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Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zur Steuerung des Spiegels bei einäugigen Spiegelreflexkameras mit Schlltz- oder Obje ; tivverschluss. Bei derartigen Kameras ist es bereits bekannt, in dem
Raum zwischen dem Aufnahmeobjektiv und der Bildbühne für den zu belichtenden Schichtträger, z. B. der Platte oder dem Film, einen unter Federwirkung stehenden, schwenkbar gelagerten Spiegel anzuordnen, durch den in der vorzugsweise bei 450 eingestellten Reflexlage der vom Aufnahmeobjektiv kommen- de Strahlengang auf eine auf der oberen Seite der Kamera befindliche optische Suchereinrichtung abgelenkt wird.
Dieselbe besteht hiebei in der Regel aus einer Mattscheibe oder Bildfeldlinse, der ein optisches, aus Prismen und Linsen zusammengesetztes Umkehrsystem zugeordnet ist, das eine parallaxenfreie Betrachtung des vom Aufnahmeobjektiv entworfenen Bildes im bevorzugten Massstab von 1 : 1 oder auch in Vergrösserung gestattet.
Um die Belichtung des Schichtträgers zu ermöglichen, muss bei einäugigen Spiegelreflexkameras der Spiegel vorher aus der wirksamen Reflexlage bzw. Sucherstellung vollständig aus dem Bereich des Objek- tivstrah1enganges bewegt werden, damit dieser unbehindert durch das Bildfenster auf den Schichtträger gelangen kann, worauf nach erfolgter Belichtung der Spiegel wieder in die Sucherstellung zurückzubewegen ist.
Während bei einfachen Spiegelreflexkameras in billiger Preislage diese Spiegelbewegung von Hand aus in Verbindung mit dem Auslöser gesteuert wurde, sind bei hochwertigen Kameras Einrichtungen vorgesehen, durch die der Spiegel über die Auslöseeinrichtung des Verschlusses oder vom ablatfenden Verschluss selbst aus der Reflexlage ausgelöst wird, worauf seine Rückführung über ein Kurven-und Hebelsystem in Verbindung mit dem Aufzugsgetriebe für den Verschluss und dem hiemit gekuppelten Filmtrans- port erfolgt.
Hiedurch wird zwar der Vorteil erreicht, dass die Zurückführung des Spiegels in die Sucherstellung selbsttätig beim Aufzug des Verschlusses mit dem Filmtransport geschieht, aber anderseits hat diese Ausführung den Nachteil, dass in der Zeit, die zwischen der Auslösung der Kamera und dem erfolgten Aufzug des Verschlusses liegt, keine Beobachtung des Sucherbildes möglich ist.
Es sind nun inzwischen auch einäugige Spiegelreflexkameras bekanntgeworden, bei denen bereits nach erfolgter Belichtung des Schichtträgers, also bevor der Aufzug des Verschlusses und Filmtransportes erfolgt, der Spiegel in die Sucherstellung zurückbewegt wird. Bei einer solchen Kamera, bei welcher für die Belichtung ein Schlitzverschluss vorgesehen ist, geschieht die Spiegelsteuerung dabei in der Weise, dass der Spiegel entgegen der Wirkung der Rückholfeder vom Auslöser unmittelbar oder durch ein von ihm freigegebenes Federwerk über ein Hebelgestänge aus der Sucherstellung hochbewegt und in dieser Lage durch einen Hebel gesperrt ist, der seinerseits beim Ablauf des Verschlusses durch das Verschlussgetriebe ausgelöst wird, worauf der Spiegel durch die Wirkung seiner Rückführfeder wieder in die Sucherstellung zurückkehrt.
Die gleiche Wirkung weist auch eine Kamera auf, bei der die Spiegelbewegung über ein vom Federwerk betätigtes Hebelsystem nach Art eines Planetengetriebes gesteuert wird.
Nach einer andern Kamera, bei der für die Belichtung ein Objektivverschluss vorgesehen ist, erfolgt die Steuerung der Spiegelbewegung durch ein von einem Federwerk angetriebenes, umlaufendes Kurvengetriebe, wobei das Federwerk beim gemeinsamen Aufzug des Verschlusses und Filmtransportes gespannt wird. Dieses Kurvengetriebe bewirkt nach seiner Auslösung bei seinem Umlauf ausser dem Schliessen der
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linse 4 zur Betrachtung des Sucherbildes abgelenkt wird. Der Spiegel 3 ist um die Achse 5 schwenkbar gelagert und steht unter der Wirkung der von ihr gehaltenen Feder 6, durch die der Spiegel 3 nach seiner Freigabe aus der Sucherstellung in die strichliert dargestellte waagrechte Lage hochgeklappt wird.
