirklichkeit konserviert werden konnten, auch durch kleine Mengen neutraler Stoffe aus der Klasse der Amide, Imide und Harnstcff- derivate haltbar werden und dass dadurch die Anwendung der Wasserstoffsuperoxydlösungen als Desinfektionsmittel für zahlreiche neue Zwecke ermöglicht wird, so z. B. für Reinigung der Mund-und Nasenhöhle, sowie der Zähne.
Es ist zwar bekannt, dass die katalytische Zersetzung von Wasserstoffsuperoxyd durch Zusatz von Harnstoff und dessen Derivaten, Anilin usw. gehemmt oder verhindert werden kann, allein hieraus konnte nur geschlossen werden, dass durch vorliegende Zusätze das Wasserstoffsuperoxyd in seiner desinfizierenden oder dgl. Wirkung mindestens erheblich geschwächt werden würde. Die vorliegende Erfindung beruht auf einer hiezu im Gegensatz stehenden, d. h. neuen Erkenntnis.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Haltbarmachen verdünnter wässriger Lösungen von Wasserstoff- supssroxyd, darin bestehend, dass diesen Lösungen geringe Mengen solcher neutraler organischer Verbindungen zugesetzt werden, die als Derivate des Ammoniaks aufzufassen sind.