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Schutzschirm für Kokillen
Die Erfindung bezieht sich auf das Giessen von Eisenmetallen in Kokillen oder vergleichbaren Giess- formen.
Es ist bekannt, die seitliche Innenwand der Kokille gänzlich oder zum Teil durch einen Schirm zu schützen, der auf dem Boden bzw. der Bodenplatte der Kokille steht. Verschiedene Arten von Schutz- schirmen wurden bisher vorgeschlagen. Sie bestehen aus dünnem Blech, aus Pappe oder Papier und sind aus einem oder mehreren flachen oder gewellten Bändern zusammengesetzt, die mit elastischen Dräh- ten oder Reifen versehen sind, um erforderlichenfalls die natürliche Biegungselastizität des verwendeten
Materials zu verstärken bzw. dem Schutzschirm BiegungselastizitÅat zu verleihen.
Die bekannten Schutzschirme lassen sich ohne Schwierigkeiten bei Kokillen anwenden, die an ih- rem Oberteil eine weite Öffnung haben, da die vor dem Einführen mehr oder weniger geformten Schutzschirme durch eine weite Öffnung leicht eingeführt und in ihre richtige Stellung am Boden der Kokille gebracht werden können. Anders verhält es sich hingegen bei Kokillen mit enger Öffnung, insbesondere bei flaschenförmigen Kokillen, bei denen der Querschnitt der Eingussöffnung etwa die vier-bis zehnfache Ausdehnung des Giessstrahlquerschnittes hat, während die zu schützenden Flächen eine weit grö- ssere Ausdehnung haben. Das gleiche gilt für Kokillen, die in ihrem Oberteil eine sehr dicke wärmeisolierende und/oder wärmebildende Auskleidung haben, oder Kokillen, die mit einer Haube mit verengter Öffnung versehen sind.
Bei solchen Kokillen mit verengter Öffnung ist es völlig unmöglich, einen in Gebrauchsform gebrachten Schutzschirm, dessen Querschnitt dem zu schützenden Teil der Kokille angepasst und sehr viel grösser als die Kokillenöffnung ist, einzuführen. Die bekannten Schutzschirme sind daher für solche Kokillen schlecht geeignet, da sie zum Teil nicht so eng zusammengerollt werden können, dass sie durch die Öffnung gehen. Andere Schutzschirme hingegen, bei denen das Zusammenrollen möglich ist, entfalten sich im Kokilleninnerenschwierig oder nehmen unregelmässige Formen an, so dass der erstrebte Schutz der Kokillenwandung nicht gewährleistet ist.
Eine weitere Art von Schutzschirmen hat eine Dicke, die mit gewissen Erfordernissen des Giessens nicht vereinbar ist, da bei der Zerstörung durch das schmelzflüssige Metall zu grosse Aschenmengen entstehen. Diesen Nachteilen will die Erfindung abhelfen.
Der erfindungsgemässe Schutzschirm besteht aus einem biegungselastischen Band mit mindestens einer glatten Oberflächenseite, das zur Einführung in die Kokille durch eine enge Kokillenöffnung in entsprechend enge Spiralen einrollbar ist und sich nach dem Einbringen in die Kokille in dieser selbsttätig entrollt, mit an sich bekannten, am Band befestigten Einrichtungen, die das Entrollen des Bandes begrenzen, so dass sich ein einziger Ring bilden kann, wobei die beiden Bandenden sich noch ein wenig überlappen, damit ein in sich geschlossener etwa zylindrischer Schirm entsteht, der die Kokillenwände vorzugsweise nicht berührt.
Das Band kann aus beliebigem Material, z. B. aus dünnem Blech hergestellt sein. Es kann auch zusammengesetzt sein, z. B. aus glatter oder gewellter Pappe oder Papier oder anderem Zellulosematerial. Das Band wird biegungselastisch gemacht durch in Längsrichtung angebrachte elastische Drähte oder Reifen, die aus Metall oder anderem Material bestehen können.
Zur Verwendung wird das Band zunächst in ausreichend engen Windungen zusammengerollt, so dass
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der gebildete Zylinder durch die enge Öffnung in die Kokille eingeführt werden kann. Nach Einführung in die Kokille fällt es durch Schwerkraft auf den Boden, wo es sich leicht und von selbst elastisch entrollt, da wegen der Elastizität das Bestreben besteht, die ursprüngliche geradlinige Gestalt wieder anzunehmen.
