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Verfahren zur Bereitung eines Materials, das zur Herstellung einer monolithischen Kunststein- masse dient.
Zur Bereitung eines zur Herstellung einer monolithischen Kunststeinmasse dienenden Materials ist ausser den bekannten Mischverfahren schon vorgeschlagen worden, das Material (vornehmlich Schotter) in ein aus bituminösem Stoff bestehendes Bad zu tauchen und hernach unter dem Einfluss von Wärme zu belassen, um die überflüssige Menge des Bindemittels von den Teilen des Schotters zu entfernen. Für ein solches Bad ist bis jetzt Teer oder ein Teerpräparat vorgeschlagen worden.
Der Erfinder hat nun erkannt, dass nur mit einer äusserst dünnen Haut des kittenden bituminösen Stoffes eine grosse Festigkeit des gekitteten Materials erzielt werden kann. Die Erklärung für diese Erscheinung ist darin zu suchen, dass bei den hier zur Verwendung kommenden bituminösen Stoffen, die neben dem spröden und nur infolge des physikalischen Vorganges der Erstarrung erhärtenden Hartpech noch ölige Bestandteile enthalten, das Erhärten auch auf Oxydation zurückzuführen ist.
Die oxydierte, erhärtete Oberflächenschicht ist aber luftundurchlässig, verhindert also den Zutritt des Sauerstoffes zu den tiefer liegenden Schichten des bituminösen Stoffes und infolgedessen dessen Erhärtung durch und durch. Es findet also, wenn nicht eine äusserst dünne Haut zur Verwendung kommt, nur an der Oberfläche eine vollständige Erhärtung statt. Unter der erhärteten Oberflächenhaut erhärtet der bituminöse Stoff unvollständig, weil nur Hartpech erstarrt, die öligen Bestandteile dagegen nicht, da Luft nicht zu ihnen treten kann. Daher die geringe Festigkeit nach den bisherigen Verfahren, bei denen keine genügend dünne Haut erzielbar war.
Der Kernpunkt der Erfindung liegt also in der erforderlichen Dünnheit der bituminösen Haut und es entstand die Aufgabe, diese dünne Haut in praktisch verwertbarer Weise herzustellen. Die bisherigen Verfahren versagten vollständig, insbesondere alle Misch-u. dgl.
Verfahren. Auch das Badverfahren der bisher üblichen Art führte nicht zum Ziel. Sogar, wenn der Betrieb absichtlich so geleitet wird, dass der Überschuss des Tränkmittels abtropfen kann, lässt sich nicht ohne weiteres ein Überzug von der notwendigen Dünnheit erzielen. Erfinder erkannte, dass hierzu ein grosser Grad von Dünnflüssigkeit des geschmolzenen Tränkmittels notwendig war. Mit gewöhnlichem Teer und mit nicht zweckentsprechenden Teerpräparaten lässt sich diese Dünnflüssigkeit nicht erreichen, weil schon lange bevor die notwendige Temperatur erreicht wird, bei gewöhnlichem Teer ein solches Aufschäumen oder bei nicht zweckentsprechenden Teerpräparaten ein frühzeitiges Verdampfen der leichten und mittleren Öle eintritt, das die praktische Durchführung des Verfahrens unmöglich macht.
Es zeigte sich nun, dass sich Weichpech auf die notwendige Temperarur und infolgedessen Dünnflüssigkeit bringen lässt und nur bei Anwendung dieses Stoffes bei-genügender Dünnflüssigkeit desselben war es möglich, die äusserst dünne Haut zu erzielen, die nach der Erkenntnis des Erfinders für die Erzielung der notwendigen Festigkeit erforderlich ist.
Gemäss der Erfindung wird also zum Zweck, grosse Festigkeit der durch Überziehen von Schottermaterial mit einem bituminösen Kittmittel nach dem Badeverfahren herzustellenden Kunststeinmasse zu erreichen, das Schottermaterial mit einem nur sehr dünnen
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Häutchen des bituminösen Kittmittels versehen und hierzu in einem Bad aus dünnflüssigem Weichpech behandelt.
