AT233170B - Serodiagnostisches Reagens und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents

Serodiagnostisches Reagens und Verfahren zu seiner Herstellung

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AT233170B
AT233170B AT498961A AT498961A AT233170B AT 233170 B AT233170 B AT 233170B AT 498961 A AT498961 A AT 498961A AT 498961 A AT498961 A AT 498961A AT 233170 B AT233170 B AT 233170B
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Austria
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hcg
sep
serum
antibodies
animal
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AT498961A
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Sam Simon Brody
Gunhild Carlstroem-Brody
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Sam Simon Brody
Gunhild Carlstroem-Brody
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  • Medicines Containing Antibodies Or Antigens For Use As Internal Diagnostic Agents (AREA)

Description


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  Serodiagnostisches Reagens und Verfahren zu seiner Herstellung 
 EMI1.1 
 

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 das in der zu testenden Flüssigkeit vorhanden ist, während der Antikörper in dem erfindungsgemäss hergestellten serologischen Reagens enthalten ist. Wie festgestellt wurde, ist HCG befähigt, die Bildung solcher Antikörper gegen sich selber hervorzurufen. Dies wird auf diese Weise durchgeführt, dass man ein gereinigtes HCG-Präparat in eine heterologe Species, z. B. ein Kaninchen, inoculiert. Die durchgeführten Versuche sind überwiegend mit Kaninchen vorgenommen worden, aber es ist selbstverständlich, dass auch andere warm-oder kaltblütige Tiere verwendet werden können. 



   Die Reinheit der zu injizierenden HCG-Präparate zwecks Bildung von Antikörpern ist von Bedeutung zwecks Vermeidung von Nebenreaktionen, die die Zuverlässigkeit des mit dem Reagens durchzuführenden Testes gefährden würden. Ganz allgemein   können als HCG-Antigene,   die die Bildung von HCG-Antikörpern verursachen, HCG-Präparate verwendet werden, die   z. B.   gemäss der Methode,   die von Claesson,   
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Westman (Acta endocr., Kbh,te, wie   z. B. dasjenige,   das von   A. B. Leo, Hälsingborg,   Schweden, unter dem   Warenzeichen"Gonadex-  
Leo" vertrieben wird, für den vorliegenden Zweck geeignet ist.

   Gonadex-Leo wird aus dem Harn schwan- gerer Frauen hergestellt und besteht aus einem hochgereinigten Präparat, dessen HCG-Gehalt etwa 6000
I.   U.   per mg beträgt. Gonadex-Leo ist leicht löslich in isotonischer Natriumchloridlösung und für die Her- stellung des Antikörper enthaltenden Serums wurde Gonadex-Leo in isotonischer Natriumchloridlösung verwendet, wobei die Gonadex-Konzentrationen variieren. 



   Es ist gefunden worden, dass die Bildung der Antikörper durch die Vermischung der HCG-Präparate mit Adjuvantien, wie z. B. einer   Paraffinölemulsion.   die einen nicht-ionischen Emulgator enthält, be- günstigt wird. Details über die bevorzugten Adjuvantien werden im folgenden gegeben, es sei aber her- vorgehoben, dass viele geeignete Adjuvantien zugänglich sind. Es ist auch vorteilhaft, Bakterien, wie
Mycobacterium butyricum, zu den Adjuvantien zuzusetzen. 



   Die Inoculation des HCG-Präparates in die Kaninchen oder sonstige Tiere wird unter kontrollierten
Bedingungen, die im folgenden im Detail beschrieben werden, durchgeführt, bis eine zureichende Men- ge von Antikörpern gebildet ist. 



   Dann wird Blut den inoculierten Tieren entnommen und nach spontaner Coagulation des Blutes und anschliessender Zentrifugierung wird ein Serum erhalten,. das als Antikörper enthaltendes Antiserum oder serologisches Reagens für die Bestimmung des HCG in den zu untersuchenden Proben dient. Das serologi- sche Reagens mag   z. B.   auf   560C   für 30 min erhitzt werden und kann dann in gefrorene Zustand bei   z.   B.-20 C lange Zeit aufbewahrt werden, ohne seine Aktivität zu verlieren. 



