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Mittel zum Entfernen von Schwermetalloxyden oder von wasserunlöslichen Schwer- metallsalzen
Es wurde gefunden, dass ein Mittel, welches neben Salzen von stickstofffreien, wasserlösliche komplexe Schwermetallverbindungen bildenden Säuren noch starke Reduktionsmittel enthält, die eine Reduktion der Ferristufe zur Ferrostufe ohne Wasserstoffentwicklung bewirken und deren Reduktionsvermögen grösser ist als dasjenige von Glucose, und welches vorzugsweise noch einen Gehalt an alkalisch reagierenden Stoffen aufweist, in hervorragendem Masse dazu geeignet ist, Schwermetalloxyde oder wasserunlösliche
Schwermetallsalze von Materialien wie Metall- gegenstände, Textilien od. dgl. zu entfernen.
Als Säuren, die wasserlösliche komplexe
Schwermetallverbindungen. bilden, kann das
Mittel Carbonsäuren und Sulfonsäuren enthalten.
Unter den komplexsalzbildenden Carbonsäuren seien beispielsweise Oxalsäure, Milchsäure, Apfel- säure, Weinsäure, Zitronensäure, Zuckersäure oder Thioglykolsäure genannt. Als Sulfonsäuren, die komplexe Schwermetallverbindungen bilden, können mit Vorteil die in der Sulfitablauge vor- handenen Sulfonsäuren herangezogen werden.
Zu diesem Zweck kann die bei der Fabrikation des Zellstoffs anfallende Sulfitablauge ohne weitere Reinigung verwendet werden. Dabei kann es von Vorteil sein, bei der Lagerung oder beim Eindampfen der Sulfitablauge die oxy- dierende Wirkung des Luftsauerstoffs nach
Möglichkeit auszuschalten. Als weitere Beispiele für Schwermetallkomplexe bildende Sulfonsäuren seien noch Guajakolsulfonsäuren genannt.
Als Reduktionsmittel kann das Mittel beispiels- weise die wasserlöslichen Salze der hydro- ; schwefligen Säure, ferner andere anorganische oder organische Reduktionsmittel, deren Reduk- tionsvermögen grösser ist als dasjenige der
Glucose, enthalten.
Das erfindungsgemässe Reinigungsmittel wird ) je nach der verwendeten komplexbildenden Säure, bzw der Alkalibeständigkeit der bei seiner
Anwendung entstehenden Komplexverbindung so eingestellt, dass es beim Verdünnen mit Wasser
Bäder von einem pH-Wert von mindestens 7, 'vorzugsweise aber solche von einem grösseren pH-Wert, alsu alkalischere, ergibt.
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Zufügen von Verdickungsnütteln, wie Cellulose- äther, Gummiarten, Stärkekleister, Dextrin, Bentonit ode ? fein geniahlenem Holzmehl in Pastenform überzuführen.
Die Verwendung solcher Pasten ist überall dort angebracht, wo die Dimensionen der zu reinigenden Gegenstände kein Badverfahren ermöglichen oder in Fällen, wo an grösseren Maschinen nur einzelne Konstruktionsteile gereinigt werden sollen.
In den nachfolgenden Beispielen bedeuten Teile, sofern nichts anderes bemerkt wird, Gewichtsteile.
Beispiel l : 20 Teile Seignettesalz, 5 Teile kalz. Soda und 3 Teile Natriumhydrosulfit werden in 150 Volumteilen Wasser aufgelöst. In diese Lösung wird im offenen Gefäss ein rostiges Eisenblechstück eingehängt und 16 Stunden darin belassen. Nach dieser Zeit wird das Eisenblech mit Wasser gewaschen und mit einem Lappen abgetrocknet, wobei man es in blankem, rostfreiem Zustand erhält.
Beispiel 2 : 47-5 Teile eines Pulvers, bestehend aus 4. 5 Teilen zitronensaurem Natrium, 4 Teilen kalz. Soda und 1 Teil Natriumhydrosulfit, werden in 200 Volumteilen Wasser gelöst. In diese Lösung legt man eine stark verrostete Eisenschraube und lässt im offenen Bad 16 Stunden ruhig stehen. Die Schraube kann nach dieser Zeit mit Wasser blank gewaschen werden. Sie kann nach dem Trocknen leicht eingeölt werden, um eine neue Verrostung zu vermeiden.
