AT162597B - Verfahren zur Herstellung nichtrollender Steifgewebe - Google Patents
Verfahren zur Herstellung nichtrollender SteifgewebeInfo
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Description
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Verfahren zur Herstellung nichtrollender Steifgewebe
Steifgewebe, beispielsweise Organdy, Imago- gewebe usw. zeigen den altbekannten Nachteil, dass dieselben nicht glatt liegen und rollen, ins- besondere nach dem Bügeln.
Man hat schon verschiedene Vorschläge gemacht, um diesen Übelstand zu beseitigen, beispielsweise durch Verwendung von speziell gesponnenen
Ausgangsmateralien, die in Kette oder Schuss oder in beiden zusammen einzeln, paarweise oder gruppenweise abwechselnd angeordnet, entgegen- gesetzt gedrehte Garne enthalten. Dieses Vor- gehen ist eine Komplizierung, da man für die
Fabrikation von Transparentgeweben nicht die üblichen, auf gewöhnlichen Webstühlen herge- stellten Standardrohgewebe verwenden kann, sondern solche Spezialgewebe, die zudem noch spezielle Webstühle (Wechselstühle) und ver- schiedene Garnarten benötigen. Wird z. B. diese Herstellungsweise für Schuss und Kette durchgeführt, so werden vier verschiedene Garn- sorten zur Anwendung kommen.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun ein Verfahren, das erlaubt, nichtrollende Trans- parentgewebe, bzw. insbesondere nichtrollende gemusterte Transparentgewebe, aus dem üblichen
Standardrohmaterial herzustellen. Es besteht darin, dass man das Gewebe vor dem Transparentieren mit gegen Transparentiermitteln schützen- den, gegebenenfalls auch pigmentierten, nicht auswaschbaren Reserven derart bedruckt, dass keine wesentlichen, in Schuss-und Kettrichtung zusammenhängenden, der Säurewirkung zugänglichen Gewebestellen entstehen, etwa in Schachbrettmuster, worauf man das so vorbedruckte Textilmaterial einer begrenzten Transparentbehandlung, z. B. mit Schwefelsäure von 50 bis 52 Be während 5 Sek. bis 25 Sek. Einwirkungsdauer bei einer Temperatur von mindestens +10 C bis max. +25 C mit oder ohne Nachmercerisation unterwirft.
Das so hergestellte Transparentgewebe zeigt die Eigenschaft des Nichtrollens überraschenderweise nicht nur beim Lagern und Verarbeiten bei Zimmertemperatur, sondern, was nicht zu erwarten war, auch nach dem Bügeln.
Der damit erzielte Effekt und technische Fortschritt ist um so höher einzuschätzen, als solche nichtrollende Gewebe bisher durch so einfache chemische und drucktechnische Massnahmen aus gebräuchlichem Rohmaterial irgendwelcher
Provenienz nicht hergestellt werden konnten. Es ist unerwartet, dass die Kombination der Be- handlung, wie sie gemäss der vorliegenden Er- findung beschrieben ist, nämlich einerseits die
Verwendung von Reserven mit spezifischen Eigen- schaften in einer ganz spezifischen Musterung, bzw.
Verteilung auf dem Gewebe, anderseits die Verwendung von Transparentiermitteln innerhalb ganz bestimmter Bedingungen zusammen ein so auffallendes Resultat ergibt, während die Wirkung der obigen Einzelverfahren für sich allein in bezug auf die Eigenschaft des Nichtrollens so geringfügig ist, dass der überraschende Effekt, den diese Kombination der Verfahren ergibt, nicht vorausgesehen werden konnte.
Für die Aufdruck kommen solche Reserven in Frage, die durch die Transparentiermittel nicht angegriffen werden und zugleich nicht auswaschbar sind, beispielsweise Cellulosederivate, Kunstharze usw. in organischem Lösungsmittel oder als nicht mehr reversible Emulsionen derselben.
Diesen Cellulosederivaten, die als Ester, Äther oder als gemischte Äther-Ester usw. für sich allein oder in Gemischen unter sich oder mit Kunstharzen zur Anwendung kommen, gibt man mit Vorteil noch Zusätze von apolaren Plastifi- zierungsmitteln, Druckverbesserungsmitteln, Ver- dickungs mitteln, Füll- und Bindemitteln usw. zu, wobei schon eingangs erwähnt wurde, dass diese Reserven mit oder ohne Pigmentierung zur Anwendung kommen können.
Dabei ist es aber notwendig, dass die Art des Druckes dieser Reserve, die im Rouleauxdruck, Handdruck, Filmdruck, Spritzdruck, oder in irgend einem auf Textilmaterial durchführbaren Papierdruckverfahren applizierbar ist, in bezug auf die Musterung so gehandhabt werden muss, dass keine wesentlichen, in Schuss-und Kettrichtung zusammenhängenden, die Rollwirkung begünstigenden, nicht reservierten und damit im späteren Verlauf des Verfahrens transparentierten Stellen entstehen.