   Die Anwesenheit von HCG-Antikörpern in diesem Antiserum kann demonstriert werden,   z. B.   mit dem sogenannten Komplementfixierungstest. 



   "Komplementfixierung wird allgemein definiert als eine Bildung oder Fixierung des Komplements, insbesondere zu der Verbindung, die aus der Vereinigung eines Antigens und eines Antikörpers gebildet wird. Wenn Komplement zu einer Mischung eines Antikörpers und des Antigens, für den das letzterwähnte spezifisch ist, zugegeben wird, tritt eine Absorption des Komplements auf. Wenn das Antigen und der Antikörper nicht gegenseitig spezifisch sind, wird das Komplement nicht absorbiert. So kann ein Komplementfixierungstest durch den Zusatz des Komplement zu einerMischung aus einem bekannten Antigen und dem Serum, das verdächtig ist, den spezifischen Antikörper für das Antigen zu enthalten, durchgeführt werden.

   Wenn das Komplement absorbiert wird, so ist daraus zu schliessen, dass der spezifische Antikörper anwesend ist." (Webster's New International Dictionary.)
Mit dem Antikörper enthaltenden Reagens kann HCG in dem Serum ebenso wie in dem Urin schwangerer Frauen mit Hilfe eines serologischen Testes bestimmt werden. 



   Zwecks Ermittlung der Anwendbarkeit des erfindungsgemässen Reagens für die Bestimmung der Schwangerschaft von Frauen wurden Serum und Urinproben von schwangeren Frauen ebenso wie von nicht schwangeren Frauen untersucht. Alle Proben wurden auf   560C   während   30 - 60   min erhitzt. Die Proben wurden auf das Vorhandensein von Antigen, d. h. HCG mit dem Antiserum, das in der oben beschriebenen Weise erhalten worden ist, getestet. Dies wurde mit der   sogenannten"Box"-oder"Schachbrett"-Ti-   tration ausgeführt. Während gefunden wurde, dass die Körperflüssigkeiten von schwangeren Frauen ohne Ausnahme positive Resultate gaben, wurde festgestellt, dass auch einige der Proben von nicht schwangeren Frauen eine Komplementfixierung ergaben.

   Dies ist selbstverständlich in hohem Grad unerwünscht, weil es in ernsthafter Weise die Zuverlässigkeit des Testes beeinträchtigt. Die positiven Resultate, die mit Proben von nicht schwangeren Frauen erzielt wurden, mögen wahrscheinlicherweise auf die Gegenwart von nicht-spezifischen Antikörpern in dem Antiserum zurückzuführen sein. Diese unspezifischen Antikörper mögen die Folge gewisser Verunreinigungen sein, die in dem ursprünglichen HCG-Präparat enthalten waren, das für die Herstellung der HCG-Antikörper verwendet worden ist. 

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 z. B.Antiserum und Verdünnungsmittel) durch Komplement-Titration getestet.

   Proben, die antikomplemente
Effekte zeigten, wurden gemäss Taran (Taran,   A. :   Simple method for performing Wassermann test on   anticomplementary serum, J. Lab. clin. Med.   31   [1946],   S. 1037) behandelt und verworfen, wenn die Be- handlung erfolglos war. 



  Statistische Methoden. Die statistische Analyse der Genauigkeit der quantitativen serologischen Be- 
 EMI5.1 
 



   Resultate. 



   Vergleich zwischen den Effekten verschiedener Immunisationstechniken. Um die Anwesenheit von   I komplementfixierenden   Antikörpern in den Kaninchensera festzustellen, wurden diese in zweidimensio- nalen Titrationen mit einer Standardlösung von HCG, das in Veronalpuffer gelöst war und 1500   I. U.   des
Hormons per ml enthielt, getestet. Die Antikörper-Titer sind als Reziproke der grössten Verdünnung des
Antiserums, das vollständig die Hämolyse bei optimaler Antigen-Verdünnung verhindert, angegeben. 



