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Österreichische PATENTSCHRIFT N 16180.
GUSTAV LISKE IN CÖLN A. RH.
Kupplungsvorrichtung für Schlangenbohrer.
Im Grubenbetriebe ist es wünschenswert, Schlangenbohrer von rechteckigem oder schwertförmigem Querschnitt so verlängern zu können, dass das Verbindungsstück ohne weiteres in das Bohrloch eintritt. Iliebei dürfen die zur Herausbeförderung des Bohrmehles aus dem Bohrloche dienenden Schlangenwindungen nur wenig unterbrochen sein und auch der freie Querschnitt des Loches soll möglichst offen und unverengt bleiben. Ferner darf eine unbeabsichtigte Lösung der Verbindung unter keinen Umständen im Bohrloche stattfinden, auch dann nicht, wenn der Bohrer sich festklemmt und rückwärts gezogen wird.
Aus diesen Gründen macht eine geeignete Verbindung besondere Schwierigkeiten.
Es ist mehrfach versucht worden, die Verbindung der Schlangenbohrer nach Art eines Bajonettverschlusses vorzunehmen. Hiebei wird das eine Ende des Bohrers verdickt und mit einer Bohrung oder Höhlung verschon, während das andere verjüngte Ende des Anschlussstückes in die Bohrung eingeführt wird. Derartige Verbindungen sind einfach und empfehlenswert, wenn sie ausserhalb des Bohrloches bleiben sollen. Innerhalb des Bohrloches angewandt, verengen sie dieses allzusehr, da die Verbindtungsstelle zu lang und zu dick wird. ach der vorliegenden Erfindung wird zur Erzielung der Kupplung ein einfacher dünner Ring mit einer dem rechteckigen oder schwertförmigen Querschnitte der Schiangenbohrer entsprechenden Öffnung angewandt, in den die zu verbindenden Bohrerenden beiderseits eingeführt worden.
Ein solcher Kupplungsring bietet zunächst den Vorteil, dass er aus besonders dafür geeignetem hartem Material beschaffen sein kann, das sonst für Schlagenbohrer nicht verwandt wird. Der Ring kann also wesentlich dünner als das verdickte Ende bei einem gleich widerstandsfähigen Bajonettverschluss ausfallen. Ferner lässt sich ein an beiden Enden offener Ring gut bearbeiten, so dass in ihm die erforderlichen inneren Ausfrästlngen u. s. w. mit leichter Mühe hergestellt werden können, was zu tun in dem verdickten, nur einseitig ausgebohrten Ende eines Bajonettverschlusses unmöglich wäre.
SchlieUHch bleibt jedem der beiden zu verbindenden Bohrerenden gegenüber dem kuppelnden Ringe eine besondere Bewegungsmöglichkeit, während bei dem Bajonettverschluss das kuppelnde, verdickte Ende fest mit der einen Stange verbunden ist. Da beide Enden untereinander sowohl als auch gegenüber dem Kupplungsringo sich vorschieben können, lassen sich die für den Verschluss und die Lösung der Kupplung nötigen Bewegungen der einzelnen Teile auf einen kleineren Raum zusammendrängen als beim Bajonettverschluss.
Die Kupplung wird also gedrängter.
Die Ausführung der Kupplung ergibt sich aus dem Folgenden, wobei auf die Zeichnung
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hohrers ; Fig. 2 und 3 zeigen die Form zweier zusammenstossender Enden der Schlangebohrerteile ; Fig. 4, 5 und 6 veranschaulichen den Kupplungsring ; Fig. 7 und 8 sind zwei Schnitte nach den Linien A-B und C-D in den Fig. 2 und 3.
Wie ans den Fig. 2 und 3 ersichtlich ist, sind die bei den zu verbindenden Schlagenbobrerteile a und b mit vorspringenden Lappen c und d versehen. Der Lappen d trägt @
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hineinpasst. Die so entstehende Verbindungsfuge beider Teile a und b läuft nicht in der Richtung der Längsachse der zu verbindenden Teile, sondern steht im Winkel hiezu, derart, dass die beiden Lappen c und d auf der sich zugekehrten Seite konisch verjüngt sind. Zur Verbindung der so zusammengefügten Teile a und b dient der übergeschoben Kuppelring/, wie er in den Fig. 4, 5 und 6 dargestellt ist. Die Höhlung des Kuppelringes entspricht dem Querschnitte der zusammengefügten Lappen c und d.
Im Lappen d ist eine Nut i angeordnet, in welche eine in den Ring eingesetzte Schraube A : eingreift. Die Nut i ermöglicht ein Auf-und Abschieben des Ringes auf dem Lappen d, Schraube k verhindert aber ein völliges Abziehen des Lappens d vom Ringe während der Bohrarbeit, wenn der Bohrer etwa rückwärts gezogen wird. Nachdem der Ring f einmal durch die Schraube mit dem Lappen d verbunden ist, braucht eine Trennung der beiden Stücke und ein Lösen der Schraube für die Kupplungen und Entkupplungen überhaupt nicht mehr vorgenommen zu werden. Behufs Kupplung wird der Ring f so weit als möglich vom Lappen d heruntergezogen und der Lappen c in den Ring eingeführt.
Wenn nun das Stück a mit dem Stücke b nicht einen Winkel von 1800, sondern von etwa 1500 bilden lässt, gleitet die abgerundete Ecke des Lappens c, die der Nase 9 gegenüberliegt, über die entgegenstehende Ecke des Lappens d hinweg, und die Nase 9 greift in die Aussparung h. Sobald dies geschehen ist, kann man die beiden Stücke a und b in den gestreckt eu Winkel von 180 zueinander bringen und die Verbindung beider Stücke durch Hinaufschieben des Teiles b mit dem Lappen d in den Kuppelring. f zu einer starren gestalten.
Das Entkuppeln verläuft umgekehrt. Zuerst zieht man das Stück b soweit als möglich aus dem Ringe heraus. Durch Umknicken des Stückes a bis zu einem Winkel von etwa 150 bekommt man den Lappen c über den Lappen d hinweg, so dass die Nase g aus der Aussparung h heraustritt und ein Abziehen des Stückes a erfolgen kann.
Dei der eigentlichen nach vorn gerichteten Bohrarbeit wird die Kupplung immer fester, da sich die keilförmigen Lappen c und d stets mehr in den Ring f hineinpressen.
Das Entkuppeln ist nur ausserhalb des Bohrloches möglich, da im Loche die beiden Stücke a und b nicht bis zu einem Winkel von 1500 einknicken können. Das Lösen der Kupplung im Bohrloche ist also in jedem Falle ausgeschlossen, selbst wenn der Bohrer festklemmt und rückwärts gedreht oder gezogen wird.
Als neu wird bei dieser Kupplung angesehen, dass die oben gedachte Wirkung durch einen einfachen Ring erzielt wird, in den beiderseits die Bohrenden mit einer gewissen
Bewegungsfreiheit gegeneinander und gegenüber dem Ring hineingesteckt werden, ohne dass ein Anziehen oder Lösen von Befestigungsschrauben oder das Anbringen von Haltestiften notwendig ist. Damit das Herausfördern des Bohrmehls aus dem Bohrlochs nicht unter- brochen wird, kann der Kuppelring f mit Rippen n versehen werden, die den Windungen des Schlangenbohrers entsprechen.