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Schallplattenspielautomat
Die Erfindung betrifft einen Plattenspielautomaten mit konzentrisch und rotierbar um das Abspielgerät angeordnetem Plattenmagazin, dessen Plattenebenen sich in der Drehachse des Magazins schneiden. Der Automat besitzt Mittel zur Ausschwenkung der Platten und des Tonabnehmers aus der Ruhelage in die Abspielstellung und umgekehrt und weist ferner eine Fühltastersuch-und Wähleinrichtung auf.
Bei einem bekannten automatischen Plattenspieler sind die Schallplatten strahlenförmig um das Abspielgerät auf einer horizontalrotierbarenKreisplatte an starren Armen befestigt. Durch motorische Drehung des Magazins kann jede Schallplatte in die richtige räumliche Zuordnung zu dem unterhalb der Platte fest angeordnetenAbspielgerät gebracht werden. Das Abspielgerät weist einen in die Ebene der jeweiligen Platte verschwenkbaren Tonabnehmerarm auf, der durch eine Automatik in Abspiel- und Ruhestellung gesteuert wird.
Bei einem andern bekannten Plattenspieler mit gleichfalls ringförmigem Plattenmagazin ist an Stelle des Magazins, welches aus Kreisringplatte mit darauf starr befestigten Haltern für die Schallplatten besteht, das zentral gelegene Abspielgerät rotierbar gelagert.
Ausser Plattenspielautomaten mit horizontal liegendem ringförmigem Plattenmagazin sind auch solche mit in der Senkrechtebene rotierbarem Magazin bekannt. Ein Automat dieser Art weist eine Wählvorrichtung auf, die es gestattet, durch Verstellung eines oder mehrerer, mit Fühltastern und Schaltern des Ma- gazins zusammenarbeitender Stifte die gewünschten Schallplatten auszuwählen. Das durch einen Motor angetriebene Magazin bleibt dann in solcher Stellung stehen, dass die gewählten Platten automatisch aus dem Magazin entnommen und auf einen horizontalen Plattenteller zum Abspielen gelegt werden können.
Schliesslich ist bei Plattenspielautomaten die Verwendung einer Steuerscheibe mit Steuernut und darin eingreifendem Betätigungshebel bekannt. So wird beispielsweise der Plattenteller eines Plattenwechslers mit Stapelmagazin durch einen Betätigungshebel gehoben und gesenkt, welcher in eine Steuernut an der Unterseite der Steuerscheibe eingreift. Mit der Steuerscheibe arbeitet weiter ein Betätigungshebel zum Auswerfen der Platten zusammen.
Mit diesem bekanntenPlattenspielautomaten hat der Plattenspielautomatgemäss der Erfindung als wesentlichste Bestandteile das ringförmige rotierbare Plattenmagazin mit dem zentral gelegenen Abspielgerät sowie die Verwendung einer Steuerscheibe gemein.
Es unterscheidet sich aber vom Bekannten erfindungsgemäss durch die Kombination folgender Merkmale : a) Die in an sich bekannter Weise strahlenförmig auf horizontaler Tragplatte in Vertikallage gehaltenen Schallplatten sind in Schwenkhebeln gelagert und radial auf das Abspielgerät zu verschwenkbar, b) Plattenmagazin und Abspielgerät sind durch Montage des Abspielgerätes auf einem auf der Tragplatte rotierbar gelagerten Tisch für sich und relativ zueinander drehverschiebbar und c) die Steuerscheibe ist auf dem rotierbaien Tisch des Abspielgerätes angeordnet und steuert die Plattenschwenkhebel und den Tonabnehmerarm.
Durch diese Massnahmen wird für die Wahl der Schallplatten eine grosse Beweglichkeit des Magazins ohne Rücksicht auf die Stellung des Abspielgerätes erreicht. Ferner wird die Betätigungsmechanik für den Plattenwechsel und den Tonabnehmer gegenüber dem Bekannten sehr vereinfacht, da alle Vorgänge durch einfache Bewegungen gesteuert werden. Schliesslich wird eine sehr gedrängte Bauart des Plattenspielers der Höhe und dem Durchmesser nach erreicht.
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Die Zeichnung stellt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dar, es zeigen :
Fig. 1 einen Schnitt durch eine Vertikalebene des Gerätes längs eines Durchmessers, Fig. 2 eine Draufsicht unter Weglassung einzelner Teile, Fig. 3 einen Blick auf die Unterseite der drehbaren Platte, Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 2, Fig. 5 einen Schnitt nach der Linie V-V der Fig. 2, Fig. 6 einen Schnitt nach der Linie VI-VI der Fig. 1, Fig. 7 einen Schnitt nach der Linie VII-VII der Fig. l, Fig. 8 ein elektrisches Schaltbild des Schallplattenautomaten.
Der Schallplattenspielautomat weist gemäss Fig. 1 einen hölzernen Sockel 10 auf, auf dem unter Zwischenschaltung von Gleitrollen 140 drehbar eine'ringförmige Basisplatte 11 ruht. Die Basisplatte 11 trägt mit Hilfe von Zwischenstücken 142 die kreisförmige Tragplatte 12, auf welcher mit Hilfe dreier Rollen 14 wiederum der Tisch 13 drehbar gelagert ist.
Dieser Tisch 13 dreht sich auf der Tragplatte 12 um einen Zapfen, dessen geometrische Achse mit der Drehachse der ringförmigen Basisplatte 11 zusammenfällt.
