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Österreichische PATENTSCHRIFT Nr. 18302.
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Die bekannten Patronen für elektrische Jacquard-und Kartenschlagmaschinen, bei welchen alle in einer Schusslinie liegenden Schusstoite durch besondere, nebeneinander angeordnete Linien oder Streifen ausgedrückt sind, eignen sich bloss für Gewebe, welche nur wenige, verschiedene Schussteile in einer Schusslinie enthalten. Für Gewebe jedoch, welche viele solcher Schusstoile in einer Reihe enthalten, wird die zugehörige Patrone übermässig lang, wodurch sich grosse Arbeitsschwierigkeiten ergeben und die Herstellungskosten wesentlich erhöht werden.
Diese Übelstände werden durch die den Gegenstand vorliegender Erfindung bildende
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zusammenarbeitenden Linienpatronen dient.
Diese Einrichtung besteht aus einer die Vorlage oder das projizierte Bild derselben tragenden, aus stromleitendem oder Isoliermaterial bestehenden Unterlage, derer Bildfelder den verschiedenen Schusstolen des Gewebes entsprechend durch verschiedene Zeichen oder Farben kenntlich gemacht sind und ans einem oder mehreren isolierenden bezw. stromleitenden Dreiecken, welche auf die Unterlage aufgelegt und derart verschoben werden, dass sie die jeweils erforderlichen Schussteile des Vorlagebildes freilegen oder abdecken, so dass letztere daher mit der darüber befindlichen Auslesevorrichtung in Berührung treten können oder von derselben isoliert sind.
Die Vorlage kann auf Metall bezw. auf Papier oder anderem Isoliermaterial dargestellt werden, muss sich jedoch in der Breite über die er- forderliche Anzahl der die Auslesevorrichtung bildenden, in Form eines Kammes an- geordneten Kontakte erstrecken. Um das Umzeichnen der zumeist in für den vorliegende Zweck nicht geeigneten Massstäben dargestellten Vorlage zu vermeiden, kann dieselbe mittelst einer Projektionseinrichtung in gewünschter Grösse auf einen schlechten odwguten Leiter projiziert und die sichtLaro Vorlage durch die Dreiecke nach Belieben abgedeckt werden.
Die Darstellung der Vorlage auf einer Metallplatte erfolgt von Hand aus oder mit Hilfe eines bekannten, beispielsweise photochemischen Verfahrens oder mittels eines Projektionsapparates bekannter Art. Die gezeichnete, eingravierte, eingeätzte oder pro- jizierte Vorlage muss jedoch gut sichtbare Umrisslinien zeigen. Auf der das dargestellte
Bild der Vorlage enthaltenden Platte können nun alle Figurteile leitend sein, während der Grund durch Abdecken mittelst einer isolierenden Schichte nicht leitend gemacht ist,
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bild durch verschiedene Zahlen, BUchstaben, Bekleben mittelst verschiedenfarbiger Papiere oder in anderer Weise kenntlich gemacht.
Die so vorbereitete Platte wird unter den Kontakten des Auslesokammes angebracht und sodann aus Isoliermaterial bestehende Dreiecke zwischen der Platte und dom kamms
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der Vorlage nur diejenigen Teile, welche mittelst des Kammes abgelesen werden sollen, freiliegen, wahrend die übrigen Toilo durch die Dreiecke abgedeckt sind.
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Zum genaueren Verständnisse des Erfindungsgegenstandes sollen einige Beispiele an der Hand der Fig. 1 bis 4 beiliegender Zeichnung besprochen werden ; in allen vier Figuren ist als Vorlage eine Blume gewählt.
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stehende Figur leitend, der Grund 9 isoliert, so wird nach Abdecken des Mittelteiles e mittelt des isolierenden Dreieckes h von der ganzen SchuMhme J- der m a und c der Figur fallende Schussteil abgelesen. Durch Abdecken der in a und c fallenden Schussteile der Linie 1-2 mittels zweier Dreiecke wird der in den Mittelteil e fallende Schussteil allein abgelesen. Es kann auch umgekehrt die Figur isoliert und der Grund leitend sein.
2. Ist der Grund 9 sowie die Figur (a-f) leitend, so werden nach Abdecken der drei in den Grund fallenden Teile m, 1t und o (Fig. 2) der Schusslinie 1-2 mittels der drei isolierenden Dreiecke A, A und die in a und c fallenden Teile der Schusslinie 1-2 abgelesen.
3. Ist wie bei dem Fall 2 die Figur und der Grund leitend, so kann das Ablesen
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Schusslinie 1-2 (Fig. 3) mittels der isolierenden Dreiecke hl, hund 112 vorgenommen werden.
4. Wird bei Verwendung einer im Grund und in der Figur leitenden Metallvorlage eine negativ arbeitende Maschine (Jacquard-oder Kartenschlagmaschine) benutzt, bei welcher bekanntlich die den leitenden Patronenstellen entsprechenden Teile der Vorlage jeweilig nicht abgelesen werden, so kann beispielsweise der Figurteil c abgelesen werden, wenn derselbe, wie Fig. 4 zeigt, durch das isolierende Dreieck h abgedeckt wird.
Ist die Vorlage auf einem schlechten Leiter, beispielsweise auf Papier, dargestellt und projiziert, so werden im Gegensatz zur vorher beschriebenen Anordnung stromleitende Dreiecke verwendet, welche mit je einem Stromleitungskabel verbunden sind, so dass nach Unterschieben der Dreiecke unter den Auslesekamm und Senken desselben die gewünschten Stromschlüsse erzielt werden.
Handelt es sich um die Verwendung der beschriebenen Einrichtung für Kartenschlagmaschinen, so wird jede Karte mit den einer vollständigen Schusslinie entsprechenden Löchern versehen, wobei nach jedem Abdecken mittels der Dreiecke der Auslesekamm gesenkt, die Stempel verstellt und diese Karte teilweise geschlagen wird. Sobald eine Karte fertig ist, wird, wie bei Anwendung der bisher gebräuchlichen Metallpatronen, der Auslosekamm durch eine bekannte Einrichtung gehoben, die Vorlage um eine Schusslinie weitergerückt und ein neues Kartenblankett eingesetzt.
Die Unterlage kann auch zwecks leichterer Übersicht nach einer Zylinderfläche gekrümmt sein, in welchem Falle die zum Abdecken notwendigen Dreiecke die gleiche Krümmung erhalten müssen.
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