Durch die vorher erwähnten Einrichtungen wird jedoch das Entrollen begrenzt, so dass ein ringförmiger Schutzschirm entsteht. Um einen Schutzschirm zu erhalten, der sich beim Herabfallen des zusammengerollten Bandes in der Kokille selbsttätig bildet, genügt es also, ein Band zu nehmen, dessen Länge etwas grösser als der Umfang des herzustellenden Schutzschirmes ist.
Durch die das Entrollen begrenzenden Einrichtungen ist sichergestellt, dass der Schutzschirm genau die gewünschte Gestalt annimmt. Der Schutzschirm soll ringsum geschlossen sein, damit der vorgesehene Teil der Kokillenwand vollständig geschützt ist, was bei den bekannten Schutzschirmen mit freien Enden nicht immer der Fall ist.
Gegebenenfalls kann ein ringförmiger Schutzschirm auch aus zwei aufeinander gerollten Bändern hergestellt werden.
Weitere Merkmale der Erfindung werden anschliessend an Hand der Zeichnung beschrieben. Fig. 1 ist eine teilweise abgebrochene perspektivische Ansicht eines Bandes für einen Schutzschirm gemäss der Er-
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zeichnet, das in engen Windungen zusammengerollte Band ist strichpunktiert in der Kokillenöffnung angedeutet. Die Fig. 6 und 7 sind Horizontalschnitte nach den Linien 6 - 6 und 7 - 7 der Fig. 5. Sie zeigen die Querschnitte des eng zusammengerollten Bandes und des Schutzschirmes in Gebrauchsstellung. In Fig. 8 ist eine weitere Ausführungsform dargestellt, bei der der Schirm aus zwei Bändern gebildet ist.
Fig. 9 ist die Ansicht einer weiteren Ausführungsform der Erfindung. Fig. 10 ist ein Längsschnitt nach der Linie 10 - 10 der Fig. 9. Fig. 11 ist ein Querschnitt nach der Linie 11 - 11 der Fig. 9. Fig. 12 ist ein teilweiser Querschnitt in grösserem Massstab und zeigt die Befes igung einer Schnur, welche um den eingelegten Metalldraht eine Schleife bildet. Fig. 13 ist ein teilweiser Längsschnitt nach der Linie 13 - 13 der Fig. 12. Fig. 14 zeigt in perspektivischer Ansicht den Zylinder, welcher durch Zusammenrollen eines zusammengesetzten Bandes erhalten wird. Eine biegsame Schnur, welche den Zylinder zusammenhält, ist in ihrer Stellung vor Gebrauch strichpunktiert und in Gebrauchsstellung in vollen Strichen dargestellt.
Fig. 15 zeigt strichpunktiert den Zylinder beim Einführen in die Kokille und voll ausgezogen den Schutzschirm nach seiner durch die Halteschnur begrenzten Entfaltung. Fig. 16 ist ein Horizontalschnitt nach der Linie 16 - 16 der Fig. 15. Fig. 17 ist ein Schnitt nach der Linie 17 - 17 der Fig. 15 mit Darstellung des Giessstrahles. Fig. 18 ist die perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform in zusammengerolltem Zustand. Fig. 19 zeigt in verkleinertem Massstab die Einführung der Vorrichtung in die Kokillenöffnung. Fig. 20 zeigt die noch zusammengerollte, in die Kokille herabgelassene Vorrichtung. Weitere Stellungen sind strichpunktiert angedeutet. Fig. 21 ist ein Horizontalschnitt nach der Linie 21 - 21 der Fig. 20. Fig. 22 und 23 sind Teilansichten zweier weiterer Ausführungsformen.
Nach den Ausführungsbeispielen der Fig. 1-4 wird zur Bildung des Schutzschirmes ein zusammengesetztes biegungselastisches Band A verwendet. Das Band A besteht aus einseitig gewellter Pappe, bei der ein flaches Band 1 und ein gewelltes Band 2 vorzugsweise mit Natriumsilikat zusammengeklebt sind. Durch Verwendung dieses Klebemittels wird gleichzeitig eine gewisse Feuerfestigkeit erzielt, die noch durch einen Anstrich oder eine Imprägnierung mit weiteren feuerfestmachenden Mitteln erhöht werden kann.
