AT163218B - Verfahren zur Aufarbeitung von öl- oder fetthaltigem Gut durch Extraktion, insbesondere für die Zwecke der Gewinnung von Nahrungs- und Futtermitteln. - Google Patents

Verfahren zur Aufarbeitung von öl- oder fetthaltigem Gut durch Extraktion, insbesondere für die Zwecke der Gewinnung von Nahrungs- und Futtermitteln.

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AT163218B
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oil
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Donau Chemie Ag
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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 
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Die Extraktion von öl-oder fetthaltigem Gut mit Hilfe von Lösungsmitteln stellt eine weit- verbreitete Methode dar, die insbesondere im
Rahmen der Gewinnung von Lebensmitteln aus den verschiedensten Rohstoffen pflanzlicher und tierischer Herkunft verwendet wird und oft die einzige Möglichkeit zur Gewinnung von Ölen und Fetten aus Abfällen bietet. Dabei ist die
Selektivität des jeweils angewendeten Lösungs- mittels von entscheidender Bedeutung, in dem z. B. einerseits das Lösungsmittel die Fähigkeit be- sitzen soll, die gewünschten Stoffe möglichst voll- ständig aus dem Extraktionsgut herauszulösen, andererseits aber Beimengungen, die eine Ver- änderung des Geschmackes, Geruches bzw. der
Farbe des Extraktes hervorrufen, im Rückstand bleiben sollen.

   Die bisher zur Extraktion von
Glyceriden verwendeten Lösungsmittel, wie
Schwefelkohlenstoff, Äther, Alkohole und Kohlenwasserstoffe, Chlorkohlenwasserstoffe, wie Tetrachlorkohlenstoff und Trichloräthylen, besitzen nun nicht voll befriedigende Löseeigenschaften. Man hat in den letzten Jahren erkannt, dass neben den eigentlichen Fetten (den Fettsäureglyceriden) eine Reihe anderer Stoffe, wie z. B. die Lipoide, insbesondere Phosphatide und die fettlöslichen Vitamine für den Lebenshaushalt von Mensch und Tier von grösster Bedeutung sind. Die in die Gruppe der chlorfreien Kohlenwasserstoffe gehörenden Lösungsmittel gestatten im allgemeinen nur eine teilweise Erfassung der Lipoide, während andererseits die Chlorkohlenwasserstoffe, die ein sehr hohes Lösungsvermögen besitzen, unerwünschte, die Haltbarkeit beeinflussende Geschmack-, Geruch-und Farbstoffe mit aufnehmen.

   Daneben weisen die meisten bekannten Extraktionsmittel noch den Nachteil auf, dass sie vom Extraktionsgut adsorbtiv zurückgehalten werden und infolge ihres starken Eigengeruches und Eigengeschmackes selbst in geringen Spuren stören ; eine Entfernung solcher Lösungsmittelreste durch eine intensive Behandlung, z. B. durch Dämpfen, führt meist zur Zerstörung von lebenswichtigen Stoffen im Rückstand, der häufig für die Ernährung von Mensch und Tier bestimmt ist und sollte daher unterlassen werden. 



   Es wurde nun gefunden, dass sich Chlorkohlenwasserstoffe mit mindestens 2 C-Atomen, die wenigstens einen chlorfreien Kohlenwasserstoff- rest besitzen, d. h. mindestens ein C-Atom auf- weisen, an welchem kein Chlor unmittelbar ge- bunden ist, als Lösungsmittel für die angegebenen
Zwecke besonders gut eignen. Solche als Lösungs- mittel im Sinne der Erfindung anwendbare Ver- bindungen können sowohl gesättigt als auch un- gesättigt sein. Insbesondere kommen aliphatische
Chlorkohlenwasserstoffe in Betracht. Als Bei- spiele seien genannt : 1, 1-Dichloräthan, 1,1, 1-
Trichloräthan   (Methylchloroform),   iso-Propyl- chlorid,   iso-Amylchlorid,   1,   1-Dichloräthylen   oder
1,2-Dichlorbuten. 



   Die Lösefehigkeit dieser Stoffe liegt zwischen jener der ungechlorten Kohlenwasserstoffe und der der Chlorkohlenwasserstoffe. Sie gestatten eine beinahe vollständige Miteinbeziehung der Lipoide bzw. Phosphatide und fettlöslichen Vitamine in den Extrakt, während unerwünschte Geschmacksbegleiter und Schleimstoffe ungelöst im Rückstand bleiben. Durch die Auswahl unter den verschieden chlorierten Verbindungen sowie ferner durch die Verwendung von Gemischen verschiedener chlorierter Kohlenwasserstoffe, welche den obigen Kennzeichen entsprechen, z.

   B. eines Gemisches von 1,   1-Dichlor-   äthan und 1, 1,   1-Trichloräthan,   oder durch die Verwendung von Gemischen von Chlorkohlenwasserstoffen der oben angegebenen Art und der üblicherweise benützten Chlorkohlenwasserstoffe (die keinen chlorfreien Kohlenwasserstoffrest besitzen), kann man das Lösevermögen des Lösungsmittels je nach dem zu behandelnden Extraktionsgut und dem Ziele der Extraktion abstufen. 