Seitlich am Spiegel 3 ist an einer Lasche 7 ein Steuerstift 8 befestigt, über den in einer später noch beschriebenen Weise die Rückführung des Spiegels 3 in die Sucherstellung erfolgt. In dieser Reflexlage wird der Spiegel 3 durch einen vom Auslöseknopf 9 der Kamera betätigten zweiarmigen Auslösehebel 10 gesperrt, der um das Lager 11 bewegbar ist und den die Feder 12 in die Sperrlage bewegt. Nach erfolgter Freigabe durch den Auslösehebel 10 trifft der Spiegel 3 an ein mit dem Verschlussauslösestift 13 verbundenenWin- kelteil 14 und bewegt denselben entgegen der Wirkung der Feder 15 nach aufwärts, der hiedurch mittels seines Bundes 16 die Verschlusssperrfeder 17 aushebt.
Die Feder 17 ist am Verschlussrad 18 befestigt, von dem über ein Zahnradritzel 19 die Rolle für den ersten Vorhang 20 angetrieben wird, welcher nach erfolgter Auslösung das Bildfenster zur Belichtung freigibt. Das Verschlussrad 18 ist lose drehbar um die feststehende Triebwerksachse 21 gelagert, die einerseits im Kameragehäuse und anderseits durch das hieran befestigte Lager 22 gehalten wird. Über dem Ver- schl-ussrad 18 ist gleichachsig zu diesem das Verschlussrad 23 drehbar gelagert, von dem über ein Zahnradritzel 24 die Rolle für den zweiten Vorhang 25 angetrieben wird, welcher nach erfolgter Auslösung das Bildfenster wieder schliesst.
Der Aufzug der beiden Verschlussräder 18,23 und damit der beiden Vorhänge 20, 25 erfolgt durch ein ebenfalls um die Triebwerksachse 21 lose drehbares Triebrad 26, welches über die Zwischenräder 27,28, 29,30 mit der vorzugsweise als Schnellaufzugshebel ausgebildeten Schalthandhabe 31 in Verbindung steht und bei deren Schaltbewegung über das aus Mitnehmerklinke 32 und Schaltrad 33 bestehende Freilaufgetriebe den Antrieb erhält. Dabei wird die Rückbewegung der Triebräder 26 bis 30 durch eine in das Zahnrad eingreifende, unter Federwirkung stehende Sperrklinke 34 verhindert.
Von dem Aufzugsgetriebe kann beispielsweise vom Zwischenrad 28 der Antrieb der nicht mit dargestellten Filmtransportwalze erfolgen.
Bei der Aufzugsbewegung durch die Schalthandhabe 31 wird über das erläuterte Zahnradgetriebe der Filmtransport und durch das Triebrad 26 der Aufzug des Verschlusses bewirkt. Das Triebrad 26, welches hiebei im Sinne der gezeichneten Pfeilrichtung gedreht wird, nimmt dabei durch seinen Stift 35, der an die Feder 17 des Verschlui3rades 18 anschlägt, dieses mit, das seinerseits mittels eines Mitnehmerstiftes 36 in eine ringförmige Aussparung 37 des Verschlussrades 23 eingreift und dieses hiedurch mitbewegt.
Unterhalb des Triebrades 26 ist die Einrichtung zum Steuern der Spiegelrückführung in die Sucherstel-
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drehbar gehalten wird, die beide axial durch eine Scheibe 40 gesichert sind. Die Sperrscheibe 38 steht unter der Wirkung einer Drehfeder 41, die mit ihrem andern Schenkel an einem Stift 42 des Triebrades 26 anliegt und bestrebt ist, die Sperrscheibe 38 auf der Triebwerksachse 21 gegenüber dem Triebrad 26 zu verdrehen. Dies wird jedoch durch einen mit der Sperrscheibe 38 zusammenarbeitenden, unter Federwirkung stehenden Sperrhebel 43 zunächst verhindert, der um den ortsfesten Lagerbolzen 44 schwenkbar ist und einen weiteren Arm 45 besitzt, welcher in den Ablaufweg eines am Verschlussrad 23 befestigten Stiftes 46 hineinragt.
Mit der Sperrscheibe 38 ist eine weitere Drehfeder 47 verbunden, die in einer ringförmigen Aussparung 48 der axial wirkenden Kurvenscheibe 39 liegt und diese mittels ihres Mitnehmers 49 ständig gegen die Sperrscheibe 38 andrückt.