Die Schallplatten 15, von denen nur eine einzige dargestellt wurde, um die Zeichnung nicht zu überladen, sind auf der unteren Tragplatte 12 untergebracht. Sie stehen senkrecht um die Achse des Gerätes im Kreis angeordnet, u. zw. jeweils in Ebenen, die sich in dieser Achse schneiden. Der Tonabnehmer ist an einem Ende gabelförmig gestaltet und trägt dort zwei Systeme mit den Saphiren 17 und 18 (Fig. 7). Der Tonabnehmer ist zusammen mit dem Antriebsmotor 19 der Schallplatten auf dem Tisch 13 befestigt.
Der Motor 19 ist auf dem Tisch 13 unter Zwischenschaltung einer elastischen, aus vier Federn 20 bestehenden Aufhängung angeordnet ; die Federn liegen dabei radial am Motor zwischen Stator und Motorrahmen.
Jede Schallplatte ist'auf einem durch einen Schwenkhebel 21 gebildeten Support befestigt, der an einer starr auf der Tragplatte 12 sitzenden, U-förmigen Gabel 22 angelenkt ist. Die Anlenkachse jedes Schwenkhebels 21 liegt senkrecht zur Ebene der zugehörigen Schallplatte, so dass sich letztere in ihrer Ebene verschwenkt, sobald sich der sie tragende Schwenkhebel 21 bewegt. Je ein Viertel aller Gabeln 22 sind an einem entsprechenden Ringabschnitt 143 befestigt, die ihrerseits durch Kordelschrauben 144 in ihrer Lage gehalten werden.
Jeder der gleichausgebildetenSchwenkhebel 21 besteht aus zwei schlanken Armen 23 und 24 (Fig. 7), die an ihrem oberen Ende einen Schlitz 25 aufweisen, der den Drehzapfen 26 der Schallplattenhalterung aufnimmt. Die Schallplatte - eine Platte mit 45 Umdrehungen - besitzt eine grosse Mittelöffnung und ist auf einer Antriebswalze 27 und einer Zentriernabe 28 gehalten, die sich frei um den Zapfen 26 drehen.
Die axiale Lage der Schallplatte auf ihrem Drehzapfen wird durch eine Schraube 29 gesichert, deren gewindefreies Ende in eine am Zapfen 26 vorgesehene Ringnut 30 eingreift. Die unteren Enden der Arme 23 und 24 sind gabelförmig gestaltet (Fig. 1), der Arm 24 ist in seinem mittleren Teil abgewinkelt, wodurch die Breite des Schwenkhebels 21 immer den gerade kleinstmöglichen Betrag aufweist. Auf diese Weise wird auf einen vorgegebenen Raum die grösstmögliche Anzahl von Schallplatten untergebracht. Die Antriebswalze 27 hat einen kleineren Durchmesser als der rillenfreie innere Teil der Schallplatte, wodurch beide Seiten abgespielt werden können.
Der Arm 31 des Tonabnehmers ist gemäss den Fig. 1 und 5 an zwei Zapfen 34 in einem Gabelgelenk 32 gelagert, das am oberen Ende einer senkrecht stehenden Welle 33 liegt, so dass der Arm in einer senkrechten Ebene schwenkbar ist.
Die Welle 33 ist an einem aus einem nach unten offenen U-Stück 36 bestehenden Support 35 und an einer Brücke 37 befestigt. Der Support 35 wird durch vier Schrauben an dem Tisch 13 gehalten.
Der Arm 31 des Tonabnehmers ist durch ein einstellbares Gegengewicht 38 ausbalanziert ; er trägt gemäss Fig. 6 einen unter Federdruck stehenden Finger 39, der sich gegen eine am Gabelgelenk 38 angebrachte Zunge 40 abstützt (Fig. l).
Die gewählte Schallplatte nimmt, wie später beschrieben wird, die auf Fig. 1 gestrichelt eingetragene Lage ein. Ihr Antrieb erfolgt vom Motor 19 unter Zwischenschaltung einer Riemenscheibe 41, deren Achse in einem Lager 42 läuft, das an eine an den Tisch 13 senkrecht befestigte Lagerplatte 43 angenietet ist. Die Riemenscheibe ist mit der Motorwelle 44 zwecks Dämpfung der Schwingungen über einen Treibriemen 45 gekoppelt. Der Antrieb der Schallplatte erfolgt entweder unmittelbar über eine auf der Achse der Riemenscheibe 41 sitzende Antriebswalze 46 oder unter Zwischenschaltung einer weiteren Hilfswalze 47. Diese sitzt auf einer Wippe 48 und schaltet sich auf später beschriebene Weise in den Übertragungs- weg der Antriebsbewegung für die Schallplatte ein, abhängig davon, welche Seite der Schallplatte gespielt wird.
Die genannte Wippe 48 ist in der vertikalen Wand der Lagerplatte 43 gelagert und trägt am unteren Ende eine Blattfeder 49.
Des besseren Überblicks wegen wird bereits jetzt die Wirkungsweise des Plattenspielautomaten in
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groben Zügen erläutert. Hat der Hörer die gewünschte Schallplatte gewählt und zu diesem Zweck die dazu vorgesehenen, anschliessend beschriebenen Mittel betätigt, so drückt er auf einen Auslöseknopf für die Drehung des Tisches 13. Sobald der Tonabnehmer 16 eine Winkelstellung erreicht, in der die gewünsche Schallplatte zwischen beiden Saphiren liegt, bleibt der Tisch 13 stehen. In diesem Augenblick nimmt die Schallplatte die auf Fig. 1 gestrichelt gezeichnete Stellung ein, während sich der Tonabnehmer bis zur Höhe der ersten Rille der Schallplatte senkt ; darauf wird die Schallplatte im erforderlichen
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derzufolge sich einer der Saphire gegen die erste Plattenrille legt.
