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Verfahren zur Herstellung von Dreifarben-Kopien.
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Belichtung fähig gemacht wurde, während die unbelichteten Partien des Halogensilbers möglichst unangegriffen bleiben sollen. Dieses Ergebnis wird am sicherste erzielt durch die leider sehr beschränkte Auswahl geeigneter schleierfrei arbeitender Farbentwickler und Kupplungskomponenten oder allgemeiner durch Zusatz von 0,1 bis 1% oder mehr an Bromkali oder einer entsprechenden Menge von etwa 0,01 bis 0, 1% oder mehr von andern schleierwidrig wirkenden Mitteln, wie z. B. Nitrobenzimidazol, zu den Entwicklerlösungen.
Die Beifügung von solchen schleierwidrigen Mitteln ist'besonders wertvoll, wenn man rehalogenisiertes Silber in einfachen oder mehrfachen Schichten benutzt.
Um intensive Farben durch eine Art physikalisch-chemische Entwicklung auch bei silberarmen Schichten zu erlangen, wie auch um die letzten Reste von Halogensilber für die farbige Entwicklung heranzuziehen, oder in anderen Fällen eine Verbreiterung der Rasterlinien während der farbigen Ent- wicklung zu erzielen, empfiehlt sich der Zusatz von 0, 1 bis 1% von Rhodansalzen oder ähnlichen Mitteln, welche auf das Halogensilber schwach lösend wirken, besonders bei der zweiten und letzten farbigen Entwicklung.
Diese schleierwidrigen und silberlösenden Mittel können vorteilhaft Verwendung finden bei allen Methoden der Farbentwicklung, auch unter Benutzung diffusionsfester Kupplungskomponenten oder ihrer Salze, wie sie in den französischen Patenten Nr. 834370, 834371, 834542,836389 ausführlich beschieben sind, und die auch bei der praktischen Ausübung vorliegender Erfindung gemäss nachfolgenden Beispielen in Betracht kommen :
I. Kopien von Autochrom-und Dufaycolor-Farbrasterbildern.
Der Träger eines dünnen feinkörnigen panchromatischen Films wird mittels eines Klebemittels nach Art der Masse für Adhäsivpflaster vorübergehend in Verbindung gebracht mit der Rückseite eines Farbrasterfilm-Positivs oder mit der Vorderseite eines Autochrombildes auf Glas. Mit Hilfe von Filtern derselben Farben wie die Rasterkörnchen bzw. Rasterlinien wird nun nacheinander dreimal kopiert und jedesmal zu derselben Farbe entwickelt (grün, rot, violett), welche das jeweilige Rasterelement aufweist. Das metallische Silber kann durch Wasserstoffsuperoxyd und ähnliche Mittel entfernt werden, worauf das restliche Halogensilber reduziert wird, um die Schattenpartien zu ergeben.
Oder es wird nach der dritten Farbentwicklung das restliche Halogensilber belichtet oder durch verschleiernde Mittel, vie Thioharnstoff, entwickelbar gemacht und dann mit einem Farbentwickler behandelt, der ein schwarzes Farbenbild liefert, wie im französischen Patent Nr. 836389 und im "Lichtbild" 1937, S. 156 und 171, näher ausgeführt. Oder man setzt einem derartigen schwarzen Farbentwickler mehr Ätzkali, Ammoniak, aliphatische Amine oder Diamine od. dgl. zu, damit er so energisch wird, um schon das unbelichtete Halogensilber zu reduzieren.
Schliesslich wird alles Silber mit Farmerschem Abschwächer entfernt, worauf die Bilder voneinander getrennt und die Kopie nötigenfalls auf Papier oder einen andern Träger aufgezogen wird.
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iZ-Naphthol-4-Karbonsäureanilid, für Schwarz, Eugenol oder Vanillinalkohol, zusammen mit p-AminoDimethylanilin. Zur Herstellung der Farbentwickler nimmt man von der Entwicklungssubstanz etwa % %, von den Kupplungskomponenten 1/2 bis 1% in der nötigen Menge Ätznatron gelöst, und etwa 5% Soda, zu welchen Lösungen die bereits erwähnten schleierwidrigen Mittel beigefügt werden.
Die Kopierdauer richtet sich nach der Farbempfindlichkeit des feinstkörnigen Positivfilms, die Entwicklungsdauer wird man nicht über 5-6 Minuten ausdehnen, um eine Reduktion des unbelichteten Halogensilbers tunlichst zu vermeiden.