   Die gemäss der Erfindung zur Extraktion angewendeten Lösungsmittel zeichnen sich gegen- über den anderen Chlorkohlenwasserstoffen durch einen sehr angenehmen, alkoholartigen Geruch aus und werden vom Extraktionsgut adsorbtiv viel weniger festgehalten, als diese. Die Brennbarkeit der erfindungsgemäss anzuwendenden Lösungsmittel ist gegenüber jener der üblichen Chlorkohlenwasserstoffe etwas erhöht, aber wesentlich geringer, als die der chlorfreien Kohlenwasserstoffe, indem meist nur die Dämpfe in sehr engen Gemischgrenzen mit Luft brennbar sind, während die Flüssigkeit selbst nach Entzündung nicht weiter brennt. Auch das spezifische Gewicht der 

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 erfindungsgemäss angewendeten Verbindungen in den Grenzen von 1,1 bis 1,3 liegt für die apparative
Durchführung des.

   Extraktionsverfahrens wesent- lich günstiger als das der bisher üblicherweise verwendeten sonstigen Chlorkohlenwasserstoffe, mit 1,47 bis 1,6 bzw. der chlorfreien Kohlenwasser- stoffe von 0,6 bis 0,8. 



   Das Verfahren gemäss der Erfindung ist ins- besondere zur Extraktion von Ölsaaten, Keim- lingen, überhaupt fetthaltigen oder ölhaltigen
Materialien tierischer und pflanzlicher Herkunft geeignet. Vornehmlich kommt das Temperatur- gebiet von 30 bis   80  C   für die Extraktion in Betracht. Das Lösungsmittel kann vom Extraktions- rückstand durch Zentrifugieren getrennt und der Extrakt in üblicher Weise konzentriert und zur
Entfernung der Lösungsmittelreste im Vakuum mit inerten Gasen behandelt werden. Besteht der Extrakt aus unempfindlichen Ölen u. dgl., so kann auch zur Entfernung der Lösungsmittelreste gedämpft werden. 



   In neuester Zeit hat sich vielfach die Aufgabe ergeben, nicht nur den Extrakt, sondern auch den Extraktionsrückstand in der Lebensmittelindustrie zu verwenden, insbesondere bei der Verarbeitung von eiweissreichen Ölsaaten, Getreidekeimlingen u. dgl. mehr unter Gewinnung hochwertiger Eiweisskörper. Hiefür eignen sich die erfindungsgemäss anzuwendenden Chlorkohlenwasserstoffe besonders gut, da sie die Eiweisskörper im Gegensatz zu Alkohol und vielen anderen Lösungsmitteln nicht denaturieren. Wie alle Chlorkohlenwasserstoffe, werden auch die erfindungsgemäss zur Anwendung gelangenden zweckmässig gegen Veränderungen durch Einwirkung von Licht und Luft stabilisiert. 



   Beispiel 1 : 10 kg Weizenkeimlinge werden im Diffusionsextraktor mit 100 kg 1, 1-Dichlor- äthan in der Kälte so lange extrahiert, bis sich das Lösungsmittel im Extraktor etwa dreimal erneuert hat, wodurch der Fettgehalt unter 0-1% sinkt, was in ungefähr einer Stunde erreicht wird. Das Lösungsmittel wird nun in einer Zentrifuge vom Extraktionsgut abgeschleudert und der Extraktionsrückstand mit 50   C warmem Stick- 
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Hauptanteiles des Lösungsmittels zunächst auf   600 erhitzt   und danach bei dieser Temperatur mit Stickstoff ausgeblasen, wodurch in kürzester
Zeit ein hell-bis rotgelbes Öl von hohem Vitamin
E-Gehalt gewonnen wird. 



   Beispiel 2 :   10 kg   vorgeschrotteter Presskuchen von Ölsaaten werden im Durchlauf- extraktor mit 25 kg 1,   1-Dichloräthy1en   eine halbe
Stunde lang behandelt, wonach der ablaufende Extrakt weniger als   % Öl   enthält. Das Extraktionsgut wird in der Zentrifuge vom grössten Teil des Lösungsmittels befreit, anschliessend in einem warmen Kohlensäurestrom geruchfrei geblasen, während das Lösungsmittel aus der Miscella durch Erhitzen auf   50   und   anschliessend kurzzeitiges Einblasen von Kohlensäure restlos entfernt wird. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zur Aufarbeitung von öl-oder fetthaltigem Gut durch Extraktion, insbesondere für die Gewinnung von Nahrungs-und Futtermitteln, unter Verwendung von chlorierten Kohlenwasserstoffen als Lösungsmittel, dadurch gekennzeichnet, dass als Lösungsmittel solche Chlorkohlenwasserstoffe mit mindestens 2 C-Atomen verwendet werden, die wenigstens einen chlorfreien Kohlenwasserstoffrest besitzen.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung von 1, 1-Dichloräthan, 1,1, 1Trichloräthan, iso-Propylchlorid, iso-Amylchlorid, 1, 1- Dichloräthylen oder 1, 2-Dichlorbuten oder deren Gemischen als Lösungsmittel.
AT163218D 1947-01-11 1947-01-11 Verfahren zur Aufarbeitung von öl- oder fetthaltigem Gut durch Extraktion, insbesondere für die Zwecke der Gewinnung von Nahrungs- und Futtermitteln. AT163218B (de)

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AT163218D AT163218B (de) 1947-01-11 1947-01-11 Verfahren zur Aufarbeitung von öl- oder fetthaltigem Gut durch Extraktion, insbesondere für die Zwecke der Gewinnung von Nahrungs- und Futtermitteln.

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