DE465629C - Verfahren zur Herstellung von Baumwollgeweben mit Kraeuselungs-, Krepp- und aehnlichen Effekten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Baumwollgeweben mit Kraeuselungs-, Krepp- und aehnlichen Effekten

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DE465629C
DE465629C DEB114156D DEB0114156D DE465629C DE 465629 C DE465629 C DE 465629C DE B114156 D DEB114156 D DE B114156D DE B0114156 D DEB0114156 D DE B0114156D DE 465629 C DE465629 C DE 465629C
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DE
Germany
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yarn
mercerized
crepe
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mercerization
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06BTREATING TEXTILE MATERIALS USING LIQUIDS, GASES OR VAPOURS
    • D06B7/00Mercerising, e.g. lustring by mercerising
    • D06B7/08Mercerising, e.g. lustring by mercerising of fabrics of indefinite length

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatment Of Fiber Materials (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Baumwollgeweben mit Kräuselungs-, Krepp-und ähnlichen Effekten Es ist bekannt, daß Baumwollfasern unter der Einwirkung quellender Agenzien (Natronlauge, Schwefelsäure, Chlorzink usw.) einer bedeutenden Verkürzung unter gleichzeitiger Vergröberung und Verdickung unterliegen (Mercerisation).
  • Schon früh wurde die Faserverkürzung benutzt, um Kräuselungseffekte (Kreppartikel) hervorzubringen, teils durch Behandeln von Halbseide, wobei die eingeschossenen Baumwollfasern bei der Mercerisation sich zusammenziehen und die der Mercerisation nicht unterliegenden Seidenfasern zur Kräuselung bringen, teils durch Aufdruck von -Natronlauge auf Baumwollgewebe, teils durch Mercerisierung von Baumwollgeweben, welche seilweise durch geeignete Reserven der Einwirkung des mercerisierenden Agens entzogen werden.
  • Die beiden letzterwähnten Verfahren lassen nur eine begrenzte Möglichkeit verschiedener Effekte zu. Es wurde nun gefunden, daß man Kräuselung;effekte in zahllosen Kombinationen durch Verweben von bereits mercerisiertem Garn mit unmercerisiertem in Schuß oder Kette oder in beiden zugleich durch nachfolgende Mercerisation des ganzen Stückes erzielen kann.
  • Der Vorgang ist dabei folgender: Ohne oder mit Spannung tnercerisiertes Baumwollgarn wird mit unmercerisiertem rohen Garn in bestimmten, je nach dem gewünschten Endresultat veränderlichen Verhältnissen vermischt als Kette oder Schuß zu einem Stück- verwebt. Das so erhaltene Stück Baumwollstoff, das sich zunächst von einem in gewöhnlicher Weise, d. h. nur aus Rohgarn hergestellten Stück in keiner Weise unterscheidet, wird allen weiteren üblichen Behandlungen zur Fertigstellung, wie Bleichen, Färben, Drucken, unterworfen. Es unterscheidet sich bei diesen Arbeitsvorgängen durchaus nicht von einem gewöhnlichen Stück Baumwollware, das ursprünglich nur aus Rohgarn hergestellt wurde. Schließlich wird das ganze Stück als solches ohne Spannung nochmals mercerisiert, wodurch der gewünschte Effekt erscheint. Dabei spielen sich folgende Vorgänge ab: Durch die Mercerisation ohne Spannung erleidet Baumwollgarn eine Zusammenziehung in der Länge, die sich je nach den Arbeitsbedingungen bis auf ao bis 25 Prozent der ursprünglichen Länge belaufen kann. Bei der Mercerisation des Garnes unter Spannung entsteht ein Garn von glänzendem, seidenähnlichem Aussehen. In beiden Fällen unterliegt das bereits mercerisierte Garn bei einer abermaligen Mercerisation dem Effekt nicht mehr.
  • Wird nun ein aus vormercerisiertem und unmercerisiertem Garn bestehendes Stück als solches einer nochmaligenMercerisation unterworfen, welche ohne Spannung zu geschehen hat, so wird das bereits vormercerisierte Garn sich nicht mehr weiter verkürzen, sondern die zweite Mercerisation am ganzen Stück wird sich lediglich auf die Fäden erstrecken, welche als Garn vor dem Verweben noch nicht mercerisiert waren, d. h. diese werden sich nun ihrerseits verkürzen. Da aber andererseits alle Fäden im Gewebe durch die Bindung in der Weberei festgelegt sind, werden sich die vormercerisierten Fäden, da sie ja eine erneute Zusammenziehung nicht erleiden, der Bewegung der nicht vorbehandelten bei ihrer Verkürzung folgen müssen, indem sie sich in kleine Falten nach oben oder unten legen und damit eine Kräuselung des ganzen Gewebes an seiner Oberfläche herbeiführen.
  • Es seien hier einige Beispiele aus der Anzahl der möglichen Kombinationen angeführt. Ein regelmäßiges Abwechseln von mercerisiertem und unmercerisiertem Garn in den Verhältnissen i : i, 2 : 2, 3 : 3 usw. in Schuß und Kette wird zu Geweben mit gleichmäßig verteilter, mehr oder weniger grober Kräuselung führen.
  • Ein Absetzen von Streifen, in welchen obige Kombinationen angewandt werden, gegen solche, die nur aus unmercerisiertem Garn bestehen, führt zu mehr oder weniger breiten Streifeneffekten, in denen ein gekräuselter mit einem glatten Streifen abwechselt.