Biegungselastische Metalldrähte 3 sind mit den übergeklebten Streifen 4 an der flachen Bandseite 1 befestigt. Als Metalldrähte 3 kann man stählerne Klaviersaiten von ungefähr 2 mm Durchmesser verwenden.
Das so zusammengesetzte Band A ist an seinen Enden um die Querlinien m - n und p - q in bleibender Form umgebogen. Hiedurch sind die entgegengesetzt gerichteten Haken B und C gebildet, von denen der Haken B zur gewellten Seite 2 und der Haken C zur glatten Seite 1 des Bandes A hingebogen sind.
Die Länge 1 der Haken B und C beträgt einige Zentimeter, z. B. 4 oder 5 cm, während das Band bis zur Abbiegestelle der Haken zwischen q und n die Länge L hat. Bei Bildung eines Zylinders hat die-
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Raumbedarf zu vermindern, können aber auch die Hakenenden B und C flach angelegt werden, wie es in
Fig. 3 bei B1 und Cl gezeigt ist, oder man lässt das Band völlig flach und biegt die Enden erst beim Ge- brauch nach den Linie m-n und p-q zu den Haken B und C um.
Vor der Verwendung wird das Band mit seinen Haken in verhältnismässig engen Windungen zusammen- gerollt, wobei aber die Elastizitätsgrenze der Drähte 3 nicht überschritten werden darf. Es bildet den ver- hältnismässig kompakten und starren Block I, wie er in Fig. 6 in vollen Strichen dargestellt ist. Beim Zu- sammenrollen können die Drähte 3 an der Innenseite oder an der Aussenseite der Windungen gelegen sein.
Es wird so eng zusammengerollt, dass der Durchmesser d (Fig. 5) des Blockes I etwas kleiner als der Durch- messer dl der flaschenhalsförmigen Öffnung o der Kokille El ist. Diese Kokille ruht wie üblich auf einer
Bodenplatte Fl und ist vorzugsweise für fallenden Guss bestimmt.
In diesem eingerollten Zustand hat der Block I seinen Haken B an der Aussenseite des Blockes, je- doch unter der äussersten Windung nach Innen gekehrt. Der Haken C im Inneren der Spirale ist unter dem inneren Windungsende verdeckt.
Das Zusammenrollen kann unmittelbar vor der Verwendung erfolgen. In diesem Falle kann die Spi- rale von Hand zusammengehalten werden. Man kann aber das Band auch schon in einem früheren Zeit- punkt zusammenrollen und durch beliebige Mittel zusammenhalten, z. B. durch eine um die Rolle geschlungene Schnur, einen Draht oder eine haarnadelartige Klammer, welche mehrere Windungen übergreift und insbesondere die äusserste Windung in Nähe des Hakens festhält.
Zum Gebrauch wird der Block gegebenenfalls vom Halteband bzw. der Klammer befreit und in die
Kokillenöffnung o eingeführt. Sobald man ihn an seinem oberen Ende loslässt, rollt er sich sehr leicht auseinander. Mit der Hand oder mit einer Stange wird er in die Kokille hineingestossen und fällt durch Schwerkraft auf den Boden Fl. Vom Beginn des Fallens an und zum Schluss auf dem Boden sucht das Band A infolge der Biegungselastizität durch Ausrollen seine ursprüngliche geradlinige Gestalt anzunehmen.
Hiebei gleiten die Windungen aneinander vorbei, vermindern ihre Anzahl, bis schliesslich nur eine Windung verbleibt, die durch Ineinandergreifen der Haken B und C geschlossen ist (Fig. 5 und 7). Es ist der Zylinder II gebildet, welcher den gewünschten Schutzschirm darstellt.
Versuche haben ergeben, dass es niemals Versager gibt.
Wenn die aufgeklebten Streifen 4 und die Metalldrähte 3 an der Aussenseite der Windungen angebracht sind, befinden sich in der Endstellung als Schutzschirm diese Streifen 4 und Drähte 3 zwischen dem zusammengesetzten Band A und der Innenwand e der Kokille und die Drähte 3 sind vorläufig gegen die vom Giessstrahl J ausgehende Hitze geschützt. Wenn man hingegen so zusammenrollt, dass die Drähte 3 an der Innenseite der Windung liegen, hat man nicht diesen Vorteil, aber die Metalldrähte, welche sich zurückzubiegen versuchen, finden an der Wellpappe einen festeren Halt als an den Streifen 4.