   Sera von Tieren aus den Gruppen 1 und 2 enthielten keine messbaren Mengen an komplementfixie-   i renden   Antikörpern. 



   Antisera mit verhältnismässig niedrigem Titer wurden von den Tieren der Gruppe 3 erhalten. Diese
Kaninchen waren bis zu 9 Monaten immunisiert. Trotz wiederholten Inoculationen wurde jedoch kein
Anstieg des Antikörper-Titers nach dem 4. Monat beobachtet. Die Antikörper-Titer dieser Gruppe vari- ierten zwischen 16 und 64. 



   Tiere der Gruppe 4 geben Sera mit hohem Antikörper-Titer. Eine zusätzliche   intravenöse "Booster"-  
Injektion   4 - 6   Wochen nach der ersten"Booster"-Injektion verursachte keine Änderung des Titers. Die
Antikörper-Titer variierten zwischen 64 und 2048 und die meisten von ihnen lagen bei 256 oder 512. 



   Kaninchensera, die vor der Immunisation erhalten worden sind, enthielten keine komplementfixie- renden Antikörper gegen HCG. 



   Diese Resultate zeigen, dass die Immunisation gemäss dem Schema 4 vorzuziehen ist. In den Expe- rimenten, über die im folgenden berichtet wird, wurden Antisera verwendet, die gemäss dieser Methode hergestellt worden waren. 



   Reaktionen zwischen HCG-Antisera und Proben von nicht schwangeren Frauen. (Im folgenden werden
Proben von nicht schwangeren Frauen als "negativ" bezeichnet, während Proben von schwangeren Frauen als "positiv" bezeichnet werden). 



   Einige Antisera ergaben Komplementfixierungen unter Verwendung von negativen Sera oder   Urinpro-   ben. Mit Serumproben traten diese Reaktionen in einer charakteristischen Zone der Serumverdünnung und bei niedrigen Antiserumverdünnungen auf. Fig. 1 zeigt eine zweidimensionale Titration mit negativem
Serum, die diese Beobachtungen wiedergibt. Wie leicht festzustellen ist, liegen keine positiven Reaktio- nen in dem Gebiet der niedrigen Serumverdünnung vor. 



   Unter der Annahme, dass diese unerwünschte Komplementfixierung auf eine Antigen-Antikörper-Re- aktion zurückzuführen ist, zeigt die ausgesprochene Pro-Zone das Vorhandensein eines Antigen-Über- schusses bei den niedrigen Verdünnungen der Serumproben an. Es wurde angenommen, dass dies eine Ba- sis für die Ausschaltung dieser Reaktionen darstellt. Da diese unerwünschten Reaktionen kaum stattfanden bei   Serum/Antiserum-Konzentrationsverhältnissen,   die 1 : 2 überstiegen, wurde angenommen, dass die
Zumischung einer gleichen Menge eines negativen Serums zu dem HCG-Antiserum vielleicht diese Re- aktionen zum Verschwinden bringt, u. zw. als Folge der Überführung in das System eines Zustandes von   Antigen-Überschuss   zu einem Punkt der vollständigen Verhinderung dieser Antigen-Antikörper-Reaktion. 



  (Der   Ausdruck "Antigen-überschuss" bedeutet   in diesem Zusammenhang : Verdünnungen geringer als die optimale Antigen-Verdünnung, während der   Ausdruck"Antigen-Defizit" : Verdünnungen   im Überschuss über die optimale Antigen-Verdünnung bedeutet.) Um diese Hypothesen zu prüfen, wurde eine Serie von zweidimensionalen Titrationen von HCG und Anti-Serum mit einem negativen Serum durchgeführt. Das Anti-Serum war mit verschiedenen Mengen negativen Serums (von einem andern Patienten) vorgemischt worden, wobei das Verhältnis Serum : Anti-Serum zwischen 1 : 8 und   1 : 1   variierte.

