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Karteikarte und Vorrichtung zum Perforieren und Abtasten dieser Karteikarten
In Buchhaltung-, statistischen und ähnlichen Maschinen ist die Verwendung von Registrierkarten üblich, die Buchstaben oder Kodezeichen darstellende Perforationen aufweisen. Diese perforierten Karten können mittels elektrischer oder pneumatischer Vorrichtungen zur Betätigung verschiedener Maschinen, z. B. von Rechen-, Typendruck-oder eigentlichen Druckereimaschinen u. dgl., verwendet werden.
Perforiertes Blattmaterial wird auch in zusammenhängender Band-oder ähnlicher Form für ähnliche Zwecke verwendet, z. B. zur Steuerung mechanisch betätigter Musikinstrumente, von Webstühlen u. dgl.
Vorliegende Erfindung betrifft eine Karteikarte, die in neuartiger Weise durch elektrische Kontaktgabe in ihre Verwendungsform gebracht werden kann, indem an Stelle der bisher üblichen Perforierung eine Metallfolie durch elektrischen Strom an der gewünschten Stelle zum Abschmelzen oder Verdampfen gebracht wird. Die Karteikarte nach der Erfindung besteht aus einem nicht leitenden Grundblatt, das ein-oder beidseitig mit einem elektrisch leitenden blattähnlichen Überzug, z. B. einer Metallfolie, versehen ist.
Wenn Strom von den Kontaktstiften auf das Metallblatt fliesst, schmilzt oder verdampft letzteres an den Berührungsstellen, so dass die elektrische Verbindung zwischen den Stiften und dem Metallblatt unterbrochen wird.
Es kann eine grosse Zahl von auf einem gemeinsamen Rahmen montierten Kontaktstiften ver- wendet werden, wobei jeder von diesen mittels einer separaten Leitung mit einem Kommutator od. dgl. verbunden sein kann. Der Strom kann an einzelne Kontaktstifte oder bestimmte Gruppen oder Kombinationen von solchen geliefert werden, um das Blattmaterial mit einer Anzahl Perfora- tionen zu versehen, entsprechend den zu registrie- renden Gruppen von Figuren, Buchstaben oder
Kodesignalen.
Dieselbe Gruppe von Kontaktstiften, die so erfindungsgemäss zur Perforierung des Metall- blattes verwendet wird, kann auch zum auto- matischen Abtasten oder Aufzeichnen von
Perforationen, mit welchen ein Blatt bereits versehen worden ist, gebraucht werden. Wenn ein perforiertes Blatt unter die Kontaktstifte gebracht worden ist, fliessen elektrische Ströme durch alle Kontaktstifte, die in Berührung mit dem Metallband stehen, aber nicht durch die- jenigen Kontaktstifte, deren aktive Enden durch die Perforationen das nicht leitende Grundblatt berühren.
Durch Unterstromsetzen einzelner Kontaktstifte oder Gruppen solcher ist es daher auf einfachem Wege möglich, die Lage von Perforationen auf dem Metallblatt zu bestimmen und damit diesen Perforationen entsprechende Stromimpulse auf Geräte zu übertragen, mittels denen die Perforationen verwertet oder aufgezeichnet werden.
Der für das Ablesen verwendete Strom muss offenbar viel schwächer als der zur Perforierung verwendete sein, um ein Verbrennen oder Schmelzen des Metallblattes an den Kontaktstellen zu vermeiden.
Ein erfindungsgemässes Ausführungst ispiel, das zur Perforierung von Registrierkarten dient, ist in der Zeichnung schematisch dargestellt, u. zw. zeigt Fig. l eine Vorderansicht der Perforiervorrichtung, Fig. 2 einen Querschnitt derselben, Fig. 3 einen Grundriss und Fig. 4 einen Querschnitt des Kontaktstiftrahmens in grösserem Massstab mit einer Anzahl darauf montierter
Kontaktstifte.
In Fig. l und 2 bezeichnet 1 Kontaktstifte, die nachgiebig in einem Rahmen 2, bestehend aus drei parallellaufenden, zweckdienlich mit- einander verbundenen Schienen 3-5 aus Isolier- material, montiert sind. In der gezeigten Aus- führungsform liegen je drei Kontaktstiftachsen in einer Vertikalebene horizontal übereinander, wobei benachbarte Dreiergruppen gegeneinander versetzt sind, wie aus Fig. 1 ersichtlich ist.
Jeder Kontaktstift 1 ist mittels einer Leitung 6 (Fig. 2) mit einem auf einem unmittelbar über dem Rahmen 2 befindlichen Brett oder Platte befestigten, unbeweglichen Kupplungsstift 7 ver- bunden. Diese Kupplungsstifte können alle in bekannter Weise einzeln mit einer Stromquelle in einer den gewünschten Kodeperforationen entsprechenden Kombination oder Aufeinander- folge verbunden werden.
Das Blatt oder die Registrierkarte 9 wird vor der Perforierung vertikal vor die Kontaktstifte gesetzt, wie aus Fig. 3 ersichtlich, und durch eine Relativbewegung zwischen Blatt und Kontakt- stiftrahmen in Wirkungsverbindung mit den
Kontaktstiften gebracht.
Die Fig. 4 veranschaulicht das Aufsetzen der
Kontaktstifte im Rahmen, der aus drei unter-
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einander durch Distanzhalter 10 verbundene Scheiben oder Platten 3-5 besteht, wobei zwischen der mittleren Scheibe 4 und den Aussenscheiben 3 und 5 Zwischenräume offengelassen sind.
In diesen Zwischenräumen sind Federn oder Federhülsen 11 auf die Kontaktstifte aufgesetzt, die letzteren relativ zum Rahmen in axialer Richtung eine gewisse Bewegungsmöglichkeit erlauben. Dadurch ist die Wirkungsverbindung zwischen allen Kontaktstiften und dem Blattmaterial gewährleistet.
Da die Kontaktstifte, zwecks bestmöglicher Ausnutzung des Blattmaterial, möglichst nahe beisammen angebracht sind, werden die Federungen , deren Durchmesser notwendigerweise grösser als derjenige der Kontaktstifte ist, abwechselnd in die Zwischenräume zwischen der Platte 4 und Platte 5 bzw. 3 eingesetzt.
PATENTANSPRÜCHE : !. Karteikarte, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem nicht leitenden Grundblatt (Papier, Karten, Kunstharzfolie od. dgl. ) besteht, das ein-oder beidseitig mit einem elektrisch leitenden blattähnlichen Überzug, z. B. einer Metallfolie, versehen ist, der dazu bestimmt und geeignet ist, Perforierungen durch Schmelzen oder Verdampfen zu erhalten.