Wie immer auch die Art des Zusammenrollens ist, so wird doch in allen Fällen die Garbe der Spritzer j, die beim Auftreffen des Giessstrahles J auf die Fläche f der Bodenplatte F entstehen, vom Schutzschirm II aufgefangen. Die Spritzer können sich nicht an der Kokillenwand e festsetzen und durch Oxydation im Gussblock die bekannten Oberflächenfehler verursachen.
Der beträchtliche, beim Ausbreiten des Giessstrahles entstehende Druck wird durch die Stahldrähte 3, welche den Schutzschirm umgürten, aufgefangen.
In dem Masse, wie die Metallschmelze in der Kokille ansteigt, wird der Schutzschirm fortlaufend von unten her zerstört. Da er jedoch aus dünner Pappe besteht, bildet sich nur eine geringe Menge an Asche, die schnell zur Badoberfläche emporschwimmt.
Durch die Verklebung und bzw. oder den Anstrich bzw. die Imprägnierung mit Natriumsilikat oder einem andern feuerfestmachenden Mittel wird eine vorzeitige Verbrennung des Schutzschirmes verhindert, wenn dieser auf eine vom vorhergehenden Guss noch heisse Bodenplatte fällt.
Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 5-7 ist eine Kukille gezeigt, deren Querschnitt ein Quadrat mit abgerundeten Ecken ist. Der zur Gebrauchsstellung entwickelte Schutzschirm II ist in dieses Quadrat, welches der Kokillenwandung entspricht, genau als Zylinder eingeschrieben. Dies hat keine ausschliessliche Bedeutung. Die Erfindung ist auch auf jede andere Kokillenform anwendbar. Die Erfindung ist auch ebensogut beim fallenden Guss wie beim steigenden Guss anwendbar.
In Fig. 8 ist eine Ausführungsform für Kokillen mit grossem Querschnitt dargestellt. Der Schutzschirm ist durch die Kombination der Bänder A und A'gebildet, deren Enden mit den Haken B, C'und C, B' wechselseitig miteinander verbunden sind. Das Giessen kann entweder im fallenden Guss mit mehreren Giessstrahlen oder im steigenden Guss durch einen Zufuhrkanal oder vorzugsweise durch mehrere Zufuhr-
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kanäle h erfolgen. Bekanntlich ist auch bei steigendem Guss die Kokille zu Beginn des Giessens Spritzen ausgesetzt.
Bei dieser Ausführungsform können die beiden Schutzschirmteile vor dem Zusammenrollen fest mit- einander verbunden werden durch ein mehr oder weniger vollständiges Zusammendrücken eines der Ha- kenpaare B, C'oder C, B'. Auf diese Weise sind beide Schutzschirmteile gelenkartig miteinander ver- bunden, wodurch das Einhängen der beiden andern Haken erleichtert ist. Im gleichen Sinne kann man die Biegung des Schutzschirmes erleichtern, indem man am Band Querfalten vorsieht, die eine gelenk- artige Biegung gestatten.
Selbstverständlich stellen die oben beschriebenen gegeneinandergekehrten Haken nicht das einzige
Mittel zur Begrenzung der Entfaltung des Bandes dar. Die Fig. 9-17 beziehen sich auf eine andere Aus- führungsform, bei der das elastische Band zumindest mit einer geschmeidigen Schlinge in Form einer an einem Punkt des Bandes befestigten Schnur versehen ist. Die Schnur wird um das zusammengerollte Band geschlungen, um das Auseinanderrollen zu verhindern.
Es wird wie im ersten Beispiel ein zusammengesetztes biegungselastisches Band Al (Fig. 9), jedoch ohne umgebogene Enden, verwendet. Eine Schnur 16, die gegebenenfalls feuerfest ist und z. B. aus Asbest- fasern bestehen kann, hängt im unbenutzten Zustand als Schlinge an der Seitenfläche des Bandes Ai, wo die Streifen 4 angebracht sind. Die Schlinge bzw. die Schnur 16 ist bei c am Band Al befestigt.
