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Stempelvorrichtung, insbesondere für photographische Papiere
Die Erfindung betrifft eine Stempelvorrichtung, insbesondere für photographische Papiere.
Bei photographischen Kopiergeräten ist es bekannt, die Auftragsnummer oder die Nummer einer Ko- pie mittels einer Stempelvorrichtung selbsttätig auf das photographische Papier aufzudrucken. Die Ein- stellung der verschiedenen Belichtungswerte wird beim Kopiervorgang durchwegs dem subjektiven Emp- finden der Bedienungsperson überlassen. Diese Werte können naturgemäss bei der ersten Kopie nicht mit der erforderlichen. Genauigkeit eingestellt werden, was sich vor allem bei der Herstellung von Farbko- pien nachteilig auswirkt. Daher ist es erwünscht, die Belichtungsdaten des ersten Kopiervorganges fest- zuhalten, so dass beim zweiten Kopiervorgang an Hand dieser Daten die notwendigen Berichtigungen vor- genommen werden können.
Während bei Schwarz-Weiss-Filmen in erster Linie die Dichte, der Kontrast, die Belichtungszeit, die verwendete Papiergradation oder die Gradationssteuerung und gegebenenfalls die
Lage des gemessenen Ausschnittes interessieren, kommen hiezu bei Farbfilmen die Farbfilterwerte.
Zweck der Erfindung ist es, eine Stempelvorrichtung zu schaffen, die ohne zusätzliche Belastung der Bedienungsperson eine selbsttätige Aufzeichnung der unterschiedlichen Belichtungsdaten auf dem Kopierpapier ermöglicht, so dass bei späteren Kopiervorgängen jederzeit die notwendigen Korrekturen abgelesen werden können. Hiezu werden bei einer Stempelvorrichtung erfindungsgemäss mehrere, den einzelnen Belichtungskomponenten zugeordnete Einstellaggregate innerhalb des Stempelfeldes an einem gemeinsamen Träger angeordnet und mit Steuerschaltern elektrisch verbunden. Mit dem Einstellen der Belichtungskomponenten werden dabei die zugeordneten Einstellaggregate selbsttätig in eine entsprechende Stellung gebracht, so dass beim nachfolgenden Abdruckvorgang alle erforderlichen Daten auf der Rück- seite des Kopierpapieres aufgetragen werden.
Nach einer besonderen Ausführungsform der Erfindung wird für die Bewegung des gemeinsamen Trägers der Einstellaggregate oder einer auf diese einwirkenden gemeinsamen Stempelplatte ein einziger Stempelmagnet vorgesehen. Jedes Einstellaggregat weist einen parallel zur Papierebene geführten Druckkörper und mehrere elektrisch steuerbare Magnete zur Einstellung des Druckkörpers auf. Bei Verwendung von Einstellaggregaten nach Patent Nr. 219067, die mehrere wahlweise einschaltbare, nebeneinanderliegende Elektromagneten und eine quer zu den Kraftfeldern der Magnete angeordnete Führung für den Druckkörper umfassen, werden vorzugsweise die Verteiler oder Einzelkontakte der Einstellmagnete an den Einstellern für die Belichtungssteuerwerte angeordnet.
An den Steuerschaltern können unmittelbar Kontakte für die Einstellmagnete vorgesehen werden, u. zw. sollen die Magnete der verschiedenen Einstellaggregate teils an die Steuerschalter für die Farbkomponenten und/oder Dichte und Kontrast angeschaltet werden.
Die Erfindung soll nun an Hand der Zeichnung ausführlicher beschrieben werden. Es zeigen : Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein Einstellaggregat, Fig. 2 die Zusammenfassung mehrerer Einstellaggregate in einer gemeinsamen Stempelvorrichtung, Fig. 3 eine teilweise geschnittene Ansicht von oben auf diese Stempelvorrichtung, Fig. 4 eine Abwandlung der Ausführungsform nach Fig. 3, Fig. 5 den Abdruck eines Einstellaggregates und Fig. 6 ein schematisches Schaltbild für eine Stempelvorrichtung mit vier Einstellaggregaten.
Nach der in der Zeichnung dargestellten Stempelvorrichtung ist eine Weicheisenkugel l zwischen einer ringförmigen Polschiene 2 und einer Polscheibe 3 bewegbar geführt. Die Schiene 2 hat einen T-för-
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migen Querschnitt, wobei der scheibenförmige Steg 2a die Kugel nach oben abstützt. Der obere Ringflansch 2b umschliesst die unteren Enden von elf stabförmigen Elektromagneten 4, während der untere Ringflansch 2c insgesamt elf im Querschnitt dreieckförmige Stempelzacken 5 aufweist, die bis in die gleiche Abschlussebene mit der Kugel 1 nach unten wegragen. Bei einer Stempelung mit der Kugelstellung nach Fig. 1 erhält man ein Stempelbild gemäss Fig. 6.
Die einzelnen Stempelzacken 5 ergeben dabei ziffernblattmässig verteilte Stempelmarken 6, und durch den Abdruck 7 der Kugel 1 kann die jeweilige Einstellung abgelesen werden, hier z. B. der Wert-3 für die Dichte einer Farbkomponente od. dgl.