Ist das Stück gespielt, so kehrt der Tonabnehmer in seine Ausgangslage zurück, indem er sich in einer ersten Bewegung von der letzten Rille der Schallplatte abhebt, worauf er in einer zweiten Bewegung wieder die auf Fig. 1 eingetragene Stellung einnimmt, während die Schallplatte, sobald der Saphir die Rille verlassen hat, auf ihren Platz unter den andern Platten zurückkehrt.
Dieser Bewegungsablauf erfolgt mit Hilfe einer Anzahl von Einrichtungen und einem elektrischen Steuerkreis und soll im einzelnen später beschrieben werden.
Zwei Einrichtungen spielen eine besonders wichtige Rolle, nämlich einmal die Einrichtung zur Schwenkung der gewünschten Schallplatte und zur Rückführung in ihre Ausgangslage nach erfolgtem Abspielen, und die Einrichtung zur Ausführung der Bewegung des Tonabnehmerarms. Diese beiden Einrichtungen, die wie die gesamte Anordnung vollautomatisch arbeiten, werden durch eine einzige Steuerscheibe 50 angetrieben, deren Bewegung beginnt, wenn die Tastorgane einer nachfolgend beschriebenen Sucheinrichtung auf ihren Weg auf ein Organ der Wähleinrichtung des Geräts treffen. Die Wähleinrichtung besteht aus zwei übereinanderliegenden Tasten 51, 52, die senkrecht unterhalb jeder Schallplatte einrückbar in der Gabel 22 angebracht sind. Jede der beiden Tasten entspricht einer bestimmten Seite einer Schallplatte.
Die Plattenwahl erfolgt durch Eindrücken der entsprechenden Taste, auf deren Vorderseite das jeweilige Musikstück angegeben ist.
Die Sucheinrichtung weist zwei Fühler 53,54 auf (Fig. 1 und 3), die in gleicher Höhe mit den Tasten 51,52 liegen ; die beiden Fühler sitzen auf einer gemeinsamen Achse 55. Der untere Fühler 53 sitzt fest auf der Achse, der obere Fühler 54 ist auf ihr lose drehbar angebracht. Jeder Fühler steht unter Einwirkung einer Feder 56 bzw. 57 (Fig. 3), durch die er gegen einen Stift 58 gedrückt wird. Der Fühler 54 trägt einen Finger 59, der ihn mit dem Finger 53 verbindet, wenn sich letzterer im Sinne des Pfeils f 1 bewegt und der ferner zwischen den Fühlern einen gewissen Winkelabstand aufrechterhält, dessen Zweck noch erläutert wird. Der untere Arm des Fühlers 54 (Fig. 3) arbeitet mit einer Rolle 60 zusammen, die auf der Betätigungsfeder 61 eines Schalters 62 angeordnet ist.
Eine Schwenkung eines der Fühler 53 und 54 im Sinne des Pfeils fl betätigt diesen Schalter, da eine Schwenkung des Fühlers 53 auch eine Schwenkung des Fühlers 54 zur Folge hat.
Die Achse 55 der Fühler wird von einem Bügel, 63 gehalten (Fig. 1), der an einer auf dem Tisch 13 gleitenden Steuerschiene 64 angenietet ist. Die Steuerschiene 64 stellt den Hauptbestandteil der Einrichtung zur Schwenkung der gewählten Schallplatte dar ; sie ist unterhalb einer Steuerscheibe 50 angeordnet, mit der sie gemäss Fig. 2 durch einen Stift 65 in Verbindung steht, der in eine an der Unterseite der Steuerscheibe vorgesehene Nut 66 eingreift.
Die Nut 66 besteht gemäss Fig. 2 aus zwei Kurvenbahnen 67,68. Die Kurvenbahn 68 liegt konzentrisch zur Achse der Steuerscheibe, die Kurvenbahn 67 dagegen stark exzentrisch. Die Steuerscheibe 50 sitzt auf einer Welle 69, die sich in einem am Tisch 13 angebrachten Lager 70 drehen kann. Führt die Steuerscheibe ausgehend von ihrer Stellung gemäss Fig. 2 eine Umdrehung aus, so verschiebt sich die Steuerschiene 64 während der ersten Vierteldrehung der Steuerscheibe von rechts nach links, bleibt darauf während der folgenden halben Umdrehung stehen und kehrt schliesslich während der letzten Vierteldrehung der Steuerscheibe in ihre Ausgangsstellung zurück.
Die Steuerschiene 64 trägt (Fig. 1 und 2) am oberen Ende der Achse 55 einen ersten Haken 71, der ixntereinwirkung einer Feder 72 gegen einen Anschlag 73 an der Steuerschiene gedrückt wird, ferner einen zweiten Haken 74, der am Ende einer Stange 75 angebracht ist, die sich gegen die Wirkung einer Feder 76 verschieben kann. Die Feder 76 legt sich dabei gegen einen Bügel 63 und gegen einen Kragen der Stange 75. Die Steuerschiene 64 ist schliesslich gemäss Fig. 1 bzw. 2 noch fest mit einem an ihrer Unterseite befestigten Ansatz 77 und mit einem Stift 78 verbunden, deren Zweck später erläutert wird.
* Verschiebt sich die Steuerschiene 64 von rechts nach links, so greift das Ende des Hakens 74 in die Gabelung am Ende des Schwenkhebels 21 ein und verschwenkt letzteren, bis er die vertikale Lage erreicht, wonach der Hebel mit der Schallplatte infolge seines eigenen Gewichts gegen die Antriebswalze 46 kippt.