Nach der Ausführungsform der Fig. 12 ist die Schnur 16 durch zwei Löcher 17 im Streifen 4 bzw. im Bandteil 1 und 2 und hinter dem Draht 3 durchgeführt. Die freien Schnurenden sind durch den Knoten 18 miteinander verbunden, so dass eine Schlinge gebildet ist, deren Umfang natürlich von der Stellung des
Knotens abhängt.
Längs der Schnur können z. B. farbige Markierungen vorgesehen sein, wie es in Fig. 14 bei 19 gezeigt ist. Die Markierungen geben die Stellen an, wo der Knoten 18 zu knüpfen ist. An Stelle eines Knotens können auch andere vorzugsweise verstellbare Verbindungsmittel wie Spangen, Klammern, Klemmschrauben oder, wie in Fig. 14 bei 20 gezeigt ist, Ösen verwendet werden, welche die beiden Schnurenden zusammenfassen und durch Verschieben auf der Schnur den Schlingenumfang verändern.
Die Länge der Schnur 16 ist so gewählt, dass nach dem Verbinden der Enden durch Knoten oder sonstige Mittel eine Schlinge mit dem für den Schutzschirm gewünschten Umfang D entsteht. Dieser Umfang ist kleiner als die Länge Ldes Bandes AI aber grösser als der Umfang du der Kokillenöffnung o (Fig. 15-17).
Die Herrichtung des Schutzschirmes mit dem Band Al ist folgendermassen. Man legt das Band flach auf den Tisch oder eine andere Unterlage und rollt es, beginnend an dem von der Schnur 16 entferntesten Ende a (Fig. 10), zusammen. Das Anfangsstadium des Zusammenrollen ist in Fig. 10 strichpunktiert dargestellt. Das Zusammenrollen erfolgt in so engen Windungen, dass man zum Schluss den in Fig. 14 dargestellten Zylinder erhält, dessen Durchmesser d wenig kleiner als der Durchmesser d der Kokillenöffnung o ist.
In dem Zustand I überdecken sich die Bandenden a und b in einem mehr oder weniger grossen Bogen, der kleiner oder grösser als 3600 sein kann.
Nach beendetem Zusammenrollen hängt die Schnur 16 seitlich in Stellung 16a mit dem Knoten 18a (Fig. 14). Als letzter Handgriff vor Einführung in die Kokille wird die Schleife über den Zylinder I gelegt. Der Umfang w der Schleife ist grösser als der Umfang ? r d des Zylinders I. Die Schleife nimmt daher die in Fig. 14 in vollen Strichen dargestellte Stellung 16b, l8b ein und umfasst den Zylinder ungefähr in der zur Zylinderachse X - X schrägstehenden Ebene Q - Q. Der Zylinder muss von Hand gehalten werden, da die Schleife ein Auseinanderrollen nicht aufhalten kann.
In diesem Zustand wird der Zylinder 1 ohne die geringste Schwierigkeit in die Kokillenöffnung o eingeführt, wie dies in Fig. 15 strichpunktiert dargestellt ist. Der Zylinder I ist soweit in die Kokille eingegeführt, dass sich die Bindung 18b unterhalb der Öffnung o befindet. Man wartet jetzt, bis die Giesspfanne herangeführt wird, damit der Schutzschirm nicht zu lange der von dem vorhergehenden Guss herrührenden, mehr oder weniger erhöhten Temperatur der Kokille und insbesondere ihres Bodens ausgesetzt ist. Unmittelbar vor dem Giessen wird dann der Zylinder I von Hand hinabgestossen. Während des Fallens entfaltet er sich zum Zylinder II und nimmt auf dem Kokillenboden seine Gebrauchsstellung ein, wie es in den Fig. 15, 16,17 in vollen Strichen dargestellt ist.
Das elastische Entrollen des Schutzschirmes ist durch die von der Schnur 16 gebildete Schleife be-
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bald der Schutzschirm zum Zylinder II entrollt ist, überlappen sich die Bandenden a und b zwangsläufig über eine gewisse Länge al bl, die gleich der Länge L-var D ist (Fig. 16).
Fig. 17 zeigt den Schutzschirm II während des Giessens. Die Oberfläche F der im dargestellten Fall noch neuen Bodenplatte F ist durch den Giessstrahl J bei f'erst wenig ausgehöhlt. Die Ausbreitung des
Giessstrahles J erfolgt daher gemäss dem Profil j und endet am Schutzschirm II in der Zone, wo der Schutz- schirm durch den elastischen Draht 3 und den unteren aufgeklebten Papierstreifen 4 verstärkt ist. Hie- durch wird vollständig verhindert, dass der Giessstrahl die Kokilleninnenwand erreicht, dort oxydiert und
Oberflächenfehler am Unterteil des Gussblockes verursacht.
