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Österreichische PATENTSCHRIFT Nu-16868. RICHARD VAN SICKLE IN SCHELA (RUMÄNIEN).
Tiefbohrkran.
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Tiefbohrkran, welcher durch seine zweckmässige Ausgestaltung für Wasserspül-, stangen-und Seilbohrung verwendbar ist. Der Zweck der Erfindung ist, durch die Anordnung der Seilführungsrolle und des diese Rolle und die Trommellager haltenden Gerüstes den Kran unabhängig vom Bohrturm zu machen und alle beim Betriebe auftretenden Kräfte durch die Träger des Gerüstes aufzunehmen. Eine weitere Verbesserung des Bohrkrans besteht in der Anordnung der Bohrschwengellagerung, durch welche selbst während des Betriebes auf einfache und leichte Weise eine beliebige Höheneinstellung der Schwengellager ermöglicht ist. Die Höheneinstellung der Schwengellager wurde bei den bisher bekannten Bohrkranen durch Verstellen von Schrauben oder Muttern oder in ähnlicher Weise erzielt.
Bei dem Bohrkran der vorliegenden Erfindung sind die Schwengellager hydraulisch unterstützt und zu diesem Zwecke auf Kolben befestigt, welche in Zylindern senkrecht verschiebbar sitzen, wobei die Zylinder mittels einer Pumpe oder dgl. zwecks Anhebens bezw. Senkens der Schwengellager mit Flüssigkeit beliebig angefüllt bezw. entleert werden können.
Die Zeichnung veranschaulicht eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindunggegenstandes. Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht, Fig. 2 einen Grundriss des Bohrkranes, Fig. 3 eine Vorderansicht der Antriebsvorrichtung für die Seiltrommeln und den Bohrschwenge)
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Die Antriebsvorrichtnng für den Bohrkran, welche an einer Seite des Bohrturmes a angeordnet ist (s. Fig. 1 und 2), enthält die Trommeln b b'für das Schmandseil und das Förderseil sowie den Bohrschwengel c. Der Antrieb der beiden Trommeln, welche in der Mitte des Bohrkranes bezw. einer Bohrturmseito gelagert sind, geschieht von der Antriebswelle d aus in bekannter Weise
Die Lager der Qeiltrommeln sind auf je zwei schräge liegenden Trägern b2 bezw. angeordnet. Die Seilrolle e ist an einer Trägerkonstruktion befestigt, welche durch ihre Anordnung alle von dem Seil ausgeübten Kräfte aufnimmt.
Diese Trägerkonstruktion setzt sich aus zwei, von dem Fundament der Antriebsvorrichtung sich nach oben hin erstreckenden, mit den obersten Enden zusammenstossenden Trägern e'und aus paarweise schrägliegenden, vom oberen Ende e dieser Träger zu den beiden Trommellagern sich erstreckenden Trägern e2 bezw. e3 zusammen. An der Spitze, wo diese sechs Träger zusammenlaufen, ist die Seilrolle e gelagert. Entsprechend der Anordnung der Rolle e sind auch die Seiltrommeln sowie die gesamte Antriebsvorrichtung in der Mitte der Bohrturmseite angeordnet.
Die hydraulische Lagerung des Bohrschwengels c ist insbesondere aus Fig. 4 ersichtlich. Die Schwengelachse ruht auf den Lagern c8, welche auf dem Querträger c befestigt sind. Der Antrieb des Bohrschwengels erfolgt durch die Kurl) elstange el mittels der auf der Antriebswelle d sitzenden Kurbel c2. Der Querträger cl ruht auf Kolben fl, deren im vorliegenden Falle vier vorhanden sind, welche paarweise an jedem Ende des Trägers cl in Zylindern. f unter Abdichtung verschiebbar sind. Die Zylinder sitzen auf dem Behälter und stehen mit demselben in Verbindung. Der Behälter und die Zylinder f können nun vermittelst der Rohrleitung j2 mit Flüssigkeit beliebig gefüllt bezw. entleert werden.