Die einzelnen Magnete 4 bestehen im wesentlichen aus der Magnetwicklung 8 und einem stabförmigen Magnetkern 9, die durch eine Hülse 10 aus Isolierwerkstoff voneinander getrennt sind. 11 und 12 sind an den Enden der Wicklung vorgesehene Isolierscheiben. Der Magnetkern 9 weist unten einen Ringflansch 13 und ein sich anschliessendes Kopfstück 14 auf, das unmittelbar am Steg 2a der Schiene 2 anliegt. Wenigstens diese Schiene 2 und gegebenenfalls die Scheibe 3 bestehen aus magnetremanenzarmem Werkstoff. Beide sind durch einen Flanschring 15 aus Isolierwerkstoff getrennt.
Ein oberer Zapfen 16 des Magnetkernes 9 greift in Bohrungen eines Z-förmigen Steges 17 und einer Flanschbuchse 18. Die Stege 17 bestehen aus magnetisch leitendem Werkstoff und werden durch eine Gewindehülse 19 gegen die Scheibe 3 gedrückt. Diese Hülse 19 ist auf eine Senkschraube 20 aufgeschraubt, deren Kopf in einer Mittenaussparung der Scheibe 3 sitzt. Eine Mutter 21 ist ebenfalls auf die Senkschraube 20 aufgeschraubt und drückt die Flanschbuchse 18, die oberen Enden der Stege 17, die Magnetkerne 9. den Steg 2a und den Flanschring 15 gegen die Scheibe 3.
Durch die Stege 17 sind somit die oberen Pole sämtlicher Magnete mit der Scheibe 3 magnetisch leitend verbunden. Bei Einschaltung eines Magneten 4 erhalten daher die Polschiene 2 und die Polscheibe 3 entgegengesetztes magnetisches Potential, welches am Ort des Magneten den grössten Wert erreicht und von dort nach dem gegenüberliegenden Ende hin nahezu gleichmässig abfällt, so dass sich über die Bahn der im übrigen frei beweglichen Kugel 1 ein magnetisches Gefälle erstreckt, welches die Kugel an die Stelle des eingeschalteten Magneten zieht. Man braucht dann lediglich in der noch zu beschreibenden Weise den Stempelmagneten einzuschalten und erhält einen Abdruck ähnlich Fig. 5.
Die Senkschraube 20 ist über die Mutter 21 hinweg nach oben verlängert und durch zwei Isolierscheiben 22,23 und eine ebenfalls aus Isolierstoff bestehende Abstandsscheibe 24 hindurchgeführt. Darüber sitzt noch eine Anschlussscheibe 25, die für jeden Magneten zwei Aussparungen 26 aufweist, durch die
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Scheiben 23, 25 festgeklemmt werden. Das obere Ende 27a der Bügelplättchen wird jeweils mit einer Steuervorrichtung (Verteiler) verbunden, während das äussere Ende 27b über nicht dargestellte Leitungsstücke, die durch Randaussparungen 22a der Scheibe 22 hindurchgeführt sind, an beispielsweise das obere Ende der Wicklung des zugehörigen Magneten 4 angeschlossen wird. Die unteren Enden der Magnetwicklungen sind an Masse gelegt. Die Schraube 20 hält somit das gesamte Einstellaggregat zusammen.
Sie wird weiterhin zur Befestigung dieses Aggregates verwendet.
Zu diesem Zweck sind bei vier Stempelaggregaten gemäss den Fig. 2 und 3 die Schraubenenden nach oben verlängert, so dass über Abstandshülse 57 und weitere Muttern 29 diese Aggregate an einer Stempelplatte 30 eines Stempelmagneten 56 befestigt werden können. Die Stempelplatte 30 weist in der Mitte eine Nabe 31 mit einer Bohrung 32 auf, an deren Boden sich eine kugelkalottenförmige Druckscheibe 33 mit ihrem Rand abstützt. Mittels dieser Bohrung 32 ist die Stempelplatte an einem Ansatz 34 eines Zylinderrohres 35 des Stempelmagneten 56 geführt. Weiters ist die Stempelplatte mittels Stiften 37 über Zugfedern 36 am Magneten 56 gehalten. Der zylinderförmige Anker 38 des Stempelmagneten wirkt selbst als Schläger und greift mit seinem kugelförmig gewölbten unteren Ende 39 in der Mitte der Druckscheibe 33 an.
Die Stempelkraft wird dabei, von der Mutter 21 ausgehend, über die Flanschbuchse 18 und die Magnetkerne 9 auf die Polschiene 2 und damit auch auf die Kugel 1 übertragen.