Beispiel 3 : 10 Teile Seignettesalz werden mit 4 Teilen kalz. Soda, 2 Teilen Natriumhydrosulfit und 9 Teilen fein gemahlenem Holzmehl zu einem homogenen Pulver vermischt. Rührt man 5 Teile dieser Mischung in 8 Teile Wasser ein, so entsteht eine dicke, schwachgelb gefärbte Paste, welche sich mit einem Pinsel gut streichen lässt. Belegt man angerostete Eisenteile mit einer 2-5 mm dicken Schicht dieser Paste und belässt sie 10-20 Stunden darauf, so wird bei mässigem Verrostungsgrad aller Rost entfernt. Durch Abwaschen werden die Metall- gegenstände in blankem Zustande erhalten.
Stärker verrostete Metallgegenstände werden durch wiederholtes Auftragen und Abwaschen der Paste blank erhalten.
Beispiel 4 : Eine Metallschraube, welche festgerostet und auch mit Hilfe eines Schrauben- schlüssels nicht mehr drehbar ist, wird mit einer -l cm dicken Schicht der im Beispiel 3 be- schriebenen Paste, welcher noch 0-5% diisobutyl- naphthalinsulfbnsaures Natrium zugesetzt worden ist, belegt. Nach 10 Stunden wird die Paste weggewaschen. Die Schraube ist wieder ohne
Mühe drehbar.
Beispiel 5 : lOcTeile Thioglykolsäure werden in 200 Volumteilen Wasser gelöst und die Lösung anschliessend mit einer Mischung von 15 Teilen kalz. Soda und 8 Teilen Natriumhydrosulfit versetzt. In die alkalisch reagierende Lösung wird ein Stück verrostetes Eisenblech gehängt und das Entrottmgsbad mit einem lose sitzenden Deckel bedeckt und 16 Stunden stehen gelassen. Nach dieser Zeit hat sich der Rost bis auf wenige Spuren aufgelöst und man erhält das Blechstück nach dem Waschen mit Wasser in blankem Zustande.
Beispiel 6 : 200 Volumteile rohe Sulfitablauge, wie sie bei der Zellstoffabrikation aus Holz anfällt, werden mit 50 Volumteilen einer etwa 15% igen Sodalösung, 10 Teilen Natriumhydrosulfit und 0-4 Teilen diisobutylnaphthalinsulfonsaurem Natrium versetzt. In die dabei entstehende, alkalisch reagierende Lösung wird, ohne von den ausgefällten Anteilen abzutrennen, ein verrostetes Stück Eisenblech eingehängt. Das Badgefäss wird mit einer Platte zugedeckt und 16 Stunden stehen gelassen. Nach dieser Zeit ist aller Rost gelöst und nach dem Spülen mit Wasser wird das Metallstück in blanker Form erhalten. Durch Überschichten des Entrostungsbades mit einer spezifisch leichteren Flüssigkeit, beispielsweise Mineralöl oder Butylalkohol, kann die Haltbarkeit desselben wesentlich verlängert werden.
Ein Entrostungsbad mit ähnlicher Wirkung wird erhalten, wenn man eine entsprechende Mischung aus eingetrockneter, pulverisierter Sulfitabhuge, Natriumcarbonat und Natriumhydrosulfit löst.
Beispiel 7 : Ein Rostflecken aufweisendes Baumwolltuch wird in ein Bad gelegt, welches durch Auflösen von 10 Teilen Seignettesalz, 5 Teilen kalz. Soda und 3 Teilen Natriumhydrosulfit in 200 VQlumteilenWasser hergestellt wurde. Nach dem Stehenlassen während 10 Stunden wird das Tuch nach dem Spülen mit Wasser in sauberem Zustande erhalten.
Beispiel 8 : Man vermischt 150 Teile rohen, pulverisierten Weinstein mit 100 Teilen kalz.
Soda, 10 Teilen Natriumhydrosulfit, 60 Teilen feinem Holzmehl, 120 Teilen Bentonit und l Teil diisobutylnaphthalinsulfonsaurem Natrium zu einem homogenen Pulver.
10 Teile dieses Pulvers werden unter Rühren in 8 bis 10 Teile Wasser eingetragen, wobei je nach der Menge Wasser eine dünnflüssige oder konsistente Paste erhalten wird, welche sich sehr gut eignet zur Entfernung von nicht zu tief eingefressenem Rost und zum Beweglichmachen von festgerosteten Metallschrauben. Man belegt zu diesem Zweck die Metallgegenstände mit der Paste in einer Schichtdicke von 2 bis 4 mm und entfernt nach 12-24 Stunden die eingetrocknete Paste mit Wasser und Bürste.
Um ein Nachrosten der von den Oxydschichten gereinigten Metallflächen zu verhindern, wird anschliessend mit einem Lappen getrocknet und gut eingeölt.
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