Die Form und Länge der Gabelung am Schwenkhebel 21 und die Bewegung der Steuerschiene 64
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(Fig. 1) sind derart festgelegt, dass die Antriebswalze 27 von der Rolle 46 (oder der Rolle 47) arretiert wird, bevor die Steuerschiene 64 den äusseren Punkt ihrer Bewegung ganz erreicht hat. Auf diese Art wird die Feder 76 zusammengedrückt und die Antriebswalze 27 mit elastischer Kraftwirkung gegen die Rolle 56 gedrückt.
Während der Rückwärtsbewegung der Steuerschiene 64 greift das Ende des Hakens 74 in die Gabelung der beidenArme 23, 24 ein und verschwenkt den Schwenkhebel 21 und seine Ladung bis die ganze Anordnung unter Wirkung ihres eigenen Gewichts gegen den Arretierungsstift 79 fällt, wobei der Haken 74 freigegeben wird und der ihm von der Steuerscheibe 64 aufgezwungenen Rückwänsbewegung folgen kann.
Um eine Durchbiegung der beiden Arme 23, 24 des Schwenkhebels 21 während der Schwenkbewegung unter Einfluss ihrer Last zu verhindern, oder nach der Bewegung infolge der leicht unsymmetrisch angreifenden Kraft, die die Antriebswalze 27 gegen die antreibende Rolle 46 presst - was eine schlechte Auflage des Randes der Rolle 27 an der Rolle 46 oder 47 zur Folge hätte - weist die Anordnung gemäss den Fig. 1 und 7 zwei Führungsrollen 80 auf, die sich frei am Ende zweier am Tisch 13 befestigter Arme 81 drehen können, und zwischen denen der Schwenkhebel 21 geführt wird, sobald die gewählte Schallplatte ihre Abspiellage einnimmt.
Wie oben ausgeführt, liegt die Hauptaufgabe der Steuerschiene 64 darin, die Schallplatte in die auf Fig. 1 gestrichelt eingezeichnete Lage zu führen und sie nach dem Abspielen an ihren Platz zurückzubringen. Darüber hinaus hat die Steuerschiene 64 noch zwei weitere Aufgaben, nämlich einmal den Drehsinn der gewählten Platte festzulegen und die Endbewegung des Tonabnehmerarmes 31 einzuleiten.
Die Steuerschiene 64 führt diese beiden Aufgaben unter Zuhilfenahme einer Hilfssteuerschiene 82 (Fig. 2) aus, die auf dem Tisch 13 parallel zur Steuerschiene 64 angeordnet ist und sich axial zwischen zwei Stellungen verschieben kann, die durch eine aus einer Blattfeder 83 bestehende Sperre und einen Stift 84 bestimmt sind. Die Blattfeder ist auf einer der Wände des Supports 35 angeordnet und der Stift auf der Oberseite der Hilfssteuerschiene 82. Die Hnfssteuerschiene 82 trägt an einem Ende einen Ansatz 85 und am andern Ende zwei Hülsen 86,87, die mit je einer Anschlagsehraube 88 und 89 ausgestattet sind. Der Ansatz 85 arbeitet mit einer im Haken 71 vorhandenen Ausnehmung zusammen, wie später noch beschrieben wird.
Die Schrauben 88 und 89 haben die Aufgabe, auf eine in der Welle 33 eingesetzte Blattfeder 90 (Fig. 2 und 5) einen Druck auszuüben und dadurch auf die Welle ein federnd angrei- fendes Drehmoment zu übertragen, das die Welle im einen oder andern Sinn in Drehung versetzen will, je nachdem welche der beiden Schrauben mit der Blattfeder in Kontakt kommt. Die Hilfssteuerschiene 82 trägt ferner einen Stift 91, gegen den sich die an der Wippe 48 befestigte Blattfeder 49 abstützt.
Hat die Hilfssteuerschiene die auf Fig. 2 gezeichnete Lage verlassen und eine Lage eingenommen, in welcher der Stift 84 in die zweite Rast der Feder 83 eingreift, so verschwenkt der Stift 91 die Wippe 48, wodurch die Hilfsrolle 47 zwischen die Rolle 46 und Antriebswalze 27 in den Übertragungsweg eingeschaltet und die Drehrichtung der Schallplatte geändert wird. Während dieser Bewegung der Hilfssteuerschiene 82 hebt sich die Schraube 88 von der Blattfeder 90 ab und die Schraube 89 legt sich gegen die andere Seite der Blattfeder. Die Bedingungen für die Verschiebung der Schiene werden an späterer Stelle erläutert.
Die Betätigungseinrichtung für die Bewegungen des Tonabnehmers 31 weist (Fig. l und 2) eine zweite Steuerschiene 92 auf, die in Verlängerung der ersten Steuerschiene 64 liegt und entlang der gleichen Achse wie diese auf dem Tisch 13 unterhalb der Steuerscheibe 50 gleiten kann. Die Steuerscbie- ne 92 trägt, wie die Steuerschiene 64, einen Stift 93'auf, der in die Nut 66 der Steuerscheibe 50 eingreift, u. zw. an einem dem Stift 65 diametral gegenüberliegenden Punkt. Die Drehung der Steuerschei- be 50 drückt der Steuersclüene 92 eine Hin- und Herbewegung auf, die der auf die Steuerschiene 64 übertragenen Hin- und Herbewegung entspricht.
Jedoch sind die beiden Steuerschienenbewegungen zeitlich verschoben, so dass die Steuerschiene 92 unbeweglich bleibt, so lange die Steuerschiene 64 ihre Hin-und Herbewegung ausführt und umgekehrt.
