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Österreichische PATENTSCHRIFT Nr 16414. FIRMA MERMOD FRERES IN ST. CROIX (SCHWEIZ).
Musikinstrument.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Neuerung an Musikinstrumenten, bei welchen durch schwingende, zeitweise arretierte Hämmer Saiten zum Ertönen gebracht werden und besteht in der Beeinflussung dieser Hämmer von einem Geschwindigkeitsregulator. Bisherige Instrumente oben beschriebener Art litten meist an dem Mangel, dass die Anzahl der Schwingungen nicht genügend reguliert werden konnte, wodurch bei jedem Musiktempo die gleiche Klangfarbe der Töne erzielt wurde, wahrend durch Regulierung der Hammerschläge vermittels des einstellbaren Geschwindigkeitsregnlators der Ton unal)hängig von der Geschwindigkeit der Tonfolge von dem gleichmässig fortlaufenden Ton bis zum stärksten Tremolo variiert werden kann.
Die Neuerung ist in beiliegender Zeichnung veranschaulicht, in welcher : Fig. 1 die die Hämmer betätigende und zeitweise arretierende Vorrichtung zeigt, während Fig. 2 die Anwendung der Neuerung auf eine Orgel zeigt. Fig. 3 veranschaulicht die Neuerung in Anwendung auf ein Musikinstrument mit rotierender Notenscheibe.
1 (Fig. 1) ist ein mit Stiften versehener Zylinder, welcher durch einen Motor be- liebigen Konstruktion angetrieben wird. 2 ist ein drehbar auf der Achse des Zylinders befestigtes Zahnrad, welches von einem zweiten Motor oder sonst in beliebiger Weise angetrieben wird. Dieses Zahnrad 2 treibt unter Vermittlung der Räder 3 und 4 die mit einem Schneckengetriebe versehene Achse 5 des mit Windflügeln versehenen einstellbaren (rpschwiudigkeitsrcgulators 6. Die Achse 5 dieses Geschwindigkeitsregulators ist mit einer Kurbel 7 versehen, an welche eine in der Führung 9 geführte Stange 8 angelenkt ist
Ein Hebel 10 wird vermittels einer Spiralfeder 16 gegen das äussere Ende dieser Stange H gedrückt.
derart, dass falls die Kurbel sich dreht, der Hebel 10 hin und her schwingt.
Der Hebel 10 ist nun mit einer drehbar gelagerten Achse 11 verbunden, weiche eine beliebige Anzahl schwingender Hämmer 12 trägt.
Dpi der Rotation des Zylinders 1 stossen die in demselben angebrachten Stifte gegen
Zungen 13, welche mit einem Ansatz 14 versehen sind. Diese Ansätze 14 bilden in Verbindung mit je einer Feder 15 eine Arretiervorrichtung für einen der Hämmer 12. Jede
Arretiervorrichtung dient dazu, die Schwingung des entsprechenden Hammers 12 zu ver- hüten, solange die Zunge, an welcher die betreffende Arretiervorrichtung befestigt ist, nicht durch einen Stift des Zylinders 1 angehoben ist. Unterhalb der Achse 11 sind nun
Saiten 17 angeordnet, von denen je eine durch einen der Hammer- zum Ertönen ge- bracht wird.
Da die Achse 11 infolge der schnellen Rotation des Geschwindigkeits- regulators 6 schnell oszilliert, entsteht, falls die Hämmer 12 nicht arretiert sind, ein un- unterbrochenes Ertönen der betreffenden Saiten 17. Um die Wirlm1. des Aufschlagens der
Hämmer auf den Saiten zu erhöhen, sind dieselben vermittels eines federnden Stiftes 29 mit der Achse 11 verbunden. Durch diese Vorrichtung ist somit erreicht, dass beim Hoch- heben einer Zunge 13 stets die zugehörige Saite zum Ertönen gelangt, weil infolge gleich- zeitiger Auslösung der Arretiervorrichtung der zu benannter Zunge gehörige Hammer freigegeben wird.
Durch Einstellung dos Geschwindigkeitsregulators 6 kann natürlich die
Anzahl der Schwingungen, die die Hämmer 12 ausführen, eingestellt werden und da der
Antrieb des Geschwindigkoitsregulators unabhängig vom Antrieb des Zylinders 1 ist, so kann, ohne das Tempo des zu spielenden Musikstückes zu ändern, die Klangfarbe der
Töne durch Einstellung des Geschwindigkeitsregulators i verändert werden, indem bei
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schnattern Schwingen der Hämmer ein kontinuierlicher Ton entsteht, während bei lang- samerom Schwingen der Ton mehr tremolierend wird.