In der Zeichnung ist das Einstellaggregat vergrössert dargestellt. Bei einer praktischen Ausführung wurde ein Durchmesser von 20 mm erzielt, so dass ohne Schwierigkeit wenigstens vier Einstellaggregate an einer gemeinsamen Stempelplatte innerhalb eines Feldes von weniger als 5 x 5 cm untergebracht werden und damit auf den kleinsten üblichen Papieren 6X6 cm (mit Rand 7X7 cm) vier Korrekturkomponenten registriert werden können, ohne dass es schwierig ist, z. B. noch die Nummer aufzustempeln. Der Nummernstempel ist in der Zeichnung nicht näher dargestellt. Er kann noch neben der Stempelplatte 30 vorgesehen, gegebenenfalls aber auch unmittelbar von dieser betätigt werden.
Eine solche zusätzliche Anordnung eines Nummernstempels wird erleichtert bei der Ausführungsform nach Fig. 4, wobei verschiedene Einstellaggregate 40 an einem festen Träger 41 befestigt sind, während
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die Stempelplatte 30a von unten her das photographische Papier 58 und das Farbband 42gegen die Stem- pelelemente des Einstellaggregates 40 bewegt. Hiebei ist es verhältnismässig leicht, einen einstellbaren Typenträger zum Aufstempeln der jeweiligen Nummer neben der dargestellten Einstellgruppe für Dichte u. dgl. anzuordnen und die Stempelplatte 30 entsprechend breiter zu gestalten.
In dem schematischen Schaltbild nach Fig. 6 sind jeweils die unteren Anschlüsse der Elektromagnete 4 eines Einstellaggregates 40 kurzgeschlossen. Die oberen Anschlüsse werden über Kontaktsegmente 59 eines Verteilers 60 mit einem Kontaktarm 43 über die Leitungen 44 vorgewählt. Nach Schliessen eines Schalters 45 wird in der vorbeschriebenen Weise die Kugel 1 an den Ort des jeweiligen Magneten geführt.
Der Verteiler 60 sitzt jeweils auf der Achse 46 eines Einstellers 47 für beispielsweise die Belichtungszeit mit einem bestimmten Farbfilter, die Gesamtbelichtungszeit oder -intensität oder für die Steuerung einer überlagerten Belichtung zur Änderung der Gradation. Die zugehörigen Steuereinrichtungen sind nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung und daher nicht dargestellt.
Der Schalter 45 dient zum Einschalten der Gesamtanlage, wodurch über die Leitung 48 alle Geräte an Spannung gelegt werden, die zum Vorwählen eines Belichtungsfaktors dienen und damit auch zur Voreinstellung des zugehörigen bewegbaren Einstellkörpers der Stempelvorrichtung.
Ausgelöst wird der Belichtungsvorgang erst durch den Schalter 49, der beispielsweise ein Relais 50 einschaltet, welches über seine Halteleitung 51 den Schalter 49 überbrückt und über ein Relais 52 die Belichtungslampe oder-lampen 53 einschaltet. An Stelle des Relais 52 können auch mehrere Relais für die Steuerung der einzelnen Farbkomponenten usw. zur Anwendung kommen. Über einen Kontakt 52a oder jeweils einen Kontakt dieser Relais wird nach Ablauf der oder sämtlicher Belichtungszeiten über einen Schalter oder Relais 54 der Wechsel- oder Transportmotor 55 eingeschaltet, der den nächsten Bildausschnitt in den Bereich der Vergrösserungslampe bringt und den belichteten Abschnitt nach der Stempelvorrichtung hin fördert.
Am Ende dieser Bewegung wird in bekannter Weise, beispielsweise durch Anstoss unmittelbar oder über einen Endschalter der Schalter 54 umgelegt und der Stempelmagnet 56 eingeschaltet, der den Abdruck des voreingestellten Stempelbildes bewirkt und sich selbst abschaltet bzw. den Haltekreis des Relais 50 unterbricht.
An Stelle der beiden Relais 52,54 kann gegebenenfalls ein gemeinsames Schaltgerät, eventuell ein Fortschaltrelais, zur Anwendung kommen, das auf irgendeine bekannte Weise weitergeschaltet wird.
Grundsätzlich kann dies von Hand geschehen. Man kann auch die Weiterschaltung über einen Magneten bewirken, der jeweils am Ende des ersten Vorganges eingeschaltet wird. Die Zeit kann gegebenenfalls über eine Schaltuhr od. dgl. eingestellt werden. Es können auch, vor allem für die Belichtung, in der schon erwähnten Weise mehrere Zeitsteuereinrichtungen zur Anwendung kommen.
Die Erfindung ist nicht beschränkt auf die Anwendung bei Rollenkopiermaschinen, sondern umfasst alle solchen Geräte, bei welchen bestimmte Faktoren für eine spätere Verwertung aufgezeichnet werden müssen, damit eine Kontrolle möglich ist. Insbesondere kann sie überall dort vorteilhaft zur Anwendung kommen, wo ungeübte Personen bei der Bedienung der Vorrichtung überwacht werden sollen.
PATENTANSPRÜCHE : 1. Stempelvorrichtung. insbesondere fürphotographische Papiere, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere, den einzelnen Belichtungskomponenten zugeordnete Einstellaggregate (40) innerhalb des Stempelfeldes an einem gemeinsamen Träger (30,41) angeordnet und mit Steuerschaltern (47) elektrisch verbun- den sind.