Die Steuerschiene 92 trägt gemäss Fig. 1 einen Schrägansatz 93, gegen den sich ein senkrecht liegender Stab 94 abstützt, dessen oberes Ende als Auflage für den Arm 31 des Tonabnehmers dient. Der Stab 94 wird in der oberen Wandung des U-Stückes 36 und in der Brücke 37 geführt ; er trägt einen axial verstellbaren Ring 95, der gemeinsam mit einem schwenkbaren Anschlag 96 die Winkellage des Armes 31 bestimmt, für die sich die beiden Saphire auf der Höhe der ersten Rille der gewählten Schallplatte befinden.
Der Anschlag 96 (Fig. 1 und 2) besteht aus einem Doppelwinkel und trägt eine Schraube 97 ; er ist bei 98 auf der Brücke 37 gelagert und steht unter Einwirkung einer Feder 99, durch die er gegen den Stab 94 gedrückt wird.
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ansatz 93 und verschiebt sich dabei durch sein eigenes Gewicht nach unten, wobei der Arm 31 nachfolgt, bis sich der Ring 95 gegen den Anschlag 96 legt. In diesem Augenblick kommt der Arm 31 zum Stillstand, u. zw. gerade dann, wenn die Schraube 97, die auf der Bahn des Endes des Schrägansatzes 93 liegt, mit diesem inBerUhrung kommt. Der Anschlag 96 wird dann gegen die Wirkung seiner Rückholfeder zurückgedrängt, wodurch der Stab 94 freigegeben wird und nach unten gleiten kann.
Dabei wird auch der Arm 31 des Tonabnehmers freigegeben. Sobald sich der Arm 31 um einen gewissen Betrag gesenkt hat, berührt er einen Winkelhebel 100, der dabei auf einen Schalter 101 einwirkt ; letzterer liegt auf der Rückwand des Supports 31 und ist für die in Fig. 1 eingetragene Lage des Winkelhebels 100 geöffnet.
Die Steuerschiene 92 trägt (Fig. 1) auf ihrer Unterseite einen Stift 102 und auf ihrer Oberseite zwei Finger 103 und 104 (Fig. 1 und 2). Zwischen letzteren liegt eine mit der Achse 33 verkeilte Steuerfahne 105, die zwei seitliche Rasten 106 und 107 aufweist. Der Stift 102 ragt durch eine Öffnung 108 des Tisches 13 und hat die Aufgabe, den unter dem Tisch 13 angeordneten Umschalter 109 zu betätigen, sobald die Steuerschiene 92 ihre äusserste linke Lage erreicht.
Der Antrieb des Tisches 13 und der Steuerscheibe 50 erfolgt über einen gemeinsamen Motor 110 (Fig. 3). Die kinematische Übertragung besteht aus einer Kette 111, die ein auf der Motorwelle sitzendes Ritzel 112 und ein auf der Welle 69 angebrachtes Ritzel 113 miteinander verbindet, ferner aus einem, über eine Federkupplung 115 mit dem Ritzel 113 verbundenen Ritzel 114, einer zwischen der Steuerscheibe 50 und der zugehörigen Welle 69 angeordneten Verklinkung 116, 116'und einem Zahnkranz 117 (Fig. 1), der auf einem auf der Tragplatte 12 befestigten Hohlzylinder 118 aufgeschrumpft ist. Bei rotierendem Tisch 13 rollt das Ritzel 114 in der Art eines Planetenrades auf diesem Zahnkranz ab.
Treibt der Motor 110 die Welle 69 im Uhrzeigersinn, so schleift gemäss Fig. 2 die Klinke 116 am Klinkenrad 116'. Da die Steuerscheibe 50 durch die Sperre 136 arretiert wird, bleibt sie stehen. Die mit der Welle 69 verbundene Federkupplung wirkt aber im Uhrzeigersinn derart, dass sie das mit dem Zahnkranz 117 kämmende Ritzel 114 mitnimmt. Infolgedessen beginnt sich der Tisch 13 zu drehen.
Dreht sich dagegen die Welle 69 im Gegenuhrzeigersinn, so greift die Klinke 116 in das Klinkenrad 116'ein, wodurch die Steuerscheibe 50 mitgenommen wird. Im Gegenuhrzeigersinn wirkt nun die Federkupplung derart, dass kein Drehmoment auf das Ritzel 114 übertragen wird. Infolgedessen dreht sich nur die Steuerscheibe, die Tragplatte 13 steht still.
Die Antriebsmotoren 19 und 110 werden gemäss Fig. 1 durch eine auf einem Sockel 10 an einem Klotz 145 angeordneten Bürstenreihe 119 und eine Reihe von umlaufenden, unterhalb des Tisches 13 angebrachten Bürsten 120'gespeist. Die mit den Bürsten zusammenwirkenden Stromabnehmer werden durch Zuleitungen verbunden, die durch den Hohlzylinder 118 geführt sind.
Der Automat weist ferner eine Verriegelung des Tisches 13 auf und eine Vorrichtung, die einen Schalter 120 öffnet, wenn der Tisch 13 eine Umdrehung um 3600 ausgeführt hat, ohne dass einer der Fühler 53,54 auf eine der beiden Tasten 51,52 gestossen ist.
Die Verriegelungseinrichtung besteht gemäss den Fig. 2 und 4 aus einem am Tisch 13 befestigten Elektromagneten 121. Der Anker des Magneten durchdringt den Tisch 13 und verlängert sich nach unten in einem Stift 122 ; der Anker unterliegt der Einwirkung einer Feder 123, die ihn bei stromloser Magnetspule in eine der in einem Lochkranz vorgesehenen Bohrungen drückt, deren Zahl der Anzahl der Schallplatten entspricht. Greift der Stift 122 des Ankers in eine der Bohrungen ein, so liegt der Tonabnehmerarm 31 einer Schallplatte gegenüber. Bei erregtem Elektromagnet 121 zieht der Anker mit dem Stift 122 an und der Tisch 13 ist entriegelt.