Die Vorrichtung ist sehr einfach und bequem zu handhaben und hat einen sehr niedrigen Gestehungs- preis. Durch die Schnur 16 bzw. die von dieser gebildeten Schlinge ist ein vollkommener und absolut sicheer Schutz der Kokillenwand gewährleistet. Ohne diese Schlinge bestünde die Gefahr, dass der Schutzschirm sich gemäss der strichpunktierten Linie a'- b' (Fig. 16) öffnen würde. Diese Gefahr wächst mit der Anzahl der in der gleichen Kokille ausgeführten Güsse, da die Bodenplatte F immer mehr ausgewaschen wird und die Unregelmässigkeiten der Bodenplattenoberfläche f ein richtiges und begrenztes Entfalten des elastischen Bandes von Zufällen abhängig macht, wenn nicht Mittel zur Begrenzung der Entfaltung vorgesehen sind.
Im vorstehenden Beispiel ist nur eine Schnur vorgesehen, die den Schutzschirm II an seinem oberen Ende umfasst. In diesem Fall braucht die Schnur nicht oder nur verhältnismässig wenig feuerfest zu sein.
Man kann jedoch auch zwei Schnüre an beiden elastischen Drähten 3 vorsehen, um den Schutzschirm oben und unten zu umgürten. In diesem Fall ist es zweckmässig, für die untere Umgürtung eine ausreichende feuerfeste Schnur zu verwenden, da die Bodenplatte im allgemeinen vom vorhergehenden Guss noch heiss ist.
Die Befestigung der Umgürtungsschnur 16 am elastischen Band Al kann auch auf andere Weise als mittels der Durchführung hinter dem Metalldraht 3 (Fig. 1L) erfolgen. Man kann z. B. jedes Ende der Schnur von aussen durch ein Loch im Band stecken, auf der Innenseite des Bandes verknoten und so die gewünschte Schlinge bilden.
Bei dem Ausführungsbeispiel Fig. 9-17 dient die Schnur 16 mit ihrer Schlinge zur Begrenzung der Bandentfaltung. Sie hält jedoch nicht den eng zusammengerollten Zylinder I zusammen. In den folgenden Beispielen werden Ausführungsformen beschrieben, bei denen zusätzlich auch das gerollte Band I provisorisch zusammengehalten wird. Hiezu sind bewegliche Einrichtungen vorgesehen, welche den wirksamen Umfang der Schleife vorübergehend verkleinern, d. h. dass die\orübergehend verkleinerte Schlinge in Querrichtung rings um das entsprechend der Kokillenöffnung eng zusammengerollte Band gespannt ist.
Die Einrichtungen hiezu bestehen in einer Schnur zur vorübergehenden Halterung des zusammengerollten Bandes. Diese Schnur ist lösbar an der Halteschleife angebracht, um diese rings um das zusammengerollte Band gespannt zu halten. Gleichzeitig dient diese Schnur zum Herablassen der Vorrichtung in die Kokille. Mit einem starken Ruck nach oben wird die Schleife frei gemacht, nimmt ihren ursprüng-
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Markierungen 29 in Höhe des Kokillenrandes t stehen, befindet sich der immer noch zusammengerollte Zylinder I im vorherbestimmten Abstand über dem Kokillenboden F. Ohne die Schlinge 16 würde sich der Schutzschirm nach Durchquerung des Kokillenhalses öffnen und gegebenenfalls im Oberteil der Kokille festsetzen, wie es mit IV (Fig.20) strichpunktiert angedeutet ist.
Nach Herablassen des Zylinders I kann man die Knoten 27 durch einen starken Ruck an den Hilfs-
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Zylinder II entfalten.
Der Schutzschirm fällt dann weiter bis auf den Kokillenboden F in die gewünschte Stellung II herab.
Die Schleife 16C verhindert eine vollständige und ungünstige Entfaltung des Bandes A2, welches dann in die Stellung III (Fig. 21) übergehen würde, in welcher der Schutzschirm zwischen den Bandenden a3 und b3 nicht wirksam wäre.