Um während des Betriebes das Schwengellager anzuheben, genügen wenige Stösse einer in der Zeichnung nicht dargestellten Pumpe, welche das Druckmittel durch das Rohr j2 in den
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Bohtltor/ und die Zylinder f fördert. Durch Auslassen des Druckmittels können dio Zylinder und somit auch die Schwengellager entsprechend gesenkt werden. Die hydraulische Lagerung in der vorstehend beschriebenen Weise bietet mehrere, für den Betrieb wichtige Vorteile. Wenn sich oberhalb des Bohrmeissels eine Brücke aus Material bildet, wie es z.
B. bei klebriger Tonerde vorkommt, so war es bei den SchwengeMagern, welche durch Schrauben oder dgl. in der Höhe einstellbar sind, mit grossen Schwierigkeiten verbunden, den Meissel durch diese Brücke hindurchzubringen, da die erforderliche Kraft für die Höhenverstellung durch die bisher angewandten Mittel nicht zu erzielen war. Mittels der hydraulischen Lagerung kann die Materialbrücke ohne jegliche Schwierigkeit leicht beseitigt werden, indem während des Bohrens durch plötzliches Anheben des Schwengetlagers mittels weniger Pumpeastösse der Bohrer mit grosser Kraft und Geschwindigkeit gehoben und die Materialbrücke durchbrochen wird.
Wie ferner Fig. 4 zeigt, steht das Rohr 12 nicht direkt mit der Förderpumpe für das Druckmittel in Verbindung, sondern mündet in einen Behälter g ein, von welchem aus eine Rohrleitung g4 zur Pumpe führt. Der Flüssigkeitsbehälter 9 kann nun derart ausgebildet sein, dass sein Volumen gegen einen elastischen Widerstand vergrössert werden kann. Letzteres ist im vorliegenden Falle durch einen unter dem Drucke einer Feder g2 stehenden, in einer Bohrung des Behälters 9 verschiebbaren Kolben gl erreicht. Die Feder g2 stützt sich nach oben hin gegen einen Querträger g-9, welcher durch entsprechende Verstellung von Muttern oder dgl. in der Höhenrichtung einstellbar ist, wodurch die Federspannung reguliert werden kann. Statt des einen Kolbens ql können, wie ans Fig. 2 und 3 hervorgeht, auch zwei oder mehrere Kolben am Behälter 9 angeordnet sein.
Durch diese hydraulische Lagerung in Verbindung mit dem elastisch nachgebenden Koiben < wird der beim Anheben durch das Übergewicht des Bohrgerätes ausgeübte Zug in einem Druck auf die Kolben und die eingeschlossene Flüssigkeit übertragen, welch letztere infolgedessen die Kolben gl des Behälters 9 gegen den Druck der Federn 92 anhebt. Wird nun beim Senken des Bohrgerätes durch Auftreffen desselben auf den Boden des Bohrloches der Bohrschwengel entlastet, so werden unter dem Drucke der Federn g2 die Kolben gl niedergedrückt und die Kolben fl gehoben, wodurch die Lager des Bohrschwengels wieder in die Ruhelage gebracht werden.
Beim Bohren mittels Seiles ist die elastische Schwengellagerung entbehrlich. Es ist infolgedessen bei der hydraulischen Anordnung die Möglichkeit gelassen, dass die elastische Lagerung schnell in eine starre verwandelt werden kann. Dieses wird dadurch erreicht, dass das Druckmittel aus dem Innern der Zylinder f abgelassen wird, wodurch sich die Schwengellager senken und mit einem Ansatz c5 an der Unterseite des Querträgers c4 auf den oberen Rand der Druckzylinder f aufsetzen.
PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Tiefbohrkran mit einem die Seilführungsrolle in der Mitte einer Bohrturmseite unabhängig vom Bohrturm tragenden Gerüst, dadurch gekennzeichnet, dass das Gerüst aus anfrechteu, vom Grundrahmen des Bohrkranes und schrägen, von den Lagern der Seiltrommeln nach den Lagern der Führungsrolle sich erstreckenden Trägern gebildet ist, zum Zwecke, alle beim Seilbetrieb auftretenden Kräfte durch das Gerüst selbst unabhängig vom Bohrturm aufzunehmen.
2. Tiefbohrkran, dadurch gekennzeichnet, dass der Bohrschwengel hydraulisch gelagert ist, zum Zwecke, durch Vermehrung oder Verminderung des Druckmittels ein Heben bezw.
Senken der Schwengellager während des Betriebes vornehmen zu können.