Die Wirkungsweise dieser Steuereinrichtung ist folgende :
Beim Betätigen des Auslöseknopfes 9 wird durch den Auslösehebel 10 der Spiegel 3 aus der Sucherstellung freigegeben, der hierauf durch die Wirkung der Feder 6 hochgeklappt und am Ende dieser Bewegung über den Auslösestift 15 die Feder 17 des Verschlussrades 18 anhebt. Hiedurch ist der Ablauf der Verschlussräder 18,23 freigegeben, so dass die von ihrem Zahnradrltzel19, 24 angetriebenen Vorhänge entsprechend der eingestellten Belichtungszeit ablaufen können. Nach erfolgter Belichtung trifft der am Verschlussrad 23 befestigte Stift 46 gegen den Sperrarm 45 und bewegt den hiemit verbundenen Sperrhebel 43 aus der Sperrlage.
Hiedurch wird die Sperrscheibe 38 mit der daran anliegenden Axialkurve 39 freigegeben, und durch die Wirkung der Drehfeder 41 gemäss der in Fig. 4 gezeichneten Pfeilrichtung gedreht, wobei die Axialkurvenscheibe 39 über den daran anliegenden Steuerstift 8 den Spiegel 3 in die vom Auslösehebel 10 gesperrte Sucherstellung zurückführt und sich hierauf vom Spiegel 3 entkuppelt. Diese Drehbewegung wird durch den am Triebrad 26 befestigten Stift 42 begrenzt, an den die Sperrscheibe 38 anschlägt.
Bei der folgenden durch die Schalthandhabe 31 betätigten Aufzugsbewegung von Verschluss und Filmtransport folgt die Sperrscheibe 38 dem am Triebrad 26 befestigten Stift 42 nach und wird alsdann durch den Sperrhebel 43 gesperrt, während das Triebrad 26 bis zum vollständigen Verschlussaufzug wei-
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tergedreht wird, der bei einer vollen Umdrehung beendet ist. Dabei spannt der am Triebrad 26 befestigte
Stift 42 gleichzeitig die Drehfeder 41.
Die Axialkurvenscheibe 39 ist mit einer Rast 51 versehen, die als Prellsicherung für den Spiegel 3 dient, wenn derselbe aus der Sucherstellung hochgeklappt ist. Bei dieser Bewegung gleitet der am Spie- gel 3 befestigte Steuerstift 8 an der der Rast 51 zugeordneten Schräge 52 entlang, wodurch die Axial- kurvenscheibe 39 entgegen der Wirkung der Drehfeder 47 verdreht wird, bis am Ende dieser Spiegelbe- wegung der Steuerstift 8 durch die Rast 51 umfasst wird. Hiedurch ist in verlässlicher Weise eine Prellsi- cherung und ein Stillstand des Spiegels S erreicht.
Gemäss den Fig. 5 - 7 wird ein Ausführungsbeispiel gezeigt, bei welchem die Spiegelsteuerung nicht durch eine Axialkurvenscheibe, sondem durch eine radial wirkende Kurvenscheibe erfolgt. Dabei wird von der bereits erläuterten Bauart einer Kamera gemäss Fig. 1 - 4 ausgegangen, so dass sich die Beschreibung auf die abgeänderte Spiegelsteuerung beschränken kann.
Hienach ist dem Triebrad 26 eine Sperrscheibe 38 gleichachsig zugeordnet, die unter Wirkung einer
Drehfeder 41 steht, deren anderer Schenkel an dem Stift 42 des Triebrades 26 anliegt. Der Ablauf der
Sperrscheibe wird hiebei durch den Sperrhebel 43 gesperrt, den der ablaufende Verschluss nach erfolgter Belichtung auslöst. Die hiebei vorgesehene Radialkurvenscheibe 53 ist dem Triebrad 26 gleichachsig zugeordnet und ihre Verbindung mit der Sperrscheibe 38 erfolgt durch einen hieran befestigten Stift 54, der durch einen zentrischen Schlitz 55 der Radialkurvenscheibe 53 hindurchgeht und an diesem durch die Wirkung einer Drehfeder 47 anliegt.