Ein Autoehrom-Positiv kann senkrecht projiziert werden von oben oder von unten auf ein emulsioniertes Papier bzw. auf einen lichtempfindlichen Viskosefilm, welcher auf dem inneren Boden einer Entwicklungstasse zeitweilig festgemacht ist. Die drei Belichtungen und drei Farbentwicklungen werden bewerkstelligt, ohne die gegenseitige Lage von Original und Kopie zu verrücken. Wenn das Kopiermaterial an einer vertikalen Wand befestigt ist, kann die Projektion horizontal hierauf bewirkt werden, und die drei Farbentwicklungen usw. werden mit Hilfe eines in die Entwicklerflüssigkeit getauchten Schwammes vorgenommen.
IL Farbenkopien von Linsenrasterbildern.
A. Ein dünner lichtempfindlicher Film wird mittels seiner Rückseite zeitweilig verbunden mit der Schichtseite eines Linsenraster-Positivs und weiters genau so vorgegangen, wie im vorigen Beispiel beschrieben. Die drei Teilbelichtungen werden bewirkt durch aufeinanderfolgendes Öffnen der drei Öffnungen der im Objektiv an Stelle des Streifenfilters eingesetzten Drei-Streifen-Blende. Es wird jedesmal zum entsprechenden Teilfarbenbild entwickelt'und zuletzt das restliche Halogensilber in der früher erwähnten Weise in das schwarze Teilbild umgewandelt.
B. Ein belichteter Linsenrasterfilm wird zuerst mit einem, einen schwarzen Farbstoff liefernden Farbentwickler zu einem schwarzen Negativ hervorgerufen, nicht fixiert, worauf er dreimal durch die verschiedenen Öffnungen des Streifenfilters oder der entsprechenden Streifenblende im Objektiv belichtet
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Einfache lichtempfindliche Schichten auf gewöhnlichem oder transparentem Papier oder Viskosefolien gestatten die billige Massenerzeugung von subtraktiven Bildern in grossem Format. Eine Vergrösserung kleiner additiver Rasterbilder ist von geringerer Bedeutung, weil der vergrösserte Raster stören würde. Sie werden zweckmässig zuerst in kleine subtraktive Kopien umgewandelt, welche genau so zur Herstellung vergrösserter subtraktiver Bilder dienen können, wie die nach anderen Verfahren erhaltenen subtraktiven Originale.
Natürlich können nur komplementärfarbige Negative als Vorlagen benutzt werden, weil die weissen Stellen des Objektes im Originalnegativ durch Schwarz dargestellt sein müssen. Sie sind sehr leicht erhältlich durch primäre Farbentwicklung von hochempfindlichen Dreischichten, welche die entsprechenden diffusionsfesten Kupplungskomponenten enthalten. Die drei Teilexpositionen beim Kopieren unter Benutzung entsprechender Farbfilter können in beliebiger Aufeinanderfolge geschehen, indem man beispielsweise zuerst ein Grünfilter benutzt und purpur entwickelt, dann ein Rotfilter und blaugrün hervorruft und schliesslich ein Blaufilter, wobei durch Farbentwicklung das gelbe Teilbild erhalten wird.
Nach der ersten und zweiten Farbentwicklung wird das reduzierte Silber, wenn es nicht weiss ist und genügend Halogensilber verblieb, zweckmässig rehalogenisiert mittels Kupferchlorid oder Ferricyankali und Ammoniumbromid. Wenn die Farbempfindlichkeit nach der ersten Entwicklung verlorenging, so wird nach der Rehalogenisierung wieder sensibilisiert oder es wird ein genügend beständiger Sensibilisierungsfarbstoff dem Rehalogenisierungsbade beigemischt. Schliesslich wird alles Silber und Halogensilbér entfernt. Es muss eine ausreichende Menge schleierwidriger Mittel beigefügtwerden, um Farbentwicklung des unbelichteten rehalogenisierten Silbers zu vermeiden.
VI. Kopieren auf inhomogene Schichten.
Bei der Erzeugung grossformatiger Bilder von subtraktivem Charakter kann die Rehalogenisierung vermieden werden, wenn man Mischungen hochempfindlicher und wenig empfindlicher Emulsionen verwendet oder verschieden farbempfindlicher Emulsionen, so dass an den exponierten Stellen nicht alles Halogensilber für die betreffende Farbentwicklung verbraucht wird, was wichtig ist für Mischtöne und ein befriedigendes Schwarz. Die-Belichtung durch das blaue oder violette Filter sollte zum Schlusse geschehen. Die drei Emulsionen können zu Körnern verarbeitet und gemischt werden, wie in dem französischen Patent Nr. 834370 und 836389 beschrieben ist.
