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Österreichische
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TOMASO GUISSANI IN MAILAND.
Verfahren zur Konservierung von Holz.
Vorliegende Erfindung betrifft ein Holzkonservierungsverfahren, welches nach der Art desjenigen von 0 t t (siehe H e i n z e r l i n g: #Die Konservierung des Holzes", Halle a/8 1885, Seite 118 ff) darauf beruht, dass das Holz zuerst in ein heisses Bad eingebracht wird, wodurch das in dem Holze enthaltene Wasser ausgetrieben wird, worauf man das Holz mit einer kalten Badeflüssigkeit in Berührung bringt, welche den in den Poren enthaltenen Wassordampf kondensiert, so dass in dieselben Imprägnierungsflüssigkeit eintreten kann.
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und lässt das Holz solange darin verweilen, bis sich aus demselben keine Wasserdämpfe mehr entwickeln ; dann zieht man das heisse Öl ab und leitet in den Behälter, in dem sich das Holz befindet, die kalte Imprägnierungsflüssigkeit ein.
Das den Erfindungsgegenstand bildende neue Verfahren unterscheidet sich von dem geschilderten hauptsächlich dadurch, dass das Holz im ersten Stadium einer viel höheren Temperatur ausgesetzt wird, bei welcher in vollkommen sicherer Weise alles Wasser ausgetrieben und das Eiweiss der Holzzellen zerstört wird. Ferner erfolgt die Abkühlung in viel energischerer Weise und es wird nicht die das kalte, sondern die das heisse Bad bildende Flüssigkeit als Imprägniorungsnüssigkeit in das Holz eingetrieben. Bei einer anderen Ausführungsform ist man imstande zwei verschiedene miteinander nicht mischbare Flüssigkeiten, aus welchen das kalte Bad besteht, in das Holz einzutreiben.
Erfahrungsgemäss hat das Holz je nach seiner Beschaffenheit 90 bis 150 Minuten lang in dem auf 1300 C bis 1500 C erhitzten Bade zu bleiben. Die Abkühlung erfolgt nach Übertragung des Holzes in ein anderes Gefäss, welches die kalte Flüssigkeit enthält. Die Übertragung muss natürlich rasch geschehen, immerhin kann sie bei grossen Holzstücken-Eisenbahnschwellen, Telegraphenpfählen u. dgl.-10 bis 20 Sekunden dauern, ohne dass die Absorption beeinträchtigt würde.
Die von dem Holz absorbierte FlüssIgkeitsmenge kann nach Belieben verändert bezw. geregelt werden, indem das Eintauchen des Holzes in das kalte Bad in dem Augenblicke unterbrochen wird, als das Niveau der Absorptionsfüssigkeit bis zu einer vorher bestimmten. der gewünschten Absorptionsmenge entsprechenden Grenze gefallen ist.
Im nachfolgenden sind zwei Durchführungsarten des Verfahrens näher beschrieben.
I. Wird als heisses Bad eine Mischung von grosser Dichte, beispielsweise ein aus Anthracen und Pech bestehendes Gemenge von 18 bis 260 Bö. verwendet, so wird die Verdampfung des im Holz befindlichen Wassers in der gewünschten Weise bewirkt. Wenn das Holz aus dem warmen Bad genommen worden ist, so ist es an seiner Oberfläche voll- ständig mit einer aus dieser Mischung bestehenden Schichte von einigen Millimetern Dicke bedeckt.
Während der nachfolgenden Absorptionsperiode im kalten Bade wird diese Schichte zufolge des durch die Kondensation des Wassers in den Poren gebildeten Vakuums in das Holz eingesaugt und darin festgehalten, so dass unterhalb der Holzoberfläche eine harte und undurchdringliche Schichte geschaffen wird, welche das Holz gegen den schädlichen Einfluss der Atmosphärilien oder anderer mit dem Holze in Berührung kommender Agenzien schützt.
II. Wenn in den für das kalte Bad bestimmten Behälter zwei Flüssigkeiten gebracht werden, deren Zusammensetzung und Dichte verschieden ist, beispielsweise eine die Dichte von 2-4 Bé. besitzende Lösung von Zinkchlorid oder anderen Salzen und Teeröl (Kreosot)
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von einer Dichte von 10-140 Be., so werden sich wie bekannt die beiden Flüssigkeiten selbst beim Durchrühren des ganzen Behälterinhaltes nicht mischen, sondern die leichtere Flüssigkeit, im vorliegenden Falle die Lösung, schwimmt oben, während das Kreosot unten bleibt. Das aus dem heissen Bad genommene Holz wird nun in das kalte Bad gebracht und zunächst bis auf den Grund des Behälters getaucht, so dass es vom Kreosot umgeben ist, welches in die Poren des Holzes eindringt.
Das Holz wird solange im kalten Bad gelassen, bis das Niveau desselben sich bis zu dem der gewünschten Absorptionsmengo entsprechenden Teilstrich eines Indikators gesenkt hat. In diesem Augenblicke wird mittels eines bekannten Mechanismus das Holz so hoch gehoben, dass es in die Salzlösung taucht, in welcher es bis zur vollständigen Kondensation, bezw. Absorption verbleibt, wofern nicht eine geringere Absorptionsmenge gewünscht wird, in welchem Falle das Holz früher aus dem Bad. genommen wird. Der Prozess ist nun beendet. Beim Durchgange des Holzes durch die drei verschiedenen Flüssigkeiten (Bäder) ergeben sich folgende Erscheinungen : Während das Holz das Teoröl absorbiert, zieht letzteres das Pech aus dem Grunde leicht mit, weil
Pech im Öl vollständig löslich ist.
Wenn nun das Holz in die Lösung der Salze gebracht wird, so dringen dieselben, durch die im Holze stattfindende noch nicht beendet Konden- sation des Wassers angesaugt, in das Holz und durchziehen das vorher eingetretene Teeröl, mit weichem sie sich wie beim Durchgange durch ein Filter innig mischen, so dass die beiden Flüssigkeiten nachher nicht mehr gesondert werden können. Das vom Holz aus dem heissen Bade entnommene Pech wird durch diesen Vorgang unter die Oberfläche des Holzes gebracht, wo es eine undurchdringliche Schichte bildet und das Holz gegen Eindringen von
Luft oder Wasser schützt. Man kann also in dem Holze eine vollständige Mischung zweier
Flüssigkeiten erlangen, welche sonst untereinander nicht mischbar sind und obgleich vorher vollständig emulgiert, sich sonst bei ihrem Eindringen in das Holz trennen würden.
Das vorliegende Verfahren ermöglicht auch eine leichte und sehr genaue Kontrolle nicht allein Über die Qualität der in das Holz einzuführenden Materalien, sondern auch über die be- zliglichen Mengen derselben.
PATENT-ANSPRÜCHE : 0'L Verfahren zur Konservierung von Holz mit in bekannter Weise aufeinander folgender
Benützung eines heissen und eines kalten Bades, dadurch gekennzeichnet, dass das erste
Bad aus Stoffen besteht, welche beim Erhitzen auf hohe Temperatur erweichen, so dass sie das zu imprägnierende Holz mit einer dicken Schichte überziehen, welche beim Übertragen in das aus einer beliebigen Flüssigkeit gebildete kalte Bad als Schutzhülle dient und bei der im kalten Bade erfolgenden Abkühlung mit in das Holz eingesaugt wird.
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