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Österreichische PATENTSCHRIFT Nez 16879. JOSEPH DE BROUWER IN BRÜGGE (BELGIEN).
Vorrichtung zum Ausstossen des Koks aus Casretorten.
Eine der Hauptursachen, welche die Anwendung von Stossmaschinen in Gasanstalten erschweren, ist der zwischen Retortenmundstück und Ofenhauswand befindliche geringe
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Ofenhauswand erforderliche freie Durchgangsraum. Um diesen Übelstand zu beseitigen, hat man teleskopartig ineinander schiebbare Rohre aus mehreren Einzellängen angeordnet; es ist aber zu befürchten, dass durch die starke Hitze, welcher die Rohre ausgesetzt werden, die Bewegungen zum Ein-und Herausschieben dieser teleskopartigen Vorrichtungen unzuver- lässig oder schwierig werden.
Bei der vorliegenden Erfindung kommt eine als Zahnstange ausgebildete Kette zur Verwendung, welche am vorderen Ende eine massive Stange besitzt und sich bei der Rückwärtsbewegung um einen Kern oder eine Rolle wickelt.
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eigneten Hebevorrichtungen ein Gestell 5 aufgehängt, welches aus einer Grundplatte und aus zwei an ihrem oberen Ende schräg verlaufenden Wangen gebildet ist und in welchem zwischen den Gleitschienen 4, 4 eine Führung für die Achse der Scheibe 25 vorgesehen
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Letztere be & tehpn aus einem Motor fi (am besten aus einem Elektromotor) mit den beiden Riemenscheiben 7, 8 von verschiedener Grösse. Von diesen Scheiben gehen der offene Riemen 9 und der andere gekreuzte Riemen 10 aus. Durch diese Riemen werden die lose auf der Welle 13 sitzenden Riemenscheiben 11, 12 angetrieben, an welchen die Scheiben 14, 15 angegossen oder in anderer Weise befestigt sind. Zwischen diesen befinden sich auf der Welle 13 die durch die Muffe 18 verbundenen Reibscheiben 16, 17.
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sich drehen. Da diese Bewegungsorgane für den Erfindungsgegenstand an sich nicht von Bedeutung sind, sollen sie hier nicht weiter beschrieben werden.
Die in der beschriebenen Weise mitgenommene Welle 13 versetzt durch die Schnecke 21 und das Schneckenrad das Zahnrad 23 in Umdrehung (Fig. 2), das mit der als Zahnstange ausgebileten Kette 24 in Eingriff steht und durch eine Öffnung in der Grundplatte des Gestelles 3 hindurchragt.
Genannte Zahnstangenkette gleitet auf dieser Platte und weiterhin auf dem Boden der
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Die Kette besteht ans der eigentlichen Zahnstangen) cotte, die aus einer Reihe von einander gleichen Gliedern 24 gebildet ist, und dem Kopf oder Koll) on 26. Die Aufwickel-
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grössten Radius vermindert um die Höhe eines Kettengliedes. Die Achse der Scheibe 25 ist mit ihren Enden in die von den Schienen 4,4 gebildeten Führungen an den Wangen des Gestelles 3 eingesetzt, so dass sich die Scheibe bei Fortbewegung der Zahnstangenkette um sich selbst drehen muss und sich in der Führung hebt und senkt, je nachdem die genannte Zahnstangenkette auf-oder abgewickelt wird.
Die in Fig. 4 bis 8 besonders dargestellten Kettenglieder 24 sind folgendermassen zusammengesetzt : Im oberen Teil eines jeden Gliedes befinden sich rechts und links die Augen für die Scharniere zur Verbindung der einzelnen Glieder. Der untere Teil besteht aus zwei vollen Seitenwänden, zwischen denen Zähne für den Eingriff eines Zahnrades angebracht sind. Die Seitenwände sind nach oben verlängert und bilden mit den Rück- 'wänden der Scharniere einen mit Kühlwasser anzufüllenden schüsselartigen Hohlraum. Die unten an den Stirnseiten abgehobelten vollen Seitenwände legen sich aneinander an und bilden die Glieder eine fortlaufende Zahnstange, bei welcher eine Durchbiegung nach oben und zur Seite unmöglich ist. Die Kette endigt in einen geraden Endteil in Form eines Kolbens 26, dessen Schild 27 die Form der zu entleerenden Retorten hat.
Die gerade Stange ist ebenso wie die Kettenglieder zu einer Schale ausgebildet, deren Kühlwasser jode schädliche Einwirkung der hohen Temperatur verhindern soll.
Der Betrieb und Arbeitsvorgang der Vorrichtung ist der folgende : Der Maschinenwärter stellt den Kolben vor der zu entleerenden Retorte ein und setzt den Motor in
Betrieb. Durch nachheriges Verschieben des Hebels 20 nach links oder rechts rückt er den Mechanismus zum Vor- oder Rückwärtslaufen der Kette ein. Hat, wie in der Zeichnung ersichtlich, die Scheibe 8 an der Kraftmaschine zur Rückwärtsbewegung der Kette einen grösseren Durchmesser als die Scheibe 7 zur Vorwärtsbewegung der Kette, so wird die Rückwärtsbewegung im Verhältnis zu den Durchmessern beider Scheiben eine entsprechend schnellere sein. Rad 2. nimmt die Zahnstangenkette mit und bewegt sie gegen den Koks in der Retorte, der vor der Kette hergeschoben wird.
Bei der umgekehrten Bewegungs- richtung wird die Kette zurückgezogen und auf die Scheibe 25 aufgewickelt.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich, kann der Vor- ode ! Rückwärtsgang in jedem
Augenblick unterbrochen oder umgekehrt werden ; die Vorrichtung kann auch stillgesetzt werden. Alles hängt von der Einstellbewegung des Hebels 20 ab.
Eine in der Zeichnung nicht besenders angegebene Einichtung verhindert, dass die
Vor-oder Rückwärtsbewegung der Kette eine gewisse Grösse überschreitet ; hiebei bewirkt die Maschine selbst automatisch ihr Stillsetzen unter Unterbrechung des elektrischen Strom- kreises. Dies muss sein, damit die Kette nicht die äussersten. für ihre Arbeit bestimmten
Grenzen überschreitet.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Eine Vorrichtung zum Herausstossen des Koks aus Gasretorten mittelst Kolbens, welcher durch eine Kette in Betrieb gesetzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass diese Kette als Zahnstange ausgebildet ist, an welcher an dem in die Retorte gehenden Ende eine frei sich \rsohiebendo, den Kolben tragende Stange angebracht ist, und dass sich die
Zahnstangenkette bei ihrer Rückwärtsbewegung um eine spiralförmig gestaltete Scheibe aufwickelt.