Die Spritzer j werden vom Schutzschirm aufgefangen. FallsgelegentlichSpritzerdenSchutzschirm durchbrechen sollten, ist ihre Bewegungskraft so geschwächt, dass sie die Kokillenwand nicht erreichen, sondern auf den Boden bzw. in die Schmelze zurückfallen.
Wenn der Kokillenboden F vom vorhergehenden Guss noch sehr heiss ist, kann man zur Entfaltung des Schutzschirmes die Schlinge erst kurz vor dem Giessen freimachen, um eine vorzeitige Verbrennung des Schutzschirmes zu verhindern. Bis zur Entfaltung bleibt der zusammengerollte Schutzschirm an den Hilfsschnüren 26 aufgehängt, deren Klemmschrauben 29 auf dem Kokillenrand t ruhen.
In. Fig. 22 ist eine weitere Ausführungsform dargestellt, bei der die Schleife 16 um den zusammengerollten Zylinder I gespannt und der freie Schleifenteil 28 zusammengefasst ist. Hiezuistan einem leichten Rohr oder einer Stange 32 ein Haken 33 vorgesehen. Der Haken 33 ist z. F. als elastische Lamelle oder als Reibungsgelenk ausgebildet. Durch einen starken Schlag auf den Oberteil der Stange 32 wird der Haken 33 soweit geöffnet, dass die Schleife 16 frei wird.
Bei der Ausführungsform der Fig. 23 ist die überstehende Länge 35 der bei c am Zylinder I befestigten Schleife 16 schraubenförmig um den Zylinder gewickelt. Das Schleifenende 36 ist am Zylinder I durch eine in den Zylinder eingesteckte Nadel 37 od. dgl. fixiert. Die Nadel 37 ist an ihrem aussenstehenden Ende mit einer Öse 38 versehen, in welcher eine Schnur 40 verknotet ist. Die Schnur dient zum Herablassen des Zylinders I in die Kokille. Mit Vorteil verwendet man noch eine zweite Schnur 41 mit der Nadel 42, welche symmetrisch zur Nadel 37 in den Zylinder eingesteckt ist. Hiedurch kann der Zylinder beim Herablassen vertikal gehalten werden. Gleichzeitig wird der Zylinder fester zusammengehalten.
Nach dem Herablassen des Zylinders I werden die Nadeln 3' ; und 42 durch einen Ruck an den Schnü- ren 40 und 41 herausgezogen, wodurch die Windungen und die Schlinge 16 frei sind und der Zylinder sich zum Schutzschirm entfalten kann.
Im Rahmen der Erfindung sind selbstverständlich auch andere Ausführungsformen möglich. An Stelle des aus Wellpapier, Klaviersaiten und Aufklebstreifen zusammengesetzten Bandes kann auch jedes andere einfache oder zusammengesetzte Band treten, welches möglichst dünn und sehr elastisch ist und zumindest eine glatte Seite hat. Es kann z. B. Blech mit einer Dicke in der Grössenordnung von Zehntel Millimetern verwendet werden oder glatter Karton, der durch Kalandrierung und/oder Imprägnierung mit Kunst- harzen die erforderliche Elastizität hat.
Bei einfachen oder zusammengesetzten Bändern aus Karton, Papier, Zellulosematerial u. dgl. können zur Herstellung der Elastizität Drähte oder Reifen in beliebiger Anzahl und Stellung vorgesehen sein.
Bei sehr schmalen Bändern kann ein elastischer Draht oder Reifen genügen. Die elastischen Drähte oder Reifen können Querverbindungen aufweisen oder selbst zickzackförmig angeordnet sein. Bei der Ausführungsform mit Haken können die Enden der elastischen Drähte oder Reifen zur Ausbildung bzw. Verstärkung der Haken herangezogen werden.
Schliesslich ist die Verwendung der Bänder bzw. der Schutzschirme gemäss der Erfindung nicht nur bei Kokillen mit enger Öffnung, sondern auch bei allen andern Kokillen von Vorteil, dass die Haken bzw. Schnüre einen ringsum geschlossenen Querschnitt gewährleisten.
Im Falle, wo die Bänder zu schmal sind, um die Kokille in der gewünschten Höhe zu schützen, können mehrere Bände übereinander angeordnet werden, gegebenenfalls so, dass ihre Ränder übereinanergreifen.
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