Die Vorrichtung zur Öffnung des Schalters 120 (Fig. 3) liegt unter dem Tisch 13 und besteht einmal aus einem Gewindebolzen 125, der fest mit der Nabe einer der Rollen 14 verbunden ist, sowie aus einem Zahn 126, dessen Schneide in das Gewinde des Bolzens 125 eingreift. Der Zahn wird von einem Gleitschuh 127 getragen, dessen Träger 128 mittels eines Zapfens 129 an dem Tisch 13 angelenkt ist (Fig. 3). Der Gleitschuh 127 trägt seitlich einen Schrägansatz 130, der-kurz vor dem Abspielen der Platte - mit dem durch die Tischöffnung 108 hindruchragenden Stift 102 der Steuerschiene 92 zusammenwirkt. Bei der Bewegung der Schiene betätigt der Stift 102 über eine Rolle 132 und eine Blattfeder 133 den Schalter 109. Der Gleitschuhträger 128 weist einen Ansatz 131 auf, der mit dem Elektromagneten 134 zusammenwirkt.
Der Gleitschuh 127 ist mit einer Feder 135 verbunden, die auf ihn und auf den Gleitschuhträger 128 eine federnde Kraft ausübt, derzufolge der Zahn 126 gegen den Gewindebolzen 125 gepresst und der Gleitschuh 127 in Richtung des Zapfens 129 gedrückt wird.
Dreht sich der Gewindebolzen 125, so folgt der Zahn 126 den Gewindegängen und der Gleitschuh 127 verschiebt sich längs des Bolzens. Wird auf die aus dem Gleitschuh 127 und seinem Träger 128 gebildete Anordnung während einer folgenden Drehung des Tisches 13 weder durch den Elektromagneten 134 noch
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durch den Stift 102 eingewirkt, so drückt das Ende des Gleitschuhs 127 am Ende seines Weges gegen die innere Kontaktfeder des Schalters 120, wobei sich dieser öffnet.
Wird dagegen der Elektromagnet vom Strom durchflossen, sei es während der Verschiebung des Gleitschuhs 127 oder nach Öffnung des Schalters 120, oder drückt der Stift 102 gegen den Ansatz 130 (was, wie später beschrieben wird, unmittel- bar vor dem Abspielen der Platte eintritt), so löst sich der Zahn aus den Gewindegängen und nimmt unter Einfluss der Feder 135 seine Lage im ersten Gewindegang des Gewindebolzens 125 wieder ein.
Der Spielautomat weist schliesslich noch eine Sperre 136 auf (Fig. 2), die dazu bestimmt ist, die Ruhelage der Steuerscheibe 50 genau festzulegen. Ferner ist eine Abbürsteinrichtung 137 (Fig. 7) für die Saphire vorhanden.
Im Vorausgehenden wurde der Plattenspielautomat in seiner Gesamtheit beschrieben und seine Funktionsweise bruchstückhaft erläutert. Im folgenden soll unter Verwendung des elektrischen Schaltbildes der Fig. 8 im einzelnen dargelegt werden, wie die verschiedenen Teilbewegungen der einzelnen Elemente gesteuert und aufeinander abgestimmt werden.
Der Plattenspielautomatsetzt sich in Bewegung, sobald ein Hörer durch Drehen der vor ihm liegenden Basisplatte 11 und Eindrücken der entsprechenden Taste der Wähleinrichtung das gewünschte Musikstück gewählt und den Druckknopf 137 betätigt hat. Sofern es sich um ein Gerät mit Vorauszahlung handelt, wird dieser Druckknopf in Abhängigkeit von einer der Tasten 51 oder 52 betätigt, die verriegelt bleiben bis der Geldbetrag für das Abspielen eingezahlt ist. Im folgenden sei zwecks Erläuterung der Wirkungsweise angenommen, dass beide Seiten einer Platte gewählt und infolgedessen zwei übereinanderliegende Tasten (51, 52) durch die Wähleinrichtung bestätigt worden sind. In diesem Augenblick ist das Gerät spielbereit und alle beweglichen Teile, einschliesslich der elektrischen, nehmen die auf den Zeichnungen dargestellte Lage ein.
Durch Betätigen des Druckknopfes 137 (Fig. 8) wird der Bewegungsablauf ausgelöst und ein Stromstoss auf den Elektromagneten 134 gegeben, der eine Schwenkung des Gleitschuhträgers 128 verursacht (Fig. 3).
Diese Schwenkung bewirkt die Rückführung des Gleitschuhs 127 gegen den Stift 129 sowie das Eingreifen des Messers 126 in den ersten Gewindegang des Gewindebolzens 125 und schliesslich das Schliessen des Schalters 120 (Fig. 3 und 8).
Der elektrische Stromkreis des Spielautomaten ist damit geschlossen und der erste Abschnitt des Bewe- gungsablaufs beginnt. Der Motor 110 setzt sich in Bewegung ; der Elektromagnet 121 hält seinen Anker mit dem Stift 122 angezogen. Der Schalter 62 (Fig, 3), der den Drehsinn des Motors 110 bestimmt, ist in der dem Antrieb des Tisches 13 entsprechenden Stellung ; für diesen Drehsinn ist die Kupplung 115 wirksam und das Klinkengesperre 116 unwirksam (Klinke gleitet über die Zähne). Der Tisch 13 beginnt sich zu drehen und die Fühler 53 und 54 nehmen ihre Suchbewegung auf.