   Eine erhebliche Reduktion der Komplementfixierungs-Reaktionen wurde schon bei dem Verhältnis 1 : 8 beobachtet und die in Frage stehenden Reaktionen wurden vollständig bei einem Serum : Anti-Serum-Verhältnis von 1 : 4 ausgeschaltet (vgl.   Tabelle 1I). Titrationen   von Anti-Sera, die mit einer gleichen Menge von negativem Serum gesättigt worden waren, gaben in keinem Fall positive Reaktionen mit negativen Sera. 



   Die Zumischung von negativem Serum zu HCG-Anti-Serum kann unmittelbar vor Benutzung des An-   ti-Serums   erfolgen. Eine Verringerung des Effektes der Eliminierung der Komplementfixierungs-Reaktionen mit negativen Sera wurde in saturierten Anti-Sera, die für   3 -4Wochen   oder mehr aufbewahrt worden 

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 waren, nicht beobachtet. Es ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass die Sättigung-odeur Ver- dünnungsmassnahmen keinen irgendwie gearteten Einfluss auf die spezifische Reaktion zwischen HCG der
Testproben und dem Anti-Serum hatten. Keine Veränderung des Antikörper-Titers wurde beobachtet und es lag auch keine Verringerung der Empfindlichkeit des Verfahrens, ausgedrückt in der maximalen Anti- gen-Verdünnung, die eine vollständige Verhinderung der Hämolyse zustandebringt, vor. 



   Reaktionen zwischen HCG-Anti-Sera und Proben von schwangeren Frauen. Zweidimensionale Titra- tionen von HCG-Anti-Sera mit positiven Sera oder Urinproben zeigten ein im wesentlichen gleichförmi- ges Aussehen. Ein typisches Beispiel ist in der Fig. 2 gezeigt. Die Abhängigkeit des Anti-Serum-Titers von der HCG-Konzentration ist klar demonstriert. Verhältnismässig geringe Anti-Serum-Titer wurden in dem Gebiet des Antigen-Überschusses gefunden. Eine im wesentlichen ausgeprägte Zone der optimalen
Antigen-Verdünnung wurde festgestellt. In der Zone des Antigen-Defizits liegt eine recht plötzliche Ab- nahme des Anti-Serum-Titers vor. Die Kurve ist daher nicht symmetrisch. 



   Eine   typische"Schachbrett"-Titration   ist in der Tabelle I gezeigt. Die Hormonlösung, die 1/6400 verdünnt war, gab noch immer positive Reaktionen, was bedeutet, dass mit diesem Anti-Serum 0, 25 I. U. des human-chorionischen Gonadotropins per ml festgestellt werden kann. Die maximalen Titer der Hormonlösung variierten von 3200 bis 12800. Aus der Tabelle I ist es offensichtlich, dass Anti-Serum. das
1 : 32 verdünnt ist, geeignet ist, für die Ausführung quantitativer Bestimmungen des Hormons in einem
Routineverfahren. Dies ist auch durch   die"Schachbrett"-Titrationen   mit Proben von schwangeren Frauen bestätigt worden. 



   Heterologe Reaktionen mit HCG-Anti-Sera. Fig. 3 zeigt eine zweidimensionale Titration des HCG-
Anti-Serums mit einem human-menopausalen Gonadotropin (HMG-Präparat). Seine Potenz, bestimmt durch den Mäuseuterustest, überschritt diejenige eines Vergleichspräparates (HMG-20A) um das 22, 5fache. Das Präparat wurde in gleichen Mengen Veronalpuffer und negativem Serum gelöst, wobei die Konzentration 1, 46 mg per ml war. Es ergibt sich, dass das HCG-Anti-Serum die Fähigkeit besitzt, durch Komplementfixierung mit HMG zu reagieren, welche Kreuzreaktion jedoch nur bei sehr hohen Konzentrationen von HMG auftritt. Im Gegensatz zu den Bedingungen, die sich aus den Titrationen mit dem homogen Antigen (HCG) ergeben, ist die Abnahme der HMG-Konzentration von einer eher geringen Abnahme des Anti-Serum-Titers begleitet. 