Die Arretiervorrichtung für die Hammer kann natürlich auch in einiger Entfernung von den Zungen 18 angeordnet sein, in welchem Falle an dieser Zunge ein Ansatz angebracht ist, welcher vermittels einer Stange mit der Arretiervorrichtung verbundenist. Auch kann die die schwingenden Hämmer tragende Achse in einiger Entfernung von dem Musikinstrument angeordnet und vermittels einer Stange mit dem schwingenden Hebel 1 10 verbunden sein. In Fig. 2 ist die Anwendung der Neuerung auf ein Musikinstrument mit flöten- oder Orgeltönen veranschaulicht.
Die Arretiervorrichtung 20 für die Hämmer 12 wird in dieser Ausführungsform direkt von den Stiften des Zylinders J ! betätigt, u. zw. besteht die Arretiervorrichtung aus einem Winkelhebel, dessen einer Arm 20 die Arretiervorrichtung bildet, während der andere Arm 26 unter Vermittlung eines zweiten Winkelhebels 27 die Ventile 28 der Flöten-oder Orgelstimmen betätigt. Beim Hochheben des Ansatzes, welcher von dem an dem Arm 20-26 gebildeten Winkelhebel vorgesehen ist, wird mithin gleichzeitig ein Orgelventil geöffnet und die Arretiervorrichtung für die zugehörigen Hämmer ausgelöst. An Stelle der Feder 15 ist in dieser Ausführungsform eine kleine, durch eine Feder in ihrer Lage gehaltene Zunge vorgesehen.
Bei der gleichzeitigen Anordnung von Flöten- oder Orgelstimmen und Musiksaiten kann der unter Vermittlung des Geschwindigkeitsregulators die schwingenden Hämmer antreibende Motor eventuell gleichzeitig zur Betätigung der Blasebälge dienen. In den
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Zylinders betätigt werden. Die Neuerung läst sich jedoch ebensogut auf andere Arten von Musiknistrumenten anwenden, wie z. B. auf Instrumente mit mit Stiften versehenen Notenscheiben, auf Instrumente mit durchlochten Notenscheiben und auch auf von Hand gespielt mit Tastenktaviatur versehene Instrumente.
In Fig. 3 der beiliegenden Zeichnung ist beispielsweise noch die Anwendung der Neuerung auf ein Instrument mit durchlochten Notenscheiben veranschaulicht. Unterhalb der Xotenschcibo 30 ist ein Winkelhebel M vorgesehen, dessen einer Arm 32 die Arretier- vorrichtung für einen Hämmer 12 bildet, während der andere Arm 33 unter Vermittlung eines Hebels 31 die Flöten- oder Orgelventile 35 und 36 betätigt.
Der Winkelhebel 31 wird durch eine Spiralfeder so beeinflusst, dass ein an demselben angebrachter Ansatz 57 gegen die Noteaschoihc 30 gepresst wird. In dieser Notenscheibe ix'nnden sieh nun in bekannter Weise Einschnitte, in welche der Ansatz 37 einschnappt.
Uureh das Einschnappen des Ansatzes 37 und die hiedurch bewirkte Schwingung des Winkelhebels wird die Arretiervorrichtung 32 ausgelöst und zu gleicher Zeit werden die Ventile 35 und 36 geöffnet. Sobald bei weiterer Drehung der'Scheibe 30 der Ansatz 37 wieder nach unten gedrückt wird, tritt die Arretierung wieder in Tätigkeit und werden die Ventile wieder geschlossen. Die Winkelhebel tu sind alle auf einer Achse 38 gelagert.
Falls dia Anzahl der Hebel, d. h. die Anzahl der zu erzeugenden Töne zu gross wird, können dieselben auch auf beiden Seiten der Drehungsachse der Notenscheibe angeordnet
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werden, so z. B. durch Anordnung eines verschiebbaren Keiles an dem Hebel 10, durch dessen Verschiebung die Stange 8 den Hebel 10 mehr oder minder bewegt. Es kann somit das Tempo des zu spielenden Musikstückes durch Regulierung des zu spielenden Musikstückes durch Regulierung des den Stiftzylinder oder die Notenscheibe antreibenden Motors vorgenommen werden. Die Regulierung der Klangfarbe (Tremolo) kann durch Einstellung des Geschwindigkeitsregulators 6 vorgenommen werden und die Stärke der Töne kann durch Anordnung des verschiebbaren Keiles an dem Hebel 10 eingestellt werden.
Der Antrieb des Zylinders resp. der Notenscheibe kann selbstverständlich ebenso wie der Antrieb des Geschwindigkeitsregulators 6 auf beliebige Art, wie z. B. durch Federn, Gewicht, Pedal, Elektrizität oder dgl. erfolgen. Natürlich kann die Neuerung nicht nur auf Instrumente mit Orgelstimmen Anwendung finden, sondern auch auf Instrumente mit schwingenden Zungen, Harmoniumtönen u. dgl.
PATENT-ANSPRÜCHE : l. Mechanisches Saiteninstrument, dadurch gekennzeichnet, dass die Hämmer von einem einstellbaren Geschwindigkeitsregler, welcher unabhängig von den Auslösevorrichtungen für dieselben betätigt wird, in Schwingungen versetzt werden.