Wenn die beiden Fühler vor den beiden eingedrückten Tasten ankommen, kommt zunächst allein der untere Fühler 53 mit der ihm zugeordneten Taste 51 in Kontakt, da die Fühler leicht gegeneinander versetzt sind. Der Fühler 53 wird unter Einwirkung der Taste verschwenkt und nimmt den Fühler 54 mit, der mit ihm durch den Stift 59 und die gemeinsame Achse 55 verbunden ist. Die Schwenkung des Fühlers 54 verursacht eine Schwenkung der Feder 61 und damit die Betätigung des Umschalters 62, wodurch sich der Drehsinn des Motors 110 umkehrt.
Diese Umkehrung erfolgt am Ende des ersten Bewegungsabschnittes und hat eine Änderung des Drehsinns der Welle 69 zur Folge, sowie die Abschaltung des Elektromagneten 121. Dadurch fällt der Magnetanker unter Wirkung seiner Feder in eine der unter ihm liegenden Bohrungen und blockiert die obere Tragplatte 13.
Gleichzeitig wird die Welle 69 über die Verklinkung 116 fest mit der Steuerscheibe 50 verbunden.
In diesem Augenblick, der den Beginn des zweiten Bewegungsabschnitts kennzeichnet, beginnt sich die Steuerscheibe 50 zu drehen. Während der ersten Vierteldrehung der Steuerscheibe bleibt die Steuerschie- ne 92 in Ruhe, während sich die Steuerschiene 64 von links nach rechts verschiebt und dabei auf die an früherer Stelle beschriebene Weise den Schwenkhebel 21 mit der gewählten Schallplatte verschwenkt.
Im Verlauf dieser Bewegung führt die Steuerschiene 64 (Fig. l) zwei weitere Arbeitsgänge aus, u. zw.
(Fig. 3) einmal durch Vermittlung des Fühlers 53, in dem dieser mit seinem Ende 53a die untere Taste 51 in die Ausgangslage zurückschiebt. Der Fühler gleitet dabei radial unter gleichzeitiger geringfügiger Schwenkung im Sinne des Pfeils fl entlang dem Stift 58 nach aussen, wobei er durch die Federn 56,57 festgehalten ist. Zum andern nimmt die Steuerschiene 64 unter Vermittlung des Hakens 71, der den Ansatz 85 an der Hilfssteuerschiene 82 mit, wodurch diese in eine Lage gebucht wird, die durch die zweite Rast an der Feder 83 festgelegt ist. Sobald sich der Fühler 53 von der Rolle 60 löst, wird der Umschalter 62 vom Ansatz 77 in seiner Stellung gehalten, der an die Stelle des Fühlers E4 tritt.
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Die Verschiebung der Hilfssteuerschiene 82 von ihrer ersten in ihre zweite Lage hat, wie vorausgehend beschrieben, eine Richtungsumkehr der Beanspruchung der Feder 90 der Tonarmwelle 33 zur Folge, ferner eine Umkehrung der Drehrichtung der gewählten Schallplatte durch Verschwenkung der Wippe 48.
Wenn die Steuerscheibe das zweite Viertel ihrer Drehung beginnt und damit den Anfang des dritten Bewegungsabschnittes einleitet, ist die Schallplatte an ihrem Platz und ihr erforderlicher Drehsinn ist abhängig von der zu spielenden Plattenseite festgelegt.
Während des gesamten dritten Bewegungsabschnittes bleibt die Steuerschiene 64 in Ruhe, während sich die Steuerschiene 92 von rechts nach links verschiebt. Dabei senkt sich der Tonabnehmer in der beschriebenen Weise bis zur Höhe der ersten Schallplattenrille. Unterdessen liegen die beiden Stifte 103 und 104 längs der Ränder der Steuerfahne 105. Sobald der Tonabnehmer der ersten Rille der Schallplatte gegenüberliegt, erreicht die Steuerschiene 92 eine Lage, für welche die beiden Stifte 103 und 104 am Anfang der Rasten 106 und 107 ankommen. Dadurch erhält die Steuerfahne 105 in ihrer Winkellage eine gewisse Beweglichkeit, sie gibt der auf die Feder 90 erfolgenden Einwirkung nach und dreht'die Welle 33 im Sinne dieser Einwirkung. Infolge dieser Drehung der Welle 33 wird der Saphir 17 an die erste Plattenrille herangeführt.
Dies erfolgt gerade bevor die Steuerschiene 92 das Ende ihrer Bewegung erreicht, d. h. unmittelbar bevor ihr Stift 102 den Umschalter 109 betätigt und den Gleitschuh 127 durch Einwirkung auf ihren Ansatz 130 in seine Ausgangslage zurückführt.
Die genannte Umschaltung findet gerade statt, wenn der Anker der Sperre 136 (Fig. 4) in eine der beiden Rasten der Steuerscheibe 50 eingreift, d. h. nach genau einer halben Umdrehung der Steuerscheibe ; sie bewirkt die Abschaltung des Motors 110 und die Einschaltung des Motors 19. Das Gerät beginnt das erste gewählte Stück zu spielen.
Je weiter die erste Platte abgespielt wird, desto weiter senkt sich der Arm 31. Ist das erste Stück beendet, d. h. hat der Saphir 17 die letzte Rille der Schallplatte durchlaufen, so berührt der Arm 31 den Hebel 100, was das Schliessen des Schalters 101 zur Folge hat.
Dieses Schliessen des Schalters 101 kennzeichnet den Beginn des vierten Bewegungsabschnittes und verursacht die erneute Speisung des Motors 110, der die Steuerscheibe 50 wiederum im gleichen Drehsinn antreibt. Die Steuerscheibe führt das dritte Viertel ihrer Umdrehung aus ; während dieses Abschnittes bleibt die Steuerschiene 64 unbeweglich, die Steuerschiene 92 kehrt in ihre Ausgangslage zurück. Im Verlauf ihrer Bewegung schaltet die Steuerschiene 92 den Schalter 109 um, die vom Stift 102 freigegeben in ihre Ausgangslage zurückkehrt. Diese Umschaltung ändert jedoch nichts am Lauf des Motors 110, der weiterhin unter Spannung bleibt, da der Schalter 101 ja geschlossen ist.