     Trächtiges-Stutenserum-Gonadotropin     (Gestyl,   N. V.   Organon,   Holland) wurde auch mit HCG-AntiSerum getestet, aber keine positiven Reaktionen traten mit diesen Hormonen in einer Konzentration von 400 I. U. per ml oder weniger auf. 



   Standardisierung von HCG-Anti-Sera für Routineanalysen von HCG. Die Aufnahme von HCG-AntiSerum in ein Routineverfahren für die quantitative Bestimmung von HCG macht die Auswahl einer geeigneten Anti-Serum-Verdünnung notwendig, da eine solche Routineprozedur vorzugsweise als eine eindimensionale Titration nur mit Serienverdünnung der Testprobe durchgeführt wird. Für die Standardisierung eines Anti-Serums wird eine zweidimensionale Titration mit einem negativen Serum durchgeführt. Wenn eine Komplementfixierung auftritt, so wird das Anti-Serum mit einem gleichen Volumen negativen Serums gesättigt und erneut getestet, um den Effekt zu überprüfen. Daraufhin wird dann eine zweidimensionale Titration mit HCG in einer Menge von 1500   I. U.,   gelöst in 1 ml negativen Serums, ausgeführt. 



  Eine geeignete Anti-Serum-Verdünnung für die Routineanalyse wird dann gewählt. Vorzugsweise werden 4-8 Anti-Serum-Einheiten benutzt. Eine Anti-Serum-Einheit wird hier als die höchste Anti-Serum-Verdünnung bezeichnet, die vollständig die Hämolyse bei optimaler Antigenverdünnung verhindert. 



   Quantitative Bestimmung von HCG im Serum oder Urin. Die auf das Vorhandensein von HCG zu untersuchende Probe wird in Serie mit Veronalpuffer verdünnt, wobei die anfängliche Verdünnung 1 : 2 ist. 



  Der Test wurde mit Anti-Serum, das wie oben beschrieben standardisiert worden ist, durchgeführt. Gleichzeitig wurde ein HCG-Bezugsstandard getestet. Als Bezugsstandard für Serumproben wurde entweder ein positives Serum oder HCG, gelöst in einem negativen Serum, verwendet. Für Urinproben wurde HCG, das in Veronalpuffer gelöst worden war, als Vergleich benutzt. Die Erwärmung der HCG-Lösung auf   5 (P   C für   30 - 60   min hatte keinen zerstörenden Effekt auf den HCG-Gehalt und dieser wurde auch nicht durch Aufbewahrung bei-20 C während mehr als 6 Monaten oder durch wiederholtes Gefrieren und Tauen beeinträchtigt. Keine Zerstörung der Anti-Sera, die wiederholtem Gefrieren und Tauen unterworfen waren. wurde beobachtet. 



   Die Konzentration des Hormons an dem endgültigen Antigen-Endpunkt gibt die Empfindlichkeit dieses Verfahrens an. Mit den verschiedenen Anti-Sera, die gemäss dem Schema 4 hergestellt worden waren, ist es möglich, 0, 10-0, 50 I. U. des Hormons per ml zu bestimmen. 

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    Klinische Anwendung des serologischen Verfahrens der HCG-Bestimmung. Das vorstehend beschriebene Verfahren wurde für die Bestimmung von HCG in mehr als 300 Urin- und Serumproben von 248 schwangeren und 56 nicht schwangeren Frauen, einschliesslich von Frauen in der Menopause, angewandt. 



  In zwei Fällen lagen Proben vor, die aus der ersten Woche nach der unterbliebenen Periode stammten. 



  Die übrigen Proben wurden von Patienten während der ganzen Schwangerschaft genommen. Die höchsten HCG-Konzentrationen wurden während der ersten 3 Monate der Schwangerschaft gefunden und eine relativ langsame Abnahme wurde in den späteren Stadien beobachtet. 