Nach der erfolgten Auslösung durch den Sperrhebel 43 wird durch die Wirkung der Drehfeder 41 die Sperrscheibe 38 gegenüber dem Triebrad 26 verdreht und hiebei die Radialkurve 53 mitgenommen, die hiebei über einen Schieber 56, der mit dem Spiegel 3 durch ein Gelenk 57 verbunden ist, letzteren in die Sucherstellung zurückbewegt. Die Radialkurve 53 ist ausserdem mit einer Rast 51 versehen, in die der Schieber 56 mit seinem umgebogenen Ende 58, wenn der Spiegel 3 hochgeklappt ist, einrastet. Bei dieser Bewegung gleitet das Schieberende 58 an der Schräge 52 entlang und die Feder 47 gestattet hiebei ein Ausweichen der Radialkurve. Nach erfolgter Auslösung derselben nehmen die einzelnen Teile die in Fig. 6 und 7 strichliert dargestellte Lage ein.
Das in den Fig. 8 - 12 dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt die erfindungsgemässe Spiegelsteuerung mittels einer Axialkurvenscheibe bei einer einäugigen Spiegelreflexkamera mit Objektivverschluss. Dabei wurde für alle Teile, soweit sie im Prinzip und in bezug auf ihrefunktionen mit den bereits erläuterten Teilen der Fig. 1-7 übereinstimmen, die gleiche Bezugszahl gewählt, so dass auf eine nochmalige Beschreibung dieser Teile und ihrer Funktionen verzichtet werden kann.
Gemäss den Ausführungsbeispielen nach den Fig. 8 - 11 ist dem an der Vorderseite des Kameragehäuses 1 vorgesehenen Aufnahmeobjektiv 2 ein Objektivverschluss zugeordnet, von dem lediglich schematisch ein Steuerring 59 mit seiner Rückholfeder dargestellt ist, welcher bei seiner Bewegung das Öffnen und Schliessen der Verschlusssektoren und das Spannen des Verschlusses veranlasst. Dasselbe wird bei der Aufzugsbewegung der Schalthandhabe 31 durch die hiebei über die Mitnehmerklinke 32 und das Transportrad 33 angetriebenen Zahnräder 30,26, 29 bewirkt, u. zw. über das mit dem Zahnrad 29 durch eine 'Welle 62 verbundene Zahnrad 63, mit dem ein Schieber 64 kämmt. Derselbe ist in einer Schlitzführung 65 bewegbar und besitzt einen Steuerstift 66, welcher bei der Aufzugsbewegung den Steuerring 59 betätigt und hiedurch den Verschluss spannt.
In dieser Lage wird der Steuerring 59 durch den mit seiner rechtwinklig abgebogenen Lasche 67 zusammenarbeitenden Auslösehebel 10 mittels der Sperrnase 68 gesperrt. Die Ausbildung ist dabei derart abgestimmt, dass der vom Auslöseknopf 9 betätigte Auslösehebel 10 durch seine Sperrnase 68 zunächst den Steuerring 59 und zeitlich später den Spiegel 3 freigibt. Der Steuerring 59 veranlasst bei seinem Ablauf zunächst das Schliessen der zum Zwecke der Sucherdurchsicht geöffne'jsn Verschlusssektoren. Hierauf wird die weitere Ablaufbewegung des Steuerringes 59 durch einen mit seiner abgewinkelten Kante 67 zusammenarbeitenden Sperrhebel 70 gesperrt, der durch eine im Lager 71 bewegliche Welle 72 mit einem Winkelarm 73 verbunden ist.
Nach seiner Freigabe trifft der Spiegel 3 beim Hochklappen am Ende dieser Bewegung auf den Winkelarm 73, und der hiemit verbundene Hebel 70 gibt hiedurch den Steuerring 59 zum weiteren Ablauf frei, der hiebei das Öffnen und Schliessen der Verschlusssektoren für die Belichtung entsprechend der eingestellten Zeit veranlasst. Nach erfolgter Belichtung betätigt der Steuerring 59 bei seinem restlichen Ablauf durch eine Nocke 74 den um den ortsfesten Bolzen 44 schwenkbaren Sperrhebel 43, der hiedurch die Sperrscheibe 38 zum Ablauf freigibt. Dieselbe bewegt dann ihrerseits in Verbindung mit der Axialkurvenscheibe 39 den Spiegel 3 in die vom Auslösehebel 10 sperrbare Sucherstellung zurück.
Im übrigen entspricht die im wesentlichen aus der Sperrscheibe 38 der Drehfeder 41 und der Axialkurvenscheibe 39 bestehende und um die Triebwerksachse 21 drehbar gelagerte Steuereinrichtung für den Spiegel 3 in bezug auf die Ausbildung und Wirkungsweise
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