Im Verlauf der weiteren Bewegung der Steuerschiene 92 gelangt der Arm 31 durch eine leichte seitliche Bewegung in die Ebene der Schallplatte, wobei die Stifte 103 und 104 wiederum an den geradlinig verlaufenden Rändern der Steuerfahne 105 anliegen. Darauf wird der Stab 94 vom Schrägansatz 93 angehoben und der Arm 31 in seine Ruhelage zurückgeführt. Während der Aufwärtsbewegung des Armes hat der Anschlag 96 unterEinwirkung seinerRückholfeder wieder seine Ausgangslage eingenommen und der Schalter 101 hat sich geöffnet und den Stromkreis für den Motor 19 aufgetrennt. Der Motor 19 steht Infolgedessen still.
Am Ende dieses vierten Bewegungsabschnittes ist der Arm 31 in seine Ruhelage zurückgekehrt.
Nun beginnt der fünfte Bewegungsabschnitt, der dem letzten Viertel der Drehung der Steuerscheibe entspricht.
Im Verlauf dieses Abschnittes bleibt die Steuerschiene 92 in Ruhe, während die Steuerschiene 64 in ihre Ausgangslage zurückkehrt und dabei, wie bereits erwähnt, die Rückführung der abgespielten Platte in ihre Ausgangslage bewirkt. Die Aufgabe der Steuerschiene 64 während dieses Bewegungsabschnittes ist nicht allein hierauf beschränkt, sondern besteht ferner darin, die Hilfssteuerschiene 82 in ihre Anfangsstellung zu bringen, was unter Zwischenschaltung des Stiftes 78 erfolgt, der sich gegen den Ansatz 85 der Schiene legt.
In dem Augenblick, in dem der fünfte Bewegungsabschnitt zu Ende geht, erreicht die Rolle 60 das Ende des Ansatzes 77 (Fig. 4). Der Fühler 53 hat auf die in seinem Weg liegende Taste 51 eingewirkt und erreicht im Verlauf der Rückkehr der Steuerschiene 64 unter Wirkung seiner Rückholfeder 56 wieder seine Ruhelage ; die Rolle 60 wird jedoch vom Fühler 54 in ihrer Lage gehalten. Der Fühler 54 drückt seinerseits gegen die Taste 52, die infolge der räumlichen Versetzung der Fühler 53 und 54 an ihrem Platz blieb ; der Umschalter 62 wird daher nicht betätigt und der Motor 110 treibt weiterhin die Steuerscheibe 50 an.
Das auf diese Weise eingeleitete neue Arbeitsspiel hat nicht genau den gleichen Verlauf wie das vom
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unteren Fühler 53 ausgelöste, da der lose, auf der Welle 55 sitzende Fühler 54 den Haken 71 nicht verschwenkt.
Unter diesen Umständen hat die Beibehaltung der Umlegung des Umschalters 62 wie vorher die Drehung der Steuerscheibe 50 und die Betätigung der Steuerschienen 64 und 92 zur Folge, jedoch bleibt der Gleitschuh 82 in der auf der Zeichnung eingetragenen Lage. Daher wird die Rolle 47 nicht in den Antrieb der Schallplatte eingeschaltet und die Tonarmwelle 33 dreht sich unter Wirkung der Schraube 88 im Uhrzeigersinn, sobald die Stifte 103 und 104 an der Steuerschiene 92 den Anfang der Rasten 106 und 107 erreichen. Diese beiden Folgen ergeben sich aus dem Stillsetzen des Tisches 13 durch die obere Taste, die der zweiten Seite der Schallplatte zugeordnet ist, da ja nunmehr der Spahir 18 mit der Schallplatte zusammenwirkt.
Von diesem Unterschied abgesehen verlaufen die einzelnen Bewegungsabschnitte wie beim Abspielen der ersten Schallplattenseite. Sobald die zweite Plattenseite abgespielt ist, kehren alle Teile in ihre Ausgangslage zurück und der Tisch 13 nimmt ihre Drehung wieder auf, nachdem sie sich um 3600 gedreht hat, öffnet der Gleitschuh 127 (Fig. 3) den Schalter 120, wodurch die Automatik des Gerätes abgeschaltet ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Schallplattenspielautomat mit konzentrisch und rotierbar um das Abspielgerät sternförmig angeordneten Schallplatten, die wahlweise mittels eines Reibrades angetrieben werden, einer Vorrichtung zur Steuerung der Platten und des Tonarmes aus der Ruhelage in die Abspielstellung und umgekehrt sowie des Antriebes der gewählten Platte, und mit einer Fühlhebelsuch- und Wähleinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung auf einem, auf der Tragplatte (12) des Plattenvorrates drehbar gelagerten Tisch (13) befestigt ist, der ausser dem Antriebsmotor (19) für die Platten einen Motor (110) für die genannte Steuervorrichtung trägt, welcher mit der die Bewegungsvorgänge auslösenden Steuerscheibe (50) der Steuervorrichtung und-über eine Überholkupplung mit Klinkengesperre (115)-mit einem mit der Steuerscheibe (50)
koaxialen Antriebsritzel (114) für den Tisch (13) in Antriebsverbindung steht, wobei das Ritzel nach Art eines Planetenrades mit einem um die Rotationsachse des Tisches an der Tragplatte (12) befestigten Zahnkranz (117) in Eingriff steht.