  Die Schwangerschaftsdiagnose wurde durch gynäkologischeuntersuchung bestätigt und in frühen Fällen durch biologische Schwangerschaftsteste. Alle frühen Fälle wurden später durch klinische Nachunter- ) suchungen überprüft. Keine falsche positive Reaktion wurde festgestellt. In acht Fällen wurden antikomplemente Effekte beobachtet, doch konnten diese durch die Behandlung gemäss Taran (Taran, A. : Simple method for performing Wassermann test on anticomplementary serum. J. Lab. clin. Med. 31 [1946], 1037, ausgeschaltet werden. 



  Aus dem vorstehenden ergibt sich, dass zwei Bedingungen bei einer in vitro serologischen Methode i für die Bestimmung von HCG unter klinischen Bedingungen, wie z. B. bei der Diagnose der Schwangerschaft, erfüllt sein müssen. 



  Das eine Erfordernis betrifft die Spezifität, d. h. das Vermögen des Anti-Serums, mit HCG in Körperflüssigkeiten ohne Störung durch andere Substanzen zu reagieren. 



  Die andere Forderung, die erfüllt sein muss, betrifft die Empfindlichkeit der Methode, ausgedrückt in der HCG-Konzentration bei dem endgültigen Antigen-Endpunkt. 



  Was die Spezifität betrifft, ist es offensichtlich, dass Versuche, HCG-spezifische hyperimmune Sera herzustellen, bisher nicht erfolgreich waren. 



  Die Reinheit des Antigens spielt eine entscheidende Rolle bei der Erzielung der Spezifität des AntiSerums. Es ist äusserst wahrscheinlich, dass eine Abnahme in der Antigenwirkung eines Hormonpräparates als ein Resultat des Reinigungsprozesses auftreten wird. Durch Mischung des Antigens mit einem Adjuvans wird jedoch die Antikörper hervorrufende Kapazität einer Substanz mit relativ geringer Antigenwirkung bedeutend vergrössert. Die HCG-Präparate, die in diesen Versuchen verwendet worden sind, sind hochgereinigte Verbindungen, die 6000 I. U. des Hormons per mg enthalten. Das angegebene Molekulargewicht des HCG ist 100, 000 (Gurin, S., Bachmann, C. & Wilson, D. V. : Gonadotrophichormoneofurine of pregnancy. Chemical studies of preparations having high biological activity. J.

   Biol. chem. 133 [1940], S. 467), und die Einverleibung dieser Substanz in ein Adjuvans dürfte geeignete Bedingungen für die Antikörperbildung schaffen. 



  Es ist ferner gezeigt worden, dass einige HCG-Anti-Sera in dem Komplementfixierungstest mit negativen Sera reagieren. Diese Reaktionen sind ähnlich wie diejenigen, die Witebsky, E., Rose, N. R. & Shulman, S. (Studies on organ specificity. I. The serological specificity of thyroid extracts. J. Immunol. 



  75 [1955]. S. 269) zwischen Schweinethyroid-Anti-Serum und Schweineserum feststellte. Diese Autoren interpretieren ihre Reaktionen als auf Species-spezifische Antikörper zurückzuführen. Bezüglich der Reaktionen, die im vorliegenden System festgestellt worden sind, ist vorstellbar, dass sie auf solche Species-spezifische Antikörper zurückzuführen sind, aber es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie durch antigenisch aktive Verunreinigungen des Antigens, das für die Immunisation verwendet worden ist, oder durch Kreuzreaktionen mit Substanzen, die antigenisch mit HCG verwandt sind, verursacht werden. 



  Die vorliegenden Resultate zusammen mit dem Nachweis der vollständigen Eliminierung der Komplementfixierungsreaktionen mit dem negativen Serum durch das angegebene einfache Absorptionsverfahren dürfte darauf hinweisen, dass die Reaktionen bezüglich negativer Sera und HCG-Anti-Sera wahrscheinlich auf antigenisch reaktive Verunreinigungen der HCG-Präparate zurückzuführen sind. 



  Der Komplementfixierungstest ist einige Zeit lang als Routineverfahren für die Bestimmung von HCG in Urin und Serum benutzt worden. Bei schwangeren Frauen wurden positive Ergebnisse schon in den ersten Wochen nach der unterbliebenen Periode festgestellt. Die höchsten HCG-Konzentrationen wurden in den ersten drei Monaten mit einer langsamen Abnahme während der folgenden Stadien der Schwangerschaft beobachtet.   