  • Das Einlegen von stärkeren unmercerisierten Fäden in sonst durchweg vormercerisiertes Gewebe wird'einen groben, welligen Kräuselungseffekt herbeiführen. Durch Verwendung von Garnen verschiedener Stärke sowie durch Anwendung des Verfahrens auf verschiedene Webarten lassen sich weitere eigenartige Effekte erzielen.
  • Die weitere Verarbeitung der aus der Weberei kommenden Stücke, die, wie oben erwähnt, glatte Oberfläche haben, geschieht wie die Ausrüstung gewöhnlicher Stücke. Sie können ohne weiteres gebleicht, gefärbt und vor allem bedruckt werden, da die glatte Oberfläche keinerlei besondere Behandlung nötig macht. Was die Farben anbetrifft, so müssen solche gewählt werden, die der schließlichen Mercerisation ohne Schädigung des Farbtones widerstehen können, also lahgenbeständig sind.
  • Es darf nicht #unerwähnt bleiben, daß natürlich auch schon vorgefärbtes Garn entweder mercerisiert oder unmercerisiert für die Weberei verwendet werden kann, unter der Voraussetzung, daß die gewählten Farben dem Mercerisationsvorgang standhalten, und daß mit so vorgefärbtem Garn alle Kombinationen ausgeführt werden können und so- auch in der Buntweberei die auerverschiedensten Effekte erreicht werden, die alle auf einer ganzen oder teilweisen Kräuselung der Oberfläche des Gewebes beruhen.
  • Für die Druckerei springt der Vorteil, den das geschilderte Verfahren bietet, besonders in die Augen, weil -die Stoffe zum Drucken mit glatter Oberfläche kommen, also ganz wie gewöhnliche Stücke behandelt werden können, ohne daß ein Verschwimmen der Umrisse oder ein Unscharfwerden der Zeichnung eintritt, während Stoffe mit bereits gekräuselter Oberfläche in der Druckerei bei den verschiedenen, Arbeiten die größten Schwierigkeiten machen würden und ein reiner, sauberer Druck überhaupt nicht möglich wäre.
  • Weitere Effekte lassen sich durch Anwendung von unter Spannung mercerisiertem Garn beim Verweben mit Rohgarn erzielen. Der dem mercerisierten Garn eigene Glanz wird sich dabei besonders auf die gekräuselten Fäden übertragen. Außerdem wird sich dabei der Flächenverlust durch die Zusammenziehung vermindern lassen.
  • Auch für Stickereiartikel ist das geschilderte Verfahren verwendbar, indem mit unmercerisiertem Garn auf dem glatten, aus mercerisiertem und unmercerisiertem Garn gewebten Stoffe gestickt wird. Bei der endgültigen Mercerisation wird die Stickereizeichnung sich glatt von dem im übrigen gekräuselten Gewebe abheben.
  • Als Agens für die Mercerisation kann jedes dazu geeignete Mittel gewählt werden, vorausgesetzt, daß dasselbe die nötige Verkürzung der Baumwollfäden bewirkt. Praktisch kommt wohl nur Natronlauge in Betracht.
  • Zur Wirtschaftlichkeit des Verfahrens ist zu bemerken, daß der unvermeidliche Flächenverlust bei der endgültigen Mercerisation durch Wahl entsprechender Garnnummern und weiterer Fadenstellung beim Weben ausgeglichen werden kann, 'so daß das Gewicht im Verhältnis zur Oberfläche des Gewebes dasselbe bleibt wie bei normalen Geweben.
  • Der Mehraufwand, den die zweimalige Mercerisation verursacht, kann durch Wiedergewinnung der Laugen auf ein Mindestmaß gebracht werden.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE'.: i. Verfahren zur Herstellung vonBaumwollgeweben mit Kräuselungs-, Krepp-und ähnlichen Effekten, dadurch gekennzeichnet, daß vormercerisiertes Garn mit unmercerisiertem Garn in Schuß oder Kette oder- in beiden zugleich in den mannigfaltigsten Kombinationen miteinander zu einem Stück mit zunächst glatter Oberfläche verwebt und nach Fertigstellung das ganze Stück ohne Spannung mercerisiert wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das noch glatte Gewebe vor seiner endgültigen Mercerisation mit unmer cer isiertem Garn gestickt -wird.
DEB114156D 1924-05-21 1924-05-21 Verfahren zur Herstellung von Baumwollgeweben mit Kraeuselungs-, Krepp- und aehnlichen Effekten Expired DE465629C (de)

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DE465629C true DE465629C (de) 1928-09-22

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DEB114156D Expired DE465629C (de) 1924-05-21 1924-05-21 Verfahren zur Herstellung von Baumwollgeweben mit Kraeuselungs-, Krepp- und aehnlichen Effekten

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DE (1) DE465629C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE740236C (de) * 1939-11-17 1943-10-15 Johannes Lehmann Verfahren zum Herstellen eines lockeren, dehnbaren, gekraeuselten Gewebes nach Art von Verbandmull

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE740236C (de) * 1939-11-17 1943-10-15 Johannes Lehmann Verfahren zum Herstellen eines lockeren, dehnbaren, gekraeuselten Gewebes nach Art von Verbandmull

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