AT223320B - Verfahren zur Isolierung eines Saponins aus Roßkastanienextrakt - Google Patents

Verfahren zur Isolierung eines Saponins aus Roßkastanienextrakt

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AT223320B AT754960A AT754960A AT223320B AT 223320 B AT223320 B AT 223320B AT 754960 A AT754960 A AT 754960A AT 754960 A AT754960 A AT 754960A AT 223320 B AT223320 B AT 223320B
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Isolierung eines Saponins aus Rosskastanienextrakt 
 EMI1.1 
 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Dieses einheitliche wasserlösliche Saponin liegt in einer unhämolytischen A-Form vor und in einer eine leichte, jedoch unschädliche   Hämolyse bewirkenden B-Form. Der Übergang von der A-Form in die   -   isomere-B-Form   geht in wässeriger Lösung vor sich ; er wird mit steigender Temperatur und sinkendem pH-Wert beschleunigt ; bei Raumtemperatur und PH   6 - 7   bleibt die A-Form auch in wässeriger Lösung i über einen längeren Zeitraum stabil. 



   Das Kryptoäscin A - dem wahrscheinlich die im   Aglukon   des Äscin-Moleküls vorhandene Doppelbin- 
 EMI2.1 
 



   Das ohne Änderung des Molekulargewichtes aus dem Kryptoäscin A durch Isomerisierung in wässeriger
Lösung beim Erwärmen entstehende Kryptoäscin B zeigt einen Schmelzpunkt von 220 bis   221 C.   



   Die Kryptoäscinlösung kann als solche für therapeutische Zwecke verwendet werden, oder aber sie kann zur Anreicherung eines Rosskastanienextraktes, insbesondere eines Rosskastanienextraktes, dessen mit
Cholesterin fällbare Saponinanteile entfernt sind, verwendet werden ; die nach Abtrennen des zu isolie- renden Kryptoäscins von allen Saponinanteilen befreite oder praktisch freie Rosskastanienextraktlösung kann für therapeutische Zwecke mit Vorteil dann verwendet werden, wenn die therapeutische Wirkung des Kryptoäscins nicht erwünscht ist, dagegen die therapeutische Wirkung der übrigen Inhaltsstoffe des
Extraktes,   z. B. derFlavonstoffe.   



   Nach Abscheiden des mit Cholesterin fällbaren Anteiles des Extraktes der Rosskastanie fällt beim An- säuren auf einen pH-Wert von 2 oder darunter das Kryptoäscin aus, das von der Flüssigkeit mechanisch,   z. B.   durch Zentrifugieren, abgetrennt und durch Umlösen gereinigt werden kann. 



   Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung geschieht die Abtrennung durch Behandeln des Gemisches von Flüssigkeit und ausgefälltem Stoff bzw. der Lösung bei Ansäuern auf einen weniger sauren pH-Wert, der nicht zu einem Ausfällen in sichtbarer Form führt, mit mit Wasser nicht oder teil- weise mischbaren organischen Lösungsmitteln und die Isolierung durch Abdampfen der von dem übrigen
Extrakt getrennten organischen Lösung. 



   Gegebenenfalls wird von Extrakten ausgegangen, deren Gehalt an Begleitstoffen wie z. B. Flavonol- glycosiden durch Behandeln mit Aluminiumoxyd und vollständiges Entmineralisieren durch Kationenaus- tauschersäulen abgetrennt ist. 



   Die Erfindung schafft nicht nur die Möglichkeit, einen Rosskastanienextrakt zu erzeugen, der von
Saponin-Stoffen völlig oder im gewünschten Masse frei ist, sondern schafft weiter die Möglichkeit, das therapeutisch wirksame, keine schädliche Hämolyse beim Einspritzen in die Blutbahn bewirkende Krypto- äscin als solches zu verwenden, was die Möglichkeit genauer Dosierung mit sich bringt, und die Mög- lichkeit, den Gehalt eines   Rosskastanienextraktes   an diesem neu entdeckten therapeutisch wirkungsvollen
Kryptoäscin zu erhöhen und/oder zu dosieren. 