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   Tabelle I Zweidimensionale Titration von HCG-Anti-Serum und HCG. 
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<tb> 
<tb> 



  Antigen <SEP> Verdünnung <SEP> Verdünnung <SEP> des <SEP> Anti-Serums
<tb> des <SEP> Antigens <SEP> 8 <SEP> 16 <SEP> 32 <SEP> 64 <SEP> 128 <SEP> 256 <SEP> 512 <SEP> 
<tb> HCG <SEP> gelöst <SEP> in <SEP> 50 <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> +
<tb> Veronalpuffer <SEP> 100 <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> +
<tb> 1500 <SEP> I. <SEP> U.

   <SEP> per <SEP> ml <SEP> 200 <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> +
<tb> 400 <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> +
<tb> 800 <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> +
<tb> 1600 <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> +
<tb> 320 <SEP> - <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> + <SEP> +
<tb> 6400 <SEP> - <SEP> - <SEP> + <SEP> +
<tb> 12800
<tb> 
 + bedeutet keine Hämolyse - bedeutet vollständige Hämolyse In dem engen Bereich zwischen vollständiger und keiner Hämolyse ist 
 EMI8.2 
 - um mehr als   501vigne   Hämolyse anzugeben. 



  Tabelle II
Zweidimensionale Titrationen von unabsorbiertem und absorbiertem HCG-anti-Serum und negativem Serum. 
 EMI8.3 
 
<tb> 
<tb> 



  Verdünnung <SEP> des <SEP> Serum/Anti-Serum-Verhältnis
<tb> negativen <SEP> Serums <SEP> 0 <SEP> 1:8 <SEP> 1:4
<tb> Verdünnung <SEP> des <SEP> Verdünnung <SEP> des <SEP> Verdünnung <SEP> des
<tb> Anti-Serums <SEP> Anti-Serums <SEP> Anti-Serums <SEP> 
<tb> 8 <SEP> 16 <SEP> 32 <SEP> 64 <SEP> 8 <SEP> 16 <SEP> 32 <SEP> 64 <SEP> 8 <SEP> 16 <SEP> 32 <SEP> 64
<tb> 32 <SEP> + <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> -
<tb> 64 <SEP> + <SEP> + <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> -
<tb> 128 <SEP> 
<tb> 256 <SEP> 
<tb> 512 <SEP> 
<tb> + <SEP> + <SEP> -1024 <SEP> + <SEP> + <SEP> - <SEP> - <SEP> + <SEP> + <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> - <SEP> -
<tb> 2048----++------
<tb> 
 + bedeutet keine Hämolyse - bedeutet   vollständige   Hämolyse 

 <Desc/Clms Page number 9> 

 
In dem 

  engen Bereich zwischen vollständiger und keiner Hämolyse ist + der Einfachheit halber benutzt, um weniger als   500/oige   Hämolyse, - um mehr als   age   Hämolyse anzugeben. 



   Wie schon gesagt, ist im vorangehenden eine bestimmte Ausführungsform des erfindungsgemässen Prinzips in ihren Einzelheiten beschrieben worden. Es ist aber zu beachten, dass die Erfindung auch in anderer Weise verwirklicht werden kann, ohne dass hiebei von dem Grundprinzip abgewichen wird. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Ein für immunologische Schwangerschaftsteste in vitro geeignetes serodiagnostisches Reagens, da- durch gekennzeichnet, dass es ein Serum mit Antikörpern gegen HCG enthält, die durch Einspritzung einer Lösung eines hoch-gereinigten HCG-Präparates in ein Tier heterologer Species erhalten worden sind, und das vor und nach Absorption mit Serum eines nicht schwangeren Individuums unzweideutig ver- schiedene serologische Resultate in vitro mit   Körperflüssigkeiten   schwangerer Individuen und   Körperflüs-   sigkeiten nicht schwangerer Individuen gibt.