Schichten mit einer Mischung von Emulsionen aus Bromsilber, Chlorsilber, Ferrocyansilber, die verschieden sensibilisiert sind, werden benutzt und Farbentwickler von genügender Energie entsprechend der Art des verwendeten Silbersalzes.
Die drei Mschemulsionen oder Körnerarten können die nötigen unlöslichen oder diffusionsfesten
Kupplungskomponenten enthalten und werden sensibilisiert für drei Spektralzonen, ausgenommen Blau, z. B. für äusserstes Rot oder Infrarot, Orangegelb und Blaugrün. Ähnliche Filter werden beim
Kopieren benutzt. Natürlich darf der blaugrüne Farbstoff des Originals keine infraroten Strahlen durchlassen. Oder es werden zwei Partien von Körnchen sensibilisiert je für Grünlichgelb (enthaltend die
Kupplungskomponente für Purpur) und Rot (enthaltend die Kupplungskomponente für Blaugrün) und sie können aus Chlorsilber bestehen, während die nicht oder für Blaugrün sensibilisierten Körnchen (enthaltend die Komponente für Gelb) aus Bromsilber bestehen.
VII. Kopieren auf verschieden sensibilisierte einfache Schichten.
Um Rehalogenisierung zu vermeiden, kann man dickere Schichten benutzen, welche aber nicht mehr. Halogensilber zu enthalten brauchen als die früher erwähnten Emulsionen, indem man sie zonenweise verschieden farbempfindlich macht gemäss D. R. P. Nr. 607327, französisches Patent Nr. 681580,
Schweizer Patent Nr. 171062. Die erste Teilbelichtung wird mit Hilfe eines Filters von solcher Farbe bewirkt, dass das erste Teilbild in der untersten Zone entsteht, das nächste in der Mittelzone und das letzte in der obersten Zone.
VIII. Kopieren auf Doppelschichten.
Die untere Schicht kann aus einer Emulsion von viel höherer Lichtempfindlichkeit als die obere
Schicht bestehen oder aber sie kann für eine andere Spektralzone sensibilisiert sein. Auch kann sie aus einer sensibilisierten Kollodium-Emulsion gemäss D. R. P. Nr. 535445 bestehen oder sie allein kann stark gehärtet sein oder aber sie besteht aus einer Mischung von zwei Arten von Emulsionen oder Körnchen, die verschiedenartig farbempfindlich gemacht worden sind oder sie ist zonenweise für zwei verschiedene
Spektralbezirke sensibilisiert. Die obere Schicht ist nicht sensibilisiert, wird unter dem blauen oder violetten Filter kopiert und gelb entwickelt. Die Aufeinanderfolge der Schichten kann umgekehrt sein beim Kopieren von rückwärts.
Im allgemeinen wird das Teilbild in der unteren Schicht oder Zone zuerst erzeugt ; nach der zweiten Farbentwicklung wird das reduzierte Silber am besten rehalogenisiert.
IX. Kopieren auf Dreischichten.
Bei diesen ist es am zweckmässigsten, das erste Teilbild in die unterste Schicht einzukopieren, das nächste in die mittlere und das letzte in die obere Schicht. Wenn die letzte Teilbelichtung mit blauem oder violettem Licht ausgeführt wird, so'ist eine Gelbfilterschicht überflüssig.
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X. Kopieren von Originalen in unrichtigen Farben.
Zum Kopieren können Originale dienen, bei denen in jeder Schicht nicht die zur Farbenempfindlichkeit komplementäre, sondern die damit ungefähr gleiche Farbe gebildet worden ist (vgl."Lichtbild" 1937, S. 138), nämlich : in der oberen Schicht ein blaues (blaugrünes oder blauviolettes) Bild, in der mittleren ein gelbes (gelbgrünes oder grünes) Teilbild, in der unteren Schicht ein rotes (purpurnes oder orange) Bild. Durch primäre Farbentwicklung unter Verwendung den Schichten beigemischter Kupplungskomponenten wird ein Bild in den ungefähr richtigen Farben erhalten, bei dem aber Weiss und Schwarz vertauscht sind. Durch Umkehrentwicklung erhält man ein Bild mit richtigen Schwarz-Weiss-Werten jedoch die Farben sind komplementär.
Das erstere ergibt beim Kopieren auf eine Dreischicht und Entwicklung zum grünblauen, gelben und purpurnen Teilbild ein ungefähr richtig farbiges Positiv, zumal wenn die mittlere Schicht des Originals das gelbe oder gelbgrüne Teilbild enthält.
'Das letztere ergibt durch Umkehrentwicklung der Kopie ebenfalls ein ungefähr richtig farbiges Bild, wenn zu den komplementären Farben entwickelt wird.