   Als organische Lösungsmittel eignen sich mit Wasser nicht mischbare organische Lösungsmittel, insbesondere bei üblichen Bedingungen flüssige, einwertige, aliphatische Alkohole wie n-Butanol, sowie iso-Butanol, n-Amylalkohol, iso-Amylalkohol sowie Hexylalkohol und Heptylalkohol und aliphatische, mit Wasser nicht mischbare Ketone wie Methyläthylketon, Methylpropylketon, Diäthylketon sowie mit
Wasser nicht mischbare halogenierte Kohlenwasserstoffe mit bis zu zwei Kohlenstoffatomen, z. B. Me- thylenchlorid, Chloroform oder Trichloräthylen, insbesondere im Gemisch mit aliphatischen Alkoholen oder Ketonen mit bis zu drei Kohlenstoffatomen,   z. B.   mit Methylalkohol, Äthylalkohol oder Propyl- alkohol bzw.

   Aceton ; diese Alkohole sind für sich nicht geeignet, da sie mit Wasser mischbar sind, eignen sich aber Im Gemisch mit den halogenierten Kohlenwasserstoffen ausgezeichnet als Extraktionsmittel ge- mäss der Erfindung. 



   Die folgenden Ausführungen und Beispiele veranschaulichen die Erfindung. 



   Wird aus einem   10% eigen,   wässerigen Rosskastanienextrakt durch Versetzen mit Cholesterin (100 g auf
10 1 Extrakt) in ätherischer Lösung, nach Abdampfen des Äthers und Zentrifugieren, das beim Injizieren in die Blutbahn hämolytisch wirkende Saponin abgetrennt, so verbleibt ein Restextrakt ohne hämolytische
Wirkung von bitterem Geschmack, der eine gewisse Schaumkraft besitzt. Beim Ansäuern dieses Rest- extraktes,   z.   B. auf PH 2, entsteht ein Niederschlag von Kryptoäscin A, der abzentrifugiert werden kann.
Noch in Lösung verbleibendes Kryptoäscin kann mittels eines mit Wasser nicht oder teilweise mischbaren organischen Lösungsmittels,   z. B.   n-Butanol, ausgeschüttelt werden. 



   Aus diesem Niederschlag und den Extrakten können begleitende Flavonolglycoside durch Behandeln 

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 mit Aluminiumoxyd abgetrennt werden. Eine weitere Reinigung ist möglich durch sorgfältiges Waschen des organischen Lösungsmittels mit Wasser. Die noch in sehr geringer Menge verbleibenden gefärbten Verunreinigungen lassen sich mit Tierkohle in methanolischer Lösung entfernen. Bei Reinigung Über Aluminiumoxyd muss die wässerige Saponinlösung über einen Kationenaustauscher   entmineralisiert   werden. 



   Aus der sauer abfliessenden wässerigen Lösung kann das reine Saponin mit mit Wasser nicht oder nur teilweise mischbaren organischen Lösungen wiederum extrahiert werden. 



   Der Hämolyse-Index (HI) des Kryptoäscins liegt sehr niedrig ; der von Kryptoäscin A ist null ; die Toxizität ist geringer als die des cholesterinfällbaren Saponin-Anteiles des   Rosskastanienextraktes,   jedoch liegen die Werte DL 50 weit oberhalb von störenden Werten. 



   Die folgende'Tabelle zeigt im Vergleich die Werte für das Hämolyse-Vermögen und die Toxizität. 



   Hämolyse und 24 h DL-50-Werte von Rosskastanienextrakten bzw. Fraktionen 
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<tb> 
<tb> HI <SEP> DL <SEP> 50
<tb> Rosskastanienextrakt <SEP> (normal) <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 6000 <SEP> 
<tb> Rosskastanienextrakt <SEP> (cholesterinbehandelt, <SEP> nicht <SEP> hitzesterilisiert, <SEP> enthält <SEP> etwa <SEP> le <SEP> Kryptoäscin <SEP> A) <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 0 <SEP> 1900 <SEP> mg/kg
<tb> Rosskastanienextrakt <SEP> (cholesterinbehandelt, <SEP> hitzesterilisiert, <SEP> enthältetwa <SEP> le <SEP> Kryptoäscin <SEP> B) <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 500 <SEP> 1400 <SEP> mg/kg
<tb> Kryptoäscin <SEP> A <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 0 <SEP> 195 <SEP> mg/kg
<tb> Kryptoäscin <SEP> B <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 6000 <SEP> 160 <SEP> mg/kg
<tb> Cholesterinfällbares <SEP> Saponin, <SEP> Äscin <SEP> 1 <SEP> :

   <SEP> 30 <SEP> 000 <SEP> 32 <SEP> mg/kg
<tb> 
 
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AT754960A 1959-11-20 1960-10-06 Verfahren zur Isolierung eines Saponins aus Roßkastanienextrakt AT223320B (de)

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