Claims (1)

  1. 2. Serodiagnostisches Reagens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es Tierblutserum ent- hält, das einen messbaren Gehalt an Antikörpern aufweist, die spezifisch für HCG sind und die geeignet zur Komplementfixierung mit HCG in HCG-enthaltenden Flüssigkeiten sind, und dass das serodiagnosti- sche Reagens ferner einen Inhibitor aufweist, der die Komplementfixierungstendenz des Reagens gegen- über andern Stoffen als den erwähnten für HCG spezifischen Antikörpern verhindert.
    3. Serodiagnostisches Reagens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Inhibitor eine Kör- perflüssigkeit eines nicht schwangeren Individuums ist, wobei das Verhältnis des Antikörper enthaltenden Serums zu der erwähnten Körperflüssigkeit eines nicht schwangeren Individuums zwischen etwa 1 : 1 und 8 : 1 liegt.
    4. Serodiagnostisches Reagens nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die als Inhibitor wir- kende Körperflüssigkeit eines nicht schwangeren Individuums ein Serum ist.
    5. Verfahren zur Herstellung eines serodiagnostischen Reagens nach einem der vorhergehenden An- sprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein hoch-gereinigtes HCG-Präparat einem Tier injiziert wird zwecks Bildung einer messbaren Menge von HCG-Antikörpern in dem betreffenden Tier, dass dann Kör- perflüssigkeit des injizierten Tieres entnommen wird, worauf HCG-Antikörper enthaltendes Serum aus der Körperflüssigkeit abgetrennt und die Komplementfixierungstendenz des Serums so beschränkt wird, dass sie spezifisch für HCG ist.
    6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das hoch-gereinigte HCG-Präparat einem Tier einer heterologen Species injiziert wird, worauf diesem Tier Blut entnommen und nach Ab- trennung des Serums dessen unspezifische Komplementfixierungstendenz eliminiert wird.
    7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Komplementfixierungsten- denz auf die Antikörper gegen HCG dadurch beschränkt wird, dass die für die sonstige Komplementfixie- rung verantwortlichen Stoffe absorbiert werden.
    8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das die Antikörper enthaltende Serum mit einer Körperflüssigkeit verdünnt wird, die kein HCG enthält.
    9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das die Antikörper enthaltende Serum mit dem Serum eines nicht schwangeren Individuums verdünnt wird.
    10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis des die HCG- Antikörper enthaltenden Serums und der verdünnenden Flüssigkeit zwischen etwa 1 : 1 und 8 : 1, vorzug- weise zwischen 1 : 1 und 4 : 1 gewählt wird.
    11. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass dem für die Bildung der HCG-Antikörper angewandten zu injizierenden HCG-Präparat ein die Antikörperbildung förderndes Adjuvans zugegeben wird.
    12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass'ein Adjuvans zugegeben wird, das aus einem Kohlenwasserstofföl und einem Emulgator besteht.
    13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Adjuvans zugegeben wird, das aus einem Paraffinöl und einem partiellen Fettsäureester eines polyvalenten Alkohols besteht.
    14. Verfahren nach den Ansprüchen 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass dem zuzufügenden Adjuvans Mycobacterium butyricum zugemischt wird.
    15. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein HCG-Präparat, das einen HCG-Gehalt von etwa 6000 I. U. per mg aufweist. wiederholt dem Tier in Zwischenräumen in- <Desc/Clms Page number 10> jiziert wird, bis der gebildete Gehalt an Antikörpern genügend für eine messbare Komplementfixierung mit HCG ist.
    16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentration der injizierten HCG-Präparate stufenweise zwischen den aufeinanderfolgenden Injektionen gesteigert wird.
    17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass zum Schluss eine intravenöse Verstärkungs-HCG-Injektion ("Booster"-Injektion) vorgenommen wird.
AT498961A 1960-06-28 1961-06-27 Serodiagnostisches Reagens und Verfahren zu seiner Herstellung AT233170B (de)

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GB233170T 1960-06-28

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