Das verfahrensgemässe Transparentierverfahren kann auf chemischem Wege mit allen bekannten Quellmitteln oder in Kombination derselben mit Appretierverfahren, z. B. Viskosierung, durch-
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geführt werden, wobei aber die limitierten Bedingungen zu wählen sind, dass eben eine Transparentierung eintritt, ohne dass das Gewebe rollt. Bei Schwefelsäure liegt diese Wirkung beim Konzentrationsintervall von 50 bis max. 520 Bé bei einer Reaktionstemperatur von + 10 bis max. +25 C und bei einer Einwirkungsdauer von 5 bis 25 Sek.
Dieser Transparentbehandlung kann mit Vorteil eine Mercerisation, wie üblich, mit Natronlauge von Mercerisierstärke folgen, je nachKonzentration und Einwirkungsdauer bei Kühlung oder bei Zimmertemperatur.
Das zu verfahrensgemässer Behandlung gelangende Baumwollgewebe kann mit oder ohne webtechnische Effekte, Effektfäden, Kreppfäden, oder Kreppeffekte, sowohl im rohen Zustand als auch im Zustande einer beliebigen Phase des Auswasch-oder Bleichprozesses mit oder ohne quellende Veredlungsbehandlung, z. B. saurer oder alkalischer Mercerisation oder Kombination derselben, in écru, weissem oder bedrucktem Zustande nach vorliegendem Verfahren behandelt werden.
Beispiel l : Ein Mousselinegewebe, das im rohen Zustande vormercerisiert worden ist, wird nach vollständiger Bleiche mit folgender Reserve :
EMI2.1
<tb>
<tb> Titandioxyd <SEP> 200 <SEP> gar
<tb> Äthylglykolacetat <SEP> """""'" <SEP> l30 <SEP> gr
<tb> Butanol <SEP> 30 <SEP> gr
<tb> Nitrowolle.................... <SEP> 440 <SEP> gr
<tb> Sprit <SEP> 200 <SEP> gr
<tb> Dibutylphtalat <SEP> 35 <SEP> gr
<tb>
so bedruckt, dass das Muster keine wesentlichen, in Schuss-und Kettrichtung zusammenhängenden, unbedruckten Gewebepartien übriglässt.
Nach dem Trocknen des Druckes wird während 12 Sek. bei Zimmertemperatur mit einer Schwefelsäure von 51 Bé transparentiert, ausgewaschen und nachmercerisiert. Das Resultat dieser Behandlung ist ein bemustertes Transparentgewebe, das nach der üblichen Fertigstellung in ausgesprochenem Masse die sehr wertvolle Eigenschaft des Nichtrollens aufweist.
Beispiel2 : Ein Baumwollgewebe, das während irgend einer Phase des Bleichprozesses beispielsweise im Zustande der 3/4-Bleiche eine Mercerisationsbehandlung erhalten hat, wird nach vollendeter Bleiche einer Behandlung unterzogen, wie sie in Beispiel 1 geschildert ist.
Beispiel 3 : Ein Ausgangsmaterial, wie es im Beispiel l oder 2 geschildert ist, wird mit folgender Reserve :
EMI2.2
<tb>
<tb> Ätilylglykolacetat <SEP> 130 <SEP> gr
<tb> Butanol <SEP> 30 <SEP> gr
<tb> Nitrowolle.................. <SEP> " <SEP> 440 <SEP> gr
<tb> Sprit <SEP> 200 <SEP> gr
<tb> Dibutylphtalat <SEP> 35 <SEP> gr
<tb>
EMI2.3
barer Musterung eine durchwegs in Schuss-und Kettrichtung durch dieselbe eintretende Unterbrechung der nicht reservierten Gewebestellen in den beiden genannten Richtungen eintritt. Das Gewebe wird dann, wie in Beispiel 1, weicerbehandelt und stellt ein praktisch kaum sichtbar gemustertes Unitransparentgewebe dar, das in hohem Grade nicht rollend ist.
Die vorliegende Erfindung beschränkt sich nicht auf die oben angeführten Ausführungsbeispiele und die darin beschriebenen Ausführungsformen.
Es können nach dem Verfahren sowohl gefärbte als bedruckte oder nach anderen Ausrüstmethoden vorbehandelte Textilmaterialien zur Behandlung kommen, während als Nachbehandlungen alle in der Appretur bekannten Operationen appliziert werden können, sei es auf der noch quellfeuchten oder bereits getrockneten Ware, z. B. Bügel-, Brech-und Kalanderbehandlungen, permanente oder nicht permanente Formgebungen, Weichmachoperationen, Beschwerungen, Färbungen, Drucke usw..
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung nicht rollender Steifgewebe durch Bedrucken mit, das Gewebe gegen das Transparentierungsmittel schützenden, gegebenenfalls auch pigmentierten, nicht auswaschbaren Reserven unter nachheriger Transparentierung sowie eventuell folgender Mercerisierbehandlung, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedrucken derart (etwa in Schachbrettmuster) erfolgt, dass keine wesentlichen, in Schuss-und Kettenrichtung zusammenhängenden, der Säurewirkung zugänglichen Gewebestellen entstehen und die Transparentierung mittels Schwefel- EMI2.4
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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ID=4415768
Family Applications (1)
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1947
- 1947-02-10 AT AT162597D patent/AT162597B/de active
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