Weichpech kann ein. Produkt der Teerdestillation sein. Als festestes und härtestes Produkt der Teerdestillation ist Hartpech, als flüssigstes Benzol anzusehen. Die zwischen diesen Produkten liegenden Produkte stellen verschiedene Grade fester und weicher, dick-und dünnflüssiger Produkte da. r und das Weichpech ist ein an der Grenze zwischen festen und flüssigen Produkten liegendes Produkt. Weichpech kann auch durch eine Mischung von Hartblech und Teerölen dargestellt werden, oder kann aus Mineralölrückständen oder natürlich vorkommenden oder künstlich hergestellten bituminösen oder asphaltigen Stoffen, ent- weder rein oder miteinander vermischt bestehen.
Einem durch Weichpech in richtiger Zusammensetzung gebildeten Bad kann eine hohe Temperatur (etwa 200 bis 3000) gegeben werden, ohne dass dasselbe aufschäumt und ohne dass die öligen Bestandteile desselben als Dämpfe entweichen, und es wird hierdurch so dünnflüssig wie Wasser. Diese, eine äusserst dünne Haut ergebende Dünnflüssigkeit hat eine sparsame Anwendung des Bindemittels zur Folge, wodurch das neue Verfahren gegenüber den bekannten Verfahren neben der neuen technischen Wirkung der grösseren Festigkeit auch noch wesentlich billiger zu stehen kommt.
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stellung billiger und solider, vollkommen staubfreier Strassen, Fusswege, Bahnsteige, Fabrik- und Stallböden, Terrassen usw., dann aber-auch für Bauarbeiten, bei denen heute Mörtel oder Zement verwendet werden, also z.
B. an Stelle von gewöhnlichem und armiertem Zementbeton, für alle Arten von Kunststeinen usw. Dieses Material ermöglicht, dass in kältestem und starkströmendem Wasser gearbeitet werden kann, da erfahrungsgemäss die Oxydation auch da unter Einwirkung der im Wasser enthaltenen Luft beinahe ebenso rasch vor sich geht, wie direkt an der Luft.
Das Material kann nicht nur direkt nach der Zubereitung in noch klebrigem Zustand warm oder abgekühlt zur Verwendung kommen, es kann auch längere Zeit (Monate und Jahre lang) gelagert werden und wird im letzteren Fall in einer zur Herstellung desselben benutzten Vorrichtung selbst oder unmittelbar nach dem Verlassen derselben mittels Luft oder Wasserzirkulation bis zum vollständigen Eintrocknen des Bindemittels abgekühlt. Um es dann im Moment der Verwendung wieder plastisch zu machen, genügt es, das Material z : B. in einer speziellen Wärmemaschine oder in einer heizbaren Betoniermaschine oder Mischtrommel oder durch Eintauchen in Anthrazenöl wieder klebrig zu machen.
In der Zeichnung ist eine Ausführungsform einer Vorrichtung dargestellt, mittels welcher das Verfahren beispielsweise ausgeführt werden kann.
1 ist ein als Behälter für das aus erhitztem Weichpech bestehende Bad dienender Kessel, der in einem Herd 2 angeordnet ist. In dem Kessel befindet sich ein Korb, der an einer Rolle mittels Seil und Gegengewicht aufgehängt ist. Kessel und Herd haben eine ähnliche Gestaltung wie diejenigen, die zur Bereitung von Gussasphalt benutzt werden. Der Kessel ist durch einen Deckel abgeschlossen. Die Aufhängung des Korbes ermöglicht, nachdem er mit dem zu bereitenden Schottermaterial gefüllt worden ist, diesen in das im Kessel befindliche Bad einzutauchen und nachdem er genügend lang in demselben ge-
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bleibt der Korb so lange, bis das überschüssige Weichpech abgetropft ist. Während dieser Zeit bleibt der Korb der vom Bad aufsteigenden Wärme ausgesetzt, wodurch das Abtropfen
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PATENT-ANSPRüCHE : i.
Verfahren zur Bereitung eines Materials, das zur Herstellung einer monolithischen Kunststeinmasse dient, durch Überziehen von Schottermaterial mit einem bituminösen Kittmittel nach dem Badeverfahren, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zwecke, grosse Festigkeit der Kunststeinmasse zu erreichen, das Schottermatnrial mit einem nur sehr dünnen Häutchen des bituminösen Kittmittels versehen und hierzu in einem Bad aus dünnflüssigem Weichpech behandelt wird.